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Anregungen der Ethik Emmanuel Lévinas’ für den Solidaritätsbegriff

Title: Anregungen der Ethik Emmanuel Lévinas’ für den Solidaritätsbegriff

Term Paper , 2023 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Schröders (Author)

Philosophy - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit untersucht die Relevanz des Solidaritätsbegriffs in der heutigen Gesellschaft unter Berücksichtigung seiner verschiedenen Auslegungsarten. Zudem wird die Ethik des Philosophen Emmanuel Lévinas dargelegt und auf ihren Mehrwert für den Diskurs über Solidarität hin analysiert.

In Politik und Öffentlichkeit wird häufig der Begriff der Solidarität gebraucht, um zur Unterstützung und Rücksicht in Krisenzeiten aufzurufen. Ob im Kontext einer Pandemie oder eines Krieges auf europäischem Boden – sich solidarisch zu verhalten scheint durch die Menschlichkeit geboten und immer irgendwie das Richtige zu sein. Solidarität klingt gut, sie schafft u.U. sogar ein Gefühl der Verbundenheit, eines gemeinsamen Kampfes gegen Unrecht und Leid. Es scheint jedoch alltagssprachlich keine Klarheit darüber zu geben, in welchem Umfang Solidarität verpflichtend und wie genau sie zu verwirklichen ist. Die von staatlichen Organen rechtlich durchgesetzten solidarischen Institutionen, wie z.B. die Sozialversicherungen, der Solidaritätszuschlag oder auch die 3G-Regeln, lassen es oft so scheinen, als sei Solidarität Staatssache. Zivilgesellschaftliche Anstrengungen der Solidarität erscheinen optional und werden den besonders Leidenschaftlichen und Pflichtbewussten überlassen. Die Ungerechtigkeiten dieser Welt scheinen oft zu weit weg zu sein, um sich solidarisch zu fühlen und zu verhalten. Auch in der Wissenschaft gibt es keinen Konsens darüber, was genau mit dem Solidaritätsbegriff gemeint ist, stattdessen werden multiple Facetten des Begriffs angeführt, die jedoch schwer auf einen Nenner zu bringen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Solidaritätsbegriff

2.1 Drei Bedeutungsfacetten des Solidaritätsbegriffs

2.2 Fragen und Ambivalenzen des Solidaritätsbegriffs

2.2.1 Die Verortung von Solidarität im Rechtsstaat und ihr Verhältnis zur Gerechtigkeit

2.2.2 Die Frage nach der Universalität von Solidarität und der Notwendigkeit eines „Wir“ zu ihrer Verwirklichung

2.2.3 Die Frage nach der Normativität von Solidarität

3 Die Ethik Emmanuel Lévinas’

3.1 Der Andere – Lévinas’ Verständnis von Ethik, Subjekt und Verantwortung

3.2 Der Dritte – Verhältnis von Ethik und Politik bei Lévinas

4 Mögliche Beiträge der Ethik von Lévinas für die Ambivalenzen des Solidaritätsbegriffs

4.1 Verantwortung als Erwählung – Radikale Faktizität und Normativität von Solidarität

4.2 Verantwortung aus der Nähe – Singularität des ethischen Bezugs

4.2.1 Solidarität als Korrektur und Ergänzung der Universalität von Gerechtigkeit im Rechtsstaat

4.2.2 Notwendigkeit eines „Wir“ – Grenzen der Lévinas’schen Vorstellung von Brüderlichkeit

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Unklarheiten und praktischen Ambivalenzen des Solidaritätsbegriffs und prüft, ob die ethische Philosophie von Emmanuel Lévinas einen Beitrag zur Klärung sowie zu einer Neuausrichtung dieses Begriffs leisten kann. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie ein von Lévinas inspirierter Begriff der Verantwortung Solidarität als personale, existenzielle Grundlage für Gerechtigkeit jenseits rein institutioneller Prinzipien greifbar machen könnte.

