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Zur Shop-Startseite › Didaktik - Germanistik

Literatur sehen und hören

Zur Mehrdimensionalität literarästhetischer Erfahrungsräume im Deutschunterricht

Titel: Literatur sehen und hören

Examensarbeit , 2010 , 67 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Maria Brückner (Autor:in)

Didaktik - Germanistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bereits 1975 stellte der deutsche Pädagoge HARTMUT VON HENTIG fest, dass Kindheit zu einer „Fernsehkindheit“1 geworden sei.
Diese Aussage skizziert die soziokulturelle, gesellschaftliche und individuelle Perspektive der Medialisierung, unter welcher man die zunehmende Durchdringung der Lebenswelt mittels visueller, audiovisueller und anderer spezifischer Medien versteht.2 Die prägende Kraft von Medien ist dabei elementarer Einfluss- und Triebfaktor. Im Zuge der medialen Entwicklungen ist das Aufwachsen in einer Multimedia-Umwelt für die heutigen Jugendlichen zu einer Selbstverständlichkeit geworden.3 Medien dienen den Jugendlichen unter anderem zur „Information, Orientierung, Lebensbewältigung [...] und Identitätsbildung“4. Jederzeit verfügbar wirken die medialen Angebote sozialisierend, sinnprägend und präferenzbildend auf die Heranwachsenden.
[...]

Literatur sehen ...

Unter dieser Thematik erfolgt die Betrachtung der ,Literaturverfilmung’ als potentielle literarästhetische Erfahrungsquelle bezüglich einer erweiterten Medienorientierung im Deutschunterricht.42 Thematisch leitende Bestandteile bilden eine grundlegende Begriffsbestimmung, die Herausstellung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zum Text bzw. Buch hinsichtlich rezeptionsspezifischen und strukturellen Aspekten als auch die konkrete Aufzeigung unterrichtlicher Leistungsfähigkeit und Funktionalität.

(Audio)visuelle43 Literaturadaptionen bilden eine Entwicklungslinie in der Geschichte des Films. Sie sind beinahe genauso alt wie dieser und das Kino. So lassen sich beispielsweise bereits 1896 Filmmotive von Luis Lumiere nach Goethes Faust auf der Leinwand wieder finden.

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Anlass und Ablauf der Arbeit

2 Problemaufriss

2.1 Kulturpessimismus

2.2 Standortbestimmung des Deutschunterrichts

2.2.1 Deutschunterricht und mediale Wirklichkeit

3 Literatur sehen

3.1 Begriffsbestimmung

3.1.1 Zur Begriffsproblematik

3.1.2 Spezifika

3.2 Film und Buch – Sehen und Lesen

3.2.1 Zur Rezeption von ,Verfilmungen’

3.2.1.1 Rezeption im medialen Verbund

3.3 Deutschunterricht und ,Verfilmung’

3.3.1 Zur Stellung der ,Verfilmung’ im Lehrplan

3.3.2 Die ,Verfilmung’ in der Praxis

3.3.2.1 Konkrete unterrichtliche Realisierungsmöglichkeiten

3.3.3 Ein Exkurs zur Qualitätsfrage

4 Literatur hören

4.1 Zur Begriffsbestimmung

4.1.1 Eine Standortbestimmung

4.1.2 Spezifika

4.2 Hörbuch und Buch – Hören und Lesen

4.2.1 Zur Rezeption von Hörbüchern

4.3 Deutschunterricht und Hörbuch

4.3.1 Zur Stellung des Hörbuches im Lehrplan

4.3.2 Das Hörbuch in der Praxis

4.3.2.1 Anforderungen an den Hörer

4.3.2.2 Konkrete unterrichtliche Realisierungsmöglichkeiten

4.3.3 Ein Exkurs zur Qualitätsfrage

5 Mehrdimensionale Erweiterungsansprüche

5.1 Zur Negation kulturpessimistischer Tendenzen

5.1.1 Ergänzung statt Verdrängung

5.1.2 Leselust

5.2 Erweiterung des Textbegriffes

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Literaturverfilmungen und Hörbücher als Medienverbünde in den Deutschunterricht integriert werden können, um eine zeitgemäße, medienoffene und schülerorientierte Bildung zu fördern. Das Ziel ist es, die kulturpessimistische Sichtweise der Verdrängung des Buches zu entkräften und stattdessen eine mehrdimensionale Erweiterung der literarästhetischen Erfahrungsräume aufzuzeigen.

  • Analyse der kulturpessimistischen Diskussion um neue Medien und Lesekultur.
  • Untersuchung von Literaturverfilmungen als transformatives und bereicherndes Element.
  • Betrachtung des Hörbuchs als akustisches Medium zur Literaturbegegnung.
  • Herausarbeitung methodischer Umsetzungsmöglichkeiten im Deutschunterricht.
  • Reflexion über die Erweiterung des Text- und Lesebegriffs im medialen Kontext.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Zur Begriffsproblematik

Wie bereits an den unterschiedlichen Begriffsverwendungen und der optisch gekennzeichneten Begleitung des Wortes ,Literaturverfilmung’ mittels Anführungszeichen zu bemerken war, existiert eine Problematik hinsichtlich des zu verwendenden Terminus und seiner Semantik.

