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Betrügereien im Umfeld des Überseehandels im Athen des 4. Jahrhundert v. Chr. vor dem Hintergrund des athenischen Handels und des Fremden- und Handelsrechts

Title: Betrügereien im Umfeld des Überseehandels im Athen des 4. Jahrhundert v. Chr. vor dem Hintergrund des athenischen Handels und des Fremden- und Handelsrechts

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 46 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Benjamin Nowak (Author)

World History - Early and Ancient History

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Summary Excerpt Details

Ein Blick auf die topografischen Verhältnisse Griechenlands verdeutlicht, dass griechischer Handel größtenteils mit Überseehandel gleichzusetzen ist. Aus den schriftlichen und archäologischen Quellen wissen wir heute, dass es neben Sklaven und Luxusgütern vor allem das lebenswichtige Getreide war, das aus den fruchtbaren Regionen Siziliens, Ägyptens und des pontischen Raumes nach Athen importiert wurde. Da beim antiken Überseehandel zum einen Fremde, Griechen und Nicht-Griechen, aufeinander trafen und zum anderen immer auch Konfliktpotential durch die Eigeninteressen der beteiligten Personen gegeben war, blieben Streitigkeiten nicht aus.
Personen mit sehr unterschiedlichen Motivationen und finanziellen Möglichkeiten waren die Träger dieses Handels. Von den wenigen bekannten Großreedern abgesehen, waren diese einerseits zahlreiche kapitalstarke Finanziers sowie kleinere Investoren, die die hohen Zinserträge der Handelsfinanzierung schätzten, andererseits die Berufsseefahrer mit ihren Sklavenmannschaften, die Kapitäne ohne eigene Schiffe und die eigentlichen Händler, die ein Darlehen zum Ankauf der Waren aufnehmen mussten oder wollten. Dass solche Geschäfte die Möglichkeit des Betruges einräumten, gilt nicht erst für die Gegenwart.
Es geht in dieser Abhandlung um den Kreditbetrug im Überseehandel Athens zu klassischer Zeit. Zunächst sollen dazu die Mechanismen des Handels, insbesondere dessen Finanzierung, untersucht und einiges zu den daran Beteiligten ausgeführt werden. Eine Beschreibung der Dikai Emporikai in ihrer Substanz und historischen Entwicklung sowie ihre Verortung innerhalb des attischen Rechts werden diese grundlegenden Untersuchungen ergänzen.
Leitende Fragen dieser Untersuchung sind: Wie funktionierte antiker griechischer Handel, wer trug ihn? Wie wurde von wem betrogen und wie wurde Betrug sanktioniert? Wie verfuhr Athen mit den beteiligten Fremden, Metoikoi oder Xenoi und wie mit den eigenen Bürgern? Und falls überhaupt, welche über-attische Bedeutung ist dem beizumessen?
Die Synthetisierung der wirtschafts-, sozial- und rechtsgeschichtlichen Aspekte der Thematik soll die Beantwortung dieser Fragen ermöglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Athens Überseehandel im 4. Jahrhundert.

2.1. Der Getreideimport und die Handelspolitik

2.2. Die Finanzierung des Handels: dáneion nautikón.

2.3. Emporoi und Naukleroi – Bürger, Metöken und Xenoi

3. Die Dikai Emporikai

3.1. Charakteristik dieser Verfahren

3.2. Die Entwicklung der Handelsgerichtsbarkeit und der Zuständigkeiten

3.3. Die Bedeutung der Dikai Emporikai für den Handel und das athenische Recht

4. Betrug im Überseehandel Athens in den schriftlichen Quellen

4.1. Die demosthenische Rede gegen Zenothemis

4.1.1. Inhalt der Rede

4.1.2. Interpretationen und Forschungsdiskussionen

4.2. Weitere demosthenische Reden zu Betrug im Überseehandel

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Kreditbetrug im athenischen Überseehandel während der klassischen Zeit, analysiert die Mechanismen der Handelsfinanzierung sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und bewertet, wie Betrugsfälle in den zeitgenössischen Gerichtsreden verhandelt wurden.

  • Mechanismen des antiken Überseehandels und dessen Finanzierung durch Seedarlehen.
  • Die Funktion und rechtliche Bedeutung der "Dikai Emporikai" (Handelsgerichte).
  • Rechtssoziologische Analyse der Akteure (Händler, Schiffer, Finanziers) und deren Status.
  • Untersuchung von Betrugsvorwürfen anhand ausgewählter demosthenischer Reden.

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Inhalt der Rede

Die Rede gegen Zenothemis schrieb Demosthenes für seinen Onkel Demon, der von Zenothemis im Streit um eine Schiffsladung Getreide verklagt worden war und nun seinerseits bemerkte, die Klage sei als Dike Emporike nicht durchführbar, da es keine Syngraphe zwischen ihm und dem Kläger gäbe. Er erhob also eine Paragraphe. Die Rede selbst ist nur fragmentarisch erhalten und reißt mitten im Satz ab. Ob die Klage des Zenothemis abgewiesen wurde und wie der Prozess endete, wird ebenso wie die prozessuale Vorgeschichte des Falles nicht mitgeteilt. Es ist im Rahmen dieser Arbeit nicht essentiell, die Wahrheit der Ereignisse zu rekonstruieren, vielmehr werden Interpretationen vorgestellt und das Beispiel in einem weiteren Kontext – der attischen Gerichtsbarkeit und Prozesstaktik in Seedarlehens-Betrugsfällen – gestellt.

