Der Roman "Der Tod des Carlos Gardel" von António Lobo Antunes, der 1994 unter dem Originaltitel "A morte de Carlos gardel" veröffentlicht wurde, erzählt die Geschichte Alvaros, der in Benfica, einem Viertel Lissabons, aufwächst und ein großer Bewunderer des tangosängers Carlos Gardel ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Biographie
2. Inhaltsangabe
3. Aufbau des Romans
4. Der Begriff der Tangomanie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Roman „Der Tod des Carlos Gardel“ von António Lobo Antunes auseinander. Ziel ist es, die komplexe narrative Struktur, die zentralen Motive sowie die psychologische Tiefe des Werkes zu analysieren, um das tragische Familienschicksal und die Bedeutung der „Tangomanie“ für den Protagonisten zu durchdringen.
- Biografische Einordnung des Autors António Lobo Antunes
- Detaillierte Inhaltsangabe des Romans
- Analyse des erzählerischen Aufbaus und der Erzählperspektiven
- Interpretation des zentralen Motivs der Tangomanie
- Untersuchung von Verlust, Eifersucht und familiärem Zerfall
Auszug aus dem Buch
4. Der Begriff der Tangomanie
In „Der Tod des Carlos Gardel“ stellt Lobo Antunes die Leidenschaft des Protagonisten Alváro für den Tangosänger Carlos Gardel in den Vordergrund. Im Roman wird sie häufig als Tangomanie bezeichnet.
Bei einer Manie kann es zu Psychosen kommen, die Depersonalisationserscheinungen, Realitätsverkennung sowie ausgesprochenen Mangel an Selbstkritik, Scham und Schuldgefühlen zur Folge haben. Diese Krankheit und seine Liebe zum Tango projektiert Antunes auf seinen Protagonisten.
Der Autor entwickelte diese Idee, nachdem seine Tochter ihm eine Platte des Musikers geschenkt hatte. Er kannte Gardel nur wenig, doch seine Stimme, seine Musik und Texte beeindruckten ihn sofort. Antunes beschloss diese Begeisterung auf Alváro, die Hauptfigur seines Romans zu übertragen.
So sind nicht nur einzelne Kapitel nach Liedern Gardels benannt, sondern auch die Hauptfiguren, wie Alváro, Claudia und Nuno verbinden mit der Musik des Argentiniers Erinnerungen und Gedanken, Träume, Ängste sowie Hoffnungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Biographie: Dieser Abschnitt beleuchtet den Lebensweg von António Lobo Antunes, seine Tätigkeit als Arzt und Schriftsteller sowie die Einflüsse seiner Kriegserfahrungen auf sein literarisches Schaffen.
2. Inhaltsangabe: Hier wird die Geschichte des Protagonisten Alváro sowie die Zerrüttung seiner Familie, insbesondere das tragische Schicksal seines Sohnes Nuno, nachgezeichnet.
3. Aufbau des Romans: Dieses Kapitel analysiert die komplexe, nicht-chronologische Struktur des Werkes, die durch den Wechsel der Erzählperspektiven und fünf an Gardels Lieder angelehnte Kapitel geprägt ist.
4. Der Begriff der Tangomanie: Es wird die pathologische Fixierung Alváros auf Carlos Gardel untersucht, die als Ventil für seine familiären Traumata und als Ausdruck seiner Entfremdung von der Realität dient.
Schlüsselwörter
António Lobo Antunes, Der Tod des Carlos Gardel, Lissabon, Tangomanie, Carlos Gardel, Familiendrama, Verlust, Identitätsverlust, psychologische Analyse, literarische Struktur, Romananalyse, Benfica, Nuno, Alvaro, Tragödie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Roman „Der Tod des Carlos Gardel“ des portugiesischen Autors António Lobo Antunes hinsichtlich seines Inhalts, Aufbaus und seiner zentralen Motive.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Familiengeschichte des Protagonisten Alváro, der Einfluss der Salazar-Diktatur und des Kolonialkrieges auf das Werk sowie das zentrale psychologische Motiv der Tangomanie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Aufarbeitung der komplexen Erzählstruktur und die Verdeutlichung der Verbindung zwischen Musik, Erinnerung und familiärem Zusammenbruch im Roman.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturbasierten Analyse und Textinterpretation des Romans unter Einbeziehung von Sekundärquellen und biografischen Kontexten des Autors.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Zusammenfassung, eine Untersuchung des nicht-linearen Erzählaufbaus sowie eine detaillierte Interpretation des Begriffes der Tangomanie.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Identitätsverlust, Tangomanie, Familiendrama, Carlos Gardel, António Lobo Antunes und psychologische Entfremdung.
Warum wird Nuno im Roman als tragische Figur dargestellt?
Nuno leidet massiv unter der Scheidung der Eltern und deren Vernachlässigung, was ihn letztlich in die Drogensucht und einen frühen Tod treibt, während er vergeblich nach Halt sucht.
Welche Funktion hat die Musik von Carlos Gardel für den Protagonisten Alváro?
Die Musik fungiert als Fluchtpunkt vor der Realität, als Ersatz für eine intakte Vergangenheit und schließlich als Symbol für den Zusammenbruch seiner Scheinwelt.
Welchen Einfluss hat das Fehlen eines allwissenden Erzählers?
Durch den Wegfall eines auktorialen Erzählers ist der Leser stärker gefordert, sich anhand subjektiver Perspektiven der Figuren ein eigenes Bild von den Ereignissen zu machen.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Knoth (Autor:in), 2005, "Der Tod des Carlos Gardel" von Antonio Lobo Antunes. Inhaltsangabe, Aufbau und Phänomen Tangomanie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156478