Wohnimmobilien, im Sinne einer Kapitalanlage, stehen mit festverzinslichen Wertpapieren, Aktien und Kapitallebensversicherungen im Konkurrenzkampf um die Gunst privater Investoren. Die wichtigsten Kriterien dieser Investoren sind Rentabilität, Sicherheit und Fungibilität. Hierbei ist die Rentabilität meist als wichtigster Entscheidungsfaktor anzusehen, womit die Wohnimmobilie, aufgrund der aktuellen Steuerersparnis gegenüber den anderen Anlagevehikeln, wesentlich hervorsticht. Ungeachtet der oftmals als Investitionshemmnis beurteilten Auslegung der deutschen Mietgesetzgebung und –rechtsprechung investieren private Anleger große Vermögensanteile in Wohnimmobilien. Das führt zu der Fragestellung ob sich Investitionen in den eigen finanzierten Wohnungsbau auszahlen und auf welche Arten man sein Kapital in die Anlageklasse der Immobilien, speziell der Wohnimmobilien, investieren kann.
An diese Problematik anknüpfend sollen im Rahmen dieser Seminararbeit die Grundzüge des deutschen Wohnimmobilienmarkts vorgestellt und verschiedene Möglichkeiten der Investition in die Anlageklasse der Immobilien gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Theoretische Grundlagen der Immobilienökonomie
2.1 Begriffserklärung der Immobilie als Wirtschaftsgut
2.2 Eigenschaften von Wohnimmobilien
2.3 Grundzüge des Immobilienmarktes
2.4 Besonderheiten des deutschen Wohnimmobilienmarktes
3 Immobilien als Anlageprodukte
3.1 Immobilienanlagen privater Investoren
3.2 Motive für private Immobilieninvestitionen
4 Beteiligungsformen privater Immobilieninvestments
4.1 Anlagespektrum privater Investoren
4.2 Direkte Immobilienanlagen
4.3 Indirekte Immobilienanlagen
4.3.1 Geschlossene Immobilienfonds
4.3.2 Offene Immobilienfonds
4.3.3 Immobilien-Aktiengesellschaften
5 Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle von Wohnimmobilien als Kapitalanlage für Privatinvestoren unter Berücksichtigung der aktuellen Marktbedingungen in Deutschland und analysiert verschiedene direkte sowie indirekte Beteiligungsformen.
- Grundlagen der Immobilienökonomie und spezifische Eigenschaften von Wohnimmobilien.
- Analyse der Beweggründe privater Investoren für ein Engagement in Immobilien.
- Gegenüberstellung von direkten Immobilieninvestitionen und indirekten Anlageformen.
- Bewertung des deutschen Wohnimmobilienmarktes vor dem Hintergrund demografischer Trends.
- Risiko-Rendite-Profil von Immobilien als stabilisierendes Element im Portfolio.
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffserklärung der Immobilie als Wirtschaftsgut
Der Begriff „Immobilie“ ist in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen nicht einheitlich definiert. Man unterscheidet dabei in ingenieurswissenschaftliche (physische), rechtliche und ökonomische Definitionen. Ein Mitbegründer der Immobilieninvestment-Theorie, James A. Graaskamp (1972), definiert den investitionstheoretischen Immobilienbegriff sehr anschaulich:
Ein Neandertaler rollte einst einen Fels vor den Eingang seiner Höhle und schuf eine Immobilie, indem er neben dem leeren Raum zusätzliche, in der Natur nicht vorhandene Güter, wie Wärme, Sicherheit oder Exklusivität, bereitstellte. Damit vereinte er erfolgreich Land (eine begrenzte natürliche Ressource) mit der künstlichen Schöpfung (dem Fels – der ersten massiven Tür), um das bislang unbekannte Bedürfnis nach Raum-Konsum zu befriedigen. […] Eine Immobilie ist demnach ein Produkt künstlich abgegrenzten Raums mit einer institutionellen Zeitdimension (Quadratmeter pro Jahr, Raum pro Nacht, Höhle pro Mondperiode) konzipiert, um die Gesellschaft mit der natürlichen Ressource Grund und Boden zu verbinden. ( S. 513)
Die wesentlichen Inhalte des Immobilienbegriffs sind damit: Der abgetrennte Raum, die Erstellung eines Nutzens in diesem Raum und die zeitliche Einteilung der Nutzung des Raumes. Somit ergibt sich der wirtschaftliche Charakter der Immobilie aus der Nutzung, nicht aus der Produktion. Der Wert bestimmt sich durch die Nachfrage der Marktteilnehmer. Die Ökonomie stellt zwei Ansichten: Auf der einen Seite kann man die Immobilie als Kapitalanlage bzw. Sachvermögen sehen, auf der anderen Seite jedoch auch als Produktionsfaktor (Gondring, 2009, S. 16).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Wohnimmobilien als Kapitalanlage ein und definiert die Forschungsfrage sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 Theoretische Grundlagen der Immobilienökonomie: Das Kapitel erläutert den ökonomischen Immobilienbegriff, die spezifischen Eigenschaften von Wohnimmobilien und die Grundstrukturen sowie Zyklizitäten des deutschen Immobilienmarktes.