  • Analyse der soziologischen und philosophischen Facetten des Solidaritätsbegriffs.
  • Untersuchung der Spannungsfelder zwischen Rechtsstaat, Gerechtigkeit, Universalität und Partikularität.
  • Einführung in die Philosophie der Alterität von Emmanuel Lévinas.
  • Reflexion des Konzepts der "Brüderlichkeit" als Alternative zum klassischen Solidaritätsansatz.
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit von Lévinas' radikaler Ethik auf reale gesellschaftliche und politische Herausforderungen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Andere – Lévinas’ Verständnis von Ethik, Subjekt und Verantwortung

Lévinas Philosophie setzt eine strikte Trennung von Ethik und Ontologie voraus (Staudigl, 29ff.). In der Ontologie geht es um ein erfassen und kategorisieren der sinnlich erfahrbaren Welt in eine allgemeine Seinsordnung. Ethik ist für Lévinas eine davon klar zu unterscheidende Ordnung. Den Zugang zur Ethik findet man nicht über rationale Erkenntnis, sondern in der Begegnung mit dem Antlitz einer anderen Person. Im Gegensatz zur zu Totalität und Imperialismus neigenden Ontologie wird Ethik passiv erfahren: Man wird von einem konkreten Anderen vereinnahmt, anstatt ihn zu verstehen, einzuordnen und damit zu objektivieren. Sie findet also immer in einem Modus der Nicht-Intentionalität, der „Gastlichkeit“ (Staudigl, 35), statt.

Der bereits erwähnte Begriff des Anderen ist für Lévinas nicht lediglich ein anderer Mensch, sondern der Andere ist der ganz Andere. Seine Andersheit ist nie ergründlich, sie ist nicht zu erfassen und damit transzendent. Es besteht immer eine nicht zu überbrückende Trennung zum Anderen. Er ist und bleibt eine „Fremdheit, die hereinbricht und die Ordnung stört“ (Bedorf, 233). In dem Lévinas’schen Denkgebäude werden für diese Begegnung mit einem absolut Differenten Begriffe wie „Spur“ oder „Rätsel“ (Staudigl, 81) verwendet. Schließlich ist Andersheit „die Begegnung zu einer Beziehung mit dem Unendlichen“ (Staudigl, 33).

In der unmittelbaren Begegnung mit dem Anderen werden wir konfrontiert mit dessen Not, dessen Verletzlichkeit und infolgedessen mit einem Appell. Somit finden wir uns in einem Angerufensein wieder, welches uns „in einer radikalen Passivität“ (Staudigl, 63) widerfährt. Lévinas findet hierfür die Begriffe Erwählung, Infragestellung und Störung, in seinem Spätwerk sogar Geiselstand oder Verfolgung (Staudigl, 102).

Unabhängig von jeglicher Reflexion oder Autonomie ist man demnach (immer schon) verantwortlich, da man als soziales Wesen dem Antlitz des Anderen ausgesetzt ist. In der Verantwortung für den Anderen konstituiert sich Subjektivität. Der Mensch wird also ethisches Subjekt nicht durch eigenes ethisches Nachdenken und durch freie Handlungsentscheidungen, sondern wir sind verantwortlich, bevor wir frei und unabhängig sind (Staudigl, 71). Ethik findet demnach in erster Linie nicht auf der Ebene des Bewusstseins statt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die begriffliche Unklarheit von Solidarität im heutigen Diskurs und führt die Philosophie von Emmanuel Lévinas als potenzielle methodische Linse zur Untersuchung dieser Problematik ein.

2 Der Solidaritätsbegriff: Dieses Kapitel arbeitet drei Hauptfacetten von Solidarität heraus – als deskriptives Faktum, als soziale Bindekraft und als universale moralische Verpflichtung – und beleuchtet die damit verbundenen Spannungen im Kontext von Rechtsstaat und Gesellschaft.

