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Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg

Die Firma Topf und Söhne

Ein deutsches Familienunternehmen und seine Beteiligung am Holocaust

Titel: Die Firma Topf und Söhne

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bianca Saupe (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die deutsche Industrie lieferte zur Zeit des Nationalsozialismus die technischen Grundlagen für die Maschinerie des Holocaust. Nicht nur die großen Firmen wie Thyssen oder Volkswagen trugen ihren Teil, z.B. durch Zwangsarbeit, dazu bei. Auch kleine handwerkliche Betriebe wurden in die Vielzahl der Verbrechen involviert. Beispielhaft für die Beteiligung am Holocaust erweist sich die Firma Topf & Söhne aus Erfurt – ein mittelständisches Unternehmen, welches für die Herstellung von Mälzereianlagen, über Entlüftungssysteme bis hin zu Krematoriumsöfen verantwortlich war. Um die Involvierung dieser Firma in den Holocaust zu verstehen, wird im der Einleitung folgenden Kapitel versucht, die Geschichte des Unternehmens zu skizzieren. Hierbei kommt es vor allem auf die Frage an, wie es zur Zusammenarbeit mit der SS kam und welche Gründe die Firmeninhaber hatten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Familienunternehmen Topf & Söhne

a) Die Geschichte des Unternehmens

b) Die Zusammenarbeit mit der Lager-SS

III. Täter: Forschung, Motive und Moral

a) Täterforschung

b) Tätermotive und ihre Anwendung auf die Firma Topf

c) Gegen Rechtssprechung und Moral

IV. Nach 1945: Der Umgang mit der Vergangenheit

a) Der Werdegang einzelner Täter: Prüfer, Sander, Messing und die Gebrüder Topf

b) Das Gelände der Firma Topf als Ort des Gedenkens?

V. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Beteiligung des deutschen Familienunternehmens Topf & Söhne am Holocaust und analysiert dabei die Motive der beteiligten Ingenieure und Monteure. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen fachlicher Expertise, persönlicher Normalität und der aktiven Mitwirkung an einem Vernichtungsprozess zu ergründen sowie den gesellschaftlichen Umgang mit diesem Erbe nach 1945 zu beleuchten.

  • Unternehmenshistorie von Topf & Söhne und Kooperation mit der SS
  • Wandel der Täterforschung im Kontext des Nationalsozialismus
  • Psychologische und motivationale Hintergründe der beteiligten Firmenmitarbeiter
  • Verletzung moralischer und rechtlicher Normen bei der Entwicklung der Vernichtungstechnik
  • Auseinandersetzung mit dem geschichtlichen Erbe und der Nachkriegsgeschichte

Auszug aus dem Buch

b) Tätermotive und ihre Anwendung auf die Firma Topf

In der NS-Täterforschung wird die Gesellschaft häufig in drei Hauptgruppen eingeteilt: in Täter, Opfer und Zuschauer.30 Alle drei Kategorien scheinen auf den ersten Blick logisch und eindeutig. Ohne genauer auf die Opfer und Zuschauer eingehen zu wollen, soll der Begriff des Täters im folgenden problematisiert werden. Wer wurde zum Täter und vor allem warum? Und sind die allgemein erforschten Tätermotive auf die Mitarbeiter der Firma Topf übertragbar?

Jeder Täter spielt, egal in welchem Grad, bei der Durchführung antijüdischer Maßnahmen eine spezifische Rolle. Sie werden als Personen charakterisiert, die ihre Aufgabe meist von selbst verstanden und sie als zu ihren Pflichten gehörig ansahen. Im Nachhinein bekannte sich niemand selbst als Täter, jedoch muss allen bewusst gewesen sein, dass sie freiwillig handelten.31 Der Holocaust hätte ohne das Zutun jedes Einzelnen nicht durchgeführt werden können.

