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"Nackter Wahnsinn" - Struktureller Funktionalismus des Wahnsinnsmotivs

Titel: "Nackter Wahnsinn" - Struktureller Funktionalismus des Wahnsinnsmotivs

Seminararbeit , 2008 , 11 Seiten

Autor:in: Daniel Bohnert (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Untersuchung dient einer werkzentrierten Analyse und Interpretation des Wahnsinnsmotivs im Iwein Hartmanns von Aue. Der gesamte Komplex ist daher in Analogie zum Aufbau innerhalb des Romans in die einzelnen Phasen Ätiologie des Wahnsinns, Gipfel des Wahnsinns und Leben in der Wildnis sowie Therapie und Heilung aufgegliedert, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Genese der Krankheit und damit verbunden auf den Liebeskonzeptionen Hartmanns liegt. Einen fundierten Überblick über die Ergebnisse der älteren Forschung liefert Haferlach (1991), dessen Ergebnisse aus medizinhistorischer Perspektive äußerst konstruktiv sind. Diese Untersuchung stützt sich auch hinsichtlich der Gliederung insbesondere auf den Aufsatz Schmitts (1985), welcher interessante interpretatorische Ansätze aufweist. Er erkennt durch seine Hinweise auf spiegelbildliche Korrespondenzen die funktionale Bedeutung der Struktur dieses Komplexes wie im gesamten Iwein. Krause (1985) verweist im Rahmen der Interpretation des Wahnsinns auf gestörte Kommunikations- und Interaktionszusammenhänge. In diesen Kontext lässt sich auch die Analyse Sosnas (2003) einordnen. Im Folgenden sollen in Anbetracht dieser und weiterer Forschungsergebnisse die strukturellen Signifikanzen des höfischen Romans herausgearbeitet und im Spiegel des Aufbaus des gesamten Werkes und dessen Intention analysiert und interpretiert werden. Die Popularität des Iwein und insbesondere des Wahnsinnsmotivs, welches beispielsweise im „Bussard“ rezipiert und zum Handlungskern ausgestaltet wurde, sowie die Kontroversen in der Forschung machen eine erneute Auseinandersetzung mit der Thematik zu einem interessanten Unternehmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Wahnsinnsmotiv im Iwein Hartmanns von Aue

2.1. Ätiologie des Wahnsinns

2.2. Der totale Wahnsinn

2.3. Therapie und Heilung

3. Struktur und Bedeutung des Wahnsinnsmotivs - Interpretation im Rahmen der Intention des Werkes

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Wahnsinnsmotiv im Artusroman „Iwein“ von Hartmann von Aue einer tiefgehenden werkzentrierten Analyse zu unterziehen und dessen strukturelle sowie funktionale Bedeutung für den Reifungsprozess des Protagonisten zu interpretieren.

  • Analyse der Ätiologie und Genese des Wahnsinns im Kontext höfischer Liebeskonzeptionen.
  • Untersuchung des totalen Wahnsinns als Umkehrung höfischer Identität und zivilisatorischer Normen.
  • Deutung der Phasen von Therapie und Heilung sowie der gesellschaftlichen Reintegration Iweins.
  • Reflektion über die spiegelbildliche Struktur des Motivs als Angelpunkt des gesamten Werkes.
  • Bewertung des Wahnsinns als notwendiges Element für die Transformation des ritterlichen Selbstverständnisses.

Auszug aus dem Buch

2.2. Der totale Wahnsinn

Die Folge dieser Entwicklung ist die Flucht Iweins vor der höfischen Gesellschaft auf das freie Feld (V.3230). Dort kulminiert die aufkeimende Krankheit im offenen Ausbruch des Wahnsinns. Dieser kontinuierliche Prozess des Selbstvergessens, welcher in dieser Situation seinen Höhepunkt erreicht, wird auch symbolisch durch das Zerreißen seiner Kleidung, welche seine höfische Identität repräsentiert, und der Nacktheit als Folge markiert. Dieser Akt offenbart den Verlust dieser ritterlichen Identität:

Do wart sin riuwe also groz

Daz im in das hirne schoz

Ein zorn unde ein tobesuht

Er brach sine site und sine zuht

Und zarte abe sin gewant,

daz er wart bloß sam ein hant.

