Pauperisierung durch den ersten Weltkrieg
Jännerstreik 1918
Österreichische Revolution und Zusammenfall der Monarchie im Herbst 1918
Demokratische Umstrukturierung und “rotes“ Wien
Kurzer Ausblick über den weiteren Verlauf der Rätebewegung
Literatur
Inhaltsverzeichnis
Pauperisierung durch den ersten Weltkrieg
Jännerstreik 1918
Österreichische Revolution und Zusammenfall der Monarchie im Herbst 1918
Demokratische Umstrukturierung und “rotes“ Wien
Kurzer Ausblick über den weiteren Verlauf der Rätebewegung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die sozioökonomische Lage der Arbeiterklasse in Österreich während und nach dem Ersten Weltkrieg, beleuchtet die Rolle der ArbeiterInnenbewegung in dieser Transformationsphase und untersucht die sozialpolitischen Errungenschaften des „roten Wien“ sowie den Verlauf der Rätebewegung.
- Verschlechterung der Lebensbedingungen während des Ersten Weltkriegs
- Dynamik und Verlauf des Jännerstreiks 1918
- Die österreichische Revolution und der Zusammenbruch der Monarchie
- Soziale Reformen und Wohnbaupolitik im „roten Wien“
- Entwicklung und Niedergang der Rätebewegung bis 1924
Auszug aus dem Buch
Jännerstreik 1918
Die Verschlechterung der materiellen und sozialen Lage der ArbeiterInnen, die zunehmende Opposition gegen den Krieg und damit verbunden die Entfremdung zwischen der Parteiführung der SDAP(Sozialdemokratische Arbeiterpartei) - welche seit 1914 der nationalistischen Kriegshetze verfallen war, somit ihr politisches Programm verraten hatte und damit die Verschlechterungen der sozialen und materiellen Lage der ArbeiterInnen mittrug- und den Arbeitermassen, sowie das Exempel der russischen Revolution führten zum Jännerstreik 1918. Noch während des Krieges, als die Gefahr bestand, dass die Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk scheiterten und die Mehlrationen per Beschluss am 14.01 um 50% gekürzt wurden, begannen am Morgen des 14. Jänners 1918 die kriegsmüden Arbeiter des dem Kriegsdienstleistungsgesetzt unterworfenen Daimler-Werkes in Wiener Neustadt spontan zu streiken.
Die Streikbewegung breitete sich wie ein Lauffeuer aus und am 15. Jänner streikten schon alle großen und für die Rüstung wichtigen Industriebetriebe Wiener Neustadts, am 16. Jänner schließlich griff der Streik auf Wien über. (vgl. Hautmann 1987, S. 156) In den beiden folgenden Tagen erreichte die Streikbewegung Böhmen, Ungarn, die Steiermark und Oberösterreich, am 17. Jänner streikten im österreichischen Teil der K.- und k.- Monarchie bereits 210000 Arbeiter. Die Streikbewegung nahm weiter an Ausmaß zu, allerorts wurden ArbeiterInnenräte gewählt und am Gipfel der Bewegung, am 19: Jänner, streikten reichsweit 750000 Menschen. (vgl. Hautmann 1987, S. 164) Die Nachricht von der österreichischen Streikbewegung rief in Deutschland ähnliche Ereignisse hervor.
Zusammenfassung der Kapitel
Pauperisierung durch den ersten Weltkrieg: Dieses Kapitel beschreibt die katastrophale soziale Notlage der Arbeiterschaft während des Krieges, geprägt durch Nahrungsmittelknappheit, extreme Inflation und die Unterdrückung von Arbeitsrechten.
Jännerstreik 1918: Die Analyse konzentriert sich auf die Entstehung und Ausbreitung der massiven Streikbewegung von 1918, die als Reaktion auf die Not und den Verrat der Parteiführung durch die Arbeiterbasis initiiert wurde.
Österreichische Revolution und Zusammenfall der Monarchie im Herbst 1918: Hier wird der Sturz der Monarchie beleuchtet, bei dem Soldaten- und Arbeiterräte die Verwaltung übernahmen und die demokratische Republik proklamiert wurde.
Demokratische Umstrukturierung und “rotes“ Wien: Dieser Abschnitt thematisiert die sozialreformerischen Erfolge der Zwischenkriegszeit, insbesondere den massiven sozialen Wohnungsbau und das Gesundheitssystem, das Wien weltweit als Modell bekannt machte.
Kurzer Ausblick über den weiteren Verlauf der Rätebewegung: Das Kapitel schließt mit dem politischen Druck durch die KPÖ und die schrittweise Degradierung sowie endgültige Auflösung der Arbeiterräte durch das Koalitionsabkommen ab.
Schlüsselwörter
ArbeiterInnenbewegung, Erster Weltkrieg, Jännerstreik 1918, Sozialdemokratie, SDAP, Rätebewegung, Rote Garde, Rotes Wien, Wohnungsnot, Gemeindebau, Sozialreform, Arbeitsrecht, Revolution, Zwischenkriegszeit, ArbeiterInnenrechte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die sozioökonomischen Bedingungen und die politischen Kämpfe der österreichischen Arbeiterklasse im Zeitraum zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Etablierung des „roten Wien“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der sozialen Verelendung, der Rolle der ArbeiterInnenräte, dem Streikgeschehen 1918 und den sozialpolitischen Errungenschaften der Wiener Gemeindeverwaltung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Transformationsprozess der österreichischen Gesellschaft durch den Druck von unten sowie die institutionellen Reaktionen der Parteien und der Regierung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine historisch-analytische Auswertung von Fachliteratur und Quellenmaterial zur österreichischen Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von den Kriegsbelastungen und dem Jännerstreik über die Revolution von 1918 bis hin zum Aufbau der sozialen Infrastruktur im „roten Wien“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie ArbeiterInnenbewegung, Jännerstreik, Rätebewegung, Sozialreform und Rotes Wien.
Wie reagierte die Führung der SDAP auf den Jännerstreik?
Die Parteiführung war vom Ausmaß des spontanen Streiks erschrocken, versuchte die Bewegung zu kontrollieren, installierte SDAP-nahe Arbeiterräte und forcierte schließlich den Abbruch des Streiks.
Warum gilt das „rote Wien“ als gesellschaftspolitisches Musterbeispiel?
Aufgrund umfassender Sozialreformen, insbesondere der Schaffung von 60.000 hochwertigen Gemeindewohnungen zu niedrigen Mieten sowie kostenloser medizinischer Versorgung und Bildungseinrichtungen für ArbeiterInnen.
Was passierte mit der Rätebewegung nach 1919?
Die Räte verloren zunehmend an Macht, wurden durch Koalitionsabkommen als Hilfsorgane der Verwaltung degradiert und schließlich bis Ende 1924 vollständig aufgelöst.
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- Katharina Bergmaier (Author), 2008, Soziale Lage und ArbeiterInnenbewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/153440