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Gerechtigkeit, Gegenfinanzierung und Verwaltungskosten im System des bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland

Titel: Gerechtigkeit, Gegenfinanzierung und Verwaltungskosten im System des bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland

Seminararbeit , 2010 , 15 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Ing. Roberto Grebarsche (Autor:in)

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das bedingungslose Grundeinkommen, das jedem Bürger ohne Bedürftigkeitsprüfung und
Gegenleistung zusteht, das, je nach Modell, die klassischen Sozialtransferleistungen eines
Staates ersetzt oder ergänzt, ist seit vielen Jahren auch in Deutschland viel diskutiert und
heftig umstritten.
Keine Einigkeit kann darüber erlangt werden, ob ein Einkommen ohne Gegenleistung eher
gut oder eher schlecht für Deutschland ist.
Egal ob Befürworter oder Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens, es bleibt ein
Modell, in das zwar die Erfahrungen einiger weniger Länder einfließen, die bereits ein
Grundeinkommen eingeführt haben, das aber keine letzte Gewissheit über die tatsächliche
Entwicklung verschaffen kann.
In dieser Hausarbeit wird einleitend der Frage nachgegangen, ob ein bedingungsloses
Grundeinkommen in Deutschland als gerecht oder ungerecht betrachtet werden kann.
Um dieser Frage näher nachzugehen, werden zunächst die Gerechtigkeitsgrundsätze des John
Rawls vorgestellt, und anschließend das vorherrschende System und das des
Grundeinkommens, unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit, betrachtet.
Die Kernfrage dieser Arbeit ist jedoch, inwieweit ein bedingungsloses Grundeinkommen
finanzierbar ist. Dieser Frage kann im Rahmen dieser Hausarbeit nicht detailliert
nachgegangen werden, da sehr viele Möglichkeiten und Vorschläge für die Finanzierung
eines Grundeinkommens existieren.
Deshalb wird eine Form der Finanzierung genauer betrachtet, die, egal welches
Finanzierungsmodell auch gewählt wird, in jedem Fall zum Einsatz kommt.
Die Finanzierung eines Grundeinkommens durch eine Gegenfinanzierung mit bereits
gezahlten Leistungen.
Abschließend wird beispielhaft der Kostenpunkt der Verwaltungsgebühren untersucht, um die
Frage zu klären, ob und weshalb es zu einer Minimierung der Verwaltungsgebühren kommt
und welche Probleme, trotz der Minimierung, auftreten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gerechtigkeit im bedingungslosen Grundeinkommen

2.1 John Rawls´ Grundsätze der Gerechtigkeit

2.2 Gerechtigkeit im vorherrschenden System und dem des bedingungslosen Grundeinkommens

3. Die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens

3.1 Das Prinzip der Gegenfinanzierung

3.2 Die Entwicklung der Verwaltungskosten

4. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Hausarbeit untersucht die Gerechtigkeit des bedingungslosen Grundeinkommens unter Anwendung der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls. Das primäre Ziel ist es, die finanzielle Realisierbarkeit durch Mechanismen der Gegenfinanzierung und die Auswirkungen auf die Verwaltungskosten kritisch zu analysieren.

  • Analyse der Gerechtigkeitsgrundsätze nach John Rawls
  • Vergleich des bestehenden Sozialsystems mit einem Grundeinkommensmodell
  • Untersuchung des Prinzips der Gegenfinanzierung
  • Bewertung der potenziellen Reduzierung von Verwaltungskosten

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Prinzip der Gegenfinanzierung

Wie im ersten Beispiel angesprochen, kann man nun behaupten, dass durch die Zahlung eines bedingungslosen Grundeinkommens die Besserverdiener mehr aufbringen müssen als die Arbeitslosen. Damit kommt es zu einer Besserstellung der Armen und einer Schlechterstellung der reichen Bevölkerungsschichten.

In dem Werk von Yannick Vanderborght und Philippe van Parijs „Grundeinkommen für alle?“ Sprechen die Autoren bei dieser Unterstellung von einem Missverständnis und nehmen von dieser Behauptung Abstand. Nur, weil Besserverdiener und Arbeitslose gleichermaßen Anspruch auf ein bedingungsloses Grundeinkommen haben, muss dies nicht bedeuten, dass die reicheren Bevölkerungsschichten dadurch noch reicher werden oder dass sie einen großen Teil des Grundeinkommens der ärmeren Schichten mitfinanzieren. Es steht oftmals das Verständnis im Vordergrund, dass das Grundeinkommen zusätzlich zu den bereits bestehenden Steuer- und Transfersystemen ausgezahlt wird.

