Das Jahr 63 vor Christus war ereignisreich und hatte großen Einfluss auf die römische Geschichte. Caesars Rolle in Rom hatte bis dahin noch kein großes Format angenommen, doch sollte sich das schnell ändern. In diesem Jahr wurde er zum Pontifex Maximus gewählt und vor allem sein Auftreten im Prozess gegen die Catilinarischen Verschwörer ermöglichte ihm den Fortschritt in die vorderste Reihe der römischen Politiker. Im Gegensatz zu dieser aufsteigenden politischen Karriere gab es damals einige, die Caesar als Mitglied der Catilinarischen Verschwörer anklagten. Ob dies begründet oder einfach nur aus Missgunst entstanden war, soll das Thema meiner Hausarbeit darstellen. Außerdem wird untersucht, in welchen Punkten sich Indizien für die Verbindung Caesars mit den Verschwörern finden lassen. Anhand der Werke von den vier Historikern Suetonius, C. Sallustius Crispus, Plutarchos und Lucius Claudius Cassius Dio Cocceianus wird folglich nach Indizien für Caesars Schuld oder Unschuld geforscht. Die vier Textausschnitte zur Catilinarischen Verschwörung stellen somit die Basis für diese Hausarbeit dar. Außerdem werden zusätzlich die Bücher „Caesar“ von Christian Meier, „Caesar“ von S.L. Uttschenko und auch „Caesar als Darsteller seiner Taten“ von Will Richter hinzugezogen werden. Ob Caesar überall den gleichen Eindruck hinterlassen hat und inwiefern man die Aussagen bestimmter Historiker als wahr einstufen kann, soll außerdem einen weiteren Aspekt dieser Arbeit abdecken. Neben der Analyse meiner Quellen und dem Hinzuziehen ausgewählter Literatur werden auch die biographische Dimensionen der behandelten Personen erfasst. Nachdem die Catilinarische Verschwörung im zweiten Kapitel näher erklärt wurde, folgt die Darstellung der vier Autoren und die Analyse der ihrer Quellen. Des weiteren sollen in Kapitel IV die Aspekte aus Kapitel III eingehend auf ihr Für und Wider geprüft und eine Antwort auf die Frage nach Caesars Mittäterschaft gefunden werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die Catilinarische Verschwörung
a) Zur Person L. Sergius Catilina
b) Die Umstände der Verschwörung im Jahr 63
III. Die Rolle Caesars in der Verschwörung
a) Bei Suetonius
b) Bei C. Sallustius Crispus
c) Bei Plutarchos
d) Bei Lucius Claudius Cassius Dio Cocceianus
IV. Die Beurteilung Caesars
V. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle von Gaius Julius Caesar im Kontext der Catilinarischen Verschwörung von 63 v. Chr. Ziel ist es, durch die Analyse antiker historischer Quellen (Sueton, Sallust, Plutarch und Cassius Dio) zu prüfen, ob die gegen Caesar erhobenen Vorwürfe einer Mittäterschaft historisch haltbar sind oder auf politischer Missgunst beruhen.
- Analyse der Catilinarischen Verschwörung als historisches Ereignis
- Biographische Untersuchung von Caesar im Jahr 63 v. Chr.
- Quellenkritische Bewertung von Sueton, Sallust, Plutarch und Cassius Dio
- Diskussion von Indizien für und gegen eine Mittäterschaft Caesars
- Bewertung des Einflusses politischer Gegner auf die antike Geschichtsschreibung
Auszug aus dem Buch
b) Die Umstände der Verschwörung im Jahr 63
Das Jahr 63 wurde von mehreren bedeutenden Ereignissen, die jeweils mehr oder weniger starken Einfluss auf die weitere Entwicklung der römischen Republik hatten, geprägt. Zu dieser Zeit besaß Marcus Porcius Cato, der bald wichtigste Gegner Caesars, eine der führenden Stellungen in Rom. Außerdem war die damalige Politik stark von der erwarteten Rückkehr des Pompeius beeinflusst und das Ackergesetz des Rullus sorgte für schwere Diskussionen. Der Schwerpunkt dieser Hausarbeit liegt aber auf der Catilinarischen Verschwörung, die für Caesar den Durchbruch in die erste Reihe der römischen Politiker brachte und schicksalhaft für den Konsul Cicero sein sollte.