Folgt man den Ausführungen KNUT HICKETHIERS, ist der Begriff ,Literaturverfilmung’ unglücklich gewählt, „weil er von seiner Semantik her bereits die Verformung, die Deformation der Literatur als ein literarisches, letztlich nur sprachlich existentes Kunstwerk im Zugriff durch den Film impliziert“54. Diese Degradierung des literarischen Originals durch den Film entspricht natürlich nicht dem traditionellen Verständnis, welches auf der Überzeugung beruht, dass das alte Medium Literatur dem neuen Medium Film als etwas „qualitativ anderes, Besseres gegenüberstehe“55. Eine diesem Verständnis entgegen kommende Deutung des Begriffes findet sich auf reziproke Weise, indem man die kulturelle Bewertung des Begriffes sichtet. So geht man davon aus, dass der Terminus ,Literaturverfilmung’ der Literatur eine höhere Wertigkeit als dem Film zuspricht.56 Dies beinhaltet, dass von einem primären Text ausgegangen wird, welcher folglich zu einem sekundären, dem Film führt. ,Literaturverfilmung’ wird somit zur „Kunst aus zweiter Hand“57.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Anlass und Ablauf der Arbeit: Einführung in die Medialisierung der Lebenswelt und die Bedeutung von Medienverbünden für den Deutschunterricht.

2 Problemaufriss: Darstellung der kulturpessimistischen Kritik an neuen Medien und der daraus resultierenden Herausforderungen für den traditionellen Deutschunterricht.

3 Literatur sehen: Untersuchung der Literaturverfilmung als mehrdimensionale Erfahrungsquelle, inklusive Rezeptionsanalysen und Möglichkeiten der unterrichtlichen Umsetzung.

4 Literatur hören: Analyse des Hörbuchs als akustisches Medium, dessen Besonderheiten bei der Rezeption und dessen Potential für den Unterricht.

5 Mehrdimensionale Erweiterungsansprüche: Zusammenfassung der Argumente für eine medienintegrative Unterrichtspraxis und die notwendige Erweiterung des Textbegriffs.

6 Schlussbetrachtung: Resümee der Ergebnisse und Bestätigung des Potentials für eine qualitative Erweiterung des deutschunterrichtlichen Gegenstandsfeldes.

Schlüsselwörter

Deutschunterricht, Medienverbund, Literaturverfilmung, Hörbuch, Medienpädagogik, Lesekompetenz, Literaturadaption, Medienintegration, Filmdidaktik, Mehrdimensionalität, Literaturdidaktik, Kulturpessimismus, Rezeption, Schülermotivation, Textbegriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potential von Literaturverfilmungen und Hörbüchern, den traditionell buchfixierten Deutschunterricht zu erweitern und attraktiver für Jugendliche zu gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die mediale Durchdringung der Lebenswelt, die didaktische Einbindung von Film und Hörbuch sowie die Auseinandersetzung mit kulturpessimistischen Verdrängungsthesen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Literaturverfilmung und Hörbuch als gleichberechtigte, bereichernde Elemente im Deutschunterricht zu legitimieren und eine positive Perspektive für ein medienoffenes Fach zu zeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine deduktive und analysierende Annäherungsweise, bei der theoretische Grundlagen und Forschungsergebnisse mit unterrichtspraktischen Fragestellungen verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Begriffsbestimmungen, rezeptionsspezifische Besonderheiten, die Einbettung in Lehrpläne und konkrete unterrichtliche Realisierungsmöglichkeiten für die Medien Film und Hörbuch detailliert erarbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienverbund, Literaturdidaktik, Mehrdimensionalität und medienintegrativer Deutschunterricht charakterisiert.

Wie wird das Verhältnis von Buch und neuen Medien bewertet?

Die Arbeit negiert die Verdrängungsthese und plädiert stattdessen für eine Verschiebung und Ergänzung, in der Medienverbünde einen bereichernden Dialog zwischen Printmedien, Film und Hörbuch ermöglichen.

Welche Anforderungen stellt der Hörbucheinsatz an den Unterricht?

Der Hörbucheinsatz erfordert gezielte Maßnahmen zur Hörschulung, um die Konzentrationsfähigkeit der Schüler zu fördern und aus passivem Konsum ein bewusstes, produktives Erleben zu machen.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Literatur sehen und hören
Untertitel
Zur Mehrdimensionalität literarästhetischer Erfahrungsräume im Deutschunterricht
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Germanistik)
Note
2,0
Autor
Maria Brückner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
67
Katalognummer
V156412
ISBN (Buch)
9783640697014
ISBN (eBook)
9783640697342
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verfilmung Hörbuch Adaption erweiterter Textbegriff medienintegrativer Deutschunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maria Brückner (Autor:in), 2010, Literatur sehen und hören, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156412
Blick ins Buch
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