In der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit werden die Verteidigungsstrategien Hermann Görings sowie das letztendliche Scheitern dieser Strategien analysiert. Zunächst wird die Frage erörtert, wer Hermann Göring war und welche Rolle er während seiner Zeit im nationalsozialistischen Regime einnahm. Welche Entscheidungen traf er im Dritten Reich, und welche Konsequenzen ergaben sich daraus? Darüber hinaus wird auch die Frage behandelt, welche Bedeutung die Nürnberger Prozesse für die heutige Welt haben. In den Nürnberger Prozessen versuchte Göring sich durch seine geschickte und komplexe Verteidigungsstrategie seiner Verantwortung zu entziehen. Welche Strategien wandte Göring vor Gericht an und wie unterstützte seine Rhetorik diese Strategien? Abschließend wird auch die Frage behandelt, warum seine Verteidigungsstrategien gescheitert sind.
Um die eingehenden Fragestellungen zu beantworten, beginnt die wissenschaftliche Arbeit nach der Einleitung mit einer Analyse von Görings persönlichem Werdegang. Hierbei werden seine militärischen und politischen Erfahrungen detailliert betrachtet. Im Anschluss daran erfolgt eine Untersuchung seiner Rolle und Entscheidungen während der Zeit des Dritten Reiches.
Das Dritte Kapitel widmet sich den Nürnberger Prozessen und beleuchtet deren Entstehungen sowie Bedeutung. Ferner wird die Struktur des Prozesses vorgestellt. Das Kapitel schließt mit einer Darstellung der Anklage Görings.
Im vierten Kapitel liegt der Fokus auf Görings Verteidigungsstrategien, wobei seine zentralen Argumente, die im Nürnberger Prozess vorbrachte, untersucht werden. Darüber hinaus wird seine Rhetorik und sein Auftreten vor Gericht analysiert.
Das vorletzte Kapitel thematisiert das Scheitern von Görings Verteidigung und schließt mit dem Urteil sowie der Begründung des Gerichts ab.
Den Abschluss der wissenschaftlichen Arbeit bildet das Fazit, in dem die Forschungsfragen beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. HERMANN GÖRING UND SEINE ROLLE IM DRITTEN REICH
2.1 DIE PERSON GÖRING UND SEIN EINTRITT IN DIE NSDAP
2.2 FUNKTIONEN UND ENTSCHEIDUNGEN IM DRITTEN REICH
3. DIE NÜRNBERGER PROZESSE: EIN ÜBERBLICK
3.1 ENTSTEHUNG UND BEDEUTUNG DER PROZESSE
3.2 DIE STRUKTUR UND HAUPTANGEKLAGTEN
3.3 GÖRINGS ANKLAGE
4. DIE VERTEIDIGUNGSSTRATEGIEN VON HERMANN GÖRING
4.1 VERTEIDIGUNG UND HAUPTARGUMENTE
4.2 RHETORIK UND AUFTRETEN VOR GERICHT
5. DAS SCHEITERN VON GÖRINGS VERTEIDIGUNG
5.1 GRÜNDE FÜR DAS SCHEITERN VON GÖRINGS VERTEIDIGUNG
5.2 DAS URTEIL UND SEINE BEGRÜNDUNG
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die wissenschaftliche Arbeit analysiert die Verteidigungsstrategien von Hermann Göring während des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses und untersucht die Ursachen für deren Scheitern. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie Göring versuchte, seine persönliche Verantwortung durch strategische Rhetorik und die Leugnung zentraler Tatsachen zu relativieren, während er gleichzeitig dem nationalsozialistischen Regime gegenüber loyal blieb.
- Analyse der persönlichen und politischen Biografie von Hermann Göring
- Untersuchung der Struktur und Bedeutung der Nürnberger Prozesse
- Analyse der Verteidigungsstrategien und Argumentationsmuster Görings vor dem Internationalen Militärgerichtshof
- Bewertung der rhetorischen Fähigkeiten und des Auftretens Görings als Verteidigungsstrategie
- Untersuchung der Gründe für das Scheitern seiner Verteidigung im Kontext der Beweislage
Auszug aus dem Buch
4.1 Verteidigung und Hauptargumente
Hermann Göring versuchte während des Prozesses, seine Perspektive darzulegen und sein Handeln während des Dritten Reiches zu rechtfertigen. Eines seiner zentralen Argumente war die Verteidigung der Maßnahmen des NS-Regimes, als Ausdruck der Staatsräson. In seiner Aussage vom 18. März 1946, in der Vormittagssitzung sagt er:
„GÖRING: Sie müssen zwei Kategorien unterscheiden: Diejenigen selbstverständlich, die irgendwie eine aktive Handlung des Hochverrates gegen den neuen Staat begangen hatten oder denen eine derartige Handlung nachgewiesen werden konnte, die wurden natürlich den Gerichten überstellt. Die anderen aber, von denen man derartige Handlungen erwarten konnte, die sie aber noch nicht ausgeführt hatten, wurden in Schutzhaft genommen, und das waren diejenigen, die in die Konzentrationslager kamen. Ich spreche jetzt vom Anfang; später hat sich da vieles geändert. Auch wenn aus politischen – um Ihre Fragen zu beantworten – aus politischen Gründen, also aus reinen Staatsraison-Gründen, eine Festnahme im Sinne der Schutzhaft verfügt war.“
Göring argumentierte, dass viele Handlungen das nationalsozialistischen Regimes notwendige Maßnahmen zur Wahrung der Sicherheit in Deutschland und zur Erhaltung des Staates waren. Er behauptet, dass Deutschland das Recht habe, seine eigenen Interessen zu verfolgen und zu verteidigen. Göring erklärt beispielsweise, dass die Ermordung Ernst Röhms ein Staatsnotakt gewesen sei, der zur Sicherung der Stabilität Deutschlands notwendig war. Auch verteidigt Göring die Besetzung des Rheinlandes als vorbeugende Maßnahme um jeglichen Invasionen zuvorzukommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung der Nürnberger Prozesse als Meilenstein der internationalen Rechtsprechung und führt in die zentrale Rolle Hermann Görings im Nationalsozialismus und in diesem Verfahren ein.
