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Das Recht auf den Körper der Anderen?

Mills Utilitarismus und die Pflicht zur Organspende

Titel: Das Recht auf den Körper der Anderen?

Seminararbeit , 2010 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Peer Klüßendorf (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Todesanzeige seiner leberkranken Mutter beklagt ein Sohn, dass sie „ein fehlendes Spenderorgan aus unserer Mitte riss.“
„In Deutschland sterben jedes Jahr 1000 Menschen, weil Organe fehlen“ , kommentiert die ZEIT im Jahr 2007.
Bereits dieser kurze Einblick in die mediale Präsenz verdeutlicht, dass eine Vielzahl von tragischen Einzelschicksalen mit dem Mangel an Spenderorganen in Deutschland verknüpft ist. Gleichzeitig deutet sich jedoch ein Wandel in der wahrgenommenen Bedeutung der Organspende an. Dem Begriff „Spende“, also einer freiwilligen Leistung, wird eine moralische Pflicht zur Organweitergabe gegenübergestellt. Das nicht zur Verfügung gestellte Organ scheint die zu Grunde liegende Krankheit als Todesursache zu ersetzen.
Diese Entwicklung aufgreifend wurde auf Empfehlung des Deutschen Ethikrats die Einführung der „Widerspruchsregelung“ diskutiert, wonach von einer generellen Bereitschaft zur postmortalen Transplantation auszugehen sei, sofern eine Person diese nicht ausdrücklich ablehne.

Die folgende philosophische Untersuchung wird prüfen, inwiefern ein dadurch impliziertes „Recht auf den Körper des Anderen“ bestehen kann. Da Organspendebefürworter insbesondere den entstehenden größtmöglichen Nutzen aller hervorheben, soll eben dieser Standpunkt ausgehend vom klassischen Utilitarismus bei John Stuart Mill untersucht werden. Da die sich schnell entwickelnde Transplantationsmedizin ein sehr modernes philosophisches Problemfeld darstellt, gilt es Mills Positionen angemessen auf die Gegenwart zu übertragen.
Dazu soll zunächst auf die medizinischen Aspekte der Organspende näher eingegangen werden, um auf dieser Grundlage sowohl die Organspende im Allgemeinen, als auch die Möglichkeiten einer moralischen oder gar gesetzlichen Pflicht zur Organabgabe aus utilitaristischer Sicht zu bewerten.
Ziel des folgenden Diskurses ist es abschließend zu zeigen, ob die Einführung der zu diskutierenden Widerspruchslösung einen gangbaren Kompromiss in der gegenwärtigen ethischen Debatte darstellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Praxis der Organspende

3. Utilitarismus und Organspende

3.1. Freiwillige „postmortale“ Organspende

3.2. Organspende als „Moralische Pflicht“?

4. Die Widerspruchsregelung in der Praxis

5. Die Widerspruchsregelung als utilitaristischer Kompromiss?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage des klassischen Utilitarismus nach John Stuart Mill, inwieweit eine moralische oder gesetzliche Pflicht zur Organspende ethisch begründet werden kann und ob die Einführung einer Widerspruchsregelung einen tragfähigen Kompromiss in der aktuellen Transplantationsdebatte darstellt.

  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen Organspende als freiwilliger Akt und geforderter Pflicht.
  • Ethische Bewertung der postmortalen Organspende durch die utilitaristische Glücksmaximierung.
  • Diskussion des Hirntodkriteriums als Voraussetzung für Transplantationen.
  • Kritische Betrachtung der Widerspruchsregelung als gesetzliches Steuerungsinstrument.

Auszug aus dem Buch

3. Utilitarismus und Organspende

Der Utilitarismus nach John Stuart Mill ist ein ethisches Prinzip, wonach „die Nützlichkeit oder das Prinzip des größten Glücks die Grundlage der Moral ist.“ Handlungen sind insoweit moralisch richtig, wenn sie die Tendenz haben, Glück zu befördern und moralisch falsch, wenn sie die Tendenz haben, das Gegenteil von Glück zu bewirken. Dabei unterscheidet Mill qualitativ unterschiedliche Stufen des Glücks, so dass dem Vorwurf einer ausschließlich lustorientierten „pig philosophy“ in zeitgenössischen Interpretationen zu Recht vehement widersprochen wird.