„Das Lager [gleichzusetzen dem gesamten Vernichtungsprozess] funktionierte in einer Kette von Funktionen. Wenn nur ein Glied dieser Kette entfällt, stockt der ganze Betrieb.“32

Beteiligte am Holocaust gab es in jeder Gesellschaftsschicht. Alle deutschen Organisationen stellten ihr Können und ihre Spezialisten tatkräftig zur Verfügung. Jede von ihnen war für einen konkreten Abschnitt im Vernichtungsprozess zuständig und die Tat jedes Einzelnen führte zu einer außerordentlichen Wirtschaftlichkeit.33 Viele Beteiligte überschritten ihre Routineaufgabe sogar, indem sie sachkundige Initiative zeigten und Verbesserungsvorschläge anbrachten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Beteiligung der Firma Topf & Söhne am Holocaust ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Fragestellungen der Arbeit.

II. Das Familienunternehmen Topf & Söhne: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung des Unternehmens von der Bierbrauerei zum Spezialisten für Ofenbau und die Mechanismen, die zur Zusammenarbeit mit der SS führten.

III. Täter: Forschung, Motive und Moral: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Täterforschung, den Beweggründen für die Mitwirkung am Massenmord sowie dem Bruch mit ethischen und rechtlichen Standards.

IV. Nach 1945: Der Umgang mit der Vergangenheit: Dieses Kapitel analysiert die Nachkriegsbiographien der involvierten Akteure und die schwierige Auseinandersetzung mit dem Firmengelände als historischem Ort.

V. Schlussteil: Das Schlusskapitel resümiert die Forschungsergebnisse und unterstreicht die Verantwortung der Firma als technischen Dienstleister beim fabrikmäßigen Völkermord.

Schlüsselwörter

Topf & Söhne, Holocaust, NS-Zeit, Täterforschung, Vernichtungslager, Auschwitz, Ingenieure, Firmengeschichte, Nationalsozialismus, Arbeitsteilung, Massenmord, Erinnerungskultur, Industriegeschichte, Moral, Verantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Unternehmens Topf & Söhne im Nationalsozialismus und dessen technischer Beteiligung am Holocaust durch die Konstruktion und Wartung von Krematoriumsöfen und Entlüftungssystemen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Unternehmensgeschichte, die Wandlung der geschichtswissenschaftlichen Täterforschung, die psychologischen Motive der beteiligten Mitarbeiter sowie der Umgang mit dieser belasteten Vergangenheit in der Nachkriegszeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu verstehen, wie "normale" Experten und Ingenieure dazu kamen, ihr technisches Know-how in den Dienst eines industriellen Vernichtungsprozesses zu stellen, ohne dabei auf direkten staatlichen Zwang angewiesen zu sein.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historisch-soziologische Analyse, die auf der Auswertung vorhandener Fachliteratur, zeitgenössischer Dokumente sowie Aussagen von Beteiligten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?

Der Hauptteil analysiert die Zusammenarbeit mit der SS, die spezifischen Tätermotive (wie beruflicher Ehrgeiz), den Bruch mit moralischen und rechtlichen Werten sowie konkrete Biographien von Schlüsselfiguren wie Kurt Prüfer oder Fritz Sander.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind die Täter-Opfer-Zuschauer-Problematik, der Begriff der "Entpersönlichung" der Opfer durch die Technisierung des Mordes sowie die Verantwortung ziviler Akteure in totalitären Systemen.

Wie begründeten die Ingenieure von Topf & Söhne ihr Handeln nach 1945?

Die Ingenieure verwiesen oft auf eine vermeintliche Sachzwangsituation, blinde Loyalität gegenüber Vorgesetzten und die Vorstellung, lediglich eine "fachliche" Aufgabe innerhalb eines größeren, bürokratisch organisierten Apparates erfüllt zu haben.

Welche Rolle spielte das Gelände der Firma in der Nachkriegsgeschichte?

Das Gelände lag nach der Wende lange Zeit brach und wurde zum Schauplatz von Diskussionen zwischen Initiativen, die einen Gedenkort fordern, und der lokalen Stadtverwaltung, die sich lange Zeit schwer mit der Aufarbeitung tat.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Firma Topf und Söhne
Untertitel
Ein deutsches Familienunternehmen und seine Beteiligung am Holocaust
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Der Nationalsozialismus und seine Folgen
Note
1,0
Autor
Bianca Saupe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V155353
ISBN (eBook)
9783640693740
ISBN (Buch)
9783640694952
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Firma Topf Söhne Familienunternehmen Beteiligung Holocaust
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bianca Saupe (Autor:in), 2006, Die Firma Topf und Söhne, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/155353
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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