Angststörungen gehören mit 15,4% der Erkrankten zu den häufigsten psychischen Erkrankungen unter Erwachsenen in Deutschland. Jedes Jahr sind im Durchschnitt 9,8 Millionen Menschen betroffen. 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Angststörung, dabei erkranken Frauen deutlich häufiger als Männer. Doch nicht nur das individuelle Leid der Betroffenen stellt ohne Behandlung ein großes Problem dar, auch die Kosten für das Gesundheitssystem steigen stetig. Europaweit belaufen sich die Kosten jährlich auf ca. 63 Milliarden Euro. Durch die hohe Prävalenz zählt die Angststörung zu der viertteuersten psychischen Erkrankung. Bei den Angststörungen steht die wahrgenommene Angst objektiv in keinem Verhältnis mit der tatsächlichen Gefahr. Somit treten in verschiedenen Situationen oder bei bestimmten Objekten nicht nur psychische, sondern vor allem auch starke körperliche Reaktionen auf. Menschen die an einer Angststörung leiden meiden immer mehr angstauslösende Situationen, was sich schnell in einem sozialen Rückzug bemerkbar macht.
In dieser Hausarbeit wird die Agoraphobie (Platzangst) thematisiert. Zu Beginn werden allgemeine Grundkenntnisse über Angststörungen genannt, um einen groben Überblick über die Thematik zu bekommen. Im zweiten Teil werden theoretische Hintergründe, sowie Theorien zur Entstehung beschrieben. Hierbei finden sich verschiedene Erklärungsmodelle wieder. Des Weiteren folgt der Theorie-Praxis Transfer. Dort wird ein fiktives Beispiel einer Agoraphobie Patientin erläutert und die theoretischen Erklärungsansätze werden daraufhin angewendet. Zum Schluss des Transfers werden Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt. In dieser Hausarbeit steht dabei die kognitive Verhaltenstherapie im Vordergrund. Auch der Vorgang innerhalb der Therapie, in Bezug auf das fiktive Beispiel, wird beschrieben. Ein anschließendes Fazit und ein kurzer Ausblick schließen das Thema der Hausarbeit final ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Angststörungen
2.1 Grundkenntnisse
2.2 Theoretische Hintergründe zur Entstehung
3 Theorie-Praxis-Transfer
3.1 Fiktives Fallbeispiel
3.2 Anwendung der theoretischen Erklärungsansätze
4 Kognitive Verhaltenstherapie
4.1 Vorgehen innerhalb der Therapie
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Störungsbild der Agoraphobie und analysiert dessen Entstehung sowie Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie. Ziel ist es, durch die Verknüpfung theoretischer Erklärungsmodelle mit einem fiktiven Fallbeispiel ein fundiertes Verständnis für die Mechanismen der Angstentstehung und -aufrechterhaltung zu vermitteln.
- Grundlagen und Symptomatik von Angststörungen
- Theoretische Ursachenmodelle der Angststörung
- Anwendung des Zwei-Faktoren-Modells am Beispiel der Agoraphobie
- Mechanismen der klassischen und operanten Konditionierung
- Kognitive Verhaltenstherapie als Interventionsmethode
Auszug aus dem Buch
3.1 Fiktives Fallbeispiel
Lisa G. ist 27 Jahre alt und verheiratet. Sie arbeitet als Krankenschwester in einem Krankenhaus auf der Kinderstation. Da in letzter Zeit ein großer Personalmangel auf der Station herrscht, nimmt auch der Stress bei Lisa zu. Zudem kommt ein bevorstehender Umzug mit ihrem Lebenspartner hinzu. Bei einem Streit im Möbelhaus konfrontiert ihr Verlobter sie mit vielen Vorwürfen und Situationen, die ihm in letzter Zeit nicht gefallen. Auch auf der Autofahrt nach Hause nimmt der Streit nicht ab und Lisa hat das Gefühl von ihrem Verlobten nicht verstanden zu werden. Ein paar Tage nach diesem Vorfall merkt Lisa, dass sie nicht mehr entspannt Auto fahren oder einkaufen gehen kann. Auf dem Weg zur Arbeit bekommt Lisa in der U-Bahn eine heftige Panikattacke. Sie kämpft mit heftiger Übelkeit, Atemnot und zittert am ganzen Körper. Daraufhin verlässt sie fluchtartig die U-Bahn und die Symptome nehmen nach etwa 15 Minuten wieder ab. Seitdem meidet sie jegliche öffentliche Verkehrsmittel. Da Lisas Vermeidungsverhalten immer weiter wächst und die Panikattacken und Ängste sich auf immer mehr Situationen ausbreiten, holt sich Lisa professionelle Hilfe.
