In der vorliegenden Fallarbeit soll eine praktische Umsetzung, eine Kinder- und Jugendfarm, vorgestellt werden, wie sie seit einigen Jahrzehnten schon im Bereich der Offenen Kinder-und Jugendhilfe praktiziert, weiterentwickelt und angepasst wird. Diese Orte, auf denen Kindern Raum zum Entdecken, Lernen, Forschen und (Mit-)Arbeiten geschaffen wird, ergreifen die Chance, Kindern die in städtischen Regionen aufwachsen die natürliche Umgebung und Naturkreisläufe erlebbar näherzubringen. Die Schaffung von Möglichkeiten kann auch als gegenwärtige Herausforderung angesehen werden, da es in städtischen Regionen immer Kinder gibt, die keinen Zugang zur Natur aufbauen oder in Kontakt mit Tieren kommen können oder dürfen. Das vorgestellte Fallbeispiel bietet in vielfältiger Hinsicht Antwortmöglichkeiten auf die vorgestellten allgemeinen Herausforderungen, sowie Unterstützung und Lernchancen der einzelnen teilnehmenden Kinder und Jugendliche. Diese praktische Umsetzung wie sie auf der Kinder- und Jugendfarm praktiziert wird, bildet die Grundlage für die vorliegende Fallarbeit. Zu den gegenwärtigen aktuellen Herausforderungen gehört der Umgang und die Entwicklung des Covid-19-Virus, das den Anspruch auf Offenheit und freien Angebots sehr schwer umsetzbar macht. Es gibt natürlich noch einige andere Kinder- und Jugendfarmen im deutschsprachigen Raum, bei der vorgestellten Einrichtung handelt es sich jedoch um eine schon länger existierende Farm, die seit einigen Jahren auch einen Naturkindergarten vor Ort auf dem Farmgelände integriert hat. Um dem Datenschutzgesetz der Einrichtung möglichst umfangreich gerecht zu werden, wird in der vorliegenden Arbeit auf Namen von Personen und Orten verzichtet. Alle Angaben und Informationen zur vorgestellten Kinder- und Jugendfarm wurden von der Website, der Konzeption und aus einem Gespräch mit einer Mitarbeiterin gesammelt und im fortlaufenden Text verarbeitet. Beginnend mit der Fallbeschreibung, die die Struktur und die Prinzipien, die organisatorischen Randdaten und pädagogischen Themen beinhalten, werden die Zielgruppe, die Angebote und das Team vorgestellt. Bevor ein Fazit aus den vorgestellten und behandelten Themen erstellt wird, wird auf das Arbeitsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit für Kindheitspädagog*innen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Kinder- und Jugendfarm
Institutionelle Charakteristika und Arbeitsprinzipien
Entstehung
Leitbild
Farmpädagogik
Inklusion und Heilpädagogik
Exkurs: Bildung für nachhaltige Entwicklung
Exkurs: Tiergestützte Pädagogik
Finanzierung und Organisation
Kooperationen und Qualität
3. Zielgruppe und Angebote
4. Einrichtungsteam
5. Die Kinder- und Jugendfarm als Arbeitsfeld für Kindheitspädagog*innen
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Kinder- und Jugendfarm als ein pädagogisches Angebot der Offenen Kinder- und Jugendarbeit theoretisch und praktisch vorzustellen, um ihre Bedeutung für die kindliche Entwicklung und ihre Eignung als Arbeitsfeld für Kindheitspädagogen zu verdeutlichen.
- Struktur, Leitbild und pädagogische Arbeitsprinzipien von Jugendfarmen.
- Die Bedeutung von Farmpädagogik, Inklusion und tiergestützten Interventionen.
- Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kontext der pädagogischen Arbeit.
- Angebotsvielfalt, Zielgruppen und professionelle Teamstrukturen.
- Herausforderungen und Chancen für Kindheitspädagog*innen in diesem Arbeitsfeld.