3 Die Ethik Emmanuel Lévinas’: Hier wird der Kern von Lévinas’ Philosophie dargestellt, insbesondere die radikale Verantwortung für den Anderen und die Rolle des Dritten, die eine fundamentale Trennung von Ethik und politischer Ontologie erfordert.

4 Mögliche Beiträge der Ethik von Lévinas für die Ambivalenzen des Solidaritätsbegriffs: Das Kapitel prüft, wie Lévinas’ Umdeutung von Subjektivität und Verantwortung als „Erwählung“ den Solidaritätsbegriff von einer freiwilligen Option zu einer existenziellen Notwendigkeit transformieren und somit bestehende Aporien adressieren könnte.

5 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Lévinas’ Ansatz zwar keine einfachen politischen Lösungen bietet, jedoch eine notwendige personale Dimension und Korrektur für das Verständnis von Gerechtigkeit und Solidarität liefert.

Schlüsselwörter

Solidarität, Emmanuel Lévinas, Verantwortung, Ethik, Alterität, Gerechtigkeit, Rechtsstaat, Brüderlichkeit, Subjektivität, Nahbeziehung, Sozialstaat, Moral, Gesellschaftstheorie, Identität, Soziale Bindekraft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Unschärfe des Solidaritätsbegriffs in der heutigen Gesellschaft und untersucht, wie die Philosophie von Emmanuel Lévinas helfen kann, Solidarität tiefer und ethisch fundierter zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die soziologische Begriffsanalyse von Solidarität, die Rolle des Staates und der Zivilgesellschaft in der Fürsorge sowie die philosophische Grundlegung von Ethik als radikale Verantwortung gegenüber der Alterität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu prüfen, ob die Philosophie von Lévinas eine Orientierung bietet, um Solidarität aus der Beliebigkeit der bloßen Wohltätigkeit in den Bereich einer existenziellen, nicht-optionalen Verantwortung zu führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine philosophische Diskursanalyse, bei der sie aktuelle soziologische Solidaritätskonzepte mit der alteritätsethischen Theorie von Lévinas konfrontiert, um Spannungsfelder und Korrekturmöglichkeiten aufzudecken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Theoriedefizit und die Ambivalenzen des Solidaritätsbegriffs aufgezeigt, gefolgt von einer ausführlichen Explikation von Lévinas’ Ethik und einer anschließenden Synthese, in der Lévinas’ Konzepte auf die Solidaritätsproblematik angewandt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Solidarität, Verantwortung, Lévinas, Ethik, Gerechtigkeit, Alterität, Subjektivität und Brüderlichkeit.

Wie unterscheidet sich die Solidarität bei Lévinas vom allgemeinen Verständnis?

Im gängigen Verständnis ist Solidarität oft eine freiwillige, soziale oder staatlich verordnete Tat. Bei Lévinas ist man jedoch "immer schon" verantwortlich; Solidarität ist keine Entscheidung, sondern die Weise, wie Menschlichkeit erst konstituiert wird.

Warum reicht der Staat laut Lévinas nicht für echte Solidarität aus?

Laut Lévinas drohen staatliche Institutionen die Verantwortung zu anonymisieren. Echte ethische Begegnung erfordert die singuläre Nähe zum Anderen, eine Dynamik, die in abstrakten, universalen Rechtssystemen verloren gehen kann.

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Details

Title
Anregungen der Ethik Emmanuel Lévinas’ für den Solidaritätsbegriff
College
University of Applied Sciences North Hesse; Bad Sooden-Allendorf  (Master Psychosoziale Beratung in Sozialer Arbeit)
Course
Normative Grundlagen von psychosozialer Beratung in Sozialer Arbeit
Grade
1,0
Author
Katharina Schröders (Author)
Publication Year
2023
Pages
18
Catalog Number
V1499404
ISBN (eBook)
9783389061978
ISBN (Book)
9783389061985
Language
German
Tags
Solidarität Emmanuel Lévinas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Schröders (Author), 2023, Anregungen der Ethik Emmanuel Lévinas’ für den Solidaritätsbegriff, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1499404
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