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Vom „Ökostrom“ zum „Kahlschlagdiesel“

Eine kritische Betrachtung von Biomasse als Energiequelle am Beispiel indonesischen Palmöls

Title: Vom „Ökostrom“ zum „Kahlschlagdiesel“

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jana Schwenzien (Author)

Politics - Environmental Policy

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Summary Excerpt Details

Die aktuelle Debatte über den Einsatz von Biokraftstoffen und Bioenergie, welche sowohl in Deutschland im Rahmen des Integrierten Klima‐ und Energiepakets als auch auf Ebene der Europäischen Union (EU) geführt wird, verfängt sich immer mehr in Widersprüchen und Unklarheiten über die tatsächliche Klimabilanz von Bioenergie in Form von Biomasse. So betonte Bundesumweltminister Gabriel in seiner Rede zur Einbringung des ersten Teils des Klimaschutzpakets in den Bundestag die Gefahr von Scheinbilanzen: „Natürlich müssen wir darauf achten, dass wir uns nicht selbst täuschen und eine Scheinbilanz für die Senkung von CO2 vorlegen. Weder darf der Einsatz von Biokraftstoffen in Deutschland und Europa das Abholzen von Regenwäldern beschleunigen noch dürfen wir die CO2‐Emissionen wissentlich übersehen, die bei der Herstellung von Biokraftstoffen ausgelöst werden können.“ (Bundestagsrede vom 21.02.2008) Ziel des Gesetzpakets ist der weitere Ausbau erneuerbarer Energien. Bis zum Jahr 2020 soll ihr Anteil am Energieverbrauch 18% betragen.
Der Vorteil der energetischen Nutzung von Biomasse, sei es als Kraftstoff, zur Wärmeerzeugung oder zur Stromproduktion, liegt zunächst klar auf der Hand. Mit ihrem Einsatz kann sowohl ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet als auch eine sichere Energieversorgung im Hinblick auf das sich verknappende Rohölangebot gewährleistet werden. Im Idealfall bietet die energetische Verwendung von Biomasse Potentiale zur Verknüpfung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Vorteilen (vgl. Dufey 2006: 37 f.).
Doch wie nachhaltig ist die Nutzung von Biomasse tatsächlich und welche ökologischen Auswirkungen sind mit einem gesteigerten Einsatz verbunden? Diese Fragen sollen im Verlauf der Arbeit am Beispiel von importiertem Palmöl aus Indonesien untersucht werden. Ziel ist es, herauszuarbeiten, dass der Einsatz von Biomasse als Energiequelle unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit durchaus kritisch zu betrachten ist und nur dann einen sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, wenn er in eine breit angelegte Nachhaltigkeitsstrategie eingebettet wird, welche sich nicht nur auf die Energieversorgung konzentriert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Daten und Fakten

1.1 Die vermeintliche „Öko“-Energiequelle: Indonesisches Palmöl als Regenwaldzerstörer

1.2 Die Verantwortung Deutschlands: Der deutsche Palmölverbrauch

2. Das Geschäft mit dem Klimaschutz – Gesetzeslücken und politische Unzulänglichkeiten

2.1 Das Erneuerbare-Energien-Gesetz – Im Namen des Klimaschutzes: Pflanzenöl-BHKW in Deutschland

2.2 Der „Runde Tisch“ für nachhaltiges Palmöl – Freiwillige Vereinbarung als Alibi

3. Fazit und Lösungsstrategien

3.1 Fazit: Palmöl ist ein Klimasünder

3.2 Lösungsstrategien: Ökostrom und Biodiesel sind nur ein Bestandteil der Lösung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die ökologische Nachhaltigkeit des Einsatzes von indonesischem Palmöl als Energiequelle in Deutschland und analysiert, inwieweit aktuelle politische Rahmenbedingungen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz unbeabsichtigt die Regenwaldzerstörung fördern.

  • Ökologische Auswirkungen der Palmölproduktion in Indonesien
  • Deutschland als bedeutender Palmölimporteur für energetische Zwecke
  • Politische Steuerungsinstrumente und deren Unzulänglichkeiten
  • Wirksamkeit freiwilliger Zertifizierungsinitiativen wie dem RSPO
  • Notwendigkeit einer integrierten Nachhaltigkeitsstrategie

Auszug aus dem Buch

1.1 Die vermeintliche „Öko“-Energiequelle: Indonesisches Palmöl als Regenwaldzerstörer

Palmöl kann in tropischen Ländern wie Indonesien wesentlich billiger angebaut werden als alle anderen Pflanzenöle, wodurch es für den Import und für die energetische Nutzung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die europäischen Zielsetzungen bezüglich des Anteils erneuerbarer Energien in Form von Biomasse im Rahmen des Energie- und Klimapakets und der daraus resultierenden Engpässe auf dem europäischen Energiepflanzenmarkt, werden diese Entwicklung weiter begünstigen. Beschleunigt wird der Prozess durch die steigenden Rapsölpreise als Folge der wachsenden Nachfrage (vgl. Pastowski et al. 2007: 2).

