Ich beschäftige mich in dieser Arbeit mit dem Thema Lese-Rechtschreibstörung (LRS). Als erstes gebe ich einen kurzen Überblick über das Thema, bevor ich den Schwerpunkt der Förderung und der Förderprogramme für die Sekundarstufe I näher beleuchte.
Während der Arbeit werde ich den Begriff der Lese-Rechtschreibstörung durch Synonyme wie Lese-Rechtschreibschwäche oder Lese-Rechtschreibschwierigkeiten ersetzen. Weiterhin werde ich verschiedene Abkürzungen wie SuS für Schülerinnen und Schüler und LuL für Lehrerinnen und Lehrer verwenden.
Hinsichtlich der Literaturrecherche stellte ich fest, dass es eine Vielzahl an Werken gibt, die sich mit dem Thema der Lese-Rechtschreibstörung beschäftigen. Jedoch war der Teil, der sich mit der Förderung betroffener Kinder beschäftigt meistens für die Grundschule ausgelegt. Dies lässt sich wohl damit begründen, dass die LRS in den meisten Fällen bereits im Erstlese- und Schreibunterricht diagnostiziert und behandelt wird.
Insgesamt betrachtet wird die LRS in allen Werken hinsichtlich ihres Ursprungs, Erscheinungsbilds, Diagnostik und ihrer Folgen diskutiert. Die pädagogische , psychologische und medizinische Literatur bietet zu diesem Thema kontroverse Forschungsansätze und Ergebnisse.
Laut der Kultusministerkonferenz sind besondere Unterstützungsprogramme wie Förderung in Zusatzkursen entwickelt worden. Diese Maßnahmen der individuellen Förderung sollten bis zum Ende der 10. Jahrgangsstufe abgeschlossen sen. Eindeutig steht fest, dass die Diagnose und die darauf aufbauende Beratung und Förderung der betroffenen SuS zu den Aufgaben der Schule gehören.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Lese-Rechtschreibstörung
2.1 Definition Lese-Rechtschreibstörung
2.2 Historie
2.3 Abgrenzung LRS-Legasthenie
2.4 Symptome einer Lesestörung
2.5 Symptome einer Rechtschreibstörung
2.6 Ursachen
2.7 Diagnosemöglichkeiten
3. Förderung im Schulalltag
3.1 Organisation der zusätzlichen Fördermaßnahmen
3.2 Die Hamburger Schreibprobe
3.3 Förderdiagnostik auf der Basis freier Texte
3.2.1 Freie Texte im Förderunterricht
3.2.2 Freie Texte bearbeiten
3.3 LRS?- Ein Trainingsprogramm für die Sekundarstufe
3.3.1 Aufbau des Förderprogramms
3.3.2 Fazit
4. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen Überblick über das Erscheinungsbild der Lese-Rechtschreibstörung (LRS) zu geben und insbesondere effektive Förderansätze für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I zu analysieren, um Lernrückstände abzubauen und die Schreibmotivation zu stärken.
- Grundlagen, Symptomatik und Ursachen der Lese-Rechtschreibstörung
- Diagnostische Verfahren im schulischen Kontext
- Förderung durch freie Texte und den Abbau von Schreibblockaden
- Systematische Trainingsprogramme zur Fehlerreduzierung
- Praxisorientierte Methoden zur individuellen Unterstützung von SuS
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Freie Texte im Förderunterricht
Kinder sind im Bezug auf das Verfassen freier Texte sehr unterschiedlich motiviert. Es gibt Kinder mit großen Schwierigkeiten beim Schreiben, die dennoch gerne eigene Geschichten verfassen. Anderen ist die Motivation verloren gegangen. Diese SuS sind häufig misserfolgsorientiert, da sie davon ausgehen, dass die gestellte Aufgabe für sie nicht lösbar ist. Wenn sie dennoch anfangen zu schreiben, ist das Ergebnis häufig eine fantasielos wirkende und kurze Geschichte, für die sie wenig Anerkennung bekommen. Bei Kindern, die von sich aus nur eine schwach ausgeprägte Motivation für das Verfassen von Texten zeigen, ist es besonders notwendig einen motivieren Schreibanlass zu bieten.