Zweifellos kann man das Scheitern Catilinas bei der Wahl zum Konsulat für 62 als Anlass für die Verschwörung sehen. Meier beschreibt die Situation folgendermaßen: „Catilina war bei der Wahl für 62 zum zweiten Mal durchgefallen. Darauf tat er sich mit anderen zusammen und plante einen Staatsstreich. Sie wollten den Konsul Cicero ermorden, die Macht in der Stadt an sich reißen und nach der Beseitigung einiger Gegner die Magistrate besetzen. Außerdem plante die Verschwörer einen Schuldenerlass, [...]. Die Sache hatte keinen großen Hintergrund. In der Anlage war der Plan der Verschwörung von 66 angewandt, auch dem Lepidus-Aufstand von 78/77: Wieder rotteten sich Unzufriedene aus ganz Italien in Etrurien zusammen. [...] Letztlich steckte wohl die Idee dahinter, man können, wie einst Sulla, auf Rom zumarschieren und es erobern.“
Wie im Zitat erwähnt, geht der hier behandelten Catilinarischen Verschwörung eine Erste Verschwörung voraus. Bevor ich nun die Quellen auf Caesars Mittäterschaft untersuche, sollen die beiden Verschwörungen kurz inhaltlich dargestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, stellt die Forschungsfrage nach Caesars Mittäterschaft an der Catilinarischen Verschwörung und benennt die verwendeten historischen Quellen und Literatur.
II. Die Catilinarische Verschwörung: Hier werden die Person Catilina, sein politischer Hintergrund sowie die allgemeinen Umstände der Verschwörung im Jahr 63 v. Chr. erläutert.
III. Die Rolle Caesars in der Verschwörung: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Berichte der vier Historiker Sueton, Sallust, Plutarch und Cassius Dio hinsichtlich Hinweisen auf eine Beteiligung Caesars.
IV. Die Beurteilung Caesars: Das Kapitel bietet einen Überblick über Caesars politische Karriere bis zum Jahr 63 v. Chr., um seinen Status und seine Motivationen besser einordnen zu können.
V. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass eine Mittäterschaft Caesars anhand der Quellenlage nicht nachweisbar ist und die Anschuldigungen oft politisch motiviert erscheinen.
Schlüsselwörter
Gaius Julius Caesar, Catilinarische Verschwörung, Römische Republik, Sueton, Sallust, Plutarch, Cassius Dio, Marcus Tullius Cicero, Lucius Sergius Catilina, Historische Quellenanalyse, Politische Geschichte Roms, Mittäterschaft, Verschwörungstheorien, Senat, Antike Geschichtsschreibung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die historische Frage, ob Gaius Julius Caesar in die Catilinarische Verschwörung im Jahr 63 v. Chr. verwickelt war oder ob entsprechende Anschuldigungen das Resultat politischer Intrigen seiner Gegner darstellten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die politische Krise der römischen Republik im Jahr 63 v. Chr., die Person Catilinas, die Karriere Caesars sowie die Quellenkritik an antiken Geschichtsschreibern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Suche nach Indizien in antiken Werken, um Caesars Schuld oder Unschuld bezüglich der Verschwörung zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin wendet eine quellenkritische Analyse an, bei der Berichte von vier verschiedenen Historikern (Sueton, Sallust, Plutarch und Cassius Dio) systematisch auf Übereinstimmungen und Widersprüche geprüft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der historischen Ereignisse, eine detaillierte Analyse der Quellenberichte sowie einen biographischen Rückblick auf Caesars Aufstieg in Rom.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Caesar, Catilinarische Verschwörung, Quellenkritik, römische Politik und historische Indizienbewertung.
Warum unterscheidet sich die Darstellung bei Cassius Dio von den anderen Historikern?
Cassius Dio erwähnt Caesar nicht im selben Zusammenhang mit den Anklagen wie die anderen Historiker, was die Autorin auf eine mögliche Unwissenheit oder eine bewusste Auslassung des Autors zurückführt.
Welche Rolle spielte Cicero laut der Arbeit bei der Rettung Caesars?
Die Arbeit thematisiert die verbreitete Ansicht, dass Cicero durch sein Eingreifen verhindert haben soll, dass Caesar von der Wache während der Senatssitzung angegriffen oder getötet wurde.
- Quote paper
- Bianca Saupe (Author), 2003, Die Catilinarische Verschwörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/155350