Die Europäische Union (EU) wurde einst von sechs europäischen Staaten1 aufgrund der schrecklichen Erlebnisse des zweiten Weltkriegs gegründet. Mit diesem Staatenverbund sollte die Sicherheit Europas gewährleistet und ein neuer Krieg zwischen den früheren Gegnern verhindert werden. Mittlerweile kann die EU 27 Mitgliedsländer verzeichnen und ein Ende der Erweiterungen ist derzeit nicht absehbar. Denn weitere drei Kandidaten haben ein Beitrittsgesuch eingereicht: Kroatien, Mazedonien und die Türkei.
Die folgende Arbeit macht es sich zur Aufgabe, das Für und Wider eines möglichen Türkeibeitritts zu beleuchten und mögliche Konsequenzen einer solchen Erweiterung darzulegen. Denn vor allem in Bezug auf einen Türkei-Beitritt herrscht große Uneinigkeit innerhalb der EU: Wo endet Europa und wo zieht die EU die Grenze zu Asien? Kann die Türkei, die zu einem Großteil auf dem asiatischen Kontinent beheimatet ist, überhaupt in die Europäische Gemeinschaft (EG) aufgenommen werden? Stößt sie dabei nicht u.a. auf ihre kulturellen, religiösen und wirtschaftlichen Grenzen? Sollte Europa einen Staat, der doch so unterschiedlich zu seiner abendländischen Kultur ist aufzunehmen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Methodisches Vorgehen und Aufbau
2 Grundlagen
2.1 Europäische Union
2.2 Türkei
2.3 Beitrittsverhandlungen
3 Pro und Contra eines Türkei-Beitritts
3.1 Politische Aspekte
3.2 Wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte
3.3 Religiöse und kulturelle Aspekte
4 Schlussbetrachtung
4.1 Ergebnisse
4.2 Ausblick/ Perspektiven
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kontroversen Debatten rund um einen möglichen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union und beleuchtet die damit verbundenen Chancen, Herausforderungen und Konsequenzen für die EU-Struktur.
- Historische Entwicklung und Grundlagen der Europäischen Union
- Politisches System und gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Türkei
- Analyse der Beitrittsverhandlungen und Erfüllung der Kopenhagener Kriterien
- Diskussion politischer, wirtschaftlicher und kulturell-religiöser Beitrittsargumente
Auszug aus dem Buch
3.1 Politische Aspekte
Ein Beitritt der Türkei zur EU würde in vielerlei Hinsicht Veränderungen mit sich bringen. Betrachtet man die institutionelle Komponente lässt sich folgendes feststellen: Bis die Beitrittsverhandlungen abgeschlossen sind und die Türkei alle Kopenhagener Kriterien erfüllt hat, werden noch einige Jahre vergehen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Türkei den bevölkerungsreichsten Staat in der EU darstellen. Da durch den neuen Verfassungsvertrag Entscheidungen nur dann zustande kommen wenn mit einer Mehrheit von 55 Prozent dafür gestimmt wird, hätte die Türkei eine maßgebliche Rolle im Entscheidungsprozess, sowohl im Europäischen Parlament, als auch im Ministerrat. Ob dadurch die bisherigen Ziele des vereinten Europas in den Hintergrund gedrängt werden und Entscheidungen zugunsten der Türkei kippen, bleibt dabei fraglich.
Ein gewichtiges Argument in der protürkischen Position wäre die Vorbildwirkung, welche die Türkei auf andere islamische Länder hinsichtlich der Demokratisierung ausüben würde. Denn es liegt gleichsam im europäischen Interesse, dass eine Demokratiegründung sowie deren Konsolidierung auch in einem islamischen Land gelinge. Dabei ginge wohl eine gewisse Vorbildfunktion für den Nahen Osten aus. Die Aussicht auf eine Mitgliedschaft in der EU scheint eine hohe Attraktivität und damit einen Ansporn, die Kopenhagener Kriterien alsbald zu erfüllen darzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die historische Entstehung der EU sowie die aktuelle Situation der Erweiterung und formuliert die Problemstellung und Vorgehensweise der Arbeit.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Entstehungsgeschichte der Europäischen Union, das politische System der Türkei sowie den Stand der Beitrittsverhandlungen.
3 Pro und Contra eines Türkei-Beitritts: Das Kapitel analysiert differenziert die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen sowie religiös-kulturellen Argumente, die in der Debatte um einen Türkei-Beitritt angeführt werden.
4 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf mögliche zukünftige Perspektiven, wie beispielsweise eine privilegierte Partnerschaft.
Schlüsselwörter
Türkei, Europäische Union, Beitritt, Erweiterung, Kopenhagener Kriterien, Integration, Minderheiten, Wirtschaftswachstum, Religion, Kultur, Politik, Demokratisierung, Privilegierte Partnerschaft, Menschenrechte, Institutionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Für und Wider eines möglichen Beitritts der Türkei zur Europäischen Union und hinterfragt die Konsequenzen einer solchen Erweiterung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen sowie religiös-kulturellen Aspekte, die den Beitrittsprozess beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Komplexität des Beitrittsprozesses darzulegen und aufzuzeigen, ob die Türkei die notwendigen Voraussetzungen erfüllt und welche Auswirkungen ein Beitritt auf die EU hätte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Methode unter Rückgriff auf Fachliteratur, Berichte und offizielle Dokumente.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen zur EU und zur Türkei gelegt, gefolgt von einer detaillierten pro-und-contra Argumentationsanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Türkei-Beitritt, Europäische Union, Kopenhagener Kriterien, Integration und kulturelle Identität.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Menschenrechte in der Türkei?
Die Autorin hebt hervor, dass die Türkei zwar Reformen zur Einhaltung der Menschenrechte verabschiedet hat, deren praktische Umsetzung im Alltag und in der Justiz jedoch noch unvollständig ist.
Was ist das Fazit zur wirtschaftlichen Belastung durch einen Beitritt?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die wirtschaftlichen Probleme der Türkei und die potenzielle finanzielle Belastung für die EU erhebliche Herausforderungen darstellen, die nicht zu leugnen sind.
Wie schlägt die Arbeit den Umgang mit dem Kurdenproblem vor?
Das Dokument thematisiert das Kurdenproblem als kritisches Hindernis und betont, dass eine Lösung für den Schutz der Minderheiten ein unabdingbares Kriterium für den EU-Beitritt ist.
Was wird als Alternative zum Vollbeitritt genannt?
Die Autorin führt die Idee einer „privilegierten Partnerschaft“ als mögliche Alternative zur Vollmitgliedschaft an.
- Arbeit zitieren
- Teresa Dürr (Autor:in), 2010, Wo liegt die Grenze der Europäischen Union?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/155387