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Nichts ist wie es scheint

Traumerzählung oder Wirklichkeit in David Lynchs Mulholland Drive

Titel: Nichts ist wie es scheint

Seminararbeit , 2010 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sarah Blasberg (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details


„ MULHOLLAND DRIVE entzieht sich nicht den Traumdeutern[…], es wirft ihnen im Gegenteil so viele Bälle hin, wie sie niemals auffangen können.“

Seit Jahren diskutieren zahlreiche Filmwissenschaftler über die Interpretation von David Lynchs Werk Mulholland Drive . Sowohl in der Literatur als auch in wissenschaftlichen Aufsätzen wurde das Werk heftig diskutiert.
Diese Arbeit soll nicht die Lösung des Filmes mit sich bringen, sondern sich viel mehr mit dem Motiv der Traumerzählung, welches in zahlreichen Lynchfilmen thematisiert wird, befassen. Weshalb fällt es uns so schwer zu unterscheiden, ob der Film Traum oder Wirklichkeit suggeriert?
Um ein wenig Licht in "die Straße der Finsternis" zu bringen, ist es wichtig genauer auf die vorhandene Erzählstruktur einzugehen. Es ist vor allem interessant zu untersuchen, wie in ihr das Verschwimmen von Traum und Wirklichkeit repräsentiert wird. Der Regisseur führt den Rezipienten immer wieder in ein Labyrinth unterschiedlicher Erzählstränge, Spiegelungen und loser Enden. Das oben genannte Motiv der Traumerzählung trägt mit Sicherheit dazu bei, dass eine Kontroverse entsteht. Aber auch das Motiv der Dopplung ist ein charakteristischer Aspekt der Traumerzählung und soll im Folgenden aufgearbeitet werden. Nichts ist wie es scheint – alles ist möglich und doch wieder nicht.

Die richtige Lösung für Mulholland Drive gibt es vermutlich nicht. Lynch selbst ist nie weiter darauf eingegangen. Deshalb ist es umso interessanter inwieweit der Rezipient zum produktiven Zuschauer wird und dem Film eine eigene Chronologie verleiht.
In der abschließenden Schlussbemerkung werde ich ein Fazit zu meiner Untersuchung abgeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Methode Lynch

2.1. „Die Traumerzählung – oder eine unmögliche Welt“

2.2. Auf der Suche nach Identität

2.3. Die Ästhetik der Dopplung

3. Verschränkung von Außen- und Innenwelt

3.1. „It's an illusion“ - Club Silencio

3.2. Ein roter Faden oder doch eher das lose Ende?

4. Schlussbemerkung

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Motiv der Traumerzählung und die komplexen Erzählstrukturen in David Lynchs Film Mulholland Drive, um zu analysieren, wie der Regisseur das Verschwimmen von Traum und Wirklichkeit für den Rezipienten erfahrbar macht.

  • Analyse der narrativen Strategien und der Erzählperspektive
  • Untersuchung von Identitätsdopplungen und Persönlichkeitsspiegelungen
  • Deutung der symbolischen Bedeutung von Schlüsselorten wie dem Club Silencio
  • Reflexion über die Unzuverlässigkeit der Erzählstruktur in postmodernen Filmen

Auszug aus dem Buch

3.1. „It’s an illusion“ – Club Silencio

„ [...] die Künstlichkeit und de[r] Schein des Gezeigten, hebt Mulholland Drive immer wieder auf das Niveau einer reflektierten Traumerzählung, die durch Aspekte des Vorstellens und sich Ausmalens erweitert wird.“ Die schon oben thematisierte Bettszene leitet den Weg zum Club Silencio ein. Mit dieser Sequenz erreichen wir einen illusionistischen, geradezu traumartigen Handlungsort, der den Wendepunkt der Geschichte vorbereitet. Rita wiederholt im Schlaf die Worte: „Silencio! No hay banda!“ Wie von einer fremden Macht gelenkt, nehmen Rita und Betty den Weg zu einer dunklen Gasse auf sich. In Neonbuchstaben erscheint der Clubname Silencio. Hier entwickelt sich das Geschehen nun zunehmend surreal.

