Im Zuge der Globalisierung werden Sprachen immer wichtiger. Je früher Kinder mit einer Sprache konfrontiert werden, desto besser. Da nicht alle Kinder in bilingualen Familien aufzuwachsen können, hat man andere Wege gefunden um Kinder möglichst gut und kompetent in einer Fremdsprache auszubilden. Eine Möglichkeit ist das Angebot bilingualen Sachfachunterrichts an deutschen Schulen.
Die folgende Arbeit verschafft einen Überblick über bilinguale Schulmodelle in der Bundesrepublik. Dabei wird genauer auf die Modelle selber, die Faktoren und Motive für die Entwicklung des bilingualen Unterrichts und die Ausbildung der Lehrer und Lehrerinnen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Zielsetzung der bilingualen Bildungsgänge in Deutschland
3. Faktoren für die Entwicklung bilingualen Sachfachunterrichts
4. Motive für die Einrichtung bilingualen Sachfachunterrichts
5. Modellversuch Wege zur Mehrsprachigkeit
5.1 Verteilung auf Bundesländer
5.2. Verteilung auf Schulformen
5.3 Einsatzpunkt des bilingualen Sachfachunterrichts
5.4 Anzahl der Sachfächer, die bilingual unterrichtet werden
5.5 Organisation des bilingualen Sachfachunterrichts
5.5.1 Additiver versus integrativer Typ
5.5.2 Zeitliche Organisation
5.5.3 Didaktisch-methodische Konzeption
6. Curriculare Grundlagen für den bilingualen Sachfachunterricht
7. Einbettung in das pädagogische Profil der Schulen
8. Ausbildung für den bilingualen Unterricht
8.1 Probleme und Perspektiven der Ausbildung für den bilingualen Unterricht
9. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über bilinguale Schulmodelle in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der zugrunde liegenden Modelle, der identifizierten Entwicklungsfaktoren, der spezifischen Motive für die Einrichtung solcher Programme sowie der notwendigen Ausbildungsstrukturen für Lehrkräfte.
- Strukturelle Analyse bilingualer Bildungsgänge in Deutschland
- Untersuchung der Motive und Zielsetzungen bilingualer Schulen
- Statistische Auswertung der Verteilung nach Bundesländern und Schulformen
- Didaktisch-methodische Konzepte des Sachfachunterrichts
- Qualifikationsanforderungen und Ausbildungssituation für bilinguale Lehrkräfte
Auszug aus dem Buch
4. Motive für die Einrichtung bilingualen Sachfachunterrichts
Anhand der Kurzportraits der Schulen, die im Rahmen der Arbeitsgruppe für Förderung des bilingualen Unterrichts an deutschen Schulen abgegeben wurden, kann man die Intentionen und Erwartungen der Schulen an den bilingualen Unterricht erkennen. Folgende Tabelle versucht diese darzustellen, wobei hier nur Schulen mit mehreren Jahren Erfahrung und nur deutsch-französischem bzw. deutsch-englischem bilingualem Angebot berücksichtigt wurden.
Wie man an Hand der Tabelle entnehmen kann, ist den Schulen die spezifische Wirkung der Verwendung der Fremdsprache als Arbeitssprache in den Sachfächern nicht so wichtig. Sie legen eher Wert auf pauschale Argumente wie die Einstellung auf Internationalisierung der Lebenswelten oder die Förderung beruflicher Chancen. Auch kann man Unterschiede zwischen dem didaktischen Selbstverständnis der Fremdsprachen Französisch und Englisch erkennen. Während sich Englisch als lingua franca eher an der globalen Kommunikation und interkulturellen Kompetenzen orientiert, hat Französisch eher ein Verständnis der Verpflichtung gegenüber dem Frankreich Partnerland und Partnerkultur. Anders als das Englische, das sich an Internationalität und interkulturellem Lernen orientiert, zielt das Französische eher eine annähernde Zweisprachigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz bilingualer Schulmodelle im Zuge der Globalisierung ein und benennt die Schwerpunkte der Analyse.
