Die Anforderungen an die Informationstechnologie in mittelständischen Produkti-onsunternehmen wachsen mit den technischen Möglichkeiten. In fast allen Un-ternehmen werden mittlerweile komplexe integrierte ERP-Systeme eingesetzt, welche die Prozesslandschaft von Vertrieb über Technik, Materialwirtschaft und Produktion bis hin zum Rechnungswesen abdecken. Zusätzlich muss eine wach-sende Anzahl diverser Anwendungen betrieben werden und die IT-Abteilungen werden zunehmend zu Dienstleistern für die Fachbereiche. Neben dem techni-schen Know-how wird oft auch Unterstützung im Prozessmanagement (Ge-schäftsoptimierung) geleistet. Mit dem Zunehmen der Aufgaben steigen auch die Kosten für Einführung und Betrieb von Informationstechnologie. Obwohl der (ge-fühlte) Stellenwert der IT von Unternehmen zu Unternehmen schwankt, bestreitet kaum jemand, dass Produktion ohne elektronische Informationssysteme heute undenkbar wäre. Wird durch die Technologie aber auch ein entsprechender Mehrwert geschaffen? Sind die hohen Kosten tatsächlich berechtigt? Durch die breitgefächerten Aufgabenbereiche und die Verflechtungen von Hard-ware, Software und organisatorischem Support ist es in vielen Betrieben gar nicht einfach, eine klare Kostenstruktur darzustellen. Diese Masterthesis beschäftigt sich mit dem Kosten/Nutzenverhältnis von IT in mittelständischen Produktionsunternehmen und zeigt Möglichkeiten auf, wie die Kosten minimiert und der Wert gesteigert werden kann. Ziel der Arbeit ist es, Implikationen für das IT-Value-Management mittelständi-scher Unternehmen im Produktionsbereich im Allgemeinen und eines Unterneh-mens im Bereich der Fahrzeugbaubranche im Speziellen zu diskutieren. Dazu werden die Faktoren (= Bereiche) ermittelt, die den IT-Value in den Unternehmen beeinflussen, und Wege dargestellt, mit denen Kosten gesenkt und Werte trans-parent gemacht und gesteigert werden können. Weiters wird aufgezeigt, welche Chancen die neuen Trends in der IT bieten können.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. THEMATISCHE ABGRENZUNG
