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Das Große Schisma von 1378-1414 und die Rolle des Papstes

Titel: Das Große Schisma von 1378-1414 und die Rolle des Papstes

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2004 , 18 Seiten

Autor:in: MA Guido Maiwald (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird die Bedeutung und Rolle des bzw. der Päpste im abendländischen Schisma (1378-1414) untersucht. Zu Beginn der Analyse werde ich die Ursachen für die Kirchenteilung besonders im Hinblick auf die weltliche Macht des Papstes im 13. und 14. Jh. betrachten. Bei der Schilderung des Kirchenstreits wird der Fokus auf der Rolle und den Handlungen der Päpste, sowie den darauf erfolgenden Reaktionen der jeweiligen kirchlichen und weltlichen Herrscher liegen. Im Resümee wird nicht nur zuvor beschriebenes im Hinblick auf die religiöse und soziale Welt der damaligen Zeit betrachtet, sondern die Bedeutung des Kirchenstreits für die geistige und soziale Entwicklung Europas dargestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Papsttum zur Mitte des 13. Jh.

2. Der Beginn des Schismas

2.1 Benedikt XIII und Gregor XII: Protagonisten des Kirchenstreits

3. Kaiser und Konzil

3.1 Benedikt XIII gerät in Bedrängnis

Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung und die handlungsleitende Rolle der Päpste während des abendländischen Schismas (1378-1414), wobei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen päpstlichem Machtanspruch, kirchenpolitischen Krisen und den Reaktionen weltlicher Herrscher analysiert werden.

  • Die Entwicklung der päpstlichen Macht im 13. und 14. Jahrhundert
  • Die kirchenrechtlichen und ökonomischen Ursachen der Spaltung
  • Die Rolle der Konziliarismus-Theorie bei der Überwindung der Kirchenteilung
  • Das Agieren und die Widerstände der Protagonisten Benedikt XIII und Gregor XII
  • Die Bedeutung der Konzile von Pisa und Konstanz für die Einheit der Kirche

Auszug aus dem Buch

3.1 Benedikt XIII gerät in Bedrängnis

Die politische Situation Benedikts stellte sich vollkommen anders dar als die seiner beiden Gegenpäpste. Unbeeindruckt vom Konstanzer Konzil standen die Reiche Aragon, die Grafschaften Foix und Armagnac, sowie Schottland hinter ihm. Im März 1413 kursierten gar Gerüchte über eine Rückkehr Frankreichs zu seiner Obedienz. Auch Benedikts Pläne in Italien wurden immer konkreter. Ladislaus, König von Neapel hatte, wie zuvor beschrieben, einige Gebietsgewinne gegen Johannes erringen können. Nun strebte der König offenbar eine Allianz mit der Krone von Aragon an und wollte dann auch die Obedienz Benedikts anerkennen. Dieses Bündnis kam hingegen nicht zu Stande. Benedikt ließ sich davon jedoch nicht entmutigen. Zur Krönung Ferdinands von Aragon in Zaragoza am 15. Januar 1414 waren viele der Mächtigen Siziliens geladen und Benedikt hatte ihnen, die eigentlich unter der Obedienz des Johannes standen, die Teilnahme an der Königsliturgie ermöglicht.

Benedikt nutzte offenbar diese Zusammenkunft um Gespräche zu führen die seine Obedienz ausweiten sollten. Am 2. Januar hatte ihm diese die Stadt Cefalu zugesichert, am Februar erklärte der Klerus von Catania seine Gefolgschaft und am 22. März folgte die Terra Massaliae und es folgten weitere. Benedikts Ziel war es, nachdem er nun die wichtigsten Hafenstädte der Insel unter seine Kontrolle gebracht hatte, seine Macht ins Landesinnere auszuweiten und von dort aus nach Rom, falls die Umstände dies erlaubten. Im Frühjahr 1414 schickten Sigismund und Karl VI eine Gesandtschaft nach Spanien an den kastilischen Hof.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung nach der päpstlichen Rolle im Großen Schisma ein und skizziert den methodischen Fokus auf weltliche Machtstrukturen und Reaktionen der Herrscher.

