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Selbstreflexivität in Tarantinos "Inglourious Basterds"

„Es existiert allein auf der Leinwand und im Projektor.“

Title: Selbstreflexivität in Tarantinos "Inglourious Basterds"

Research Paper (undergraduate) , 2010 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts Britta Wehen (Author)

Communications - Movies and Television

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Summary Excerpt Details

The Man And His (Postmodern) Movies:
„Und dann kommt eines Tages eine Supertrash-Variante von einem dirty war movie, in dem Juden nicht Opfer sind, sondern Helden einer blutigen revenge fantasy, in dem die Résistance gewinnt und Hitler, ohne Rücksicht auf historische Fakten, mitsamt seiner widerlichen Entourage – Kaboooom! – in die Luft gesprengt wird.“

Was passiert, wenn sich Quentin Tarantino den Zweiten Weltkrieg und den Nationalsozialismus vornimmt, ist in diesem Zitat prägnant auf den Punkt gebracht: Den Zuschauer erwartet ein ungewöhnliches Kino-Märchen, in dem die Guten Rache an den mordenden Nazis nehmen dürfen, das sich hemmungslos bei cineastischen Vorbildern bedient, unterschiedlichste Genres zu einem neuen Ganzen mischt und die Künstlichkeit des Films niemals verhüllt, sondern sie sogar offen in den Kern der Erzählung rückt: Dem Kino wird dadurch die Chance gegeben, über die historische Wirklichkeit zu triumphieren.
Ein Blick zurück erklärt, dass Quentin Tarantinos Weg fast unweigerlich ins Filmbusiness und zum filmischen Pastiche führen musste – immerhin wurde ihm der filmische Bezug buchstäblich in die Wiege gelegt, ist er doch nach „Quint Asper“, einer Figur aus der TV-Western-Serie „Gunsmoke“, benannt. Als Kind verbrachte er außerdem viel Zeit in so genannten „Grindhouses“, eher schäbigen US-Vorstadtkinos, die für Trash, B-Movies und Exploitationfilme bekannt waren und sich als Referenzpunkte in Tarantinos Filmen niederschlagen sollten. Mit 17 Jahren verließ er die Schule, um Schauspielunterricht zu nehmen und bekam dank seines enormen Filmwissens fünf Jahre später einen Job in den „Video Archives“ in Kalifornien. Hier baute Tarantino seine umfangreichen Kenntnisse über Filme jeglicher Art weiter aus.
Es erscheint daher kaum verwunderlich, dass Tarantino „[…] einfach weg[wirft], was [er] nicht mag, und [behält], was [ihm] gefällt“ und am Ende eine cineastische „Pastetenfüllung“ herauskommt – Tarantino macht das Kino selbst zum Gegenstand seiner Filme und könnte daher als „Meister“ des postmodernen Films angesehen werden. Die postmoderne Filmästhetik umfasst immerhin vier zentrale Merkmale, die auch in Tarantinos Werk eine große Rolle spielen: Intertextualität, Spektakularität und Ästhetisierung, Selbstreferentialität sowie Anti-Konventionalität und dekonstruktive Erzählverfahren.
Inwiefern aber ist Tarantinos neueste cineastische Pastetenfüllung, „Inglourious Basterds“, nicht nur postmodern, sondern auch selbstreflexiv?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: The Man And His (Postmodern) Movies

2. Selbstreflexivität in „Inglourious Basterds“

2.1 „Inglourious Basterds“ – Ein Titel mit (mehr als) doppeltem Boden

2.2 „Ein bisschen Western, ein bisschen dirty war und ganz viel Rache – fertig ist ein Tarantino-Film“

2.3 Dekonstruktionsstrategien

2.4 Der Film im Film

2.5 „Wer bin ich?“ - Das Spiel im Spiel

3. Bruch mit Stereotypen und Kino-Mythen

4. Schlussbemerkung: Selbstreflexivität vs. Selbstreferentialität

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Quentin Tarantinos Film „Inglourious Basterds“ über eine rein postmoderne Ästhetik hinausgeht und gezielt selbstreflexive Mechanismen einsetzt. Dabei wird analysiert, wie der Regisseur durch Dekonstruktion filmischer Konventionen, intertextuelle Verweise und die bewusste Thematisierung des Mediums Film selbst die Wahrnehmung des Zuschauers steuert und den filmischen Illusionismus unterläuft.

  • Analyse der selbstreflexiven Erzählstrukturen in „Inglourious Basterds“.
  • Untersuchung von Dekonstruktionsstrategien und filmischen Anspielungen.
  • Deutung der Funktion des „Films im Film“ als Element der ästhetischen Selbstbespiegelung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Auflösung von Genre-Grenzen und Stereotypen.
  • Abgrenzung der Begriffe Selbstreflexivität und Selbstreferentialität im Werk Tarantinos.

