Das Oldenburger Konsistorium und die Bewertung von moralischen Vergehen steht im Focus dieser Quellenanalyse. Anhand einer Transkription und parallelen Erläuterung der Quelle wird versucht, den größtmöglichen Erkenntnisgewinn auszumachen.
Inhaltsverzeichnis
1. Überschrift: Unterthänigstes Pro Memoria
1.1 Entstehungsstufe
1.2 Form des Schreibens
2. Paläografische Abschrift
3. Inhaltsangabe
4. Analyse
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert ein historisches Schreiben des Oldenburger Konsistoriums aus dem Jahr 1780, um die administrativen Prozesse im Umgang mit moralischen Verfehlungen wie Ehebruch und die juristische Korrektur von Fehlern in der behördlichen Protokollierung zu beleuchten.
- Strukturelle Analyse einer Aktennotiz des 18. Jahrhunderts
- Untersuchung der moralischen und rechtlichen Bewertung von Ehebruch
- Methodische Aufarbeitung und Korrektur behördlicher Protokollfehler
- Paläografische Einordnung einer historischen Quelle
- Zusammensetzung und Befugnisse kirchlicher Zentralbehörden
Auszug aus dem Buch
Unterthänigste Pro Memoria.
Was Anna Elisabeth Oetcken in der hiebey wieder angelegten Bittschrift von der zu hoch angesetzten Unzuchts-Brüche anführet, hat seine Richtigkeit, indem die Verordnung nur von 10 und 5 Goldgulden, welche respective von dem Stupratore und der Stuprata zu erlegen, redet; indeßen würde dieses in das Protocoll eingeschlichene Versehen sogleich abgeändert worden seyn, wenn die Supplicantin, anstatt Sr. Hochfürstliche Durchlaucht zu behelligen bey dem Consistorio sich desfalls gemeldet hätte.
Daß aber die Supplicantin als Mitschuldige, in Subsidium auch zu Bezahlung der Brüche für den abwesenden Stupratorem verurtheilet worden ist, da vice versa ein Stuprator für die Brüche der Stupratae haftet, wohl nicht unbillig zu nennen, auch der vormaligen hiesigen Observanz nicht zuwider, und war hiernach die Supplicantin dazu umso mehr verbunden, weil sie ihren Stupratorem nicht eher namhaft gemacht und dadurch verursacht hatte, daß die Brüche von ihm selbst nicht beygetrieben werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überschrift: Unterthänigstes Pro Memoria: Erläutert die Entstehungsgeschichte des Dokuments als Aktennotiz und ordnet dessen formale Beschaffenheit im behördlichen Kontext ein.
2. Paläografische Abschrift: Bietet eine transkribierte Wiedergabe des historischen Quelltextes zur besseren Lesbarkeit und wissenschaftlichen Auswertung.
3. Inhaltsangabe: Fasst den juristischen Fall um die zu Unrecht erhobene Strafe bei Ehebruch und dessen behördliche Korrektur zusammen.
4. Analyse: Untersucht die institutionelle Rolle des Oldenburger Konsistoriums und zeigt methodische Ansätze für die historische Forschung an diesem Dokument auf.
Schlüsselwörter
Oldenburger Konsistorium, 1780, Ehebruch, Rechtsgeschichte, Kirchengeschichte, Goldgulden, Aktennotiz, Paläografie, Verwaltung, Moral, Anna Elisabeth Oetcken, Rechtsverordnung, Historische Quellen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit behandelt ein historisches Dokument des Oldenburger Konsistoriums, in dem eine fehlerhaft festgesetzte Strafe für Ehebruch korrigiert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die historische Rechts- und Kirchengeschichte sowie die Analyse behördlicher Abläufe und Schriftkultur im späten 18. Jahrhundert.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den bürokratischen Umgang mit Moralverstößen und die Korrekturpraxis innerhalb einer kirchlichen Zentralbehörde anhand eines konkreten Schreibens zu illustrieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Quellenanalyse, die durch Transkription (Paläografie) und kontextuelle historische Einordnung ergänzt wird.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Fokus steht die rechtliche Argumentation bezüglich der Strafbemessung bei Ehebruch unter Berücksichtigung von Verordnungen aus dem Jahr 1756.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Konsistorium, Rechtsgeschichte, Archivgut und Historische Quellenanalyse beschreiben.
Wie korrigierte das Konsistorium den Fehler im Protokoll?
Das Konsistorium bezog sich auf ein Dekret des Königl. Kammercollegio aus dem Jahr 1756, das die getrennte Haftung für Geldstrafen bei Ehebruch neu regelte.
Warum blieb das Schreiben unter Verschluss?
Das Dokument blieb intern, da es lediglich der administrativen Korrektur diente und eine öffentliche Bekanntmachung weder notwendig noch von der Beschuldigten erwartet war.
- Arbeit zitieren
- Roman Behrens (Autor:in), 2009, Das Oldenburger Konsistorium, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156584