Als Betty zu Rita gesagt hatte „I just came from Deep River, Ontario and now I'm in this dreamplace“ klingt schon an, dass alles beinahe zu schön ist um wahr zu sein. Dieses ungute Gefühl tritt erneut in Erscheinung, als die beiden Frauen den Club Silencio betreten. Ein Magier auf der Bühne führt einen Trick vor, bei dem es sich um den des 'play back' handelt. Ein Musiker spielt die Trompete, setzt diese dann aber ab, doch die Musik geht einfach weiter. „No hay banda“ sagt der Magier geheimnisvoll – der Satz, der Rita so beunruhigt hat, dass sie in das Theater fahren musste. „Il n'y a pas des orchestre. It is an illusion!“ Im übertragenden Sinne lassen sich diese Worte auch mit „Es gibt keine Verbindung“ übersetzen. Nichts als Fälschung, Maske, Folie. Betty nimmt diese Erkenntnis mit einem unvermittelt auftretendem Zittern auf, als werde sie aus ihrer fälschlichen Traumwelt wachgerüttelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die filmwissenschaftliche Kontroverse um Mulholland Drive ein und skizziert das Ziel, die Erzählstruktur und das Motiv der Traumerzählung zu untersuchen.

2. Die Methode Lynch: Dieses Kapitel erläutert die filmischen Mittel, mit denen Lynch Verwirrung und Uneindeutigkeit erzeugt, und analysiert die Konzepte der Traumerzählung, der Identitätssuche und der ästhetischen Dopplung.

3. Verschränkung von Außen- und Innenwelt: Hier wird anhand des Club Silencio und der Strategie der „losen Enden“ die Auflösung der Grenze zwischen Realität und Traum im narrativen Gefüge des Films analysiert.

4. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst zusammen, dass die Entschlüsselung des Films primär beim Zuschauer liegt und Mulholland Drive als Labyrinth der Möglichkeiten verstanden werden muss.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Untermauerung der filmtheoretischen Analyse.

Schlüsselwörter

David Lynch, Mulholland Drive, Traumerzählung, Filmwissenschaft, Erzählstruktur, Identität, Dopplung, Postmodernes Kino, Illusion, Club Silencio, Realität, Traum, Subjektivität, Narration, Filmtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der filmtheoretischen Analyse von David Lynchs Werk Mulholland Drive, insbesondere mit der erzählerischen Darstellung von Traumwelten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Erzählstruktur des Films, das Motiv der Identitätsdopplung, das Verschwimmen von Traum und Wirklichkeit sowie die Rolle der erzählenden Instanz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Mittel der „Methode Lynch“ zu identifizieren, die den Rezipienten in ein Labyrinth aus verschiedenen Deutungsebenen führt, ohne eine finale Lösung des Films vorzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, gestützt durch Theorien zur narrativen Struktur, der Theorie möglicher Welten und Ansätze der postmodernen Filmkritik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Erzählweise (Traumerzählung), die Analyse der Identitätswechsel sowie die Verschränkung von Außen- und Innenwelt, beispielhaft belegt durch Szenen wie den Club Silencio.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Traumerzählung, Identitätsverlust, Illusion, postmoderne Dekonstruktion und Erzählperspektive charakterisiert.

Wie deutet die Arbeit die „Blue Box“ im Film?

Die „Blue Box“ wird als mysteriöses Element verstanden, das eine Transformation der Figuren ankündigt und den Pfad ins Unheimliche und Ungewisse symbolisiert.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zum „Club Silencio“?

Die Szene wird als Wendepunkt interpretiert, an dem dem Zuschauer und den Figuren die Illusion des Geschehens offenbart wird, was die Grenze zwischen Traum und Realität endgültig auflöst.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Nichts ist wie es scheint
Untertitel
Traumerzählung oder Wirklichkeit in David Lynchs Mulholland Drive
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (TFM)
Veranstaltung
Gedächtnis. Kultur. Analyse. Perspektiven auf Freud.
Note
1,0
Autor
Sarah Blasberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V154835
ISBN (eBook)
9783640675838
ISBN (Buch)
9783640675883
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nichts Traumerzählung Wirklichkeit David Lynchs Mulholland Drive
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Blasberg (Autor:in), 2010, Nichts ist wie es scheint, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154835
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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