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„Bienvenue en France“

Eine qualitative Untersuchung der Zielsetzungen und der Umsetzung des französischen Integrationsprogramms unter besonderer Berücksichtigung der Perspektiven der an ihm teilnehmenden Einwanderer

Title: „Bienvenue en France“

Bachelor Thesis , 2009 , 118 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexej Schlotfeldt (Author)

Didactics for the subject French - Applied Geography

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Summary Excerpt Details

Nach einer knappen Einführung zur Diskussion um die Einwanderung in Frankreich als Vorgeschichte des 2006 eingeführten „Integrationsvertrages“ analysiert die Arbeit dessen offizielle Ziele (Akzeptanz der Werte der Republik, Sprachkenntnisse, aktive Integration) sowie auch das „uneigentliche“ Ziel einer Migrationsbeschränkung. Die Besonderheit dieser Untersuchung, die auf der verfügbaren wissenschaftliche Literatur und dem theoretischen Rahmen basiert, ist neben einer sorgfältigen und kritischen Diskussion der regierungsoffiziellen Texte ihre eigene empirische Dimension. Mit Geschick und Überzeugungskraft ist es dem Autor gelungen, an zehn ganztägigen Schulungen für Einwanderer und zwei Sequenzen der an sie gerichteten Präsentation sowie an einem Tag auf der Empfangsplattform zu hospitieren und in diesem Rahmen Experteninterviews mit Kursleitern und dem Direktor der Trägerorganisation, vor allem aber 37 Einzel- und Gruppeninterviews mit Einwanderer-innen aus 17 Nationen zu führen, die dann hinsichtlich der Ausgangshypothesen mit einer gut begründeten Methodik ausgewertet und diskutiert werden.
Immer wieder gilt es, bei einer Thematik, die Stoff für eine Dissertation ergeben würde, den quantitativen Rahmen einer BA-Arbeit im Auge zu behalten . Es wäre zu wünschen, dass diese Studie tatsächlich später in einen größeren Forschungszusammenhang mündet. Herr Schlotfeldt hat bereits hier unter Beweis gestellt, dass er dazu alle Voraussetzungen mitbringt.

Die Arbeit wird für den Bremer Studienpreis vorgeschlagen und in diesem Zusammenhang detaillierter begutachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Genese der heutigen plateforme d’accueil de l’intégration

2.1. Zur Geschichte des Integrationsprogrammes

2.2. Zum zentralen Empfang im Office français de l'Immigration et de l'Intégration

3. Zur Zielsetzung des staatlichen Integrationsprogrammes

3.1. Der Contract d’accueil et d‘intégration – Herzstück des Integrationsprogrammes

3.2. Zur Zielsetzung des Contract d’accueil et d‘intégration

3.3. Wie viel intégration républicaine steckt in dem Integrationsprogramm?

3.4. Zusammenfassung der Zielsetzungen

4. Methodik: Eine Kombination aus qualitativen Interviews und Fragebögen

5. Das Integrationsprogramm in der sozialen Praxis

5.1. Zusammensetzung des Samples

5.2. Motivation und Einwanderungsprojekte der Interviewten

5.3. Wahrnehmung des Integrationsprogrammes durch die Einwanderer

5.3.1. Zum Umgang mit der Sprache in der Praxis des Integrationsprogrammes

5.3.2 Ziel der Akzeptanz der Werte der Republik aus Sicht der Einwanderer

5.3.3. Zielsetzungen und Zielgruppe des Integrationsprogrammes aus Sicht der Einwanderer

5.3.4. Einschätzung des Erfolges der formations civiques und Verbesserungsvorschläge der Einwanderer

5.3.5. Zum Ziel der intégration républicaine aus Sicht der Einwanderer

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht qualitativ die Zielsetzungen des französischen Integrationsprogramms und kontrastiert diese mit den individuellen Einwanderungsprojekten und Perspektiven der teilnehmenden Einwanderer, um eine Hypothese über die Erreichbarkeit und Reichweite des Programms aufzustellen.

  • Analyse der staatlichen Zielsetzungen und des Integrationsvertrags (CAI)
  • Untersuchung der sozialen Praxis durch Hospitationen und Experteninterviews
  • Kontrastierung staatlicher Forderungen mit den persönlichen Motivationen der Einwanderer
  • Evaluation des Sprachförderungskonzepts und der Wertevermittlung
  • Reflexion über die Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und der Lebensrealität von Einwanderern

Auszug aus dem Buch

3.1. Der Contract d’accueil et d‘intégration – Herzstück des Integrationsprogrammes

Auf der ersten Seite des Integrationsvertrages, der dem Immigranten in einer Sprache, die er spricht, vorzulegen ist, heißt der französische Staat ihn willkommen und stellt ihm rhetorisch Frankreich und die Franzosen gegenüber, deren Geschichte, Kultur sowie bestimmte fundamentale Werte er respektieren soll.

La France et les Français sont attachés à une histoire, à une culture et à certaines valeurs fondamentales. Pour vivre ensemble il est nécessaire de les connaître et de les respecter.54

Im Anschluss werden die zuvor als fundamental bezeichneten traditionellen Konzepte wie Liberté, Égalité, Fraternité kurz erklärt. Explizit wird auf den Laizismus und die Geschlechtergleichheit hingewiesen sowie dass bei fehlenden Französischkenntnissen die Sprache gelernt werden muss. Durch eine jeweils dreimalige Nennung wird betont, dass der Einwanderer die Werte einerseits respektieren muss und andererseits die gleichen Rechte hat wie ein Franzose und dass das Leben in Frankreich einen volonté de s’intégrer à la société française voraussetzt.

