Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung zum Thema ...................................... 3
2. Die Begriffsproblematik ................................... 4
2.1. Der Spielmann ....................................... 4
2.2. Die Spielmannsdichtung .............................. 6
2.3. Merkmale ............................................ 7
2.3.1. Die Sprache ................................ 7
2.3.2. Erzählweise und Struktur ................... 8
2.3.3. Der Verfasser .............................. 8
2.3.4. Motive und Quellen ......................... 9
2.4. Kritische Prüfung der Aspekte ....................... 10
3. Zum Spielmannsepos „Orendel“ .............................. 12
3.1. Kritik am „Orendel“ – Rezension der Forschung ....... 17
4. Lösungsmöglichkeiten und Alternativen innerhalb der Begriffsproblematik .......................................... 18
1. Hinführung zum Thema
Der Ausdruck Spielmannsdichtung oder Spielmannsepik ist die traditionelle Bezeichnung für eine kleine Gruppe mittelalterlicher Erzähldichtungen. Dazu gehören ,Herzog Ernst’, ,König Rother’, ,Salman und Morolf’, ,St. Oswald’ und der in dieser Arbeit noch zu untersuchende ,Orendel’. Mit dem Begriff der Spielmannsdichtung sind viele, noch offene Fragen in der Forschung verbunden. Dies begründet sich in der umstrittenen Frage nach der Korrektheit des Terminus. Er wird als unzutreffend für die fünf genannten Werke empfunden. Die Gattungsbezeichnung, ihr Stellenwert und die damit verbundene Legitimation des Begriffes werden in Frage gestellt.
In dieser Arbeit gilt es, gefestigte Forschungsmeinungen bezüglich dieser Problematik darzustellen. Dabei erfolgt eine Darstellung wesentlicher Ergebnisse innerhalb der Forschung, welche im Anschluss zum Teil kritisch betrachtet und widerlegt werden. Fragen zur Legitimation und Korrektheit des Terminus finden eine Antwort. Das komplexe Feld des Begriffes wird aufgezeigt. Erläuterte Aspekte und Ansätze werden im weiteren Verlauf der Arbeit am Beispiel des ,Orendel’ veranschaulicht und hinterfragt. Ziel dieser Analyse ist die Positionierung des Werkes innerhalb der erläuterten Problematik. Mögliche Lösungsansätze bzw. Alternativen werden im letzten Kapitel dargestellt. Dieses ist als zusammenfassendes und bewertendes Resümee zu verstehen. [...]
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. Hinführung zum Thema
2. Die Begriffsproblematik
2.1. Der Spielmann
2.2. Die Spielmannsdichtung
2.3. Merkmale
2.3.1. Die Sprache
2.3.2. Erzählweise und Struktur
2.3.3. Der Verfasser
2.3.4. Motive und Quellen
2.4. Kritische Prüfung der Aspekte
3. Zum Spielmannsepos ,Orendel’
3.1. Kritik am ,Orendel’ – Rezension der Forschung
4. Lösungsmöglichkeiten und Alternativen innerhalb der Begriffsproblematik
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die wissenschaftliche Legitimation des Gattungsbegriffs "Spielmannsepik" und hinterfragt dessen Anwendung auf eine spezifische Gruppe mittelalterlicher Erzähldichtungen, wobei das Werk "Orendel" als zentrales Fallbeispiel dient.
- Kritische Analyse der Forschungsgeschichte zum Begriff Spielmannsdichtung
- Untersuchung der typischen Merkmale wie Brautwerbung, Legendenbildung und Kreuzzugsthematik
- Bewertung der Rolle des Spielmanns als vermeintlicher Autor oder Vermittler
- Positionierung des Epos "Orendel" im Kontext der Gattungsdiskussion
- Entwicklung von Perspektiven für eine präzisere literaturwissenschaftliche Kategorisierung
Auszug aus dem Buch
Die Legende
Um der religiösen Intention der Erzählung nachzukommen, wurde das Epos an die Tradition des Legendenromans angeschlossen, welche sich um die Auffindung von Christus- Reliquien gebildet hatte. Der Verfasser „versucht den Reliquienbericht vom ,Heiligen Rock’ ins zeitgenössische Schema des Legendenromans zu kleiden“. Dies geschieht durch Hinzufügung einiger Textpartien und neu gestalteter Motivgruppen.
