Die Hauptseminararbeit behandelt das Thema ‚Das Verständnis von Kirchengemeinschaft und Einheit der Kirche nach der Leuenberger Konkordie und der GEKE-Studie 'Kirchengemeinschaft‘. Sie wird sich mit den Forschungsfragen beschäftigen, welche Bedingungen es von Kirchengemeinschaft nach der Leuenberger Konkordie gibt und welche Vorstellung von Einheit der Kirche diesem Verständnis zugrunde liegt. Darauffolgend werden diese Fragen auch an die GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘ gestellt, um die Entwicklung und neuere Denkformen sichtbar zu machen. Die Frage nach der Kirchengemeinschaft und ihrem Verständnis innerhalb der reformatorischen Traditionen ist von zentraler Bedeutung für das ökumenische Gespräch und die praktische Ausgestaltung des christlichen Lebens. Die LK von 1973 stellt einen bedeutenden Meilenstein im Streben nach kirchlicher, konfessionsübergreifender Gemeinschaft dar, insbesondere unter den reformatorischen Kirchen Europas.
Diese Arbeit wird sich zuerst dem historischen Kontext und der Entstehung der LK widmen und dann das Verständnis von Einheit der Kirche und von Kirchengemeinschaft, zudem deren Bedingungen, analysieren. Dieselben Analyseschritte werden folgend bei der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘ angewandt. Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammenfassend dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Kontext und Entstehung der Leuenberger Konkordie
3. Aufbau der Leuenberger Konkordie
4. Verständnis von Einheit der Kirche nach der Leuenberger Konkordie
5. Verständnis von Kirchengemeinschaft nach der Leuenberger Konkordie
5.1. Bedingungen der Kirchengemeinschaft nach der Leuenberger Konkordie
5.1.1. 1. Bedingung ‚Übereinstimmung im gemeinsamen Verständnis des Evangeliums‘
5.1.2. 2. Bedingung ‚Übereinstimmung angesichts der Lehrverurteilungen der Reformationszeit‘
5.1.3. 3. Bedingung ‚Gewährung der gegenseitigen Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft‘
6. Historischer Kontext und Entstehung der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘
7. Aufbau der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘
8. Verständnis von Einheit der Kirche nach der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘
9. Verständnis der Kirchengemeinschaft nach der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘
10. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Verständnis von Kirchengemeinschaft und der Einheit der Kirche sowohl in der Leuenberger Konkordie (LK) als auch in der späteren GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘ zu analysieren und miteinander in Beziehung zu setzen, um theologische Kontinuitäten und neue Denkformen zu identifizieren.
- Historische Kontextualisierung der Leuenberger Konkordie.
- Analyse des Einheitsverständnisses sowie der Bedingungen für Kirchengemeinschaft in der LK.
- Untersuchung der Entstehung und Struktur der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘.
- Kritische Reflexion über die Entwicklung vom Konsensmodell der LK hin zu neuen Strukturfragen in der GEKE.
- Gegenüberstellung und Vergleich beider Dokumente hinsichtlich ihrer ökumenischen Bedeutung.
Auszug aus dem Buch
2. Historischer Kontext und Entstehung der Leuenberger Konkordie
Seit der Reformation fehlte es nie an Bemühungen, die konfessionellen Unterschiede zwischen Reformiert*innen und Lutheraner*innen zu überwinden. Die LK ist das Ergebnis mehrerer evangelisch-ökumenischer Gesprächsreihen in den Jahren 1955 bis 1973. Die Gründung der EKD 1948, welche jedoch fast an dem Thema der gemeinsamen Feier des Abendmahls scheiterte, machte einen ‚ersten‘ Aufschlag für das Thema und verstärkte erneut die Debatte. Denn für die konfessionellen Lutheraner*innen handelte es sich bei der EKD nicht um eine Kirche, sondern um einen Bund von Kirchen, da die EKD über kein gemeinsames Bekenntnis verfügte. Die Eingliederung der neuen ‚Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland‘ (VELKD) in die EKD gelang jedoch. Die Arnoldshainer Konferenz, eine Arbeitsgemeinschaft verschiedener evangelischer Kirchen seit 1967, versuchte ein gesamtprotestantisches theologisches Verständnis des Abendmahls zu erarbeiten. Damit sollte das Ziel der ‚Kirchwerdung‘ der EKD verfolgt werden. Der Rat der EKD nahm die Arnoldshainer Thesen, welche die Grundsatzentscheidung zur vollen Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft und die Entkräftigung der reformatorischen Bekenntnisschriften beinhaltete, 1958 entgegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt das Forschungsfeld zwischen LK und GEKE-Studie ab und benennt die Zielsetzung der Untersuchung.
