Der Begriff SOA beherrscht in den letzten Jahren die Diskussion in der IT. Für viele Firmen stellt sich die Frage, wie diese Architektur auf die verwendeten ERP-Systeme umgesetzt werden kann.
In dieser Arbeit wird nach einer kurzen Begriffsklärung rund um das
Thema SOA dargestellt, wie dieses Paradigma durch die Firma SAP adaptiert wurde. Dabei wird geklärt was SAP unter SOA bzw. Enterprise SOA versteht, welche Vorteile daraus entstehen und auch wie SAP seine Kunden bei einem sanften Umstieg auf das neue Konzept unterstützt.
Anschließend werden die Komponenten der technischen Umsetzung –
insbesondere das Produkt SAP NetWeaver – vorgestellt. Anhand eines konkreten Beispiels wird erläutert, wie Services bereitgestellt und konsumiert werden können.
Im letzten Teil dieser Arbeit erfährt die Umsetzung des SOA-Konzeptes
durch SAP eine kritische Würdigung. Offene Fragen werden aufgezeigt und es werden konkrete Handlungsempfehlungen für den sinnvollen Einsatz zum derzeitigen Zeitpunkt gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Zielbeschreibung
2 Begriffsklärung
3 SOA@SAP
3.1 Von SOA zu Enterprise SOA
3.2 Zusammenwirken von BPM und SOA
3.3 Vorteile einer Enterprise SOA
3.4 ES Workplace und ES Bundles
4 Komponenten der SOA-Middleware (NetWeaver)
4.1 Application Server
4.2 Process Integration (ehem. XI)
4.3 Enterprise Service
4.4 Enterprise Service Repository
4.5 Enterprise Service Registry
4.6 Composition Environment
4.7 Zusammenspiel der Komponenten
5 Anwendung
5.1 Services bereitstellen
5.2 Services konsumieren
5.3 Galaxy bzw. Process Composer
6 Perspektiven
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Adaption des serviceorientierten Architektur-Konzepts (SOA) durch die SAP AG unter der Bezeichnung Enterprise SOA. Das primäre Ziel ist es, das Konzept, die technischen Komponenten innerhalb von SAP NetWeaver sowie die praktischen Anwendungs- und Integrationsmöglichkeiten von Services kritisch zu durchleuchten.
- Entwicklung und Grundbegriffe der serviceorientierten Architektur (SOA).
- Die spezifische Ausgestaltung von Enterprise SOA bei der SAP AG.
- Technische Komponenten wie Application Server, Repository und Registry.
- Praktische Implementierung von Services und Geschäftsprozessen mittels Process Composer.
- Kritische Würdigung des SOA-Konzepts im unternehmerischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
3.2 Zusammenwirken von BPM und SOA
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist die heutige Systemstruktur vieler Unternehmen durch den Best-of-Breed-Ansatz geprägt. In einer Vielzahl von Spezialsystemen wie CRM, SCM und PLM sind zahlreiche Funktionen abgebildet und zum Teil sicher auch verknüpft. Jedoch trägt dies noch lange nicht der unternehmerischen Realität Rechnung. Tatsächlich ist es so, dass praktisch jeder reale Geschäftsprozess mehrere Systeme betrifft.
Nehmen wir zum Beispiel den Kundenauftragsprozess. Dieser wird normalerweise im CRM System starten. Dort werden sogenannte Opportunities verwaltet, Verkaufsdaten ausgewertet und Kampagnen geplant. Nach erfolgreicher Durchführung entschließt sich ein Kunde zum Kauf und wird eine Bestellung bzw. einen Kundenauftrag im ERP-System platzieren. Hier werden unter anderem relevante Konditionen ermittelt und später die Abwicklung im Finanzwesen und Controlling durchgeführt. Zuvor jedoch löst der Kundenauftrag im SCM-System die Beschaffung von Rohstoffen und die Planung von Produktionskapazitäten aus. Die Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zwischen den beteiligten Systemen eines Geschäftsprozesses finden natürlich auch in die andere Richtung statt. Wenn etwa in der Qualitätsprüfung (ERP) der Fertigerzeugnisse ein Problem festgestellt, und daraufhin zu Wartungszwecken eine Stillstandszeit auf einer Maschine eingeplant werden muss (SCM), so verschieben sich eventuell die Lieferzeiten für den Kunden (ERP).
Wie will es SAP nun meistern, die Abbildung von Geschäftsprozessen näher an der Realität auszurichten und die geforderte Integration zu ermöglichen?
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Evolution der IT-Landschaften von Mainframe-Systemen über Client/Server-Architekturen bis hin zu heutigen komplexen, heterogenen Systemen.
2 Begriffsklärung: Definiert die Grundlagen der serviceorientierten Architektur (SOA) als Methode zur Kapselung von Funktionen in Dienste.
3 SOA@SAP: Erläutert die Enterprise SOA Strategie von SAP, die Geschäftsprozessmanagement (BPM) mit SOA verknüpft, und stellt den Enterprise Service Workplace vor.
4 Komponenten der SOA-Middleware (NetWeaver): Detailliert die technischen Säulen der SAP-Integrationsplattform, darunter den Application Server, das Service Repository und die Service Registry.
5 Anwendung: Demonstriert anhand von praktischen Beispielen, wie Services bereitgestellt, konsumiert und Geschäftsprozesse mittels Process Composer modelliert werden.
6 Perspektiven: Bietet eine kritische Reflexion des SOA-Ansatzes bei SAP und benennt Herausforderungen wie Sicherheit, Verfügbarkeit und die Notwendigkeit einer SOA Governance.
Schlüsselwörter
SOA, Enterprise SOA, SAP NetWeaver, Middleware, BPM, Geschäftsprozessmanagement, Service Repository, Enterprise Service Registry, Application Server, Process Composer, Webservices, Systemintegration, IT-Landschaft, Serviceorientierung, Governance.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Adaption des SOA-Konzepts durch die SAP AG unter dem Namen Enterprise SOA und untersucht, wie dieses Paradigma die Integration von Unternehmensprozessen unterstützt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der SOA, die Architektur der SAP NetWeaver Plattform und die praktische Modellierung von Geschäftsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, zu erläutern, wie SAP das SOA-Konzept technisch umsetzt und wie Kunden durch Komponenten wie den Enterprise Service Workplace beim Umstieg unterstützt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche sowie die technische Analyse der SAP-Middleware-Produkte und deren Anwendung in konkreten Szenarien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Enterprise SOA Strategie, die technischen Komponenten der Middleware und eine Anleitung zur praktischen Anwendung und Prozessmodellierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Enterprise SOA, SAP NetWeaver, Process Integration, BPM und Serviceorientierte Architektur.
Was ist die spezifische Funktion des Enterprise Service Repository (ESR)?
Das ESR dient als zentrales „Lagerhaus“ für sämtliche Metadaten, die zur Integration von Anwendungen und Prozessen sowie zur Erstellung von Enterprise Services erforderlich sind.
Wie unterscheidet sich die Bereitstellung von Services nach dem "Inside/Out"- und "Outside/In"-Prinzip?
Das Inside/Out-Prinzip nutzt bestehende Backend-Implementierungen, während das Outside/In-Prinzip ein zentrales Design der Schnittstellen im Repository voraussetzt und den E-SOA-Gedanken stärker reflektiert.
- Quote paper
- Markus Kammermeier (Author), Elisabeth Hötzinger (Author), 2008, Die Umsetzung der Serviceorientierten Architektur (SOA) in der Firma SAP, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/155139