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Wie vollzog sich die Anpassung der schleswig-holsteinischen Justiz nach 1945?

Titel: Wie vollzog sich die Anpassung der schleswig-holsteinischen Justiz nach 1945?

Hausarbeit , 2023 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Fabian Berger (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit thematisiert die Fragestellung "Wie vollzog sich die Anpassung der schleswig-holsteinischen Justiz nach 1945?". Nachdem der Nationalsozialismus Deutschland infolge des Zweiten Weltkrieges nicht nur materiell, sondern auch institutionell in Schutt und Asche gelegt hatte, bedurfte es nach Kriegsende eines schnellen Wiederaufbaus der Behörden, um Westdeutschland wieder zu einem funktionierenden Staat zu machen. Dies lag nicht nur im Interesse der Deutschen selbst, sondern war auch eine Bestrebung der Besatzungsmächte. Das öffentliche Leben, damit einhergehend die Wirtschaft, die Verwaltung sowie auch die Rechtsprechung, sollte so schnell wie möglich wieder funktionieren. Ziel war es, zu verhindern, dass die Bevölkerung Gefallen an den von den Briten und Amerikanern gefürchteten "kommunistische Elementen" findet.

Die Briten orientierten sich in Schleswig-Holstein grundlegend an der Vorgehensweise der Amerikaner, jedoch gingen sie in der Umsetzung deutlich pragmatischer vor als ihre Verbündeten. Zum einen wollte man, spätestens nach dem Einsetzen des Kalten Krieges 1947, mit dem westdeutschen Staat ein Schutzschild gegen die Sowjetunion schaffen, zum anderen stand das britische Empire selbst kurz vor einem wirtschaftlichen Totalschaden. Daher konnten diese kaum Mittel für den Wiederaufbau der am stärksten vom Krieg in Mitleidenschaft gezogene Besatzungszone bereitstellen. Sie mussten mit dem arbeiten, was verfügbar war. So wurden die deutschen Institutionen zu einem verlängerten Arm der Besatzungsbehörden.

Kurz gesagt, man habe Expertise gegen Belastung abwägen müssen und dabei wohl vergessen, klar zu definieren, was genau in diesem Zusammenhang unter der Expertise, welche gegen eine konturlos und heterogen beschriebene politische Belastung abgewogen werden sollte, zu verstehen war. Fest stand nur, dass sich die Funktionseliten wieder einmal an ein neues, demokratisches System anpassen mussten, nachdem sie zuvor die nationalsozialistische Diktatur mitgetragen hatten. Wie ging diese Anpassung vonstatten?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Justiz in der nationalsozialistischen Diktatur

2.1 Normen- und Maßnahmenstaat

2.2 Handlungsspielräume

3. Mitwirken bei der Etablierung der Demokratie in der Bundesrepublik

3.1 Die Entnazifizierung in der britischen Besatzungszone

3.2 Die öffentliche Selbstdarstellung der Justiz nach Kriegsende

3.3 Die Belastung der Justizjuristen in Schleswig-Holstein

4. Gustav Reichs Kurzbiographie

5. Quellenkritik

5.1 Äußere Quellenkritik

5.2 Wichtige Erkenntnisse der inneren Quellenkritik

6. Einordnung in die Landeskontinuitätsstudie

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Anpassungsprozess der schleswig-holsteinischen Justiz nach 1945 an das neue demokratische System der Bundesrepublik, wobei die Kontinuität personaler und struktureller Elemente im Fokus steht.

  • Strukturen der NS-Justiz (Normen- vs. Maßnahmenstaat)
  • Entnazifizierung und ihre pragmatische Umsetzung in der britischen Besatzungszone
  • Biographische Fallstudie zum Justizjuristen Gustav Reich
  • Strategien der Legitimierung und Selbstdarstellung ehemaliger NS-Juristen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Entnazifizierung in der britischen Besatzungszone

Der Leitgedanke der Entnazifizierung war ein Elitenaustausch, welcher Staat, Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland ein demokratisches Leben ermöglichen sollte. Aus diesem Grundgedanken entstand ein Katalog von repressiven, aber unsystematischen Maßnahmen gegen die Funktionseliten. Dieser reichte bis hin zur Verhaftung und Internierung. So saßen die höheren Justiz- und Verwaltungsbeamten und Wirtschaftsfachleute, die man für den Aufbau eines demokratischen Lebens benötigte, in Arrest.