Orendels Schwertleite und sein anschließendes Gebet zu Maria (vgl. Vers 185-192) sind legendarische Elemente. Die Motive des Schiffbruches und Aufenthaltes bei dem Fischer Ise sind Bestandteile der Legende des Appolloniusromans. Ebenso sind in den beiden Heidenkerkersituationen (vgl. Vers 810-811 und Vers 2392-2393) legendarische Momente zu erkennen. Denn dort, und in der Situation als Bride von Minold geschlagen wird so daz ir daz rode blude uber den lip zu dale ran (Vers3295-3296), ist deutlich das christliche Martermotiv erkennbar. Orendels und Brides Martyrium ist in Bezug zur Marter Christis zu setzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel erläutert die Problematik der traditionellen Gattungsbezeichnung und definiert das Ziel, den Forschungsstand kritisch zu hinterfragen.
2. Die Begriffsproblematik: Hier werden die historischen Vorstellungen vom Spielmann sowie die künstlich konstruierten Merkmale der Spielmannsdichtung ausführlich auf ihre wissenschaftliche Haltbarkeit geprüft.
3. Zum Spielmannsepos ,Orendel’: Das Werk wird anhand der zuvor erarbeiteten Kriterien analysiert und im Kontext seiner Funktion als Reliquienpropaganda betrachtet.
4. Lösungsmöglichkeiten und Alternativen innerhalb der Begriffsproblematik: Abschließend werden Ansätze zur Relativierung des Begriffs diskutiert und die Einzigartigkeit der Werke gegenüber starren Gattungskategorien hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Spielmannsepik, Orendel, Mittelalter, Literaturwissenschaft, Gattungstheorie, Brautwerbung, Legendenroman, Reliquienkult, Spielmann, Textgenese, mittelalterliche Epik, Motivik, Propaganda, Forschungsgeschichte, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung des Gattungsbegriffs "Spielmannsepik" und dessen Anwendbarkeit auf mittelalterliche Texte wie das Epos "Orendel".
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Fragen der Verfasserschaft, die Rekonstruktion gattungsspezifischer Merkmale und die historische Funktion dieser Dichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Legitimation des Begriffs "Spielmannsdichtung" zu prüfen, da dieser in der Forschung zunehmend als unzutreffend für die betroffenen Werke empfunden wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturhistorische Analyse, die bestehende Forschungsergebnisse zusammenführt, kritisch hinterfragt und am Beispiel von "Orendel" verifiziert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsdiskussion, die Untersuchung von Merkmalen wie Sprache und Struktur sowie eine konkrete Fallstudie zum Werk "Orendel".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Spielmannsepik, Orendel, Gattungsproblematik, Mittelalter, Reliquienkult und Propagandafunktion.
Warum wird "Orendel" als Fallbeispiel gewählt?
Das Werk eignet sich besonders gut, da es als Paradebeispiel für die Vermischung heterogener Erzählstoffe dient und die Problematik der Gattungszuordnung deutlich macht.
Welche Bedeutung hat der „Heilige Rock“ für das Epos?
Der Heilige Rock fungiert als zentrales Reliquienthema, das zur Legitimierung der Trierer Reliquie und als propagandistisches Element im Text genutzt wird.
Können Spielleute als Verfasser nachgewiesen werden?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass es keine zeitgenössischen Belege für eine spielmännische Verfasserschaft gibt und der Begriff eher eine Konstruktion der 19. Jahrhunderts ist.
Was schlägt die Autorin als Alternative vor?
Es wird angeregt, von starren Gattungskategorien Abstand zu nehmen und die Einzigartigkeit der jeweiligen Werke anzuerkennen, statt sie in künstliche Schubladen zu pressen.
- Quote paper
- Maria Brückner (Author), 2007, Die Spielmannsepik: Eine Untersuchung zur Legitimation des Begriffes im literarischen Kontext und am Beispiel des "Orendel", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156407