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Die Geschichte des Wortes Uhr

Titel: Die Geschichte des Wortes Uhr

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Denise Betsch (Autor:in)

Germanistik - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Semantik oder auch Bedeutungslehre analysiert und beschreibt die Bedeutungen sprachlicher Äußerungen. Als ihr Teilgebiet befasst sich die Lexikologie „[…] mit der Erforschung und Beschreibung des Wortschatzes einer Sprache […]“ . Außerdem untersucht sie „[…] sprachliche Ausdrücke im Hinblick auf ihre interne Bedeutungsstruktur und die Zusammenhänge zwischen einzelnen Wörtern bzw. Lexikoneinträgen […]“ .
Als Lexikographie bezeichnet man „Vorgang, Ergebnis und Methode der Anfertigung von Wörterbüchern“ . Sie erfasst gleichsam die Resultate der Lexikologie.

In der folgenden Arbeit wird die Geschichte des Wortes Uhr lexikologisch und lexikographisch untersucht. Das Wort Uhr wurde ausgewählt, weil es durch seinen häufigen Gebrauch jedermann bekannt ist. Unsere Gesellschaft funktioniert nach der Uhr. Deshalb wird das Wort auch tagtäglich ganz selbstverständlich benutzt. Vor allem im Alltag hängt alles von der Uhrzeit ab: Wann man morgens aufsteht, wann man arbeiten muss oder wann man verabredet ist. Ein Leben ohne Uhr ist hier kaum noch vorstellbar.
Als Untersuchungsgegenstand für die Wortgeschichte dienen verschiedene Typen von Wörterbüchern. Dazu zählen historische Wörterbücher, etymologische Wörterbücher sowie Sprachstadienwörterbücher. Sie werden innerhalb des gleichen Typus synchron und diachron betrachtet. Dabei soll herausgefunden werden, wo Uhr seinen Ursprung hat und wie sich das Wort in den einzelnen Sprachperioden bis heute entwickelt hat. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Deutschen. Gleichzeitig wird der Aufbau von Wörterbuchartikeln geprüft.

Eingeleitet wird die Arbeit durch grundlegende Angaben zum Wort Uhr. Das bezieht sich insbesondere auf die Phonetik und Morphologie, es werden aber auch weitere grammatische Eigenschaften einbezogen. Das darauf folgende Kapitel befasst sich mit dem etymologischen Hintergrund. Es folgen Ausführungen zum Sprachwandel, genauer gesagt zum Laut- und Bedeutungswandel. Danach werden jeweils zwei Wörterbuchartikel unter synchronem und diachronem Aspekt miteinander verglichen. Abschließend gilt es, Uhr als Teil von Komposita und Phraseologismen zu beleuchten. Ferner wird auf Synonyme von Uhr eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Phonetik, Morphologie und weitere grammatische Eigenschaften

3 Etymologie

4 Sprachwandel

4.1 Lautwandel

4.2 Bedeutungswandel

5 Mikrostruktur und Inhalt von Wörterbuchartikeln im Vergleich

5.1 Synchrone Betrachtung

5.2 Diachrone Betrachtung

6 Komposita, Phraseologismen, Synonyme

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die lexikologische und lexikographische Geschichte des Wortes "Uhr", um dessen etymologischen Ursprung, den vollzogenen Sprachwandel sowie die strukturelle und inhaltliche Darstellung in verschiedenen Wörterbuchtypen zu analysieren.

  • Etymologische Herleitung des Wortes von der lateinischen Wurzel "hora"
  • Analyse phonologischer und semantischer Sprachwandelprozesse
  • Vergleichende Untersuchung der Wörterbuch-Mikrostruktur (synchron vs. diachron)
  • Analyse der Verwendung des Wortes in Komposita und Phraseologismen
  • Dokumentation des Bedeutungswandels vom ursprünglichen Zeitbegriff zum Messinstrument

Auszug aus dem Buch

Lautwandel

Lautwandel findet auf der phonologischen Ebene statt. Man versteht darunter „Veränderungen im Lautsystem einer Sprache unter historischem Aspekt“. Monophthongierung, Dissimilation oder Synkope sind nur einige Arten von Lautwandel. Im Folgenden sollen weitere lautliche Veränderungen dargelegt werden, die zugleich an der Entwicklung von hora zu Uhr beteiligt waren.

Vergleicht man das neuhochdeutsche Uhr mit dem lateinischen hora, lassen sich kurzum vier Dinge feststellen: Es fehlt das zu Beginn, stattdessen steht heute eines nach dem Vokal, aus dem wurde ein und das am Ende ist weggefallen.

Zunächst soll eine Erklärung für das fehlende gefunden werden. Zieht man verschiedene Wörterbücher zurate, so taucht neben der ‚klassischen’ lateinischen Form hora auch ora auf. Diese Form wird als vulgär- oder spätlateinische Variante bezeichnet. In Anbetracht der Tatsache, dass Uhr ebenfalls mit einem Vokal beginnt, wäre es ein Leichtes, zu meinen, dass sich die heutige Form aus dem vokalanlautenden ora gebildet hat.