So würde den möglicherweise quantitativ überlegenen Alltagsfreuden immer ein „Gefühl der Würde“ überlegen gegenüberstehen, „das allen Menschen [...] zu eigen ist und das für die, bei denen es besonders stark ausgeprägt ist, einen so entscheidenden Teil ihres Glücks ausmacht, dass sie nichts, was mit ihm unvereinbar ist, länger als nur einen Augenblick lang zu begehren imstande sind.“

Auf diesem „first principle“ der Glücksmaximierung aufbauend, existieren eine Vielzahl von „second principles“, die die alltägliche Entscheidungsfindung des Menschen erleichtern sollen. Diese „customary morality“, die sich mit der Entwicklung einer Gesellschaft ausgeprägt hat und dem Individuum als Handlungsregeln beigebracht wurden (z.B. ein Verbot des Mordes oder Raubes) behalten auch nach utilitaristischer Denkweise ihre Berechtigung, da sie durch den Ausschluss offensichtlich unmoralischer Handlungsmöglichkeiten Entscheidungsfindungsprozesse vereinfachen. Traditionelle Verhaltensmuster kritisch zu prüfen und ihre Veränderungen anzustreben stellt jedoch nichtsdestotrotz eine wesentliche Aufgabe des Utilitaristen dar, wozu das erste Prinzip des größten Glückes der größten Zahl heranzuziehen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die mediale Präsenz des Organmangels und führt in die philosophische Fragestellung ein, ob eine moralische Pflicht zur Organspende unter utilitaristischen Aspekten gerechtfertigt ist.

2. Praxis der Organspende: Dieses Kapitel beschreibt den eklatanten Mangel an Spenderorganen und erörtert medizinische sowie ethische Aspekte, insbesondere das Kriterium des Hirntodes als Grundlage für Organentnahmen.

3. Utilitarismus und Organspende: Hier wird der klassische Utilitarismus Mills auf die Organspende angewandt, wobei sowohl freiwillige Spenden als auch die Frage nach einer moralischen Pflicht zur Organabgabe untersucht werden.

4. Die Widerspruchsregelung in der Praxis: Das Kapitel analysiert die legislative Widerspruchsregelung, wie sie in anderen europäischen Ländern existiert, und bewertet deren Auswirkungen auf das Spenderaufkommen.

5. Die Widerspruchsregelung als utilitaristischer Kompromiss?: Der abschließende Teil hinterfragt kritisch, ob die Widerspruchsregelung einen ethisch vertretbaren Kompromiss darstellt, der das Allgemeinwohl fördert, ohne individuelle Selbstbestimmungsrechte unangemessen zu verletzen.

Schlüsselwörter

Utilitarismus, John Stuart Mill, Organspende, Hirntod, Widerspruchsregelung, Transplantationsmedizin, Moralische Pflicht, Glücksmaximierung, Selbstbestimmung, Bioethik, Organspendeausweis, Postmortale Transplantation, Ethische Debatte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ethische Rechtfertigung der Organspende aus der Perspektive des klassischen Utilitarismus von John Stuart Mill.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der moralischen Bewertung des Hirntodes, der freiwilligen versus verpflichtenden Organspende und der Effektivität gesetzlicher Regelungen wie der Widerspruchslösung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob sich aus utilitaristischer Sicht eine moralische oder gesetzliche Pflicht zur Organspende ableiten lässt und ob die Widerspruchsregelung einen gangbaren ethischen Kompromiss darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Analyse, bei der klassische utilitaristische Prinzipien auf aktuelle medizinethische Problemfelder und gesetzliche Rahmenbedingungen übertragen werden.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich mit der Abwägung von Nutzen (Lebensrettung) und Leid (Eingriff in die körperliche Selbstbestimmung) sowie der Analyse von empirischen Daten zur Organspendebereitschaft.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?

Die zentralen Begriffe sind Utilitarismus, Glücksmaximierung, Organspende, Hirntod, Widerspruchsregelung und körperliche Selbstbestimmung.

Warum wird der Hirntod in der Arbeit kritisch hinterfragt?

Der Hirntod bildet die medizinische Voraussetzung für eine Organentnahme, wird aber philosophisch kritisiert, da er einen Sterbeprozess markiert, bei dem der Spender äußerlich noch lebendig wirken kann.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung zur Widerspruchsregelung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein Eingriff in das Recht auf körperliche Selbstbestimmung durch eine gesetzliche Widerspruchspflicht ethisch hochproblematisch ist und ein freiwilliger Beitrag zum Allgemeinwohl utilitaristisch vorzuziehen ist.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Recht auf den Körper der Anderen?
Untertitel
Mills Utilitarismus und die Pflicht zur Organspende
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Praktische Philosophie I (Ethik)
Note
1,3
Autor
Peer Klüßendorf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V150727
ISBN (eBook)
9783640626397
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Organspende Spendepflicht Mill Utilitarismus Utilitarianism Pflicht zur Organspende Angewandte Ethik Organtransplantation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Peer Klüßendorf (Autor:in), 2010, Das Recht auf den Körper der Anderen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/150727
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Leseprobe aus  15  Seiten
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