„... zumeist jedoch ist ein allgemeines Grundeinkommen nicht als bloße Zusatzleistung zu diesen Programmen vorgesehen. Vielfach wird davon ausgegangen, dass mit der Einführung des Grundeinkommens verschiedene, bereits bestehende und an Bedingungen geknüpfte Transferleistungen zu Gunsten der Grundeinkommenshöhe reduziert werden ( und solche abgeschafft werden, die über ein geringeres Leistungsniveau verfügen). Außerdem würden bestimmte Steuerbefreiungen bzw. Steuernachlässe für alle Steuerpflichtigen, wohlhabenden oder weniger wohlhabenden Haushalte, die auf mehr oder weniger komplizierten Maßnahmen, wie etwa dem Ehegattensplitting beruhen, abgeschafft.“

Solange sein Leistungsniveau relativ niedrig ist, wird infolgedessen das Grundeinkommen der Ärmeren zum Teil durch die Kürzung bestehender Leistungen finanziert, wohingegen das der oberen Einkommensschichten durch die Streichung der Steuergeschenke...“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland ein und formuliert das Ziel der Untersuchung hinsichtlich Gerechtigkeit und Finanzierbarkeit.

2. Gerechtigkeit im bedingungslosen Grundeinkommen: Dieses Kapitel verknüpft die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und bewertet die Notwendigkeit eines Grundeinkommens.

3. Die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens: Hier werden die ökonomischen Konzepte der Gegenfinanzierung sowie die Auswirkungen auf die Verwaltungseffizienz detailliert analysiert.

4. Resümee: Das Resümee fasst die Argumente zusammen und kommt zu dem Schluss, dass ein gerechteres System durch ein Grundeinkommen möglich und realisierbar erscheint.

Schlüsselwörter

Bedingungsloses Grundeinkommen, Gerechtigkeit, John Rawls, Finanzierung, Gegenfinanzierung, Verwaltungskosten, Sozialstaat, Umverteilung, Soziale Gerechtigkeit, ALG II, Transferleistungen, Entbürokratisierung, Leistungsprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gerechtigkeit und finanzielle Umsetzbarkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens im deutschen Sozialsystem.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf Gerechtigkeitstheorien, Finanzierungsmodellen und der Effizienz der Verwaltung bei der Einführung eines Grundeinkommens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen als gerecht betrachtet werden kann und wie es finanziell durch Gegenfinanzierung tragfähig gestaltet werden könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, basierend auf den Gerechtigkeitsgrundsätzen von John Rawls und existierenden finanzwissenschaftlichen Konzepten aus der Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Anwendung von Rawls' Gerechtigkeitstheorie auf das aktuelle System sowie mit Mechanismen der Gegenfinanzierung und der Reduzierung von Verwaltungskosten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören bedingungsloses Grundeinkommen, soziale Gerechtigkeit, Gegenfinanzierung und Entbürokratisierung.

Warum wird John Rawls in dieser Arbeit als Referenz herangezogen?

John Rawls' Theorie dient als ethischer Maßstab, um zu bewerten, ob das aktuelle Sozialsystem und der Vorschlag des Grundeinkommens den Prinzipien von Freiheit und Chancengleichheit gerecht werden.

Welche Rolle spielen die Verwaltungskosten bei der Einführung?

Die Arbeit argumentiert, dass durch die Automatisierung und den Wegfall von Einzelfallprüfungen signifikante Verwaltungskosten eingespart werden können, was die Finanzierung des Grundeinkommens unterstützen könnte.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gerechtigkeit, Gegenfinanzierung und Verwaltungskosten im System des bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Philosophie)
Veranstaltung
Wirtschaftsethik
Note
2.0
Autor
Ing. Roberto Grebarsche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V155884
ISBN (eBook)
9783640688159
ISBN (Buch)
9783640688265
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedingungsloses Grundeinkommen Rawls John Rawls Gerechtigkeit Hartz 4 ALG II Gegenfinanzierung Verwaltungskosten Grebarsche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ing. Roberto Grebarsche (Autor:in), 2010, Gerechtigkeit, Gegenfinanzierung und Verwaltungskosten im System des bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/155884
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Leseprobe aus  15  Seiten
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