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Digitale Fotografie

Verlust von Wirklichkeit?

Titel: Digitale Fotografie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 13 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Johannes Werner (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung
Versucht man sich dem Phänomen der Fotografie zu nähren, so stößt man unweigerlich auf die weitverbreitete Annahme, dass sie etwas mit dem Tod zu tun habe. Und dies sogar in mehrfacher Hinsicht. Denn so figuriert sie einerseits als „Leiche des Moments“ , was Susan Sontag in Über Photographie bestärkt, wenn sie kommentiert: Es sei „ihre Strategie, lebendige Wesen in leblose Dinge zu verwandeln und leblose Dinge in lebendige Wesen“ . Andererseits ist die Einführung der Technik der Fotografie in gewisser Hinsicht ebenfalls als Mord aufzufassen. Einen solchen Standpunkt vertritt etwa William J. Mitchell, dessen These folgendermaßen lautet: „From the moment of its sesquicentennial in 1989 photography was dead – or more precisely, radically and permanently displaced – as was painting 150 years before“ . Dieser Äußerung lassen sich dabei gleich mehrere Erkenntnisse abgewinnen: So verweist Mitchell zunächst auf den Tod der Malerei, hervorgerufen durch niemand anderen als die Fotografie. Gleichsam stellt er heraus, dass die Fotografie nun von einem ähnlichen Schicksal bedroht wird, was bereits in dem Untertitel seines Buches The Reconfigured Eye anklingt, worin er den Beginn einer „Post-Photographic Era“ propagiert. Dabei wird nun die Fotografie ihrerseits zum Mordopfer. Als Täter tritt hier jedoch „die Digitalisierung und der allmächtige Computer“ auf den Plan. In eigentümlicher Weise wird somit, um es in den Worten Stieglers auszudrücken, die „für die Photographie oft bemühte Todesmetapher zur historischen Klammer ihrer Geschichte“ .
Interessanterweise setzt Mitchell in seiner These vom Tod der Fotografie die beiden Umbruchsituation gleich, was sich darin manifestiert, dass er der „Differenz von analogem und digitalem Bild die gleiche Bedeutung […] wie derjenigen zwischen einer Fotografie und einer manuell hergestellten Darstellung“ beimisst. Die klassische analoge Fotografie wird im Zuge der Digitalisierung in den Zustand einer obsoleten Kunst überführt, genau wie zuvor schon die Malerei.
Thematisiert wird hier der Übergang von den analogen zu den digitalen Medien, der nicht selten als „welthistorische Zäsur“ bewertet wird, was wenig verwundert, denn so stellt die „Unterscheidung analog/digital […] die medienhistorische und –theoretische Leitdifferenz der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ dar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Digitale Fotografie: Verlust von Wirklichkeit?

2.1 Bildproduktion

2.2 Problematik der Manipulierbarkeit

2.3 Manipulation als kontinuierliche Praxis

2.4 Inszeniert realistische Auslegung

2.5 Fotografie als Simulakrum

2.6 Fotografie als gesellschaftlich-kulturelle Praxis

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob mit der Digitalisierung der Fotografie ein tatsächlicher Verlust von Wirklichkeit einhergeht und inwieweit die Möglichkeiten der digitalen Bildmanipulation als Bruch oder Kontinuum zur analogen Fotografiegeschichte zu verstehen sind.

  • Transformation von analoger zu digitaler Bildproduktion
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Manipulierbarkeit fotografischer Bilder
  • Theoriegeschichtliche Einordnung der Fotografie (Simulakrum-Diskurs)
  • Fotografie als gesellschaftlich-kulturelle Praxis
  • Vergleich von Realitätsanspruch und digitaler Konstruktion

Auszug aus dem Buch

2.3 Manipulation als kontinuierliche Praxis

Deshalb erscheint es an dieser Stelle durchaus sinnvoll die Paradebeispiele der Historiographie der Fotografie kurz darzustellen und zu erläutern, wodurch verdeutlicht werden soll, dass zahlreiche heute gängige Veränderungspraktiken auf analoge Wurzeln rekurrieren, womit gleichzeitig der weit verbreitete Ansicht, die Digitalisierung würde die Manipulation erst hervorbringen, die Argumente genommen werden sollen.

Hierbei muss zunächst die grafische Veränderung thematisiert werden. Als Beispiel für das digitale Zeitalter, so suggerieren es die Texte über die digitale Fotografie, die durchwegs „ein bestimmtes Setting von Beispielen teilen“, dient ein National Geographic Cover aus dem Jahr 1982, auf welchem ein Ausschnitt der Pyramiden von Gizeh abgebildet ist. Dabei wurden nachträglich zwei der Pyramiden näher zusammengeschoben, um „sie für das Hochformat des Covers“ besser verwenden zu können. Solcherlei Eingriffe in die grafische Anordnung eines Bildes finden sich allerdings bereits im prä-digitalen Zeitalter in der „Photomontage und […] Presse- und Werbephotographie“.

