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Illegitime Fürstenkinder in den europäischen Dynastien der frühen Neuzeit am Beispiel von Moritz von Sachsen (1696-1750)

Title: Illegitime Fürstenkinder in den europäischen  Dynastien der frühen Neuzeit am Beispiel von Moritz von Sachsen (1696-1750)

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Valentina Slaveva (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Summary Excerpt Details

„Bankerte“, „Bastarde“, oder „mit defectus natalium Behaftete“, sind einige der Bezeichnungen, die für die illegitim Geborenen in der Vormoderne geläufig waren. Dieser offensichtlichen Ausgrenzung der Unehelichen wurde erst in der Gegenwart mit der Verabschiedung des Nichtehelichengesetzes vom 19.8.1969, das die Gleichstellung der unehelichen und ehelichen Kinder regelte, ein Ende gesetzt.
Die Illegitimität als Thema fand allerdings in der Geschichtsschreibung und in der Forschung lange Zeit wenig Beachtung, was zur Folge hatte, dass sie weitgehend ein unerforschtes Gebiet geblieben ist. In historischer Hinsicht ist sie jedoch ein weit gefächertes Thema und kann aus verschiedenen Perspektiven aufgerollt werden – in ihrem theoretisch-rechtlichen Rahmen als Entwicklungsprozess in der Geschichte, aber auch als soziales Phänomen, das in allen gesellschaftlichen Schichten Verbreitung fand. Der Aspekt Illegitimität innerhalb einer sozialen Gruppe könnte allerdings ein weiteres Thema für die historische Untersuchung darstellen.
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich ausschließlich mit einer bestimmten Personengruppe, nämlich mit den illegitimen Fürstenkindern in den europäischen Dynastien der Frühen Neuzeit, wobei als Beispiel einer der unehelichen Söhne Augusts des Starken, Moritz von Sachsen (1696-1750), dienen soll. Für diesen Zweck wird zunächst das Wort Illegitimität als Oberbegriff der Unehelichkeit erklärt und in ihrem Forschungsrahmen dargestellt. In einem nächsten Schritt werden die adligen Bastarde historisch und kulturell als „Mischlingsfiguren“ spezifiziert. Des Weiteren werden nach einer kurzen biographischen Darstellung von Moritz von Sachsen die zentralen Fragen dieser Untersuchung dargelegt, nämlich die Stellung innerhalb der Dynastie und der soziale Status am Hof der illegitimen Adligen im Allgemeinen und in Bezug auf Moritz von Sachsen, sowie die Legitimation und ihre Folgen und Auswirkungen auf sein Leben und gesellschaftliche Stellung. Ein weiteres wichtiges Thema dieser Arbeit betrifft die Einsatzbereiche und die Aufstiegchancen, die Moritz als legitimierter Fürstensohn hatte, sowie die Frage, inwieweit er diese nutzen konnte, um seine politischen Ambitionen zu verwirklichen. Schließlich wird anhand einer zeitgenossischen Quelle der Frage nachgegangen, wie ein Mann wie Moritz von Sachsen – von vornehmer, aber dennoch illegitimer Herkunft, von seiner Mitwelt tradiert und rezipiert wurde.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Illegitimität als Begriff und in der Forschung

II. „'Bastarde' als Chiffre für Illegitimität und Hybridität“

III. Moritz von Sachsen – königlicher Bastard und Militärgenie

3.1. Biographische Daten

3.2. Stellung innerhalb der Dynastie und sozialer Status am Hof

3.2.1. Illegitime als „soziales Phänomen zur höfischen Welt“

3.2.2. Sozialer Status des jungen Moritz vor und nach seiner Legitimierung

3.2.3. Stellung an dem sächsisch-polnischen und dem französischen Hof

3.3. Einsatzbereiche und Aufstiegchancen

3.4. Politische Bestrebungen – der Traum um Thron und Krone

VI. Zeitgenössische Rezeption

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebens- und Karrierebedingungen illegitimer Fürstenkinder in der Frühen Neuzeit am Beispiel von Moritz von Sachsen. Dabei wird insbesondere analysiert, wie diese Personengruppe ihre soziale Stellung am Hof definierte, welche Rolle die Legitimierung für ihr Fortkommen spielte und inwiefern der persönliche Ehrgeiz zur Kompensation der unehelichen Herkunft genutzt wurde.

  • Die gesellschaftliche und rechtliche Einordnung von Illegitimität in der Vormoderne
  • Die Rolle von Moritz von Sachsen als „Mischlingsfigur“ zwischen Dynastie und Hof
  • Militärische Karriere und politischer Aufstieg als Strategien zur Statussicherung
  • Loyalitätskonflikte zwischen dynastischen Interessen und individueller Selbstverwirklichung
  • Die zeitgenössische Wahrnehmung und Darstellung von Bastarden in Leichenreden

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Illegitime als „soziales Phänomen zur höfischen Welt“

In der Literatur wird die frühneuzeitliche Dynastie „als eine hochadlig-fürstliche Familie […], die die Herrschaft über ein monarchistisch regiertes Territorium erblich besitzt“ definiert, in der „das Familieninteresse dem des Einzelnen übergeordnet“ ist. Des Weiteren wird innerhalb der Dynastie das Thronfolge-Recht durch die Einführung der Primogenitur festgelegt, was auf ihre „legitimatorische und kontinuitätsstiftende Funktion“ hinweist.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Stellung und der Rolle eines unehelichen Fürstensohnes wie Moritz, ohne jegliches Thronfolge-Recht innerhalb des Familienverbandes. Wie passt jemand wie er, dessen vornehme, aber illegitime Herkunft ihn zugleich zum Angehörigen und Außenseiter macht, in diese dynastische Ordnung und am Hof hinein?

