Der rohstoffarme Produktionsstandort Deutschland kann sich aufgrund hoher Produktstückkosten nicht über Kostenführerschaft auf den Märkten differenzieren , die Globalisierung fordert zusätzlich ein hohes Maß an Innovationskraft und Reformbereitschaft. Das Humankapital, also Wissen, Fähigkeiten und Kreativität der Mitarbeiter eines Unternehmens, rückt so in zunehmendem Maße als Leistungs-reserve zur Stabilisierung und zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit in den Blickpunkt der Unternehmen , die organisierte Intelligenz und die wirtschaftliche Kreativität werden zu den wichtigsten Produktionsfaktoren. Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) setzt an dieser Stelle im Rahmen des Wissens-managements als wissens- und kreativitätsförderndes Instrument an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung ins Thema
1.1 Wissensmanagement und BVW
1.2 BVW in Deutschland – Eine Erfolgsgeschichte
1.3 Verbesserungsvorschläge (VV)
2. Rahmenbedingungen der Betrachtung
2.1 Innovationstrichter nach Dunphy
2.2 Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg
2.3 Zusammenfassung der Rahmenbedingungen
2.4 Ziel der Arbeit
3. Untersuchungsdimensionen
3.1 Unternehmensorganisation
3.1.1 Zentrales System
3.1.2 Dezentrales System
3.2 Entlohnung
3.2.1 Individuelle Wirksamkeit von monetären Anreizen
3.2.2 Wahrnehmung von Fairness
3.2.3 Wechselwirkung von materiellen und immateriellen Anreizen
3.3 Führungsqualität
3.3.1 Definition und Entwicklung des Führungsbegriffes
3.3.2 Führung und BVW
4. Methodisches Vorgehen
4.1 Fallstudie als Untersuchungsart in der qualitativen Sozialforschung
4.2 Projektdesign
4.3 Fragenkatalog
5. BVW bei der Heidelberger Druckmaschinen AG
5.1 Unternehmensdarstellung
5.2 BVW in Zahlen
5.3 Aufbau- und Ablauforganisation des BVW
5.4 Prämierung
6. BVW bei der Corus Aluminium Walzprodukte GmbH
6.1 Unternehmensdarstellung
6.2 BVW in Zahlen
6.3 Aufbau- und Ablauforganisation des BVW
6.4 Prämierung
6.5 Zusammenfassende Übersicht der Unternehmen
7. Hypothesenauswertung
7.1 Arbeitshypothese I
7.1.1 Zentrales versus dezentrales System
7.1.2 Bearbeitungszeit im zentralen System
7.1.3 Vertrauen in die Organisation
7.2 Arbeitshypothese II
7.2.1 Generelle Wirkung materieller Anreize
7.2.2 Individuelle Wirksamkeit von monetären Anreizen
7.2.3 Wahrnehmung von Fairness
7.2.4 Wechselwirkung von materiellen und immateriellen Anreizen
7.3 Arbeitshypothese III
7.3.1 Prinzip der Transparenz (Information und Kommunikation)
7.3.2 Prinzip der konstruktiven Rückmeldung
7.3.3 Prinzip der fachlichen und sozialen Einbindung
7.3.4 Prinzip der optimalen Stimulation durch Zielvereinbarung
7.3.5 Prinzip des guten Vorbildes der FK (menschlich und fachlich)
8. Fazit
8.1 Das BVW als Anreizsystem im Kontext von Herzberg
8.2 Veränderungs- und Gestaltungsmöglichkeiten
8.3 Vertrauen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit zielt darauf ab, die zentralen Einflussfaktoren für eine effiziente Gestaltung des Betrieblichen Vorschlagswesens (BVW) zu identifizieren. Durch die Verknüpfung theoretischer Ansätze mit einer empirischen Fallstudienanalyse wird untersucht, wie organisatorische Strukturen, Entlohnungsmodelle und Führungsqualität die Beteiligungsquote der Mitarbeitenden beeinflussen.
- Analyse des BVW als Instrument des Wissensmanagements
- Evaluierung von Anreizsystemen und deren Wirkung auf Innovationsbereitschaft
- Untersuchung von Organisationsformen (zentral vs. dezentral) im BVW
- Rolle der Führungskräfte bei der Motivation von Mitarbeitenden
- Fallstudienbasierte Erhebung in zwei produzierenden Unternehmen
Auszug aus dem Buch
1. Einführung ins Thema
Der rohstoffarme Produktionsstandort Deutschland kann sich aufgrund hoher Produktstückkosten nicht über Kostenführerschaft auf den Märkten differenzieren, die Globalisierung fordert zusätzlich ein hohes Maß an Innovationskraft und Reformbereitschaft. Das Humankapital, also Wissen, Fähigkeiten und Kreativität der Mitarbeiter eines Unternehmens, rückt so in zunehmendem Maße als Leistungsreserve zur Stabilisierung und zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit in den Blickpunkt der Unternehmen, die organisierte Intelligenz und die wirtschaftliche Kreativität werden zu den wichtigsten Produktionsfaktoren. Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) setzt an dieser Stelle im Rahmen des Wissensmanagements als wissens- und kreativitätsförderndes Instrument an.