Desweiteren muss das kombinatorische Bild benannt werden. Bei dieser Art von Manipulation handelt es sich um ein Konstrukt aus mehreren Bildern: So setzt sich das Endprodukt aus verschiedenen voneinander unabhängigen Aufnahmen zusammen; solcherlei Vorgehensweisen liegen in der Tradition der „piktorialistischen Photographie“ begründet. Die partielle Bildtilgung, die gewissermaßen als Pendant zum kombinatorischen Bild aufgefasst wird, verfährt entgegengesetzt: So kommt es zur Löschung bzw. Ersatz einzelner Bildelemente, wofür als historische Paradebeispiele Retuschen und in besonderer Weise die Bildpolitik des Stalinismus genannt sein will.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die medienhistorische und -theoretische Relevanz des Übergangs von analogen zu digitalen Medien und führt in die Fragestellung nach dem "Tod der Fotografie" durch Digitalisierung ein.

2. Digitale Fotografie: Verlust von Wirklichkeit?: Dieses Kapitel untersucht die formalen und theoretischen Umbrüche, die mit der Digitalisierung einhergehen, und hinterfragt kritisch, ob diese zwangsläufig zu einem Verlust von Realität führen.

2.1 Bildproduktion: Es wird der technologische Wandel vom chemischen Prozess hin zur digitalen Pixelstruktur analysiert und die Limitationen des analogen Verfahrens gegenüber der digitalen Manipulierbarkeit gegenübergestellt.

2.2 Problematik der Manipulierbarkeit: Dieses Kapitel thematisiert den Vorwurf der Manipulierbarkeit digitaler Bilder und hinterfragt, ob die vermeintliche Objektivität analoger Fotografie historisch tatsächlich unstrittig war.

2.3 Manipulation als kontinuierliche Praxis: Anhand historischer Beispiele wird dargelegt, dass diverse Manipulationspraktiken bereits im analogen Zeitalter existierten und die Digitalisierung eher eine Vereinfachung dieser Techniken darstellt.

2.4 Inszeniert realistische Auslegung: Hier werden theoretische Positionen erörtert, welche die Fotografie sowohl als Medium des Realismus als auch als Werkzeug der Fälschung und technischen Manipulierbarkeit beschreiben.

2.5 Fotografie als Simulakrum: Unter Rückgriff auf Jean Baudrillard wird untersucht, inwiefern sich die digitale Fotografie als Simulakrum verstehen lässt, das keine Referenz zur Wirklichkeit mehr besitzt.

2.6 Fotografie als gesellschaftlich-kulturelle Praxis: Dieses Kapitel betrachtet die Fotografie rezeptionsästhetisch als kulturelle Praxis, deren Bedeutung sich erst durch ihre jeweiligen Gebrauchskontexte definiert.

3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Realität nicht durch die Digitalisierung verschwunden ist, sondern sich der Realitätsbezug gewandelt hat und die digitale Technik teilweise sogar ein verstärktes Streben nach Realismus aufweist.

Schlüsselwörter

Digitale Fotografie, Bildmanipulation, Analoge Fotografie, Realitätsverlust, Simulakrum, Bildproduktion, Medienwandel, Authentizität, Digitale Revolution, Theoriegeschichte, Bildbearbeitung, Wahrheitsgehalt, Konstruktion, Digitale Nominalismus, Wirklichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Medium Fotografie und untersucht kritisch, ob und in welcher Form durch digitale Bildverarbeitung ein Verlust an Wirklichkeit oder ein Bruch mit der analogen Tradition stattfindet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören der technische Wandel der Bildproduktion, die medientheoretische Diskussion um Bildmanipulation, die historische Einordnung von Bildkonstruktionen sowie die Frage nach der Authentizität fotografischer Bilder.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob die digitale Fotografie einen "Verlust von Wirklichkeit" darstellt oder ob die Manipulierbarkeit von Bildern bereits ein wesentlicher, kontinuierlicher Bestandteil der Fotografiegeschichte ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine diskursanalytische Betrachtung und den Vergleich theoriehistorischer Positionen zur Fotografie, um die Transformation von analogen zu digitalen Bildpraktiken zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Bildproduktion, die Problematik der Manipulierbarkeit, die historische Einbettung von Bildmanipulationen, die Betrachtung der Fotografie als Simulakrum und ihre Rolle als gesellschaftlich-kulturelle Praxis.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Digitale Fotografie, Manipulierbarkeit, Simulakrum, Authentizität, Realismus und das Spannungsfeld zwischen analoger und digitaler Technik charakterisiert.

Was besagt die These des "digitalen Nominalismus"?

Der digitale Nominalismus beschreibt eine Rezeptionshaltung, bei der Betrachter zwar erkennen, dass digitale Bilder konstruiert sind, sie jedoch dennoch weiterhin auf deren Authentizität hoffen oder diese dem Bild beimessen.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise auf Capas "Falling Soldier" zur digitalen Manipulation?

Die Arbeit nutzt das Beispiel des "Falling Soldier", um zu zeigen, dass bereits analoge Fotografien inszeniert sein konnten und das Problem der fehlenden Wahrhaftigkeit kein exklusives Merkmal der digitalen Ära ist.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Digitale Fotografie
Untertitel
Verlust von Wirklichkeit?
Hochschule
Universität Regensburg
Note
1.0
Autor
Johannes Werner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V154603
ISBN (Buch)
9783640676484
ISBN (eBook)
9783640676576
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Digitale Fotografie Verlust Wirklichkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Werner (Autor:in), 2010, Digitale Fotografie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154603
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Leseprobe aus  13  Seiten
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