Später erzählt Lisa ihrer Psychotherapeutin, dass sie als Kind sehr unter der Trennung ihrer Eltern gelitten hat. Nach dem Auszug ihrer großen Schwester fühlte sie sich oft alleine und bekam sehr viel Streit mit. Seitdem hat sie mit Verlustängsten zu kämpfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die hohe Prävalenz von Angststörungen in Deutschland ein und definiert den thematischen Fokus auf die Agoraphobie sowie das Ziel des Theorie-Praxis-Transfers.
2 Angststörungen: Dieses Kapitel vermittelt grundlegende Definitionen, erläutert die körperlichen Symptome und beschreibt biologische sowie psychologische Theorien zur Entstehung von Angst.
3 Theorie-Praxis-Transfer: Anhand eines fiktiven Fallbeispiels werden theoretische Erklärungsansätze wie die Konditionierungstheorien auf die spezifische Problematik der Agoraphobie übertragen.
4 Kognitive Verhaltenstherapie: Es erfolgt eine Darstellung der kognitiven Verhaltenstherapie als Therapiemethode, wobei insbesondere der Prozess der Konfrontations- bzw. Expositionstherapie zentral behandelt wird.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Wichtigkeit einer frühzeitigen therapeutischen Intervention für den weiteren Krankheitsverlauf.
Schlüsselwörter
Angststörung, Agoraphobie, Panikattacke, Theorie-Praxis-Transfer, Kognitive Verhaltenstherapie, Expositionstherapie, Klassische Konditionierung, Operante Konditionierung, Angst vor der Angst, Vermeidungsverhalten, Psychoedukation, Psychologie, Angstregulation, Katastrophengedanken, Angstzentrum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit behandelt die Symptomatik, die Entstehungsursachen und die kognitive verhaltenstherapeutische Behandlung der Angststörung Agoraphobie.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die klinische Psychologie von Angststörungen, lernpsychologische Erklärungsmodelle wie das Zwei-Faktoren-Modell und moderne psychotherapeutische Interventionsformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Theorie-Praxis-Transfer aufzuzeigen, indem die theoretischen Grundlagen der Angstentstehung auf den konkreten Fall einer an Agoraphobie leidenden Patientin angewendet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur Fundierung theoretischer Aspekte sowie eine Fallstudienanalyse (fiktives Fallbeispiel), um therapeutische Prozesse wie die Expositionstherapie zu verdeutlichen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Angstmechanismen, Lerntheorie), die Fallbeschreibung und die detaillierte Darstellung des verhaltenstherapeutischen Vorgehens in der Behandlung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Agoraphobie, Expositionstherapie, operative Konditionierung und Angststörung charakterisiert.
Warum spielt das "Zwei-Faktoren-Modell" im Fall von Lisa G. eine Rolle?
Das Modell erklärt, wie die Ängste durch klassische Konditionierung entstanden sind und durch das Vermeidungsverhalten (operante Konditionierung) sowie das Verhalten des Umfeldes aufrechterhalten wurden.
Welchen Stellenwert nimmt die Psychoedukation ein?
Sie bildet den notwendigen Grundbaustein am Anfang der Therapie, um der Patientin Wissen über die Entstehung und Aufrechterhaltung ihrer Störung zu vermitteln und so die Basis für aktive Mitarbeit zu schaffen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Theorie-Praxis-Transfer. Angststörungen und kognitive Verhaltenstherapie am Beispiel der Agoraphobie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1557298