Das Anliegen d.Arbeit ist es,einerseits aufzuzeigen,wie objektiv u.unabhängig die Prognosen u.Empfehlungen der Analysten überhaupt sein können. Dazu werden die wichtigsten Einflussfaktoren,welche auf die Qualität des Researchs wirken können,theoretisch identifiziert und beschrieben.Darüber hinaus wird im Rahmen der emp.Untersuchung,dass Verhalten und die Rolle der Analysten bei der Entwicklung des deutschen Aktienmarktes zwischen Nov07 u.Jan08 aufgezeigt.Aus diesen Überlegungen heraus,resultiert die Struktur der nachfolgenden Arbeit.Diese Arbeit wird daher neben der Einleitung in 4 Kap. untergliedert.Zunächst wird in dem Kap.2 die Rolle der Analysten am Kapmarkt aus theoretischer Sicht beschrieben.Der Begriff des Analysten wird definiert u.es werden die Analysten klassifiziert.Dem schließt sich die Erläuterung ihrer Funktionen am Kapitalmarkt an,die sie erbringen bzw.aus theoretischer Sicht erbringen sollten. Anschl.werden im Rahmen der Leistungserbringung von Analysten die verschiedenen Methoden sowie der Ablauf der Finanzanalyse beschrieben.Das Kap.3 befasst sich mit den mgl.Einflussfaktoren auf die Qualität der Prog.u.Empf.Zunächst werden die emp.Erkenntnisse zu den Marktreaktionen u.dem Überoptimismus von Empf.u.Prog.dargestellt. Anschl.werden die Einflussfaktoren beschrieben,welche die Qualität des Researchs mglw.beeinflussen u.einen erhöhten Optimismus begründen können.Es werden dabei verhaltenswissenschaftliche Aspekte,Interessenkonflikte sowie spezifische Einflussfaktoren identifiziert und thematisiert.Der Abschluss des Kap.beschreibt die aktuellen Entw.im Bezug auf die gesetzl.u.standesrechtlichen Veränderungen,welche sich direkt auf die Analystentätigkeiten auswirken.Kap4 präsentiert die eigene emp.Untersuchung der veröffentlichten Analysteneinschätzungen am deutschen Aktienmarkt.Sie erstreckt sich über den Zeitraum Nov07 bis Jan08.Zunächst werden die fundamentalen Rahmenfaktoren und die Entw.des deutschen Aktienmarktes in dem Betrachtungszeitraum dargestellt.Die anschließende Untersuchung überprüft die Empf.u.Prog.auf einen mglw.bestehenden Überoptimismus.Zudem wird die Frage geklärt,ob die Analysten in diesem Zeitraum einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklg. des deutschen Aktienmarktes hatten.Nach der Beurteilung der Ergeb.werden die Weiterentwicklungsmöglichkeiten und akt.Tendenzen im Research aufgezeigt.Die wesentl.Ergebnisse u.Erkenntnisse der theoretischen und empirischen Analyse dieser Arbeit werden in dem Kap.5 zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Die Rolle von Finanzanalysten auf dem Kapitalmarkt
2.1 Grundlegende Charakterisierung von Finanzanalysten
2.1.1 Definition und Abgrenzung der Finanzanalysten
2.1.2 Klassifizierung der Finanzanalysten
2.2 Funktionen und Ziele auf dem Kapitalmarkt
2.2.1 Analysten als Informationsintermediäre
2.2.2 Funktionen von Finanzanalysten aus ökonomischer Sicht
2.2.2.1 Informationseffizienz
2.2.2.2 Verfahrenseffizienz
2.2.2.3 Reduzierung von Agency-Problemen
2.3 Aufgaben und Inhalte der Finanzanalystentätigkeit
2.3.1 Organisatorische Einordnung in den Banken
2.3.2 Methodik des Finanzresearchs
2.3.3 Der Finanzresearch Prozess
2.3.3.1 Informationsbeschaffung
2.3.3.2 Informationsverarbeitung
2.3.3.3 Informationsdistribution
3 Einflussfaktoren auf die Qualität des Finanzresearchs
3.1 Empirische Erkenntnisse zu den Empfehlungen und Prognosen
3.1.1 Kursreaktion bei Veröffentlichung
3.1.2 Überoptimismus
3.2 Verhaltenswissenschaftliche Einflussfaktoren
3.2.1 Behavioral Finance
3.2.2 Verhaltensanomalien und Heuristiken
