Im Folgenden werde ich mich mit der Frage beschäftigen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich zwischen dem Terror der Nationalsozialisten im „Dritten Reich“ und dem Terror des stalinistischen Imperiums feststellen lassen.
Aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausgangslage und den verschiedenen Ideologien werde Ich zunächst versuchen, die Frage zu klären, ob sich beide Strukturen überhaupt einem Vergleich unterziehen lassen, und wie sich ein solcher Vergleich rechtfertigen lässt.
Dann werde Ich prüfen, ob sich die Terrorausführungen der beiden Systeme in einzelne Kategorien aufteilen lassen, um Vergleichskriterien für eine entsprechende Gegenüberstellung zu erhalten.
Diese Kriterien werde ich dazu verwenden, einen Vergleich zwischen den beiden Strukturen plausibel zu machen um zum Schluss beide Systeme noch einmal gegenüberzustellen.
Den Schwerpunkt werde ich hierbei auf die Unterteilung der Terrorausführungen in Einzelkriterien und des Vergleiches anhand dieser Einzelkriterien legen. Ich habe diesen Schwerpunkt gewählt, da man angesichts der Gegenüberstellung dieser Vergleichspunkte am besten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Terrorsysteme festmachen kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Definition: Terror
Lassen sich beide Strukturen einem Vergleich unterziehen? Rechtfertigungsversuch
Aufteilung der Terrorsysteme in einzelne Kriterien
Kriterium 1: Ideologien
Kriterium 2: Entstehung und Verlauf
Kriterium 3: Durchführung & Methoden
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Staatsterrors im nationalsozialistischen Deutschland und im stalinistischen Imperium der Sowjetunion, um die grundsätzliche Vergleichbarkeit dieser beiden totalitären Systeme zu prüfen und ihre jeweiligen Terrorausführungen zu kategorisieren.
- Analyse der ideologischen Grundlagen beider Regime
- Vergleich der Entstehungsgeschichte und der politischen Verläufe
- Untersuchung der angewandten Methoden und Machtinstrumente des Terrors
- Differenzierung zwischen Genozid und Ethnozid in der Praxis
- Bewertung der strukturellen Parallelitäten gegenüber einer Identität der Systeme
Auszug aus dem Buch
Kriterium 2: Entstehung und Verlauf
Zur wirtschaftlichen Ausbeutung und zur Festigung der Kontinentalmacht des Reiches schoben die deutschen ihre Einflusszonen weit nach Osten vor. Die Grundlage für die Expansion im Osten war die ideologische Vorannahme, in Ostmitteleuropa existierten zusammenhängende Siedlungsgebiete mit deutscher Bevölkerung und so genannten „Sprachinseln“. Das weite Areal dieser Streusiedlungen wurde als deutscher Kulturboden bezeichnet (Baberowski und Doering Manteuffel, 34)
Die Geschichte ihres Landes sollte für die Deutschen keine Rolle mehr spielen, Tradition und kulturelles Vermächtnis waren nicht mehr wichtig. Es wurde eine komplette Neuordnung angestrebt und sich von Altem abgewendet. (Baberowski und Doering Manteuffel, 36)
Ethnische Minderheiten, vor allem aber die Juden sollten beseitigt werden, da ihnen die Schuld an der Niederlage des ersten Weltkriegs gegeben wurde und sie die „eigentlichen Feinde“ Deutschlands seien (Baberowski und Doering Manteuffel, 33). Bereits mit der Machtübernahme Hitlers setzte die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung ein. Die Nürnberger Gesetze von 1935 legten den Juden eine Rehie von Geboten auf. Mit diesen Verboten wurde die jüdische Bevölkerung aus der deutschen ausgegrenzt. Am 9.11 1938, der Reichspogromnacht, wurden viele jüdische Geschäfte und Synagogen zerstört. Damit begann die Eskalation der antisemitischen Gewalt, die zum Massenmord an der jüdischen Bevölkerung führte.
Doch auch andere ethnische Minderheiten waren vom Radikalnationalismus betroffen: zum Beispiel Sinti, Roma und russische Kriegsgefangene, welche erschossen wurden, verhungerten oder wegen der unmenschlichen Haftbedingungen starben, oder Zivilisten, die während der deutschen Besatzung der Sowjetunion und Polens ums Leben kamen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage und Definition des Begriffes Terror als Staatsterror.
Definition: Terror: Herleitung des Terrorbegriffs im Kontext totalitärer Regime.
Lassen sich beide Strukturen einem Vergleich unterziehen? Rechtfertigungsversuch: Diskussion der unterschiedlichen historischen Voraussetzungen und Ideologien als Basis für einen Vergleich.
Aufteilung der Terrorsysteme in einzelne Kriterien: Definition des methodischen Vorgehens für den weiteren Vergleich.
Kriterium 1: Ideologien: Gegenüberstellung des nationalsozialistischen Rassenwahns und des stalinistischen Sozialismus.
Kriterium 2: Entstehung und Verlauf: Analyse der zeitlichen Entwicklung und der spezifischen Ziele der jeweiligen Expansions- und Säuberungspolitik.
Kriterium 3: Durchführung & Methoden: Vergleich der Machtapparate, der Rolle von Geheimdiensten, Konzentrations- bzw. Straflagern und der angewandten Gewaltmittel.
Zusammenfassung: Fazit über die Parallelitäten und Unterschiede, insbesondere im Hinblick auf Genozid und Ethnozid.
Schlüsselwörter
Staatsterror, Nationalsozialismus, Stalinismus, Totalitarismus, Ideologie, Sozialdarwinismus, Bolschewismus, Konzentrationslager, Gulag, Genozid, Ethnozid, Massenterror, Säuberungen, Rassenideologie, Vergleich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Mechanismen des staatlichen Terrors im nationalsozialistischen Deutschland und im stalinistischen Imperium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die ideologischen Grundlagen, die historische Entstehung sowie die konkreten Methoden und Machtinstrumente des Terrors.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob und wie man diese beiden unterschiedlichen totalitären Systeme sinnvoll vergleichen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Analyse auf Basis definierter Kriterien (Ideologie, Entstehung, Methoden) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kriterien, an denen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Terrorausführungen systematisch geprüft werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Staatsterror, Totalitarismus, Rassenideologie, Genozid, Ethnozid und das Verhältnis von Ideologie und Gewalt.
Wie unterscheidet sich der Terror nach Ansicht des Autors in den Zielsetzungen?
Während der Nationalsozialismus primär auf ein Rassenimperium und Lebensraum abzielte, versuchte die Sowjetunion, die gesamte Gesellschaft durch einen neuen Staat und permanente Säuberungen umzugestalten.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Genozid und Ethnozid in diesem Kontext?
Der Autor unterscheidet hierbei zwischen der biologischen Vernichtung der Juden im NS-Regime (Genozid) und der Zerstörung ethnischer Strukturen unter Stalin (Ethnozid).
Inwieweit lässt sich das Ausmaß des Terrors vergleichen?
Obwohl beide Systeme Parallelen aufweisen, stellt der Autor fest, dass der stalinistische Massenterror eine quantitativ und qualitativ andere Dimension erreichte, da das NS-Regime zur Gleichschaltung nicht in demselben Ausmaß auf Massenterror gegen die eigene Bevölkerung angewiesen war.
- Arbeit zitieren
- Jessica Wodi (Autor:in), 2009, Ein Vergleich des Terrors im nationalsozialistischen und im stalinistischen Imperium, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156636