Die Arbeit zeigt die Stationen des Stummfilms auf: Von seiner Erfindung 1895 über die Phase als Jahrmarkt- und Varieté-Attraktion hin zum künstlerisch ausgereiften Langfilm mit Genres wie dem Detektivfilm, dem Kammerspielfilm und dem expressionistischen Film. Neben diesem umfassenden Überblick über die Zeit und Entwicklung des Stummfilms befasst sich die vorliegende Arbeit mit Murnaus Adaption "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens", die - als einer der Höhepunkte stummfilmischen Schaffens - das junge Medium zur Kunstform erhob.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Pionierzeit des Stummfilms
2.1 Die Geburtsstunde des Films
2.2 Die Kinematographie als Jahrmarktsattraktion
2.3 Die Sesshaftwerdung des Films
3 Der Langfilm
3.1 Die Einführung des langen Spielfilms
3.2 Der Starfilm
3.3 Der Detektivfilm
3.4 Der Propagandafilm
3.5 Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs
3.6 Der Monumentalfilm
3.7 Der Expressionistische Film
3.8 Der Kammerspielfilm
3.9 Die Neue Sachlichkeit und der Querschnittsfilm
3.10 Das Ende des Stummfilms
4 „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“
5 Fazit – Der Film als Kunstwerk
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des deutschen Stummfilms von seinen Anfängen als bloße Jahrmarktsattraktion bis hin zur Etablierung als anerkannte Kunstform. Anhand des exemplarischen Films „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ wird aufgezeigt, wie durch technische Innovationen, narrative Strukturen und ästhetische Gestaltung die Transformation zum künstlerisch ambitionierten Film vollzogen wurde.
- Die Pionierzeit des Kinos und die Anfänge der Filmtechnik.
- Die strukturellen Veränderungen durch die Sesshaftwerdung des Kinos und das Verleihsystem.
- Die Entwicklung verschiedener Filmgenres wie Langfilm, Detektivfilm und expressionistischer Film.
- Die filmästhetische Analyse von Murnaus „Nosferatu“.
- Die Bedeutung des Ersten Weltkriegs für die industrielle Entwicklung des deutschen Films.
Auszug aus dem Buch
Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens
Ein filmisches Kunstwerk der Stummfilmzeit, das noch heute zu den Klassikern zählt, ist „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ von 1922. Das Drehbuch aus der Feder von Henrich Galeen basiert auf Bram Stokers Roman „Dracula“, aber weil der Regisseur, Friedrich Wilhelm Murnau, sich nicht die Rechte an der literarischen Vorlage sicherte, mussten die Figuren und Schauplätze umbenannt werden. Bereits kurz nach der Uraufführung am 4. März 1922 in Berlin erfuhr Bram Stokers Witwe von der unautorisierten Adaption des „Dracula“-Romans und verklagte die Prana-Film-GmbH, die den Film produziert und vertrieben hatte, wegen Verletzung der Urheberrechte. Im Verlauf des Prozesses wurde 1925 die Vernichtung aller Filmexemplare beschlossen, was jedoch nicht vollständig gelang.
Obwohl „Nosferatu“ durchaus als kommerzieller Film angelegt war – die Prana-Film-GmbH gab für die Werbung mehr Geld aus als für die Filmproduktion selbst – und seinem Dreh von mancher Seite „Nachlässigkeit und Eile“ vorgeworfen wird, lässt sich sein künstlerischer Wert nicht leugnen. Als einer der ersten Horrorfilme der Filmgeschichte gelang „Nosferatu“ die Schaffung einer düsteren Gruselatmosphäre durch den wohlüberlegten Einsatz von Kulissen, Darstellern, Lichtsetzung, Trick- und Schnitttechnik.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel des Kinos von den „Flegeljahren“ als Jahrmarktssensation hin zum etablierten Medium und führt in die Problematik des Quellenmangels ein.
2 Die Pionierzeit des Stummfilms: Dieses Kapitel behandelt die Geburtsstunde des Films durch die Gebrüder Lumière und Skladanowsky sowie die schrittweise Sesshaftwerdung des Mediums.
3 Der Langfilm: Hier werden die verschiedenen Strömungen und Genres beleuchtet, die sich mit der Etablierung des langen Spielfilms entwickelten, von expressionistischen Werken bis zur Neuen Sachlichkeit.
4 „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“: Dieser Abschnitt analysiert Murnaus Klassiker hinsichtlich seiner ästhetischen Mittel, wie Tricktechnik und Lichtsetzung, sowie seiner kulturellen Einordnung.
5 Fazit – Der Film als Kunstwerk: Das Fazit fasst die Transformation des Films zu einer eigenständigen Kunstform zusammen, die verschiedene andere Künste in sich vereint.
Schlüsselwörter
Stummfilm, Filmgeschichte, Pionierzeit, Langfilm, Nosferatu, F.W. Murnau, Expressionismus, Kammerspielfilm, Neue Sachlichkeit, Kinematographie, Filmästhetik, Ufa, Jahrmarktskino, Stummfilmära, Filmkunst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Evolution des deutschen Stummfilms, ausgehend von seiner Entstehung als Jahrmarktsattraktion bis hin zur Anerkennung als eigenständige Kunstform.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören die technische Pionierzeit, die Etablierung des Verleihsystems, die Genese verschiedener Filmgenres und die ästhetische Analyse von F.W. Murnaus „Nosferatu“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Film durch die Entwicklung einer eigenen filmischen Sprache und technischer Innovationen seine künstlerische Identität fand.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine medienwissenschaftliche Analyse unter Heranziehung von Primär- und Sekundärliteratur, um die filmhistorische Entwicklung zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technikhistorische Pionierphase, die Etablierung verschiedener Genres wie Detektiv- und Monumentalfilm sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Besonderheiten des expressionistischen und des Kammerspielfilms.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Stummfilm, Kinematographie, Filmkunst, Nosferatu, Expressionismus und die Transformation der Filmbranche.
Warum spielt Murnaus „Nosferatu“ eine so zentrale Rolle in der Arbeit?
Der Film dient als exemplarisches Fallbeispiel für einen künstlerisch ambitionierten Stummfilm, an dem die Anwendung innovativer Schnitt-, Trick- und Lichttechniken zur Erzeugung einer spezifischen Atmosphäre besonders gut nachvollziehbar ist.
Welchen Einfluss hatte der Erste Weltkrieg auf die deutsche Filmindustrie?
Der Krieg führte zum einen durch den Importstopp ausländischer Filme zur Stärkung der heimischen Produktion und zum anderen zur Gründung der Ufa, die maßgeblich zur Professionalisierung und industriellen Bedeutung des deutschen Films beitrug.
- Arbeit zitieren
- Annika Milz (Autor:in), 2005, Die Ära des deutschen Stummfilms. Von einer Jahrmarktssensation zur eigenständigen Kunstform, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156661