3.3 Interessenkonflikte
3.3.1 Interessenkonflikte aufgrund von Geschäftsbeziehungen
3.3.1.1 Inhouse Beziehungen
3.3.1.2 Management Beziehungen
3.3.2 Persönliche Interessen und Ziele der Finanzanalysten
3.3.2.1 Erfolgsorientierte Ziele
3.3.2.2 Eigene Aktienbestände und Mandatstätigkeiten
3.3.3 Externe Einflüsse
3.4 Spezifische Einflussfaktoren
3.4.1 Analysten- und arbeitgeberspezifische Faktoren
3.4.2 Unternehmensspezifische Faktoren
3.5. Regulierung des Analystentätigkeit
3.5.1 Freiwillige Selbstregulierung
3.5.2 Gesetzliche Regulierung
3.6 Zusammenfassung
4 Untersuchung der Analysteneinschätzungen im Zeitraum November 2007 bis Januar 2008
4.1 Situation am deutschen Aktienmarkt
4.2 Empirische Untersuchung der Prognosen und Empfehlungen
4.2.1 Datenbasis
4.2.2 Untersuchung der Aktienempfehlungen und Kursprognosen
4.3 Beurteilung der Ergebnisse
4.4 Entwicklungen im Finanzresearch
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Qualität sowie die Objektivität der Prognosen und Empfehlungen von Finanzanalysten zu untersuchen und zu hinterfragen, inwiefern externe und interne Einflussfaktoren deren Arbeit verzerren. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Rolle von Analysten bei der Entwicklung des deutschen Aktienmarktes im spezifischen Zeitraum zwischen November 2007 und Januar 2008.
- Theoretische Grundlagen zur Rolle, Funktion und Methodik von Finanzanalysten
- Analyse verhaltenswissenschaftlicher Einflüsse (Behavioral Finance) und Interessenkonflikte
- Untersuchung regulatorischer Rahmenbedingungen der Analystentätigkeit
- Empirische Überprüfung von Kursverläufen und Analysteneinschätzungen während der Finanzmarktkrise 2007/2008
- Evaluation des Überoptimismus und möglicher Verzerrungseffekte bei Prognosen
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
„An der Börse ist zwei mal zwei stets fünf minus eins“, sagte einmal Bonmot André Kostolany und beschrieb damit, wie schwierig es ist die Entwicklungen an den Kapitalmärkten zu prognostizieren. Kapitalmarktakteure, welche sich mit der Erstellung dieser Prognosen beruflich befassen, werden als Finanzanalysten bezeichnet. Sie erstellen im Rahmen ihrer Tätigkeit Prognosen und Aktienempfehlungen zu börsennotierten Unternehmen und versuchen ihre zukünftigen Entwicklungen aufzuzeigen. Ihre Aufgabe besteht insbesondere darin, Fehlbewertungen von Aktien beziehungsweise von Unternehmen aufzudecken und diese dann in entsprechende Handlungsempfehlungen für die Investoren umzuwandeln. Sie leisten in ihrer Rolle als Informationsintermediäre einen wichtigen Beitrag zur Funktionsfähigkeit der Kapitalmärkte.
Jedoch werden sie ihrer Funktion an den Kapitalmärkten nur dann gerecht werden, wenn sie ein möglichst objektives und unabhängiges Aktienresearch erstellen. Nach dem Platzen der Kapitalmarktblase Ende der 90er Jahre bestanden jedoch erhebliche Zweifel, ob die Vorrausetzungen tatsächlich immer erfüllt wurden. Bis zum März 2000 waren die internationalen Kapitalmärkte von einem längerfristigen Aufwärtstrend geprägt. Die positive Entwicklung an den Märkten führte dazu, dass die Investoren die Arbeit der Analysten kaum kritisch hinterfragten, trotz ihrer viel zu optimistischen Prognosen und Empfehlungen. Als jedoch die Kurse ab März 2000 verstärkt Verluste verzeichneten und die Kapitalmarktblase platzte, gerieten die Analysten verstärkt in die Kritik. Ihnen wurde unter anderem vorgeworfen, dass sie durch viel zu optimistische Prognosen und Empfehlungen den rasanten Anstieg der Kapitalmärkte vorangetrieben hätten.