Auszug aus dem Buch

2.2 „Ein bisschen Western, ein bisschen dirty war und ganz viel Rache – fertig ist ein Tarantino-Film“

Die Zahl der filmischen Verweise, Zitate und Variationen in „Inglourious Basterds“ ist vermutlich endlos und könnte für sich genommen ganze Bücher füllen, gilt Tarantino doch als „Archivar […] eines lebenden Museums der amerikanischen, europäischen und asiatischen B-Movies“10. Bei den „Basterds“ füllt Tarantino dieses lebende Museum mit einem Schuss Western, einer Prise Krieg und dem zentralen Rache-Motiv, das sich durch alle seiner Filme zieht. Er selbst sagt über seinen Film: „Es ist mein Haufen-von-Kerlen-mit-einer-Mission-Film. Es ist meine Version von ‚The dirty dozen’, ‚Where eagles dare’ und ‚The Guns of Navarone’.“11

Im Kern des Films steht ein Western, der eng an Sergio Leones Werk angelehnt ist, das Tarantino in jedem seiner Filme mit Anspielungen bedenkt. Doch vielleicht war der Hinweis auf Leone noch nie so deutlich wie in „Inglourious Basterds“, da Tarantino das erste Kapitel mit der Überschrift “Once upon a Time in Nazi-Occupied France” beginnen lässt. Hierbei handelt es sich nicht nur um eine märchenhafte Eingangsformel, sondern auf einen deutlichen Hinweis auf Leones “Once upon a time in the west”. Tarantinos Märchen beginnt folgerichtig mit einer klassischen Western-Szene, in deren Zentrum ein kleiner, einsamer Bauernhof steht, der in raumschaffenden Einstellungen gezeigt wird, die ebenfalls typisch für Leone sind. Zudem gehört diese Szene SS-Oberst Hans Landa, der das absolut Böse und den „Ober-Nazi“ verkörpert und vergleichbar mit der Einführung Franks (Henry Fonda) in „C’era una volta il west“ ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: The Man And His (Postmodern) Movies: Einführung in Tarantinos filmischen Stil sowie die Bedeutung von Intertextualität und Postmoderne für sein Gesamtwerk.

2. Selbstreflexivität in „Inglourious Basterds“: Untersuchung der verschiedenen selbstreflexiven Ebenen, von der Titelgebung über Genre-Dekonstruktion bis hin zum Film-im-Film.

3. Bruch mit Stereotypen und Kino-Mythen: Analyse der inhaltlichen Ebene, auf der Tarantino bekannte filmische Mythen über den Nationalsozialismus dekonstruiert.

4. Schlussbemerkung: Selbstreflexivität vs. Selbstreferentialität: Reflexion über die Unterscheidung zwischen bloßer Selbstreferenz und echter Selbstreflexivität im Schaffen Tarantinos.

Schlüsselwörter

Quentin Tarantino, Inglourious Basterds, Selbstreflexivität, Selbstreferentialität, Postmoderne, Filmästhetik, Dekonstruktion, Genre-Konventionen, Kino-Mythen, Intertextualität, Propagandafilm, Western-Genre, Film-im-Film, Narrative Struktur, Medienkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Quentin Tarantino in seinem Film „Inglourious Basterds“ durch selbstreflexive Erzählweisen und den Bruch mit Genrewissen die Künstlichkeit des Mediums Film offenlegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der postmodernen Filmanalyse, der Dekonstruktion von Kinomythen, der Rolle von Intertextualität und der spezifischen ästhetischen Gestaltung von Rachemotiven.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, inwiefern der Film nicht nur als postmoderner Pastiche funktioniert, sondern als selbstreflexives System, das auf seine eigene Identität als Film aufmerksam macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer filmwissenschaftlichen Analyse, die theoretische Ansätze zur Postmoderne und Selbstreferentialität auf die konkrete Bildsprache und Erzählstruktur des Films anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Strategien der Dekonstruktion, die Inszenierung des „Films im Film“ sowie der gezielte Bruch mit historischen und stereotypen Erwartungen durchgespielt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Selbstreflexivität, Dekonstruktion, Postmoderne, Intertextualität, Kino-Mythen und die ästhetische Selbstbespiegelung.

Inwiefern spielt der „Film im Film“ eine zentrale Rolle?

Er dient dazu, die Wirkung faschistischer Propaganda zu spiegeln, diese aber durch die filmische Umgebung des Kinos und die Reaktionen der Figuren als Konstrukt zu entlarven.

Was unterscheidet Selbstreferentialität von Selbstreflexivität laut der Autorin?

Während Selbstreferentialität ein in sich geschlossenes System bezeichnet, ist ein Film erst dann selbstreflexiv, wenn er seine eigene Identität als Medium thematisiert und offenlegt.

Welche Rolle spielen die Western-Anleihen in einem Kriegsfilm?

Sie dienen der bewussten Unterwanderung von Genre-Konventionen, um den Zweiten Weltkrieg als "Kino-Märchen" neu und unabhängig von starren historischen Darstellungsweisen zu inszenieren.

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Details

Title
Selbstreflexivität in Tarantinos "Inglourious Basterds"
Subtitle
„Es existiert allein auf der Leinwand und im Projektor.“
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Germanistik)
Course
Selbstreflexivität in Literatur und Film
Grade
1,3
Author
Bachelor of Arts Britta Wehen (Author)
Publication Year
2010
Pages
25
Catalog Number
V156468
ISBN (Book)
9783640699476
ISBN (eBook)
9783640699865
Language
German
Tags
Film Kino Nazis Brad Pitt Christoph Waltz Reflexivität Selbstreflexivität Selbstreferentialität Postmodern Rache revenge dirty war dirty dozen Leone Kinogeschichte Zweiter Weltkrieg Juden Italo-Western Märchen Mythos Stereotype Trademarks Quentin Tarantino
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Britta Wehen (Author), 2010, Selbstreflexivität in Tarantinos "Inglourious Basterds", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156468
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