2. HERMANN GÖRING UND SEINE ROLLE IM DRITTEN REICH: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Görings von seiner militärischen Laufbahn bis hin zu seinen zentralen Funktionen und Entscheidungen im NS-Regime nach.
3. DIE NÜRNBERGER PROZESSE: EIN ÜBERBLICK: Hier werden die Entstehung, die architektonische Struktur des Verfahrens, die beteiligten Akteure sowie die Anklagepunkte gegen Hermann Göring dargelegt.
4. DIE VERTEIDIGUNGSSTRATEGIEN VON HERMANN GÖRING: Das Kapitel analysiert, wie Göring versuchte, sich durch rhetorische Strategien, die Leugnung von Wissen und die Abwälzung der Verantwortung auf andere, vor Gericht zu entlasten.
5. DAS SCHEITERN VON GÖRINGS VERTEIDIGUNG: Hier werden die Gründe für das Scheitern der Strategien – insbesondere durch erdrückende Beweislast und Widersprüche in Görings eigenen Aussagen – sowie das abschließende Urteil und dessen Begründung behandelt.
6. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und schließt mit der Erkenntnis, dass Görings Unvermögen, Verantwortung zu übernehmen, maßgeblich zu seinem Scheitern vor Gericht beitrug.
Schlüsselwörter
Hermann Göring, Nürnberger Prozesse, Nationalsozialismus, Verteidigungsstrategien, Internationaler Militärgerichtshof, Holocaust, Staatsräson, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Rhetorik, NS-Regime, Zeugenaussagen, Vierjahresplan, Schuldfrage, Urteilsbegründung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Verteidigungsstrategie von Hermann Göring während seiner Zeit als Hauptangeklagter bei den Nürnberger Prozessen ab 1945.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Thematisiert werden Görings Werdegang im Nationalsozialismus, seine Machtposition, die Struktur der Nürnberger Prozesse sowie seine konkreten Versuche, seine Verantwortung vor Gericht durch Rhetorik und Argumentationslinien zu relativieren.
Worauf zielt die Forschungsfrage ab?
Die Arbeit untersucht, welche spezifischen Strategien Göring anwandte, um seiner persönlichen Verantwortung zu entkommen, und warum diese Strategien letztlich vor dem Internationalen Militärgerichtshof scheiterten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Untersuchung zugrunde?
Es handelt sich um eine histographische Analyse, bei der vorliegende Gerichtsprotokolle der Nürnberger Prozesse sowie zeitgenössische Aufzeichnungen (u. a. das Tagebuch von Gustave Gilbert) und historische Fachliteratur ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung von Görings Machtrolle im Dritten Reich, die Erläuterung der Prozessgrundlagen, die detaillierte Analyse seiner Verteidigungsargumente und die schließliche Untersuchung des Scheiterns seines Verteidigungsansatzes.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Machtstreben, Opportunismus, Verteidigungsrhetorik, Schuldfrage, Gerechtigkeit, völkerrechtliche Verantwortung und die Dynamik innerhalb des Nürnberger Tribunals.
Wie versuchte Göring, die Legitimität des Gerichts zu untergraben?
Göring argumentierte aus einer nationalistischen Perspektive, dass das Gericht parteiisch sei, da es lediglich von den Siegermächten geführt werde, die selbst in Kriegsverbrechen involviert gewesen seien.
Welche Rolle spielte Gustave Gilbert für die Analyse?
Gilbert als Gerichtspsychologe lieferte durch seine täglichen Aufzeichnungen und Gespräche mit den Angeklagten eine unmittelbare und unverfälschte Quelle, um die Psyche und die Denkmuster Görings während des laufenden Prozesses zu verstehen.
Wie endete der Prozess für Hermann Göring?
Nachdem das Gericht seine Schuld in allen angeklagten Punkten – einschließlich Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit – als erwiesen ansah, wurde er zum Tode durch den Strang verurteilt, wonach er kurz vor der Vollstreckung Suizid beging.
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- Attilla Inan (Autor:in), 2024, Die Verteidigung von Hermann Göring im Nürnberger Prozess. Strategien und Scheitern, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1543897