Diese wissenschaftliche Arbeit innerhalb des Hauptseminars ,,Der Artusstoff zwischen Historia und Mythos’’ handelt von den historischen Hintergründen der ,,Historia Regum Britanniae’’ von Geoffrey of Monmouth. In Bezug auf das Seminarthema nimmt Geoffrey of Monmouth und seine ,,Historia’’ eine wichtige Rolle ein, da er den Artusstoff als erster in einem umfangreichen Maße aufgriff und in seinem Lebenswerk verarbeitete.
Den Einstieg dieser Arbeit stellt eine kurze Einführung in die Geschichtsschreibung des Mittelalters dar, die für das Gesamtverständnis unverzichtbar ist. Am Anschluss findet sich eine kurze Darstellung über das Leben und Werk des Verfassers.
Den Kern dieser Arbeit stellt eine umfassende Untersuchung der historischen Hintergründe der ,,Historia Regum Britanniae’’ dar, bei der primär herausgestellt werden soll, in welchem zeitlichen Kontext das Werk entstanden ist, welche Intention mit ihm verfolgt wurde und welche Quellen dem Autor vorlagen.
Abschließend wird untersucht, welche Bedeutung dem Werk damals und heute beigemessen wird und wie die damalige Kritik an der ,,Historia’’ zu bewerten ist.
Bei der Ausarbeitung wurde neben der seminarbegleitenden Literatur auch auf zahlreiche Sekundärliteratur zurückgegriffen. Als Kernliteratur dienten unter anderem die Veröffentlichungen ,,Studien zum literarischen Patronat in England des 12. Jahrhunderts’’ von Walter F. Schirmer und Ulrich Broich, sowie ,,Englische Gründungssagen von Geoffrey of Monmouth bis zur Renaissance’’ von Dr. Hans Matter.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung zur Historiographie des Mittelalters
2.1 Methode
2.2 Form
2.3 Bedeutung und Anwendung
2.4 Gattung
3. Die historischen Hintergründe der ,,Hirstoria Regum Britanniae’’
3.1 Geoffrey of Monmouth – Leben und Werk
3.2 Entstehungskontext
3.3 Intention
3.4 Quellen und Ursprung der ,,Historia
3.5 Bedeutung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und den Entstehungskontext der "Historia Regum Britanniae" von Geoffrey of Monmouth, um das Werk in seinem zeitgenössischen politischen Umfeld sowie innerhalb der mittelalterlichen Geschichtsschreibung einzuordnen.
- Grundlagen der mittelalterlichen Historiographie
- Biografische Einordnung von Geoffrey of Monmouth
- Analyse des Entstehungskontextes vor dem Hintergrund des Englischen Bürgerkrieges
- Legitimationsfunktion und politische Intention des Werkes
- Die Rezeption und Quellenlage der "Historia"
Auszug aus dem Buch
3.2 Entstehungskontext
Über den Entstehungskontext der ,,Geschichte der Könige von Britannien’’ findet man in der Fachliteratur verschiedene Angaben. Wie bereits in dem Kapitel zur Einführung in die Historiographie des Mittelalters erwähnt, ist es von immenser Bedeutung zunächst nach der Institution hinter dem vorliegenden mittelalterlichen Werk zu fragen. Das Lexikon des Mittelalters nennt König Stephan, zwischen 1135 und 1154 König von England, als jene Person, der Geoffrey vornehmlich seine Werke widmete. Vergleicht man diese Angabe mit den Lebensdaten Geoffreys, so ist man möglicherweise geneigt, dieser Aussage auch im Bezug auf die ,,Historia’’ zuzustimmen.
Zieht man aber weitere, werkspezifische Literatur heran, kommt man allerdings zu einem anderen Ergebnis. Walter F. Schimer nennt in seiner Studie ,,Der englische Hof im 12. Jahrhundert’’ Robert von Gloucester als Geoffreys Schutzherren.
Auch belegt Albert Schulz in seinem 1854 erschienenen Buch zur ,,Historia Regum Britanniae’’ die Tatsache, dass Geoffreys Chronik dem Herzog Robert von Gloucester gewidmet war, in dem er wörtlich aus dem Werk zitiert. Dass diese Feststellung nicht unerheblich ist, zeigt die Untersuchung der geschichtlichen Hintergründe der Beziehung zwischen Robert von Gloucester und König Stephan.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Artusstoffes und die Fragestellung nach den historischen Hintergründen der "Historia" ein.