(V.3231-36)

Dadurch dass der Protagonist seine guten Sitten, seine Erziehung und damit die zu verkörpernde höfische Norm aufgibt, wird eine sichtbare Veränderung seines Verhaltens explizit deutlich, welche zwar in kausalem Zusammenhang mit seinem Schmerz und den Kränkungen durch Lunete stehen, aber die Ebene der Wahrnehmungsstörung, der Verengung der Perspektive auf die eigene Person und des Verlustes seiner Verstandesfunktionen verlässt. Es kommt zu einem reinen Wahnsinn, der sich durch die Tobsucht offenbart. Diese schießt Iwein ins Gehirn. Die Krankheit betrifft also sowohl die körperliche als auch die geistige Ebene. sinne unde lip (V.3256) bilden keine Einheit mehr, Iwein ist vom Wahnsinn beherrscht. Es folgt ein kommunikationsfreies, unreflektiertes und triebhaft-existentiell motiviertes Leben im Wald.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt den methodischen Rahmen einer werkzentrierten Analyse ab und verortet die Untersuchung im aktuellen Forschungsdiskurs zur Wahnsinnsthematik bei Hartmann von Aue.

2. Das Wahnsinnsmotiv im Iwein Hartmanns von Aue: Dieses Kapitel analysiert chronologisch die Entstehung des Wahnsinns aus einer Liebeskrise, den Höhepunkt der psychischen Erkrankung im Wald sowie die therapeutischen Schritte zur Wiederherstellung der Identität.

3. Struktur und Bedeutung des Wahnsinnsmotivs - Interpretation im Rahmen der Intention des Werkes: Das Kapitel verknüpft das Motiv mit der Gesamtstruktur des Romans und interpretiert den Wahnsinn als essenziellen Wendepunkt zur ethisch-moralischen Läuterung des Ritters.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Wahnsinn, Minne, höfischer Roman, Identität, Reifungsprozess, Wahnsinnsmotiv, Literaturwissenschaft, Mittelalter, psychische Erkrankung, Sühneaventiuren, ritterliche Tugenden, Narration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Funktion und Bedeutung des Wahnsinnsmotivs in Hartmanns von Aue „Iwein“ und analysiert, wie dieser Zustand den Protagonisten in seiner Entwicklung beeinflusst.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Ätiologie der Krankheit, die Auswirkungen auf die ritterliche Identität sowie die Möglichkeiten der Therapie und Heilung im höfischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Wahnsinn als strukturellen Wendepunkt im Roman zu interpretieren, der zur Läuterung und Reintegration des Helden beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine werkzentrierte Interpretation sowie die Analyse von Forschungsansätzen zur mittelalterlichen Psychologie und Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Phasen des Wahnsinns: dessen Ausbruch, den totalen Realitätsverlust in der Wildnis und die anschließende therapeutische Heilung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Iwein, Wahnsinn, Minne, Identitätssuche, höfische Normen und der individuelle Reifungsprozess.

Welche Rolle spielt die Figur der Lunete bei der Entwicklung des Wahnsinns?

Lunete fungiert als Katalysator; ihre Schmährede markiert für Iwein den Übergang von emotionalem Liebeskummer hin zum totalen Wahnsinn durch den Verlust der gesellschaftlichen Anerkennung.

Inwiefern unterscheidet sich Iweins ritterliches Handeln vor und nach dem Wahnsinn?

Während sein Handeln vor dem Wahnsinn auf Ruhm und Ehre basiert, ist es nach der Heilung durch eine ethisch-moralische, selbstlose Triebfeder geprägt.

Wie deutet der Autor die symbolische Nacktheit von Iwein?

Die Nacktheit wird als Verlust der höfischen Identität und als sichtbares Zeichen für den totalen Kontrollverlust über das eigene zivilisierte Selbst verstanden.

Welche Funktion hat die „spiegelbildliche Struktur“ des Wahnsinnsmotivs?

Die spiegelbildliche Struktur verdeutlicht die Verzahnung der Handlungsstränge: Da eine Frau Ursache für den Wahnsinn ist, muss auch die Heilung durch weibliche Akteure und liebevolle Zuwendung erfolgen.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Nackter Wahnsinn" - Struktureller Funktionalismus des Wahnsinnsmotivs
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Autor
Daniel Bohnert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V154714
ISBN (eBook)
9783640683185
ISBN (Buch)
9783640683277
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nackter Wahnsinn Struktureller Funktionalismus Wahnsinnsmotivs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Bohnert (Autor:in), 2008, "Nackter Wahnsinn" - Struktureller Funktionalismus des Wahnsinnsmotivs, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154714
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Leseprobe aus  11  Seiten
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