Meine Hausarbeit befasst sich mit der Fragestellung, welche Relevanz die Verwendung von historischen Jugendbüchern als schriftliche Quelle für die Gegenwart hat. Als Lektürebeispiele zur Beantwortung dieser Frage wählte ich „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque und in „Stahlgewittern“ von Ernst Jünger. Anhand dieser
beiden Bücher, die an sich keine Jugendbücher sind, aber dennoch als Lektüre für die Schülerinnen und Schüler verwendet werden, werde ich nachweisen, warum der Einsatz solcher schriftlichen Quellen relevant für den Geschichtsunterricht der Gegenwart ist.
Beginnen werde ich mit einer Analyse der historischen Jugendbücher in Form von schriftlichen Quellen. Neben der Definition wird auch die Klassifikation der Jugendbücher in Gattungen eine Rolle spielen. Im Anschluss widme ich mich der Werkanalyse meiner gewählten Beispiele und werde dann detailliert auf die Funktion des Jugendbuches als schriftliche Quelle im Geschichtsunterricht eingehen, sowie die Gegenwartsrelevanz klären.
Wesentlich ist für das Thema, welche Wirkungen der Einsatz der benannten Literatur auf die Schülerinnen und Schüler hat. Ich werde erklären, warum der Einsatz der schriftlichen Quelle – eben des historischen Jugendbuches – welche Wirkung erzielen kann und sollte.
Ich nutzte für die Bearbeitung die neuste Literatur zum Thema („Jugendbücher im Geschichtsunterricht“ von Monika Rox-Helmer, 2006 erschienen), um eine zeitgemäße Bearbeitung zu gewährleisten. Allerdings griff ich auch auf ältere Werke, beispielsweise
von Markmann zurück, um die Entwicklung in der Forschung zu verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Analyse der historischen Jugendliteratur
2.1 Definition – Was sind historische Jugendbücher?
2.2 Klassifikation der Gattung an Beispielen verschiedener Theoretiker
2.3 Historischer Abriss zur historischen Jugendliteratur
2.4 Historisch-politischer Stellenwert der Literaturgattung
3 Werkanalyse historischer Jugendbücher an Beispielen
3.1 Das Jugendbuch als Quelle – Kriterien für die Analyse
3.2 Erich Maria Remarque: „Im Westen nichts Neues“
3.3 Ernst Jünger: „In Stahlgewittern“
4 Das Jugendbuch als schriftliche Quelle
4.1 Die Verwendung im Geschichtsunterricht
4.2 Gegenwartsrelevanz der Verwendung von historischen Jugendbüchern
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der Verwendung historischer Jugendbücher als schriftliche Quelle im Geschichtsunterricht der Gegenwart. Anhand der Werke "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque und "In Stahlgewittern" von Ernst Jünger wird analysiert, wie diese Lektüren zur Förderung von Geschichtsbewusstsein, kritischem Denken und Perspektivwechsel bei Schülern beitragen können.
- Analyse der theoretischen Definition und Klassifikation historischer Jugendliteratur
- Untersuchung des historisch-politischen Stellenwerts dieser Gattung
- Werkanalyse unter Anwendung geschichtsdidaktischer Kriterien
- Methodische Ansätze für den Einsatz historischer Texte im Unterricht
- Reflexion der Gegenwartsrelevanz und der Bedeutung für die politische Bildung
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Jugendbuch als Quelle – Kriterien für die Analyse
Wie ich bereits ausführte, sind Remarques und Jüngers Werke als schriftliche Quellen zu verstehen und auch als solche zu analysieren. Rox-Helmer stellt ihr methodisches Konzept – „[e]in Jugendbuch als Quelle“ – vor und versteht Jugendbücher als zu Quellen gewordene Schriften.
Bevor ich allerdings zu den Kriterien zur Analyse komme, halte ich es für ratsam, eine kurze Definition für den Begriff „Quelle“ zu formulieren. Laut Hans-Jürgen Pandel stehe der Begriff „Quelle“ für Texte, die weder von Schulbuchautoren, noch von Geschichtslehrern stammen. Der fachspezifische Quellenbegriff gehe davon aus, dass der Begriff „Quelle“ eine sehr abstrakte Verallgemeinerung ist.
Gerhard Schneider beschreibt die Quellenarbeit als Prozess der „Informationsaneignung durch Lektüre von Texten unter Beachtung vorgegebener erschließender Fragen“.
Um die Textstellen von Remarques „Im Westen nichts Neues“ und Jüngers „In Stahlgewittern“ grob zu analysieren, habe ich mir eine von Michael Sauer erarbeitete Schrittfolge ausgesucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Relevanz historischer Jugendbücher im heutigen Geschichtsunterricht vor und nennt die ausgewählten Primärquellen.
2 Analyse der historischen Jugendliteratur: Dieses Kapitel definiert historische Jugendbücher und klassifiziert sie anhand verschiedener theoretischer Modelle sowie eines historischen Abrisses.
3 Werkanalyse historischer Jugendbücher an Beispielen: Hier werden Kriterien für die Quellenarbeit entwickelt und auf die Werke von Remarque und Jünger angewandt, um deren historische Gehalte zu prüfen.
4 Das Jugendbuch als schriftliche Quelle: Das Kapitel erörtert die didaktische Einbettung, die methodischen Möglichkeiten im Unterricht sowie die langfristige Relevanz für die Gegenwart.
Schlüsselwörter
Geschichtsdidaktik, Historisches Jugendbuch, Schriftliche Quellen, Erster Weltkrieg, Erich Maria Remarque, Ernst Jünger, Unterrichtsmethodik, Quellenarbeit, Gegenwartsrelevanz, Multiperspektivität, Geschichtsbewusstsein, Identifikationsfigur, Weimarer Republik, Urteilsfähigkeit, Politische Bildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Werken, die ursprünglich keine expliziten Jugendbücher sind, aber als solche im Unterricht gelesen werden, um ihre Rolle und Relevanz als historische Quellen im Geschichtsunterricht zu bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretische Einordnung von Jugendliteratur, die methodische Analyse dieser Texte als Quellen sowie deren Bedeutung für das Lernen in der heutigen Zeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist der Nachweis, warum der Einsatz schriftlicher Quellen, auch kontroverser Werke wie die von Jünger oder Remarque, für den Geschichtsunterricht der Gegenwart relevant ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse geschichtsdidaktischer Standardwerke und einer quellenkritischen Analyse der ausgewählten Romane unter Verwendung der Schrittfolge von Michael Sauer.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Gattung, eine konkrete Werkanalyse der beiden ausgewählten Romane sowie eine Diskussion der didaktischen Umsetzung im Klassenzimmer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Geschichtsdidaktik, Quellenarbeit, Historisches Jugendbuch, Multiperspektivität und Urteilsfähigkeit.
Warum spielt die Entstehungsgeschichte der Bücher eine Rolle?
Die Entstehungsgeschichte und die damaligen Reaktionen auf die Werke verdeutlichen Schülern den Kontext, in dem diese Texte entstanden sind, und helfen, die Ideologien der Zeit besser zu verstehen.
Wie unterscheidet sich die Wirkung von Remarques und Jüngers Werk?
Während Remarque den Krieg als sinnlos darstellt und zur Völkerverständigung aufruft, feiert Jünger das Soldatentum als heldenhafte Erfahrung, was für Schüler eine Reflexion über gegensätzliche politische Einstellungen ermöglicht.
- Quote paper
- Robert Griebsch (Author), 2006, Verwendung des historischen Jugendbuches im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156525