2. Einführung zur Historiographie des Mittelalters: Dieses Kapitel erläutert die Grundsätze, Funktionen und Darstellungsformen der Geschichtsschreibung im Mittelalter.
2.1 Methode: Das Kapitel beschreibt die methodische Arbeitsweise mittelalterlicher Geschichtsschreiber, die primär kompilatorisch geprägt war.
2.2 Form: Hier wird der literarische Anspruch mittelalterlicher Geschichtswerke durch den Einsatz rhetorischer Stilmittel und der "imitatio" analysiert.
2.3 Bedeutung und Anwendung: Dieses Kapitel thematisiert den Stellenwert der Geschichtsschreibung als Quelle für das Geschichtsbewusstsein und die zeitgenössische Rezeption.
2.4 Gattung: Das Kapitel bestimmt die "Historia Regum Britanniae" gattungstheoretisch als Chronik oder Reichschronik.
3. Die historischen Hintergründe der ,,Hirstoria Regum Britanniae’’: Der Hauptteil untersucht die Entstehungsbedingungen des Werkes.
3.1 Geoffrey of Monmouth – Leben und Werk: Eine biografische Skizze des Verfassers und seine Einordnung in den historischen Kontext.
3.2 Entstehungskontext: Analyse der politischen Lage, insbesondere des Englischen Bürgerkrieges, und der Widmung an Gönner wie Robert von Gloucester.
3.3 Intention: Untersuchung der Absichten des Autors, das Geschichtsbild der Britenkönige zu ergänzen und zu würdigen.
3.4 Quellen und Ursprung der ,,Historia: Diskussion um die Existenz des "liber vetustissimus" und die Verwendung von Sagenmaterial.
3.5 Bedeutung: Reflexion über den großen Erfolg des Werkes und dessen politische Instrumentalisierung durch Zeitgenossen.
4. Fazit: Zusammenfassung der Kernergebnisse zur legitimierenden Funktion des Werkes im politischen Kontext seiner Zeit.
Schlüsselwörter
Historia Regum Britanniae, Geoffrey of Monmouth, Mittelalter, Historiographie, Artusstoff, England, Bürgerkrieg, Robert von Gloucester, König Stephan, Legitimation, Geschichtsschreibung, Quellenkritik, Britenkönige, Literaturgeschichte, Mäzenatentum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die zur Entstehung der "Historia Regum Britanniae" durch Geoffrey of Monmouth führten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die mittelalterliche Historiographie, der Entstehungskontext im 12. Jahrhundert und die politische Rolle, die das Werk als Legitimationsquelle spielte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den zeitlichen Kontext zu bestimmen, die Intention des Autors zu klären und zu untersuchen, inwieweit das Werk zur politischen Legitimation in einer Zeit des Bürgerkrieges diente.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine umfassende literaturwissenschaftliche Untersuchung und einen historischen Abgleich mit zeitgenössischen Ereignissen sowie der Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Biografie Geoffreys, der Widmungspraxis, dem Einfluss des Englischen Bürgerkrieges, der Quellenfrage des "liber vetustissimus" und der Wirkung des Werkes auf Zeitgenossen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Historia Regum Britanniae, Artusstoff, Historiographie, Legitimation und Mäzenatentum.
Warum wird die Rolle des Mäzens Robert von Gloucester so betont?
Robert von Gloucester war ein entscheidender Förderer des Autors und eine politisch einflussreiche Figur, deren Seitenwechsel im Bürgerkrieg das Verständnis für die Intention des Werkes schärft.
Inwiefern hat Geoffrey of Monmouth "historische Fälschungen" betrieben?
Geoffrey nutzte eine Mischung aus Sagenmaterial und historischen Fakten, um eine lückenlose Geschichte der Britenkönige zu konstruieren, wobei der Wahrheitsbegriff im Mittelalter stark von dem heutigen abwich.
Was ist das Fazit bezüglich der politischen Rolle der "Historia"?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die "Historia" nicht nur eine literarisch-kulturelle Tradition fortführte, sondern bewusst oder unbewusst auch als legitimierendes Instrument für herrschaftliche Ansprüche genutzt wurde.
- Arbeit zitieren
- Hermann D. Janz (Autor:in), 2010, Die historischen Hintergründe der ,,Historia Regum Britanniae'' von Geoffrey of Monmouth, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154369