2. Historischer Kontext und Entstehung der Leuenberger Konkordie: Dieses Kapitel erläutert die ökumenischen Bemühungen und Gesprächsreihen, die nach 1945 zur Verabschiedung der LK 1973 führten.
3. Aufbau der Leuenberger Konkordie: Hier wird die Gliederung der LK in vier Teile und die Präambel kurz dargestellt.
4. Verständnis von Einheit der Kirche nach der Leuenberger Konkordie: Das Kapitel widmet sich der Definition der Einheit als göttliches Werk und dem Verständnis des Evangeliums als Grundlage der Kirche.
5. Verständnis von Kirchengemeinschaft nach der Leuenberger Konkordie: Es wird die Konzeption von Kirchengemeinschaft als proiectum und processus beschrieben.
6. Historischer Kontext und Entstehung der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorische Neuausrichtung zur GEKE und die Veranlassungen für die Studie von 2018.
7. Aufbau der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘: Das Kapitel strukturiert die in fünf Teile untergliederte GEKE-Studie und deren inhaltliche Schwerpunkte.
8. Verständnis von Einheit der Kirche nach der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘: Hier wird untersucht, wie die Studie das Einheitsverständnis der LK übernimmt und um Aspekte der Sichtbarkeit erweitert.
9. Verständnis der Kirchengemeinschaft nach der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘: Es werden die vier Dimensionen der Kirchengemeinschaft laut GEKE-Studie analysiert.
10. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Untersuchungsergebnisse zur Kontinuität und Veränderung in der theologischen Akzentuierung zusammen.
Schlüsselwörter
Leuenberger Konkordie, GEKE, Kirchengemeinschaft, Einheit der Kirche, Evangelium, Rechtfertigung, Abendmahlsgemeinschaft, Konfessionelle Vielfalt, Ökumene, Reformatorische Tradition, Lehrverurteilungen, Konsens, Gottesdienstgemeinschaft, Strukturfragen, Institutionelle Einheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das theologische Verständnis von Kirchengemeinschaft und der Einheit der Kirche durch einen Vergleich der Leuenberger Konkordie von 1973 mit der GEKE-Studie ‚Kirchengemeinschaft‘ aus dem Jahr 2018.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind das Verständnis des Evangeliums als Einheitsgrundlage, die Bedeutung reformatorischer Bekenntnisse, der Umgang mit historischen Lehrverurteilungen sowie Entwicklungen in der ökumenischen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, nachzuzeichnen, wie sich das Verständnis von Kirchengemeinschaft im Laufe der Jahrzehnte theologisch entwickelt hat und ob neue Denkformen oder eine stärkere Betonung institutioneller Strukturen erkennbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematisch-theologische Analyse und vergleicht die genannten Dokumente textbasiert unter Berücksichtigung etablierter wissenschaftlicher Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der historische Kontext sowie das Verständnis von Einheit und Gemeinschaft in der LK detailliert analysiert, gefolgt von einer analogen Untersuchung der GEKE-Studie, wobei jeweils auf die Bedingungen für Gemeinschaft eingegangen wird.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Partizipationsgemeinschaft, gestaltete Vielfalt, Konsensmodell, notae ecclesiae, sowie die Unterscheidung zwischen göttlichem Werk und menschlichem Streben.
Wie unterscheidet sich das Einheitsverständnis der GEKE von der LK?
Während die LK das Einheitsverständnis stark auf das Wirken Gottes und die Freiheit der Bekenntnisse fokussiert, erweitert die GEKE-Studie das Konzept um Fragen der Sichtbarkeit und strukturellen Verbindlichkeit.
Welche kritischen Einwände werden in der Arbeit diskutiert?
Es wird insbesondere die Kritik von Jan-Philipp Behr aufgegriffen, die davor warnt, dass durch den Ausbau organisatorischer Strukturen in der GEKE-Studie eine Vermischung von Gemeinschaftsbegriffen stattfinden und die pluralistische Vielfalt zugunsten einer tendenziell römisch-katholisch geprägten Sichtweise eingeengt werden könnte.
- Quote paper
- Aylin Sayin (Author), 2024, Das Verständnis von Kirchengemeinschaft und Einheit der Kirche nach der Leuenberger Konkordie und der GEKE-Studie "Kirchengemeinschaft", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1508380