In der historischen Forschung wird die Präsenz der adligen Bastarde am Hof im Allgemeinen als „ein weit verbreitetes, zahlenmässig bedeutendes und europäisches Phänomen, […] das unmittelbar mit dem Selbstverständnis des Adels und dessen höfischen Formationen und Territorialherrschaften in Beziehung steht“ bezeichnet. Des Weiteren wird auf ein anderes Phänomen in den europäischen Adelshäusern der Vormoderne hingewiesen, nämlich die überaus hohe Anzahl der illegitimen Kinder innerhalb des Familienverbandes, die oft jene der Legitimen überstieg. Gern zitierte Beispiele aus dem Mittelalter sind Heinrich I. von England mit 20, Philipp den Guten von Burgund mit 26 oder Johann von Cleve sogar mit 63 Bastarden, wobei zu betonen ist, dass sich diese Tendenz weiter in der frühen Neuzeit fortsetzte – man denke nur an die mehreren unehelichen Kinder Ludwigs XIV.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Illegitimität, skizziert den Forschungsstand und führt die Person Moritz von Sachsen als zentrales Fallbeispiel ein.

I. Illegitimität als Begriff und in der Forschung: Dieses Kapitel erläutert die rechtsgeschichtliche Einordnung unehelicher Geborener und diskutiert die neuere Forschung, die das Bild einer stigmatisierten Randgruppe kritisch hinterfragt.

II. „'Bastarde' als Chiffre für Illegitimität und Hybridität“: Hier wird der theoretische Rahmen für die „Mischlingsfigur“ des Bastards als kultureller Menschentyp zwischen Mobilität und Prekarität abgesteckt.

III. Moritz von Sachsen – königlicher Bastard und Militärgenie: Dieses Kapitel bietet eine biographische Übersicht, beleuchtet seine Stellung im Familienverband, seine militärische Karriere und seine gescheiterten politischen Ambitionen.

VI. Zeitgenössische Rezeption: Diese Analyse untersucht anhand einer Leichenrede, wie Moritz von Sachsen von seinen Zeitgenossen als Held wahrgenommen wurde und wie dabei seine Herkunft medial verhandelt wurde.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Moritz trotz seines beispiellosen militärischen Aufstiegs keine Souveränität erlangen konnte und seine Stellung stets von seiner Anerkennung und seinem Verhältnis zur Dynastie abhing.

Schlüsselwörter

Moritz von Sachsen, Illegitimität, Bastard, Frühe Neuzeit, Dynastie, Hofleben, Militärgeschichte, Legitimierung, Sozialer Status, August der Starke, Identität, Diplomatie, Frankreich, Leichenrede, Aufstieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Lebensumstände, Karrieremöglichkeiten und die gesellschaftliche Position unehelicher Fürstenkinder in der Frühen Neuzeit am Beispiel des Moritz von Sachsen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die rechtliche und soziale Definition von Illegitimität, die Rolle des Adels, militärische Laufbahnen im 18. Jahrhundert sowie die politische Instrumentalisierung von Familienmitgliedern.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wie ein illegitimer Fürstensohn durch militärische Leistungen versuchte, den Mangel an dynastischem Erbrecht auszugleichen und eine Etablierung am Hof zu erreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, insbesondere der Auswertung von Biographien sowie einer zeitgenössischen Leichenrede, um das Bild des Protagonisten zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in biographische Stationen, die Analyse der sozialen Stellung innerhalb der Familie sowie die Untersuchung von Karrierewegen und politischen Bestrebungen des Grafen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Illegitimität, Mischlingsfigur, dynastische Loyalität, militärische Karriere, politischer Ehrgeiz und Repräsentation.

Welche Rolle spielte die Legitimierung für Moritz von Sachsen konkret?

Die Legitimierung hob seinen Status als „Graf von Sachsen“ auf, sicherte ihm finanzielle Apanagen und erlaubte ihm erst den offiziellen Zugang zu höheren militärischen Ämtern.

Warum konnte Moritz von Sachsen sein Ziel, eine Krone zu erlangen, nicht erreichen?

Trotz militärischer Erfolge scheiterten seine Bestrebungen (etwa in Kurland oder Tobago) am Widerstand europäischer Mächte und an der mangelnden Akzeptanz seiner illegitimen Herkunft als Souverän.

Wie wurde Moritz von Sachsen in zeitgenössischen Leichenreden dargestellt?

Er wurde vor allem als „siegreicher Held“ und treuer General-Marschall der französischen Krone gefeiert, während seine illegitime Abstammung in diesem rituellen Kontext bewusst ausgeklammert wurde.

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Details

Title
Illegitime Fürstenkinder in den europäischen Dynastien der frühen Neuzeit am Beispiel von Moritz von Sachsen (1696-1750)
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Historisches Seminar)
Course
Europäische Dynastien in der Frühen Neuzeit
Grade
2,0
Author
Valentina Slaveva (Author)
Publication Year
2010
Pages
24
Catalog Number
V156198
ISBN (eBook)
9783640691357
ISBN (Book)
9783640691548
Language
German
Tags
Illegitime Fürstenkinder Dynastien Neuzeit Beispiel Moritz Sachsen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Valentina Slaveva (Author), 2010, Illegitime Fürstenkinder in den europäischen Dynastien der frühen Neuzeit am Beispiel von Moritz von Sachsen (1696-1750), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156198
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