Der Ausführungen Demons zum Fall lassen sich wie folgt zusammenfassen: Demon behauptet, dem Emporos Protos Geld für den Einkauf sizilianischen Getreides zu einem hohen, aber keineswegs unüblichen, Zinssatz geliehen zu haben. Protos fuhr darauf hin auf dem Schiff des Massalioten Hegestratos nach Syrakus und kaufte eine Ladung Getreide.

Währenddessen hätten Hegestratos, der Naukleros, und sein Landsmann Zenothemis, der mindestens ab diesem Zeitpunkt auf dem Schiff mitreist, im örtlichen Hafen widerrechtlich mehrere Darlehen aufgenommen, wofür sie sich gegenseitig für die Redlichkeit des Anderen verbürgten und die Getreideladung an Bord des Schiffes als Sicherheit angaben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Bedeutung des Getreideimports für Athen und Einführung in das Thema des Kreditbetrugs als Fokus der Untersuchung.

2. Athens Überseehandel im 4. Jahrhundert.: Analyse der Handelsstrukturen, der Finanzierung durch Seedarlehen und der sozialen Gruppen, die den Handel trugen.

3. Die Dikai Emporikai: Untersuchung der Handelsgerichtsbarkeit, ihrer prozessualen Eigenheiten und ihrer Bedeutung für die Integration fremder Händler in das Rechtssystem.

4. Betrug im Überseehandel Athens in den schriftlichen Quellen: Analyse spezifischer Betrugsfälle anhand der Gerichtsreden des Demosthenes, insbesondere der Rede gegen Zenothemis.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse zur antiken Rechtsmentalität und zum Umgang mit Betrug im Kontext des Handels.

Schlüsselwörter

Überseehandel, Athen, Seedarlehen, Kreditbetrug, Dikai Emporikai, Demosthenes, Zenothemis, Wirtschaftsgeschichte, Rechtsgeschichte, Emporos, Naukleros, Handelsgerichtsbarkeit, Syngraphe, Fremdenrecht, antikes Griechenland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Kriminalität und Betrug im Kontext des athenischen Überseehandels im 4. Jahrhundert v. Chr. auf Basis der zeitgenössischen juristischen Reden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Finanzierung des Handels, die Rolle der Handelsgerichte (Dikai Emporikai) sowie die rechtliche Behandlung von Fremden und Bürgern im Handelsverkehr.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Funktionsweise des antiken griechischen Handels, die Manipulationsmöglichkeiten im Prozessrecht und die Motivationen hinter Betrugsvorwürfen zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine mentalitätsgeschichtliche und rechtshistorische Analyse, basierend auf der kritischen Paraphrasierung und Auswertung der demosthenischen Gerichtsreden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Untersuchung von Seedarlehensverträgen, der Entwicklung der Handelsgerichtsbarkeit und der detaillierten Analyse von Betrugsfällen, allen voran dem Fall Zenothemis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Seedarlehen, Dikai Emporikai, Überseehandel, athenisches Recht und Betrugsbekämpfung.

Wie sicherte Athen die Versorgung mit Getreide rechtlich ab?

Athen erließ Gesetze, die den Import von Getreide nach Athen unter Androhung harter Strafen (wie Hinrichtung oder Vermögenskonfiszierung) vorschrieben, um die lokale Versorgung sicherzustellen.

Welche Rolle spielten die "Paragraphe" in den Prozessen?

Die Paragraphe diente als prozesstaktisches Mittel, um die Klage des Gegners bereits vor der Hauptverhandlung als unzulässig abzuweisen, was oft die Reihenfolge der Reden beeinflusste.

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Details

Title
Betrügereien im Umfeld des Überseehandels im Athen des 4. Jahrhundert v. Chr. vor dem Hintergrund des athenischen Handels und des Fremden- und Handelsrechts
College
Martin Luther University  (Institut für Klassische Altertumswissenschaften)
Course
Kriminalfälle im Athen des 4. Jahrhunderts v. Chr.
Grade
1,0
Author
Benjamin Nowak (Author)
Publication Year
2010
Pages
46
Catalog Number
V152174
ISBN (eBook)
9783640640461
ISBN (Book)
9783640640621
Language
German
Tags
antikes Recht Rechtsgeschichte attisches Recht Handelsrecht Seehandel Finanzierung Betrug Kriminalität Seedarlehen daneion nautikon Athen Kreditbetrug Demosthenes dikai emporikai/dike emporike Seekredit Kredit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Nowak (Author), 2010, Betrügereien im Umfeld des Überseehandels im Athen des 4. Jahrhundert v. Chr. vor dem Hintergrund des athenischen Handels und des Fremden- und Handelsrechts, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/152174
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