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Parentale Repression in Elfriede Jelineks "Die Klavierspielerin" und in Franz Kafkas "Die Verwandlung"

Ein Vergleich

Titel: Parentale Repression in Elfriede Jelineks "Die Klavierspielerin" und in Franz Kafkas "Die Verwandlung"

Hausarbeit , 2024 , 18 Seiten , Note: 1.7

Autor:in: Marvin Schmitz (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Macht und Autorität spielen seit jeher eine zentrale Rolle in der Literaturwissenschaft, da sie Einblicke in die menschliche Natur und die sozialen Strukturen gewähren. Zwischenmenschliche Beziehungen familiärer Art sind für Analysezwecke aufgrund der emotionalen Komponente von großem Interesse. Es liegt nahe, das Eltern-Kind-Verhältnis, aufgrund der hierarchischen Struktur, zu beleuchten.

Die Autorin Elfriede Jelinek beschreibt den Schluss ihres Werkes "Die Klavierspielerin" als „eine Paraphrase auf den Prozeß von Kafka“. Diese Aussage bietet guten Grund zur Annahme, dass es in "Die Klavierspielerin" weitere Parallelen zu den Werken Kafkas geben könnte. Eine dysfunktionale Vater-Sohn-Beziehung zwischen Gregor Samsa und seinem Vater weist Kafkas "Die Verwandlung" auf. Diese Beziehung soll in Bezug auf das Machtgefüge und die Änderung desselben mit der Beziehung der Protagonistin Erika Kohut zu ihrer Mutter Irene in Jelineks Werk verglichen werden.

Die Analyse der Machtverhältnisse soll nicht nur zur Herausarbeitung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der literarischen Ansätze Jelineks und Kafkas dienen, sondern auch einen Einblick in die Darstellung der Dynamik familiärer Beziehungen und der Auswirkungen von Macht- und Autoritätsmissbrauch auf die individuelle Identität von literarischen Figuren in der Literatur bieten. Hierzu werden zunächst die beiden Werke der Übersicht halber einzeln analysiert (Kapitel II und III) und anschließend ein Vergleich getätigt (Kapitel IV). Das Thema legt nahe auch psychoanalytische Interpretationsansätze2 zur Ergänzung der Analyse von Macht in Betracht zu ziehen. Dieser Umstand soll bewusst nur eine nebengeordnete Rolle und für die Analyse spielen, um der Thematik der Machtverhältnisse und dem Vergleich der beiden Werke in Anbetracht des Umfangs dieser Arbeit gerecht zu werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Definition von Macht(-verhältnissen)

III. Analyse der Vater-Sohn-Beziehung in Kafkas „Die Verwandlung“

1. Inhalt der Erzählung

2. Analyse

IV. Analyse der Mutter-Tochter-Beziehung in Jelineks „Die Klavierspielerin“

1. Inhalt der Erzählung

2. Analyse

V. Vergleich der Machtverhältnisse bei „Die Verwandlung und „Die Klavierspielerin“

VI. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die parentale Repression und deren Auswirkungen auf die Identität der literarischen Figuren in Franz Kafkas „Die Verwandlung“ sowie Elfriede Jelineks „Die Klavierspielerin“. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse der familiären Machtstrukturen aufzuzeigen, wie autoritäre Erziehung und Machtmissbrauch die Autonomie der Nachkommen nachhaltig untergraben und zu psychischer sowie physischer Deformation führen.

  • Analyse familiärer Machtstrukturen und deren Einfluss auf die individuelle Identitätsentwicklung.
  • Vergleich der Vater-Sohn-Konstellation bei Kafka mit der Mutter-Tochter-Beziehung bei Jelinek.
  • Psychologische Deutung der Unterdrückung von Autonomie und persönlichen Bedürfnissen.
  • Untersuchung von Fluchtmechanismen und dem Scheitern der Emanzipationsversuche.