So entwickelte die britischen Besatzungsbehörden einen immer größeren Pragmatismus im Umgang mit Justizjuristen. Beispielsweise etablierte sich das Huckepackverfahren, bei welchem für jeden Unbelasteten auch ein Belasteter wieder eingestellt wurde. Schon 1946 konnte jeder zurück in den Justizdienst, der ein Entnazifizierungsverfahren durchlaufen hatte. Da in Schleswig-Holstein 99,5 Prozent in die Kategorien IV – Mitläufer und V – Unbelastetet eingeordnet wurden, kehrte auch beinahe das gleiche Personal zurück in den Justizdienst, auch wenn in der britischen Zone beispielsweise 80 bis 90 Prozent der Landgerichtsdirektoren und -räte Parteimitglieder gewesen waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den schwierigen institutionellen Wiederaufbau der deutschen Justiz nach 1945 unter Berücksichtigung der Interessen der Besatzungsmächte.

2. Die Justiz in der nationalsozialistischen Diktatur: Hier wird der theoretische Rahmen des NS-Rechtssystems, unterteilt in Normen- und Maßnahmenstaat, analysiert.

3. Mitwirken bei der Etablierung der Demokratie in der Bundesrepublik: Dieses Kapitel untersucht die Entnazifizierungspraxis und die Rolle ehemaliger Justizjuristen im demokratischen Neubeginn.

4. Gustav Reichs Kurzbiographie: Eine biographische Fallstudie, die den beruflichen Werdegang von Heinrich Peter Gustav Reich vor dem Hintergrund der allgemeinen Entwicklungen darstellt.

5. Quellenkritik: Eine methodische Reflexion über die verwendeten Dokumente aus dem Bundesarchiv und dem Landesarchiv Schleswig-Holstein hinsichtlich ihrer Validität.

6. Einordnung in die Landeskontinuitätsstudie: Die Einordnung von Gustav Reich in die breitere Untersuchungsgruppe zur Elitenkontinuität innerhalb Schleswig-Holsteins.

7. Fazit: Die Zusammenfassung der Erkenntnisse unter den Grundlinien Pragmatismus, Toleranz und personelle Kontinuität ergibt das Fazit zur Justizwandlung.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der im Werk verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.

Schlüsselwörter

Schleswig-Holstein, Justizgeschichte, Nationalsozialismus, Entnazifizierung, personelle Kontinuität, Nachkriegszeit, Maßnahmenstaat, Rechtspositivismus, Gustav Reich, Elitenkontinuität, BRD, Demokratisierung, Besatzungspolitik, Funktionseliten, Landesarchiv.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie sich die Justiz in Schleswig-Holstein nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges an das neue demokratische System anpasste und welche personellen sowie strukturellen Kontinuitäten aus der NS-Zeit dabei bestehen blieben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind der Übergang vom NS-Rechtssystem zur demokratischen Justiz, die Entnazifizierungspraktiken der Briten sowie die Rolle der beteiligten Juristen und deren individueller Werdegang.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, am Beispiel der Justiz in Schleswig-Holstein aufzuzeigen, wie erfolgreich oder gescheitert die Entnazifizierung war und wie ehemaliges NS-Personal in den Staatsdienst der Bundesrepublik integriert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin bzw. der Autor nutzt eine Kombination aus historischer Analyse, systematischer Quellenkritik und einer biographischen Fallstudie, die in den Kontext einer größeren Landeskontinuitätsstudie eingebettet ist.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Abgrenzung von Normen- und Maßnahmenstaat, der politischen Selbstdarstellung der Justizjuristen nach dem Krieg und der detaillierten biographischen Analyse von Gustav Reich.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie Elitenkontinuität, Pragmatismus, NS-Justiz, Entnazifizierung und personelle Beständigkeit.

Warum war die Entnazifizierung der Justizjuristen in Schleswig-Holstein so ineffizient?

Die Entnazifizierung scheiterte weitgehend am Bedarf der Alliierten an erfahrenem Personal zum Wiederaufbau der Rechtspflege, was zu einem pragmatischen „Huckepackverfahren“ und einer sehr großzügigen Einstufung in die unbelasteten Kategorien führte.

Weshalb ist die Person Gustav Reich für diese Analyse so aufschlussreich?

Gustav Reich dient als exemplarisches Beispiel für einen Juristen, der seine Karriere sowohl in NS-Behörden als auch in der Nachkriegsjustiz fortsetzen konnte, wobei er sein NS-Verhalten durch Falschangaben zu seiner Vergangenheit oder durch die Konstruktion einer „Opferrolle“ zu verschleiern suchte.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie vollzog sich die Anpassung der schleswig-holsteinischen Justiz nach 1945?
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Geschichtswissenschaften und ihre Didaktik)
Note
1,3
Autor
Fabian Berger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
20
Katalognummer
V1507724
ISBN (eBook)
9783389074350
ISBN (Buch)
9783389074367
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anpassung justiz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Berger (Autor:in), 2023, Wie vollzog sich die Anpassung der schleswig-holsteinischen Justiz nach 1945?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1507724
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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