Albrecht von Wallenstein ist eine faszinierende Persönlichkeit in der Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. Die Quellenlage zu seiner Person und seinem Wirken ist sehr spärlich und teilweiße widersprüchlich. Deshalb erscheint es schwer eine eindeutige Aussage über die Gründe seiner Ermordung zu finden. Man kann nur Schlussfolgerungen aus seinen Taten und den Reaktionen seiner Offiziere und des Kaisers ziehen. Im Folgenden wird versucht, anhand der Verwendung verschiedener Quellen die möglichen Ursachen für seinen Tod darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
2 WALLENSTEINS ZWEITES GENERALAT
2.1 DIE VERHANDLUNGEN MIT DEM KAISER
2.2 KRITIK AN WALLENSTEIN 1633
2.3 DAS ERSTE UND DAS ZWEITE PILSENER REVERS
3 DER TOD WALLENSTEINS
3.1 DIE FLUCHT NACH EGER
3.2 DAS ATTENTAT
3.3 DIE WERTUNG DES MORDES
4 ZUSAMMENFASSUNG
5 BIBLIOGRAPHIE
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die komplexen Hintergründe und Ursachen für die Ermordung von Albrecht von Wallenstein während des Dreißigjährigen Krieges unter Analyse der spärlichen und teils widersprüchlichen Quellenlage.
- Die diplomatischen Spannungen zwischen Wallenstein und Kaiser Ferdinand II.
- Die Auswirkungen der militärischen Strategie und Friedensverhandlungen auf das Vertrauensverhältnis zum Wiener Hof.
- Der Verlauf der Verschwörung, die Flucht nach Eger und die Durchführung des Attentats.
- Die juristische und politische Rechtfertigung des Mordes durch den Kaiserhof und die Rolle der „deputierten Räte“.
Auszug aus dem Buch
3.2 Das Attentat
Am Abend des 25.Februars werden Illow, Trčka und Kinsky ins Schloss geladen von Butler, Gordon und Leslie, um den Treueid angeblich zu feiern. Die Anhänger Wallensteins ahnen auch keinen Hinterhalt und gehen darauf ein. Unterdessen haben die drei Briten alle Vorbereitungen getroffen. Sie schaffen heimlich drei Gruppen von Soldaten, geführt von Iren, Schotten und Engländern, ins Schloss. Sie stellen ihnen gewogene Wachen in der ganzen Stadt auf, dass keiner mehr aus seinen Häusern soll. Außerdem gibt es Wachen am Stadttor, die nur Verschwörer durchlassen, die das geänderte Passwort kennen.
Im Schloss treffen Illow, Trčka, Kinsky und Neumann, Wallensteins Sekretär und Rittmeister, gegen sechs Uhr abends ein. Sie sind guter Laune und unbeschwert. Sie setzten sich an den gedeckten Tisch nahe der Küche und legen ihre Waffen ab. Die drei Diener tragen gerade das Dessert auf, als zu den beiden Türen im Zimmer die Soldatentrupps einstürmen. Der Anführer des achtköpfigen Trupps, der aus der Küche kommt, Robert Geraldin, schreit: „Vivat keiser ferdinand!“25. Als Antwort schreit ihm der Anführer des zweiten 17-köpfigen Trupps, der von draußen kommt, Walter Deveroux, entgegen: „Und das ganze haus Österreich!“26. Gleichzeitig springen Butler, Gordon und Leslie auf und fallen mit den Degen über die vier Gäste her. Illow, Kinsky und Neumann werden sofort getötet. Trčka kann noch bis an das Schlosstor fliehen. Dort wird er von der Wache aufgehalten und fleht mit „quartier“ um Gnade. Sie fragen ihm nach dem Passwort, worauf Trčka das des Friedländers antwortet. Der Wächter dreht sich zu ihm und sagt: „ Das gilt nichts mehr, ´das Haus Österreich` ist das Wort!“27. Die Wachen stechen sofort auf ihn ein. Trčka ist Tod. Neben den vier Anhängern Wallensteins, werden auch die drei Diener getötet, die ihre Herren beschützen wollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung umreißt die faszinierende historische Persönlichkeit Wallensteins und die Schwierigkeiten der Quellenlage bei der Analyse seiner Ermordung.
2 WALLENSTEINS ZWEITES GENERALAT: Dieses Kapitel behandelt die Rückkehr Wallensteins in kaiserliche Dienste, seine Forderungen, die zunehmenden Spannungen mit dem Wiener Hof sowie die diplomatischen Verhandlungen.
3 DER TOD WALLENSTEINS: Dieses Kapitel schildert die Flucht nach Eger, die detaillierte Planung und Durchführung des Attentats sowie die nachträgliche rechtliche Bewertung durch den Kaiser.
4 ZUSAMMENFASSUNG: Hier werden die wesentlichen Erkenntnisse über Wallensteins Motive, seine Ambitionen bezüglich eines Reichsfriedens und die Gründe für seinen gewaltsamen Tod zusammengefasst.
5 BIBLIOGRAPHIE: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Albrecht von Wallenstein, Dreißigjähriger Krieg, Kaiser Ferdinand II., Eger, Attentat, Generalcapo, Reichsacht, Pilsener Revers, Politik, Militärgeschichte, Friedensverhandlungen, Verschwörung, Habsburger Monarchie, Hofintrigen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Persönlichkeit Albrecht von Wallenstein und den Hintergründen seiner Ermordung im Jahr 1634.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Machtverhältnisse im Dreißigjährigen Krieg, die Beziehung zwischen Wallenstein und Kaiser Ferdinand II. sowie die politischen Intrigen am Wiener Hof.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die möglichen Ursachen für den gewaltsamen Tod Wallensteins anhand der vorhandenen, teils widersprüchlichen Quellen darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer historischen Quellenanalyse und dem Abgleich verschiedener historischer Berichte und Dokumente der damaligen Zeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Wallensteins zweites Generalat, die zunehmende Entfremdung vom Kaiser, die Rolle der kaiserlichen Räte und den Ablauf des Attentats in Eger.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wallenstein, Kaiser Ferdinand II., Dreißigjähriger Krieg, Reichsrebellion und politisches Attentat.
Welche Rolle spielten die Offiziere bei der Verschwörung?
Engste Vertraute wie Piccolomini, Gallas und Aldringen wechselten auf die Seite des Kaisers und wurden zu den Hauptverschwörern gegen ihren früheren General.
Wie versuchte der Wiener Hof den Mord rechtlich zu legitimieren?
Der Hof stützte sich auf die Bezeichnung Wallensteins als „notorischen Reichsrebellen“, was nach damaligem Rechtsverständnis ein Verfahren überflüssig machte und das gewaltsame Vorgehen rechtfertigte.
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- Doreen Bärwolf (Author), 2004, Warum musste Wallenstein sterben? – Ereignisse von 1633 bis zum Tag seiner Ermordung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156408