Wie jedoch dem Kapitel zur Etymologie zu entnehmen, ist von der ‚klassischen’ lateinischen Form hora auszugehen. Schon in seinem griechischen Ursprung hat dieses Lehnwort ein [h] im Anlaut. Im Altfranzösischen kommen Formen mit (hore, heure) und ohne (ore, eure) vor. Es ist gewissermaßen ein partieller Schwund des erkennbar. Das hängt womöglich mit der phonetischen Realisierung zusammen, denn das /h/ zu Beginn wird nicht artikuliert. Da das mittelniederländische ure aus Altfranzösischen entlehnt wurde, verwundert es nicht, dass dort und letzten Endes auch im Deutschen kein mehr vorhanden ist. Diesen Wegfall eines Sprachlautes am Wortanfang, hier der des /h/, nennt man Prokope.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung definiert grundlegende Begriffe der Lexikologie und Lexikographie und legt das Untersuchungsziel sowie die methodische Vorgehensweise anhand des Wortes "Uhr" fest.

2 Phonetik, Morphologie und weitere grammatische Eigenschaften: In diesem Kapitel wird das Substantiv "Uhr" hinsichtlich seiner grammatischen Flexion, morphologischen Segmentierung und phonetischen Realisierung analysiert.

3 Etymologie: Hier wird der etymologische Ursprung des Wortes "Uhr" zurückverfolgt, wobei der Weg vom Griechischen über das Lateinische und Altfranzösische bis in den deutschen Sprachraum nachgezeichnet wird.

4 Sprachwandel: Dieses Kapitel untersucht die lautlichen Veränderungen (Lautwandel) und die semantische Ausweitung (Bedeutungswandel) des Wortes über verschiedene Sprachperioden hinweg.

5 Mikrostruktur und Inhalt von Wörterbuchartikeln im Vergleich: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der Wörterbuchartikel unter synchronem und diachronem Aspekt, wobei Aufbau und Inhalt exemplarisch an Duden, Wahrig, Adelung und Grimm analysiert werden.

6 Komposita, Phraseologismen, Synonyme: Der abschließende inhaltliche Teil beleuchtet die Rolle von "Uhr" als Teil komplexerer Wortbildungen, gebräuchlicher Redewendungen und die Synonymgruppen des Begriffs.

7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, verschiedene Wörterbuchtypen für eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung heranzuziehen.

Schlüsselwörter

Uhr, Lexikologie, Lexikographie, Sprachwandel, Etymologie, Lautwandel, Bedeutungswandel, Synchronie, Diachronie, Wörterbuchartikel, Mikrostruktur, Komposita, Phraseologismen, Polysemie, Metonymie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Wortgeschichte des Begriffs "Uhr" und untersucht, wie dieses Wort in der germanistischen Forschung und in Wörterbüchern dokumentiert wird.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die etymologische Herkunft, die lautliche Entwicklung, der semantische Bedeutungswandel sowie die vergleichende Analyse der lexikographischen Aufbereitung in verschiedenen Nachschlagewerken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Ursprung des Wortes zu klären, Sprachwandelprozesse nachzuweisen und die Qualität sowie Unterschiede in der Struktur von Wörterbuchartikeln aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, bei der verschiedene Wörterbuchausgaben und Sprachstufen (diachron) sowie aktuelle Nachschlagewerke (synchron) miteinander verglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des etymologischen Hintergrunds, der Sprachwandelarten, der Mikrostruktur von Wörterbucheinträgen und einer Analyse von Wortbildungen und Phraseologismen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Lexikologie, Sprachwandel, Etymologie, Mikrostruktur, Polysemie und Wortgeschichte.

Warum wurde das Wort "Uhr" als Untersuchungsgegenstand gewählt?

Das Wort wurde gewählt, da es aufgrund seiner alltäglichen Präsenz bekannt ist und eine interessante Entwicklung von einem abstrakten Zeitbegriff zum konkreten Messinstrument vollzogen hat.

Was ist das zentrale Ergebnis des Wörterbuchvergleichs?

Es zeigt sich, dass Wörterbücher je nach Alter und Anspruch (z.B. wissenschaftlich-kritisch vs. benutzerorientiert) in Gliederung und Tiefe der Belegstellen stark divergieren.

Was bedeutet der Wandel vom monosemen zum polysemen Lexem in der Arbeit?

Dies beschreibt den Prozess, bei dem das ursprünglich nur für "Stunde" verwendete Wort durch metonymische Verschiebung im 15. Jahrhundert die zusätzliche Bedeutung "Stundenmesser" erhielt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Geschichte des Wortes Uhr
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Note
1,0
Autor
Denise Betsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V154782
ISBN (eBook)
9783640675586
ISBN (Buch)
9783640675760
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Wortes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Denise Betsch (Autor:in), 2006, Die Geschichte des Wortes Uhr, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154782
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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