1.2. ZIELGRUPPE
1.3. FORSCHUNGSFRAGEN
1.4. STRUKTUR DER ARBEIT
1.5. METHODEN
1.6. AUSWAHL DER QUELLEN
1.7. BEGRIFFSDEFINITIONEN
1.7.1. IT-VALUE
1.7.2. IT-VALUE-MANAGEMENT
2. DOES IT MATTER?
2.1. IT-CONTROLLING
2.1.1. DEFINITION
2.1.2. INSTRUMENTE DES OPERATIVEN IT-CONTROLLINGS
2.1.2.1. IT-KOSTEN- UND LEISTUNGSVERRECHNUNG
2.1.2.2. IT-KENNZAHLEN
2.1.3. INSTRUMENTE DES STRATEGISCHEN IT-CONTROLLINGS
2.1.3.1. STÄRKEN-/SCHWÄCHEN-ANALYSE
2.1.3.2. IT-BALANCED SCORECARD
2.1.3.3. PROZESSKOSTENRECHNUNG
2.1.3.4. IT BUSINESS CASE
2.2. THE VAL IT FRAMEWORK
3. WERT- ODER KOSTENTREIBER?
3.1. IT-BETRIEB
3.1.1. ERP-SYSTEME
3.1.2. OUTSOURCING
3.1.3. CLOUD COMPUTING
3.1.4. GREEN IT
3.1.5. WEITERE ASPEKTE
3.2. IT-GOVERNANCE
3.2.1. WAS IST IT-GOVERNANCE?
3.2.2. COBIT
3.2.3. THE VAL IT FRAMEWORK
3.2.4. ITIL
3.2.5. IT-GOVERNANCE IN MITTELSTÄNDISCHEN UNTERNEHMEN
3.3. IT-PROJEKTE
3.3.1. ERFOLG UND MISSERFOLG VON IT-PROJEKTEN
3.4. IT ALS ENABLER
3.4.1. VOM -TECHNIKER ZUM BUSINESS PROCESS CONSULTANT
3.4.2. UMSATZ STEIGERN UND NEUE GESCHÄFTSFELDER ERSCHLIESSEN MIT IT
3.4.3. IT ALS BESTANDTEIL DES ENDPRODUKTS
4. EMPIRISCHER TEIL
4.1. VORSTELLUNG DER SCHWARZMÜLLER UNTERNEHMENSGRUPPE
4.2. ERHEBUNGSINSTRUMENTARIUM – METHODIK
4.2.1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN QUALITATIVES EXPERTENINTERVIEW
4.2.2. INTERVIEWPLANUNG UND DURCHFÜHRUNG
4.2.2.1. Auswahl der Interviewpartner
4.2.2.2. Interviewleitfaden
4.2.2.3. Interviewdurchführung
4.2.3. VERARBEITUNG
4.2.3.1. Transkription
4.2.3.2. Paraphrasierung
4.2.3.3. Überschriften bilden
4.2.3.4. Thematischer Vergleich
4.3. INTERPRETATION/ERGEBNISSE
5. IMPLIKATIONEN FÜR DAS IT-VALUE-MANAGEMENT
5.1. ALLGEMEINE ERKENNTNISSE
5.2. ERKENNTNISSE FÜR DIE SCHWARZMÜLLER-GRUPPE
6. CONCLUSIO
6.1. ZUSAMMENFASSUNG
6.2. FORSCHUNGSAUSBLICK
7. LITERATURVERZEICHNIS
8. ANHANG
8.1. DER INTERVIEWLEITFADEN
8.2. DIE INTERVIEWPROTOKOLLE
8.2.1. EXPERTENINTERVIEW 1
8.2.2. EXPERTENINTERVIEW 2
8.2.3. EXPERTENINTERVIEW 3
8.2.4. EXPERTENINTERVIEW 4
8.2.5. EXPERTENINTERVIEW 5
9. NOTIZEN
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, Implikationen für ein effektives IT-Value-Management in mittelständischen Produktionsunternehmen zu erarbeiten, um IT-Kosten transparent zu machen, den Wertbeitrag der Informationstechnologie zu steigern und Potenziale durch neue IT-Trends zu identifizieren.
- Analyse von Instrumenten für IT-Controlling und IT-Governance zur Steigerung der IT-Wertschöpfung.
- Untersuchung von Kostentreibern und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung (z.B. ERP-Systeme, Cloud Computing).
- Qualitative empirische Analyse des Ist-Zustandes durch Experteninterviews in produzierenden Unternehmen.
- Ableitung von Strategien zur Transformation der IT-Abteilung vom technischen Dienstleister zum Business Enabler.
Auszug aus dem Buch
3.1.2. OUTSOURCING
Als erste Revolution der Wertschöpfung gilt die Erfindung der Fließbandarbeit 1913 durch Henry Ford. Die Produktion wurde durch Spezialisierung und Standardisierung optimiert. Von Outsourcing (= zweite Revolution der Wertschöpfung) sprach man, als Teile der Produktion an spezialisierte Unternehmen ausgelagert und somit Kosteneinsparungen erzielt wurden.
IT-Outsourcing gehört zur dritten Revolution der Wertschöpfung, hier werden Verwaltungsabläufe ausgelagert. Man spricht auch von ‚New Outsourcing‘. New Outsourcing soll neben der Kostenreduktion – andere spezialisierte Unternehmen können gewisse Prozesse oft günstiger anbieten – ein Unternehmen bei der Konzentration auf das Kerngeschäft unterstützen.