3 Immobilien als Anlageprodukte: Hier wird das Investitionsverhalten privater Anleger analysiert und die zentralen Motive, wie Krisenresistenz und Inflationsschutz, für Immobilieninvestitionen herausgearbeitet.
4 Beteiligungsformen privater Immobilieninvestments: Dieses Kapitel vergleicht direkte Immobilieninvestitionen mit verschiedenen indirekten Formen wie Fonds und Immobilien-Aktiengesellschaften hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile.
5 Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick: Das Fazit bewertet die aktuelle Marktlage und prognostiziert unter Einbeziehung demografischer Entwicklungen die künftige Rolle von Wohnimmobilien.
Schlüsselwörter
Wohnimmobilien, Kapitalanlage, Privatinvestoren, Immobilienmarkt, Rentabilität, Immobilienfonds, Immobilien-Aktiengesellschaften, Direktinvestition, Inflationsschutz, Krisenresistenz, Immobilienökonomie, Rendite, Volatilität, Demografie, Portfolio.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle von Wohnimmobilien als attraktive Kapitalanlageform für private Investoren im deutschen Marktkontext.
Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Immobilienökonomie, den Investitionsmotiven privater Anleger und dem Vergleich verschiedener Beteiligungsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, ob sich Investitionen in Wohnimmobilien für Privatanleger auszahlen und welche unterschiedlichen Investitionswege zur Verfügung stehen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse, der Einordnung immobilienökonomischer Begriffe und der systematischen Betrachtung des deutschen Marktes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Marktgrundlagen, eine Analyse der Motive privater Investoren sowie eine detaillierte Erläuterung direkter und indirekter Beteiligungswege.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wohnimmobilien, Kapitalanlage, private Investoren, Immobilienfonds, Rendite und Immobilienmarkt.
Inwiefern beeinflusst die Demografie die Attraktivität von Wohnimmobilien?
Die Arbeit weist darauf hin, dass eine schrumpfende Bevölkerung als Herausforderung gilt, wobei jedoch veränderte Haushaltsstrukturen (z.B. Zunahme von Single-Haushalten) neue Nachfragemuster schaffen.
Warum gelten Immobilien laut Arbeit als "krisenresistent"?
Immobilien haben sich in historischen Krisenzeiten, wie dem Börsencrash 1987 oder nach dem 11. September 2001, als stabilere Anlageklasse im Vergleich zu volatilen Aktienmärkten erwiesen.
Welchen Unterschied macht die Arbeit zwischen direkten und indirekten Investitionen?
Direkte Investitionen bieten dem Anleger volle Kontrolle bei höherem Verwaltungsaufwand, während indirekte Anlagen wie Fonds höhere Fungibilität und niedrigere Einstiegshürden ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Iwan Iwanow (Autor:in), 2009, Darstellung und kritische Analyse von Wohnimmobilien für Privatinvestoren, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156310