Auszug aus dem Buch
Farmpädagogik
Die auf der Kinder-und Jugendfarm über die letzten Jahrzehnte hinweg entwickelte sogenannte Farmpädagogik ist auf die selbstständige Handlungsfähigkeit des Kindes ausgerichtet. Durch Rituale und eine anregend gestaltete Umgebung kommen die Kinder in Spielprozesse und können intensive Erfahrungen machen. Unterstützen und Helfen sind zentrale Aspekte für das gemeinschaftliche Arbeiten und Lernen auf der Kinder- und Jugendfarm, es werden alle miteinbezogen und versucht, die anderen achtsam wahrzunehmen. Auch in Bezug auf die Tiere ist das Erlernen der Wahrnehmung von Bedürfnissen anderer ein wichtiger Faktor für das Farmleben.
Inhaltlich werden Themen und Angebote auf die Jahreszeiten angeboten, wie beispielsweise im Sommer und Herbst Gemüse ernten und verarbeiten, im Winter Beete umgraben für das kommende Frühjahr, im Frühling Brutkästen für die Vögel bauen und vieles mehr. Die Betreuer*innenrolle ist ebenfalls handlungsorientiert, es geht darum die Kinder zum Handeln zu motivieren. Dies geschieht am besten, wenn der oder die Betreuer*in ein Vorbild für die Kinder ist und auch selbst sinnvoll handelt und arbeitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die theoretische Einordnung der Kinder- und Jugendarbeit dar und erläutert die Beweggründe sowie Zielsetzungen der vorliegenden Fallarbeit.
2. Die Kinder- und Jugendfarm: Hier werden die organisatorischen Grundlagen, das pädagogische Leitbild und zentrale Konzepte wie Farmpädagogik und Inklusion detailliert beschrieben.
3. Zielgruppe und Angebote: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die altersgestaffelten Angebote, die täglichen Routinen und die spezifischen pädagogischen Schwerpunkte der Einrichtung.
4. Einrichtungsteam: Hier wird die multiprofessionelle Zusammensetzung des Teams und die Verteilung der verschiedenen Aufgabenbereiche innerhalb der Einrichtung erläutert.
5. Die Kinder- und Jugendfarm als Arbeitsfeld für Kindheitspädagog*innen: Das Kapitel analysiert die Eignung der Farm als professionelles Arbeitsfeld und beleuchtet aktuelle Herausforderungen wie Befristung und Teilzeit.
6. Fazit: Eine zusammenfassende Einschätzung der Jugendfarm als pädagogische Einrichtung, die durch ihre Vielfalt maßgeblich zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen bei Kindern beiträgt.
Schlüsselwörter
Kinder- und Jugendfarm, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Farmpädagogik, Inklusion, Tiergestützte Pädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Kindheitspädagogik, Partizipation, Sozialkompetenz, Selbstwirksamkeit, Freies Spiel, Heilpädagogisches Reiten, Multiprofessionalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Kinder- und Jugendfarm als eine spezifische, familienergänzende Einrichtung innerhalb der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören pädagogische Arbeitsprinzipien, Inklusion, naturgeleitete Bildung, tiergestützte Interventionen und die organisatorischen Strukturen einer solchen Einrichtung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die praktische Umsetzung der pädagogischen Konzepte einer Jugendfarm aufzuzeigen und deren Rolle als Lernort sowie als potenzielles Arbeitsfeld für Kindheitspädagogen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Fallbeschreibung, die Informationen aus der Konzeption, der Website und einem Experteninterview mit einer Mitarbeiterin integriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den institutionellen Charakteristika, pädagogischen Ansätzen, der Angebotsstruktur, der Teamzusammensetzung sowie der Rolle des Fachpersonals.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Farmpädagogik, Inklusion, Partizipation und pädagogische Professionalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe charakterisiert.
Welchen Stellenwert nimmt das heilpädagogische Reiten ein?
Es ist ein fest integrierter Bestandteil zur Förderung motorischer Kompetenzen und dient als therapeutisches Medium, das Ängste abbauen und das Selbstbewusstsein stärken soll.
Wie unterscheidet sich die Jugendfarm von einer Hortbetreuung?
Im Gegensatz zu einer Hortbetreuung ist die Jugendfarm ein freiwilliges und offenes Angebot, das nicht primär schulisch orientiert ist, sondern auf Selbstbestimmung und vielfältigen Erlebnismöglichkeiten in der Natur basiert.
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- Anonym (Author), 2020, Kinder- und Jugendfarm. Ein Fallbeispiel der Offenen Kinder-und Jugendarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1509858