Typische Beispiele für New Outsourcing sind die klassische Auslagerung der Lohnbuchhaltung an einen Steuerberater oder die Ausgliederung des zentralen Rechenzentrums. Die wirklichen Chancen von New Outsourcing liegen aber in der Restrukturierung von Verwaltungsprozessen mithilfe eines Innovationspartners, der als kompetenter Zulieferer in einem partnerschaftlichen Verhältnis agiert.
In vielen Firmen ist oft nicht klar definiert, welche Aufgaben intern und welche von externen Dienstleistern ausgeführt werden sollen. Generell können folgende Aussagen getroffen werden:
Strategie: sollte immer intern erfolgen (eventuell maximal mit externer Unterstützung)
Projekte: hier gibt es oft eine Zusammenarbeit/Mischung zwischen internen und externen Ressourcen
Laufender Betrieb: hier kann problemlos auf externe Anbieter zugegriffen werden, solange das Prozess-Know-How im Unternehmen bleibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert das Thema, die Zielgruppe und die Forschungsfragen rund um das IT-Value-Management in mittelständischen Unternehmen.
2. DOES IT MATTER?: Diskutiert die Sinnhaftigkeit von IT-Investitionen und führt Instrumente des IT-Controllings ein, um IT-Werte messbar zu machen.
3. WERT- ODER KOSTENTREIBER?: Analysiert verschiedene Faktoren wie IT-Betrieb, Governance und Projekte, die über den IT-Mehrwert entscheiden.
4. EMPIRISCHER TEIL: Präsentiert die Ergebnisse der Experteninterviews mit fünf IT-Verantwortlichen zur aktuellen Situation in der Praxis.
5. IMPLIKATIONEN FÜR DAS IT-VALUE-MANAGEMENT: Leitet aus den theoretischen und empirischen Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen für das Management ab.
6. CONCLUSIO: Fasst die Kernergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
IT-Value, IT-Value-Management, IT-Controlling, IT-Governance, Mittelstand, Produktionsunternehmen, Outsourcing, Cloud Computing, ERP-Systeme, IT-Projekte, Strategische IT-Beschaffung, IT-Kennzahlen, Balanced Scorecard, Prozesskostenrechnung, Wertschöpfung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Informationstechnologie in mittelständischen Produktionsbetrieben und wie diese durch ein strukturiertes Management einen Mehrwert für das Unternehmen generieren kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind IT-Controlling zur Messbarkeit von IT-Leistungen, IT-Governance als organisatorischer Rahmen sowie der Wandel der IT vom reinen Kostenverursacher zum strategischen Geschäftspartner.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die den IT-Value beeinflussen, und Wege aufzuzeigen, wie IT-Kosten gesenkt sowie der Mehrwert für das Unternehmen transparent gemacht und gesteigert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Inhaltsanalyse relevanter Fachliteratur sowie einer empirischen Studie in Form von leitfadenorientierten Experteninterviews mit fünf IT-Verantwortlichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Instrumente des IT-Controllings, Rahmenwerke der IT-Governance (wie COBIT oder ITIL), operative Herausforderungen im IT-Betrieb sowie die Rolle der IT als Enabler für neue Geschäftsmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind IT-Value, IT-Governance, mittelständische Produktionsunternehmen, Prozesskostenrechnung, Cloud Computing und IT-Controlling.
Warum ist das "IT-Value-Management" für den Mittelstand so relevant?
Da in diesen Unternehmen IT-Kosten oft als Gemeinkosten betrachtet werden, ist ein systematisches Management notwendig, um IT-Investitionen strategisch zu rechtfertigen und den Beitrag zum Unternehmenserfolg messbar zu machen.
Welche Rolle spielt die IT laut den interviewten Experten?
Die Experten sehen die IT primär als notwendige Grundlage für die Abbildung der gesamten Wertschöpfungskette, betonen jedoch die Notwendigkeit, durch besseres "Eigenmarketing" und Kennzahlen aktiver als Werttreiber wahrgenommen zu werden.
- Arbeit zitieren
- Stefan Leidinger (Autor:in), 2010, IT-Value in mittelständischen Produktionsunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154325