Die Ölpalme ist aufgrund ihrer Eigenschaften der effektivste Pflanzenöllieferant und übertrifft das in Deutschland und Europa zumeist verwendete Rapsöl um ein Vielfaches. Die Früchte der Ölpalmen können ganzjährig geerntet werden. Der jährliche Palmölertrag schwankt zwischen 3,5 und 7 Tonnen pro Hektar (vgl. Pastowski et al. 2007: 14). Dies liegt deutlich über dem Hektarertrag aller anderen Ölpflanzen (siehe Abb. 1 im Anhang). Durch den höheren Ölertrag erscheint der Import von Palmöl sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht sinnvoll.

Palmöl wird als Energiequelle in Deutschland derzeit vor allem zur Stromerzeugung in Blockheizkraftwerken (BHKW) verwendet. Diese Form der Energiegewinnung erweckt zunächst den Eindruck der Klimaneutralität, da die Ölpalme während des Wachstums Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre bindet und das Palmöl aufgrund der Kraft-Wärme-Kopplung besonders effektiv genutzt wird.

Doch dieser Eindruck täuscht, denn bei der Herstellung beziehungsweise Produktion von Palmöl wird ein Vielfaches des eingesparten CO2 freigesetzt. Die Anbaufläche hat sich nach Angaben der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) seit 1990 weltweit auf 12 Millionen Hektar verdoppelt. Indonesien produziert gemeinsam mit Malaysia 80 Prozent der Weltproduktion von 33 Millionen Tonnen Palmöl (vgl. FAO 2005) und büßt schneller als alle anderen Ländern mit größeren Waldgebieten an Waldfläche ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Daten und Fakten: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Vorteile von Palmöl und stellt diesen die ökologische Realität, insbesondere die massive Regenwaldzerstörung durch den Anbau in Indonesien, gegenüber.

2. Das Geschäft mit dem Klimaschutz – Gesetzeslücken und politische Unzulänglichkeiten: Hier wird analysiert, wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz den Import von Palmöl indirekt fördert und warum freiwillige Zertifizierungsansätze wie der „Runde Tisch“ bisher kaum Wirkung zeigen.

3. Fazit und Lösungsstrategien: Das Kapitel schließt mit einer kritischen Bilanz des Palmöleinsatzes und fordert eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie sowie verbindliche Zertifizierungsmechanismen statt rein marktbasierter Ansätze.

Schlüsselwörter

Palmöl, Indonesien, Regenwaldzerstörung, Klimabilanz, Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG, Biomasse, Blockheizkraftwerk, Nachhaltigkeit, Zertifizierung, RSPO, Biotreibstoffe, Klimaschutz, Waldbrände, Energiewende.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökologischen Problematik des zunehmenden Imports und der energetischen Nutzung von indonesischem Palmöl in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Klimabilanz von Biomasse, die Auswirkungen des Anbaus auf Regenwälder sowie die Rolle politischer Instrumente bei der Förderung dieses Trends.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass der Einsatz von Palmöl als Energiequelle unter Nachhaltigkeitsaspekten kritisch zu hinterfragen ist und nur als Teil einer umfassenderen Strategie sinnvoll sein kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Daten, Fakten und existierenden politischen Rahmenbedingungen, um die Diskrepanz zwischen Klimaschutzzielen und ökologischen Realitäten aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der deutsche Palmölverbrauch, die Auswirkungen auf die Regenwälder, Defizite in der Gesetzgebung (EEG) und die Schwächen freiwilliger Vereinbarungen (RSPO) detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Palmöl, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Regenwaldzerstörung, EEG, Biomasse und Zertifizierung.

Warum wird Palmöl trotz der negativen Ökobilanz so häufig genutzt?

Palmöl ist im Vergleich zu anderen Pflanzenölen deutlich kostengünstiger und erzielt wesentlich höhere Hektarerträge, was es für die energetische Nutzung ökonomisch attraktiv macht.

Welche Rolle spielt das Erneuerbare-Energien-Gesetz?

Das EEG fördert indirekt den Einsatz von Palmöl in Blockheizkraftwerken durch Vergütungen für Strom aus Biomasse, ohne dabei ökologische Mindeststandards für die Herkunft der Rohstoffe klar zu definieren.

Warum gelten freiwillige Zertifizierungen wie der RSPO als unzureichend?

Die Zertifizierungen sind freiwillig, rechtlich nicht bindend und leiden unter vagen Kriterien sowie fehlenden wirksamen Sanktionsmechanismen bei Verstößen.

Was schlägt die Autorin als Lösung vor?

Gefordert wird eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie, die den Einsatz von Biomasse strenger reguliert, verbindliche internationale Zertifizierungssysteme etabliert und den Fokus stärker auf Energieeinsparung und andere erneuerbare Energiequellen legt.

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Details

Title
Vom „Ökostrom“ zum „Kahlschlagdiesel“
Subtitle
Eine kritische Betrachtung von Biomasse als Energiequelle am Beispiel indonesischen Palmöls
College
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Klimaschutzpolitik
Grade
1,3
Author
Jana Schwenzien (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V155105
ISBN (eBook)
9783640676637
ISBN (Book)
9783640676828
Language
German
Tags
Eine Betrachtung Biomasse Energiequelle Beispiel Palmöls
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jana Schwenzien (Author), 2008, Vom „Ökostrom“ zum „Kahlschlagdiesel“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/155105
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