In einer Pressemitteilung vom 10.02.2010 informiert das Statistische Bundesamt Wiesbaden darüber, dass die deutschen Amtsgerichte im November 2009 2.539 Unternehmensinsolvenzen gemeldet haben. Dies bedeutet einen Anstieg um 6,9 % im Vergleich zum Monat November 2008. In dem Zeitraum vom Januar 2009 bis November 2009 wurden insgesamt 30.104 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 11,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Diese Angaben lassen eine wachsende Bedeutung der Unternehmensinsolvenzen und einen daraus resultierenden Schaden für die deutsche Volkswirtschaft vermuten. Ebenso stellt sich die Frage, wie Unternehmen in einer solchen Krisensituation geeignete Maßnahmen ergreifen können, um den Schaden der Gläubiger einzugrenzen und möglicherweise einen erfolgreichen Weg aus der Insolvenz zu finden.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung und die Aufgaben des Controllings in der Insolvenz darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Controlling – Begriffsdefinition, Aufgaben und Ziele
2.2 Insolvenz – Begriffsdefinition, Insolvenztatbestände und Verwertungsmöglichkeiten
3 Aufgaben des Controllings in der Insolvenz
3.1 Gesetzlich gefordertes Berichtswesen
3.2 Erforderlichkeit eines Controllings in der Insolvenz
3.3 Instrumente des Controllings
4 Möglichkeiten und Grenzen des Insolvenzcontrollings
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, die spezifische Bedeutung sowie die zentralen Aufgaben des Controllings im Rahmen von Unternehmensinsolvenzen zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie Controllinginstrumente dazu beitragen können, Krisensituationen zu bewältigen und Entscheidungsgrundlagen für den Insolvenzverwalter zu schaffen.
- Grundlagen des Controllings und des Insolvenzrechts
- Analyse des gesetzlich geforderten Berichtswesens
- Notwendigkeit und Implementierung eines Controllings in der Insolvenz
- Einsatz geeigneter Controllinginstrumente in der Krise
- Kritische Würdigung der Möglichkeiten und Grenzen des Insolvenzcontrollings
Auszug aus dem Buch
3.3 Instrumente des Controllings
Nach Offenlegung der bestehenden Insolvenz gilt es vordergründig, die Ursachen der Krise zu analysieren und zu prüfen, inwiefern eine Fortführung bzw. Sanierung des Unternehmens umsetzbar ist.
Hierzu bietet sich eine Stärken-Schwächen-Analyse an. Die SWOT – Analyse ist ein Controllinginstrument zur Situationsanalyse und zur Strategiefindung. Sie führt die wesentlichen Ergebnisse der Analyse der internen Fähigkeiten des Unternehmens, also die Stärken und Schwächen, mit denen der Analyse der externen Einflussfaktoren, den Chancen und Risiken, zusammen. Untersucht wird bei einer Stärken-Schwächen-Analyse die Position der eigenen Geschäftsbereiche im Vergleich zu den stärksten Wettbewerbern. Mittels Benchmarking kann die eigene Marktfähigkeit des Unternehmens mit den Branchenführern verglichen werden.
Weiterhin können im Rahmen einer Portfolio-Analyse die Geschäftsfelder des erkrankten Unternehmens dahingehend analysiert werden, ob sie langfristig einen angemessenen Erfolgsbeitrag leisten können. Sofern dies nicht der Fall ist, lässt sich damit das Unternehmensportfolio um nicht zukunftsfähige Geschäftsfelder, z. B. durch den Verkauf von Unternehmensteilen und die anschließende Konzentration auf das Kerngeschäft, bereinigen.
Für die Planung der operativen Maßnahmen ist der Einsatz der Budgetierung, einer ABC-Analyse und eines Finanzcontrollings zu empfehlen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Anzahl von Unternehmensinsolvenzen in Deutschland und definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle des Controllings in Krisensituationen zu untersuchen.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Fundamente des Controllings sowie die rechtlichen Grundlagen und Tatbestände der Insolvenz gemäß der Insolvenzordnung erläutert.
3 Aufgaben des Controllings in der Insolvenz: Dieser Hauptteil analysiert das gesetzlich geforderte Berichtswesen und erörtert, warum ein spezielles Controlling für das Insolvenzmanagement unverzichtbar ist, ergänzt um die Vorstellung relevanter Instrumente.
4 Möglichkeiten und Grenzen des Insolvenzcontrollings: Es wird diskutiert, dass Insolvenzcontrolling unter Zeitdruck steht und sich von regulärem Controlling durch eine strikte Maßnahmenorientierung unterscheidet.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Controlling in der Insolvenz vor allem eine schadensbegrenzende und steuernde Funktion innehat, die maßgeblich zum Sanierungserfolg beitragen kann.
Schlüsselwörter
Controlling, Insolvenz, Insolvenzordnung, Insolvenzverwalter, Sanierung, Liquiditätsmanagement, Unternehmenskrise, SWOT-Analyse, Budgetierung, Berichtswesen, Insolvenzplan, Krisenmanagement, Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Unternehmensfortführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und den spezifischen Aufgaben des Controllings bei insolventen Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den gesetzlichen Anforderungen an das Berichtswesen in der Insolvenz sowie der praktischen Anwendung von Controllinginstrumenten zur Unternehmenssanierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein effektives Insolvenzcontrolling den Insolvenzverwalter unterstützen kann, um das Unternehmen entweder wirtschaftlich zu sanieren oder eine geordnete Abwicklung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse der betriebswirtschaftlichen Fachliteratur sowie der relevanten insolvenzrechtlichen Gesetzestexte.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse gesetzlicher Berichtspflichten, die Begründung der Erforderlichkeit eines Controllings in der Insolvenz sowie die Darstellung konkreter Instrumente wie SWOT-Analysen und Liquiditätsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Typische Keywords sind Insolvenz, Controlling, Sanierung, Liquiditätsmanagement, Insolvenzplan und Unternehmenskrise.
Was unterscheidet das Insolvenzcontrolling vom regulären Unternehmenscontrolling?
Das Insolvenzcontrolling ist durch einen extremen Zeitdruck und eine strikte Maßnahmenorientierung geprägt, die sich eng am Insolvenzplan ausrichten muss.
Warum ist das Liquiditätsmanagement in der Insolvenz so bedeutend?
Es ist das entscheidende Instrument, um die permanente Zahlungsfähigkeit sicherzustellen, die für jegliche Fortführung des Unternehmens zwingend erforderlich ist.
- Arbeit zitieren
- Sabine Falk (Autor:in), 2010, Die Aufgaben des Controllings in der Insolvenz, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/155085