Bis hier scheint die vom Staat eingeforderte Integration also in dem vertraglich abgesicherten Respekt beziehungsweise der Akzeptanz der Werte und Prinzipien durch den Immigranten zu bestehen. Dem gegenüber steht eine Auflistung von Leistungen, die der Staat dem Einwanderer zum Zwecke seiner Integration vorschreibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Einwanderungssituation Frankreichs ein und erläutert die Notwendigkeit sowie die Zielsetzung des neuen staatlichen Integrationsprogramms.

2. Zur Genese der heutigen plateforme d’accueil de l’intégration: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick der französischen Integrationspolitik und beleuchtet die Entstehung der heutigen Empfangsplattform als Endpunkt dieser Entwicklung.

3. Zur Zielsetzung des staatlichen Integrationsprogrammes: Es wird der Integrationsvertrag (CAI) detailliert analysiert, um die staatlichen Forderungen an Einwanderer und die impliziten Zielsetzungen des Programms herauszuarbeiten.

4. Methodik: Eine Kombination aus qualitativen Interviews und Fragebögen: Hier werden die Wahl der quantitativen und qualitativen Untersuchungsmethoden begründet sowie das Vorgehen bei der Datenauswertung dargelegt.

5. Das Integrationsprogramm in der sozialen Praxis: Dieser Hauptteil präsentiert die Ergebnisse der empirischen Studie und setzt die staatlichen Ziele in Bezug zur tatsächlichen Wahrnehmung und den Lebensrealitäten der Einwanderer.

6. Schluss: Abschließend wird eine Hypothese über die Wirksamkeit des Integrationsprogramms formuliert und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben.

Schlüsselwörter

Frankreich, Einwanderungspolitik, Integrationsprogramm, Contract d'accueil et d'intégration, CAI, intégration républicaine, Einwanderer, qualitative Sozialforschung, Wertevermittlung, Sprachförderung, Migrationsforschung, soziale Praxis, Staatsbürgerschaft, politische Steuerung, Migrationsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Zielsetzungen und die tatsächliche soziale Umsetzung des französischen staatlichen Integrationsprogramms, insbesondere unter dem Aspekt, wie die teilnehmenden Einwanderer das Programm wahrnehmen.

Welches zentrale Dokument steht im Mittelpunkt der Untersuchung?

Im Mittelpunkt steht der "Contract d'accueil et d'intégration" (CAI), ein verpflichtender Vertrag, den jeder Einwanderer seit 2006 unterzeichnen muss, um seine Integration in Frankreich zu formalisieren.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, die staatlichen Forderungen an den Einwanderer mit dessen individuellen Erwartungen, Motivationen und Lebensbedingungen zu kontrastieren, um den Erfolg und die Reichweite des Programms zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt einen kombinierten methodischen Ansatz bestehend aus qualitativen Leitfadeninterviews und unterstützenden quantitativen Fragebögen, um ein differenziertes Bild der Einwandererperspektiven zu zeichnen.

Welche inhaltlichen Kernbereiche werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich unter anderem mit der Motivation zur Einwanderung, der Bedeutung der französischen Sprache, der Akzeptanz republikanischer Werte durch die Einwanderer sowie der Kritik an der praktischen Umsetzung der Integrationskurse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die "intégration républicaine", der "parcours d'intégration", die Unterscheidung zwischen Alt- und Neueinwanderern sowie der Aspekt der "immigration choisie" versus "subie".

Wie bewerten die Einwanderer den obligatorischen Charakter des Integrationsvertrags?

Die Studie zeigt, dass viele Einwanderer die Unterzeichnung weniger als Zwang, sondern vielmehr als administrativen Akt oder "Eintrittskarte" für ihren weiteren Weg in Frankreich sehen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Wirksamkeit des Programms?

Der Autor kommt zu der Hypothese, dass das Programm aufgrund der Diskrepanz zwischen staatlichem Anspruch und den individuellen Lebenszielen der Einwanderer nur eine begrenzte Wirksamkeit entfalten kann und die Hauptlast der Integration weiterhin beim Individuum liegt.

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Details

Title
„Bienvenue en France“
Subtitle
Eine qualitative Untersuchung der Zielsetzungen und der Umsetzung des französischen Integrationsprogramms unter besonderer Berücksichtigung der Perspektiven der an ihm teilnehmenden Einwanderer
College
University of Bremen
Grade
1,0
Author
Alexej Schlotfeldt (Author)
Publication Year
2009
Pages
118
Catalog Number
V149379
ISBN (Book)
9783640647439
ISBN (eBook)
9783640647453
Language
German
Tags
Frankreich Integrationsprogramm OFII ANAEM contrat d'accueil et d'intégration french integration program Immigration intégration républicaine CAI Integrationsvertrag Studie Integrationskurs formation civique 2009 2010 Werte der Republik identité nationale Politikfeldanalyse Integration von Zuwanderern in Frankreich Integration in Frankreich Identitätsdebatte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexej Schlotfeldt (Author), 2009, „Bienvenue en France“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/149379
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