Kritiker argumentieren zudem, dass dieser extreme Überoptimismus der Analysten zu unüberlegten Wertpapierkäufen auf Seiten der Investoren beigetragen hätte, was letztlich den rapiden Anstieg der Kurse veranlasste, ohne das dieser fundamental gerechtfertigt gewesen wäre. Darüber hinaus gerieten Analysten auch bei verschiedenen Bilanzskandalen wie beispielsweise von Worldcom oder Enron in die Kritik. So rieten Analysten zum Teil noch wenige Tage vor dem Bankrott von Worldcom die Aktie zu kaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Finanzanalysten ein, erläutert die Problemstellung hinsichtlich Objektivität und Abhängigkeiten und legt das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2 Die Rolle von Finanzanalysten auf dem Kapitalmarkt: Es erfolgt eine theoretische Einordnung der Analysten, ihre Klassifizierung und eine detaillierte Erläuterung ihrer ökonomischen Funktionen sowie der methodischen Vorgehensweisen im Research-Prozess.
3 Einflussfaktoren auf die Qualität des Finanzresearchs: Das Kapitel identifiziert verschiedene Störfaktoren, wie verhaltenswissenschaftliche Aspekte (Heuristiken), Interessenkonflikte durch Geschäftsbeziehungen und externe Einflüsse, und erörtert die zugehörige Regulierung.
4 Untersuchung der Analysteneinschätzungen im Zeitraum November 2007 bis Januar 2008: Eine empirische Analyse der Marktlage und der konkreten Prognoseleistung von Analysten in einem krisengeprägten Zeitraum am deutschen Aktienmarkt.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der theoretischen und empirischen Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen im Research-Bereich.
Schlüsselwörter
Finanzanalysten, Kapitalmarkt, Aktienresearch, Informationsintermediäre, Interessenkonflikte, Behavioral Finance, Überoptimismus, Prognosequalität, Marktversagen, Aktienempfehlungen, Kursprognosen, Regulierung, Finanzkrise, Unternehmensanalyse, Kapitalmarktkommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Rolle von Finanzanalysten als Informationsintermediäre und untersucht kritisch, wie objektiv deren Arbeit angesichts von Interessenkonflikten und verhaltenspsychologischen Einflüssen ist.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Finanzresearchs, der Einfluss von Behavioral Finance, die Analyse von Interessenkonflikten in Banken sowie die empirische Überprüfung von Aktienempfehlungen und Kursprognosen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, wie unabhängig die Analysen von Finanzanalysten sind und inwiefern sie in einem krisengeprägten Zeitraum (Ende 2007 bis Anfang 2008) das Marktgeschehen beeinflusst oder korrekt eingeschätzt haben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit kombiniert einen theoretischen Rahmen, basierend auf Literaturanalyse, mit einer empirischen Untersuchung, in der Analystenprognosen und Empfehlungen im Zeitraum von November 2007 bis Januar 2008 statistisch analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Rollenbeschreibung der Analysten, eine detaillierte Analyse der Einflussfaktoren auf die Research-Qualität und eine konkrete empirische Fallstudie zum deutschen Aktienmarkt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Finanzresearch, Interessenkonflikte, Informationsasymmetrie, Überoptimismus und Analysten-Coverage sind die zentralen Begriffe.
Welche Bedeutung haben „Inhouse-Beziehungen“ für Analysten?
Inhouse-Beziehungen führen oft zu Interessenkonflikten, da Analysten in Investmentbanken arbeiten, die gleichzeitig durch Investmentbanking-Mandate wirtschaftlich vom analysierten Unternehmen profitieren.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Prognosegenauigkeit?
Der Autor stellt fest, dass Analysten oft optimistisch verzerrt sind und bei Trendwenden am Markt meist zeitlich verzögert reagieren, was die Kritik an der Objektivität ihres Researchs untermauert.
- Quote paper
- Martin Rzehak (Author), 2009, Finanzresearch - Wie objektiv und unabhängig sind die Prognosen der Finanzanalysten tatsächlich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/153180