2. Definition und Zielsetzung der bilingualen Bildungsgänge in Deutschland: Das Kapitel definiert bilinguale Züge an deutschen Schulen und grenzt diese von binationalen Schulen ab, wobei die Zielsetzung der Kompetenzentwicklung im Vordergrund steht.
3. Faktoren für die Entwicklung bilingualen Sachfachunterrichts: Hier werden politische Verträge als wesentliche Treiber für die Ausbreitung des bilingualen Unterrichts in Deutschland identifiziert.
4. Motive für die Einrichtung bilingualen Sachfachunterrichts: Das Kapitel analysiert die Intentionen von Schulen, wobei Aspekte wie Internationalisierung und berufliche Chancen im Mittelpunkt stehen.
5. Modellversuch Wege zur Mehrsprachigkeit: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte quantitative Auswertung zur Verteilung, Organisation und didaktischen Ausrichtung des bilingualen Unterrichts.
6. Curriculare Grundlagen für den bilingualen Sachfachunterricht: Die Untersuchung der curricularer Vorgaben zeigt, wie Schulen Unterrichtsmaterialien auswählen und anpassen.
7. Einbettung in das pädagogische Profil der Schulen: Dieses Kapitel thematisiert die institutionelle Verankerung bilingualer Angebote und deren Bedeutung für die Schulprofile.
8. Ausbildung für den bilingualen Unterricht: Hier wird der Bedarf an spezifisch qualifizierten Lehrkräften sowie die Notwendigkeit ergänzender Kompetenzentwicklung diskutiert.
9. Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die positive Entwicklung und die Zukunftsperspektiven des bilingualen Sachfachunterrichts zusammen.
Schlüsselwörter
Bilingualer Sachfachunterricht, Fremdsprachenkompetenz, Mehrsprachigkeit, Modellversuch, Schulentwicklung, Lehrerbildung, Didaktik, Immersion, Bildungsziele, Internationalisierung, Schulpraxis, Curriculum, Zweisprachigkeit, Schultypen, Lernmaterialien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert einen systematischen Überblick über den aktuellen Stand und die Entwicklung bilingualer Schulmodelle in Deutschland.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisation, den Motiven für die Implementierung, den curricularen Rahmenbedingungen und der Lehrerbildung für den bilingualen Sachfachunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Strukturen und Strategien des bilingualen Unterrichts in Deutschland transparent zu machen und die Herausforderungen für Schulen und Lehrkräfte aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse von Daten aus Modellversuchen, Schulkurzportraits und curricularen Vorgaben der Bundesländer.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Bestandsaufnahme, die Analyse von Motiven und didaktischen Konzepten sowie die kritische Betrachtung der Lehrerausbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören bilingualer Sachfachunterricht, Mehrsprachigkeit, Lehrerbildung und schulisches Sprachenangebot.
Welche Unterschiede bestehen zwischen englischen und französischen bilingualen Modellen?
Während Englischmodelle sich häufig an einer lingua franca und globaler Kommunikation orientieren, zielen französische Modelle verstärkt auf eine annähernde Zweisprachigkeit und die Bindung zur Partnerkultur ab.
Welche Rolle spielen gesellschaftswissenschaftliche Fächer im bilingualen Unterricht?
Fächer wie Erdkunde und Geschichte sind aufgrund ihrer hohen sprachlichen Relevanz und ihrer kulturellen Affinität die dominierenden Fächer für den bilingualen Unterricht in Deutschland.
Wie bewertet die Arbeit die aktuelle Situation der Lehrerausbildung?
Das Standard-Zweifächerstudium wird als unzureichend angesehen; gefordert werden spezifische zusätzliche Qualifikationen und eine bessere Verknüpfung von Hochschul- und Referendarausbildung.
Gibt es einen Einfluss des bilingualen Unterrichts auf den regulären Fremdsprachenunterricht?
Ja, Schulen berichten von positiven Rückwirkungen auf den allgemeinen Fremdsprachenunterricht und einer gesteigerten Sensibilität für ein vielfältiges Sprachenangebot an der Schule.
- Arbeit zitieren
- Brigitte Rimus (Autor:in), 2003, Überblick über die bilingualen Unterrichtsmodelle in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154448