Eine große Motivation zum Schreiben und auch zum Überarbeiten von Texten, ist die Aussicht, dass der Text auch gelesen wird. Beispielsweise können die Texte gesammelt und zu einem Buch zusammengefasst werden. Haben freie Texte im FU einen hohen Stellenwert, können nicht alle Texte veröffentlicht werden, aber es reicht oft schon, wenn die Erwachsenen die Geschichten noch einmal laut und mit Betonung vorlesen.
Besonders gut eigenen sich zum Verfassen eigener Texte, Anregungen, die noch viel Spielraum für eigene Gedanken lassen. Allerdings können zu offene Anregungen gerade bei Kindern mit wenig Selbstvertrauen in Bezug auf das Schreiben Versagensängste auslösen.
Natürlich muss auch berücksichtigt werden, dass freie Texte den Kindern Gelegenheit geben, individuelle Themen auszudrücken und auch zu verarbeiten. Bei Kindern, die sehr misserfolgsorientiert sind, ist eine besondere Ermutigung notwendig. Diese Schülerinnen und Schüler sollten zunächst frei von Druck und Angst erfahren, dass sie Ideen entwickeln können, die in Texte umzusetzen sind. Durch kreatives Gestalten kann ein positiver und persönlicher Bezug zum Schreiben entstehen. Für einige Kinder ist es leichter Geschichten am Computer zu schreiben, da dort die Phonem-Graphem-Zuordnung leichter fällt. Natürlich müssen diese Kinder an den vorliegenden Problembereichen dennoch arbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Lese-Rechtschreibstörung ein und legt den Fokus auf die notwendige Förderung von Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe I.
2. Die Lese-Rechtschreibstörung: Dieses Kapitel erläutert Definitionen, historische Hintergründe, Symptome sowie die Ursachen und Diagnosemöglichkeiten der LRS.
3. Förderung im Schulalltag: Es werden verschiedene Ansätze der schulischen Förderung vorgestellt, darunter die Organisation von Fördermaßnahmen, diagnostische Tests wie die Hamburger Schreibprobe und die Arbeit mit freien Texten sowie spezielle Trainingsprogramme.
4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass durch eine gezielte, individuelle Förderung und die richtige pädagogische Unterstützung die LRS verbessert oder sogar überwunden werden kann.
Schlüsselwörter
Lese-Rechtschreibstörung, LRS, Legasthenie, Förderdiagnostik, Sekundarstufe, Hamburger Schreibprobe, freie Texte, Rechtschreibstrategien, Schreibmotivation, Fehleranalyse, individuelle Förderung, Lernstörung, Förderunterricht, Schriftspracherwerb, Lese-Rechtschreibschwäche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lese-Rechtschreibstörung (LRS) und untersucht insbesondere Möglichkeiten der Förderung für Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der LRS, die Diagnostik, sowie praktische Ansätze wie die Förderung durch freie Texte und strukturierte Trainingsprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch spezifische Förderkonzepte die Rechtschreibsicherheit und Schreibmotivation von betroffenen Schülern nachhaltig verbessern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu aktuellen pädagogischen, psychologischen und medizinischen Ansätzen zur LRS-Förderung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung der Störungsbilder sowie in die detaillierte Vorstellung und Evaluation von Förderinstrumenten wie der Hamburger Schreibprobe und speziellen Trainingsmaterialien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie LRS, Förderdiagnostik, Sekundarstufe, Schreibstrategien und individuelle Lernförderung bestimmt.
Warum ist die Arbeit mit freien Texten für LRS-Schüler so wichtig?
Freie Texte ermöglichen es, individuelle Themen zu verarbeiten und durch kreatives Gestalten einen persönlicheren Bezug zum Schreiben aufzubauen, was die Angst vor Fehlern reduzieren kann.
Was besagt das "Hamburger Schreibprobe"-Konzept?
Das Konzept ermöglicht eine ökonomische und zuverlässige Erfassung orthographischer Kompetenzen auf Basis der Graphemebene, um darauf aufbauend individuelle Fehlerprofile zu erstellen.
Warum ist eine Unterscheidung zwischen LRS und Legasthenie relevant?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Legasthenie meist biogenetische Ursachen hat, während bei einer LRS von einer erworbenen Problematik ausgegangen wird, was unterschiedliche Förderansätze bedingen kann.
- Arbeit zitieren
- Anne Sürken (Autor:in), 2009, Förderung von Schülerinnen und Schülern mit LRS in der Sekundarstufe, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154378