1. Das Papsttum zur Mitte des 13. Jh.: Dieses Kapitel beschreibt den schleichenden Machtverlust des Papsttums, die Spannungen mit dem französischen Königshaus und die zentralistische Finanzpolitik der Kurie in Avignon.

2. Der Beginn des Schismas: Hier wird der Ausbruch der Kirchenspaltung durch die strittige Wahl von 1378 und die daraus resultierende ökonomisch motivierte Spaltung der Christenheit in rivalisierende Obedienzen thematisiert.

2.1 Benedikt XIII und Gregor XII: Protagonisten des Kirchenstreits: Das Kapitel beleuchtet das Scheitern der Einigungsversuche durch Diplomatie und die juristischen Theorien wie das Corpus-Modell und den Konziliarismus.

3. Kaiser und Konzil: Der Fokus liegt auf der Rolle von Kaiser Sigismund, der Einberufung des Konzils von Konstanz und dem Dekret haec sancta zur Wiederherstellung der Einheit.

3.1 Benedikt XIII gerät in Bedrängnis: Diese Sektion analysiert das beharrliche Festhalten Benedikts XIII an seinem Amt trotz diplomatischer Isolation und schwindender Unterstützung.

Resümee: Das Schlusswort bewertet die Auswirkungen des Schismas auf das Verhältnis von Kirche und Welt und diskutiert die Entwicklung hin zu einer profanen Kultur sowie die Schwächung klerikaler Dogmatik.

Schlüsselwörter

Großes Schisma, Papsttum, Avignon, Rom, Konziliarismus, Obedienz, Benefizien, Kirchenspaltung, Benedikt XIII, Gregor XII, Johannes XXIII, Konstanzer Konzil, Kaiser Sigismund, Theokratie, Simonie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Ursachen, den Verlauf und die Überwindung des abendländischen Schismas zwischen 1378 und 1414 mit einem spezifischen Fokus auf die Rolle und das Handeln der beteiligten Päpste.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Machtdynamik zwischen Papsttum und weltlichen Herrschern, der ökonomischen Motivation der Kirchenspaltung durch Benefizien sowie der Entwicklung kirchenrechtlicher Konzepte zur Konfliktlösung.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Bedeutung des Schismas für die geistige und soziale Entwicklung Europas aufzuzeigen und zu analysieren, wie die Päpste durch ihr Handeln die Krise befeuerten oder zu deren Lösung beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die sich auf zeitgenössische Quellen sowie kirchengeschichtliche Fachliteratur stützt, um diplomatische Korrespondenzen und kirchenrechtliche Theorien zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch den Machtverlust des Papsttums, den Ausbruch des Schismas, die Rolle der Protagonisten in Avignon und Rom sowie die wegweisenden Entscheidungen der Konzilien von Pisa und Konstanz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Konziliarismus, Obedienzen, päpstliche Machtansprüche, Simonie, die Rolle von Kaiser Sigismund und die Transformation der kirchlichen Hierarchie.

Wie reagierte Benedikt XIII auf den Druck des Konzils von Konstanz?

Benedikt XIII beharrte lange auf seiner Legitimität und nutzte eine Verzögerungstaktik, bevor er schließlich durch den politischen Druck und den Entzug der Obedienz durch seine Anhänger und Ferdinand von Aragon isoliert und abgesetzt wurde.

Welche Rolle spielten die Benefizien bei der Spaltung der Kirche?

Die ökonomische Existenzsicherung von Geistlichen war eng an die Benefizienvergabe geknüpft; dies führte dazu, dass sich Kleriker primär derjenigen Obedienz unterordneten, die ihre Pfründe garantierte, anstatt die Einheit der Kirche in den Vordergrund zu stellen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Große Schisma von 1378-1414 und die Rolle des Papstes
Autor
MA Guido Maiwald (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V156425
ISBN (eBook)
9783640686223
ISBN (Buch)
9783640686230
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schisma Kirche Mittelalter Kirchenstreit Philipp Gregor Nogaret Benedikt Clemens Avignon Ottomanen Papst Kurie Rom
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
MA Guido Maiwald (Autor:in), 2004, Das Große Schisma von 1378-1414 und die Rolle des Papstes, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156425
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Leseprobe aus  18  Seiten
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