Wissen tritt im Unternehmen in zwei verschiedenen Zuständen auf: - als explizites, codiertes Wissen (explicit knowledge), z.B. in Arbeits- und Verfahrensanweisungen, in Büchern, als E-Mail, in Datenbanken, im Intranet, - als implizites, stilles Wissen (tacit knowledge) in den Köpfen der Mitarbeiter.
Allgemein kommt dem Wissensmanagement die Aufgabe zu, das Wissen innerhalb der Organisation zusammenzuführen, dass hieraus neue Erkenntnisse gewonnen werden. Dieser Prozess der Wissensgenerierung, der hauptsächlich auf der Transformation von implizitem zu explizitem Wissen beruht, wird das BVW unterstützt. Durch die Codierung von tacit knowledge bei der Einreichung und späteren Umsetzung eines Verbesserungsvorschlags steht das vorher nur implizite Wissen allen Mitarbeitern zur Verfügung. Das BVW ruft jedoch nicht nur vorhandenes individuelles Wissen ab, es erschließt auch Kreativitätsreserven, was seine Bedeutung als Innovationsinstrument betont.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung ins Thema: Einordnung des BVW als zentrales Instrument des Wissensmanagements und Abgrenzung von explizitem und implizitem Wissen.
2. Rahmenbedingungen der Betrachtung: Theoretische Herleitung der Untersuchungskriterien anhand des Innovationstrichters von Dunphy und der Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg.
3. Untersuchungsdimensionen: Detaillierte Analyse der Dimensionen Unternehmensorganisation, Entlohnung und Führungsqualität als Einflussfaktoren auf das BVW.
4. Methodisches Vorgehen: Begründung der Wahl der qualitativen Fallstudie zur empirischen Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5. BVW bei der Heidelberger Druckmaschinen AG: Unternehmensvorstellung sowie Analyse der BVW-Strukturen, Kennzahlen und Prämiensysteme bei HD.
6. BVW bei der Corus Aluminium Walzprodukte GmbH: Untersuchung der spezifischen BVW-Ausgestaltung und der KVP-Integration bei der CAWG.
7. Hypothesenauswertung: Überprüfung der aufgestellten Arbeitshypothesen anhand der erhobenen Interviewdaten aus den beiden Fallstudien.
8. Fazit: Kritische Reflexion der Ergebnisse bezüglich der Anwendbarkeit der Herzberg-Theorie und Ausblick auf zukünftige Gestaltungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Betriebliches Vorschlagswesen, Wissensmanagement, Innovationsmanagement, Mitarbeitermotivation, Entlohnungssysteme, Organisationsformen, Führungsqualität, qualitative Sozialforschung, Verbesserungsvorschlag, KVP, Anreizsysteme, Organisationsentwicklung, Unternehmenskultur, Wissensgenerierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die zentralen Einflussfaktoren, die die Beteiligung von Mitarbeitenden am Betrieblichen Vorschlagswesen (BVW) fördern oder hemmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen Unternehmensorganisation, Entlohnungsmodellen und der Qualität der Führung im Kontext der Innovationsförderung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es, Faktoren für eine effiziente Gestaltung des BVW zu identifizieren, um eine höhere Beteiligungsquote der Mitarbeitenden zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf Experteninterviews und Fallstudien in zwei produzierenden Unternehmen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Fundierung, der Vorstellung der Fallstudienunternehmen (HD und CAWG) sowie der systematischen Auswertung von Hypothesen zu Organisation, Entlohnung und Führung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Betriebliches Vorschlagswesen, Wissensmanagement, Anreizsysteme, KVP und Mitarbeitermotivation.
Warum spielt "Vertrauen" eine so große Rolle in der Untersuchung?
Die Fallstudien zeigten, dass neben materiellen Anreizen ein "Vertrauensklima" entscheidend ist, um Komplexität zu reduzieren und die notwendige Sicherheit für kreative Beiträge zu schaffen.
Welchen Einfluss haben materielle Anreize auf das BVW?
Materielle Anreize wirken primär als Hygienefaktor; sie erhöhen die Teilnahme, können aber bei mangelnder Transparenz oder Fairness zu Demotivation führen.
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- Britta Reiter (Author), 2002, Zentrale Einflussfaktoren des Betrieblichen Vorschlagswesens, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156120