Auszug aus dem Buch

Die Analyse des Machtapparates in Kafkas "Die Verwandlung"

Der Vater hingegen wendet direkte physische Gewalt gegen Gregor an, um diesen zu maßregeln (vgl. V, 22 und V, 42). Die von Erika ausgehende physische Gewalt (abgesehen von Streitsituation(vgl. K, 11)) richtet sich in der Regel sie selbst, nicht um der Dynamik zu ihrer Mutter etwas zu ändern. Die Selbstverletzung nutzt ihr also als Flucht vor Gefühlen und der Realität, dient aber auch einem Gefühl von Machterhalt gegenüber sich selbst.

Neben Erikas autoaggressivem Verhalten dient ihr der Kauf von Kleidern als Realitätsflucht, kann aber auch Form von Voyeurismus verstanden werden. Sie schafft sich eine zweite, sprichwörtlich neue Haut, „eine Metamorphose macht sie durch“ (K, 206). Gregors Metamorphose schafft ihm eine wortwörtliche neue Haut (vielmehr einen Panzer) und kann ebenfalls als Realitätsflucht verstanden werden.

Der Einfluss auf Kinder seitens ihrer Eltern nimmt mit schreitendem Alter ebenso wie die körperliche Kraft häufig ab. Auch Irene merkt das, als „[i]n Gestalt einer Machtschiebung und einer Wachablöse [...] unliebsame Erkenntnisse in den [...] Geist der Mutter ein[dringen]“ (K, 213). Sie versteht, dass sie nicht immer die Oberhand über Erika haben kann, wenngleich es sich durch eine „Wachablöse“ (K, 213) seitens Walter Klemmer manifestiert. So oder so erkennt Irene, dass sie nicht ewig die Machtposition innehaben wird. Genau umgekehrt verhält es sich zwischen Gregor und seinem Vater. Dieser scheint förmlich an alter Stärke zu gewinnen, während Gregor immer schwächer wird.

Letztendlich ist das Machtgleichgewicht in beiden Fällen dasselbe: Die Kinder werden durch ihre komplementären Elternteile unterdrückt, auf die eine oder andere Art, missbraucht und misshandelt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der parentalen Unterdrückung ein und stellt das Ziel des Vergleichs zwischen den Werken von Kafka und Jelinek dar.

II. Definition von Macht(-verhältnissen): Hier werden theoretische Grundlagen des Machtbegriffs erarbeitet, insbesondere im Kontext emotionaler Abhängigkeiten innerhalb familiärer Strukturen.

III. Analyse der Vater-Sohn-Beziehung in Kafkas „Die Verwandlung“: Dieses Kapitel untersucht die unterdrückerische Macht des Vaters über Gregor Samsa und die daraus resultierende psychische sowie physische Destabilisierung des Sohnes.

IV. Analyse der Mutter-Tochter-Beziehung in Jelineks „Die Klavierspielerin“: Das Kapitel beleuchtet die manipulative Kontrolle von Irene Kohut über ihre Tochter Erika und Erikas fehlgeschlagene Versuche, sich daraus zu befreien.

V. Vergleich der Machtverhältnisse bei „Die Verwandlung und „Die Klavierspielerin“: Hier werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der familiären Dynamiken in den beiden Werken in Bezug auf Machtmissbrauch und Gewalt synthetisiert.

VI. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, dass trotz unterschiedlicher Ausprägungen die Kinder in beiden Werken tragisch an der parentalen Repression scheitern.

Schlüsselwörter

Parentale Repression, Franz Kafka, Elfriede Jelinek, Machtmissbrauch, Die Verwandlung, Die Klavierspielerin, Familienkonstellation, Autonomieverlust, Identitätskrise, Patriarchat, Matriarchat, Psychoanalyse, Unterdrückung, Emanzipation, Machtverhältnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die Mechanismen familiärer Unterdrückung in Franz Kafkas „Die Verwandlung“ und Elfriede Jelineks „Die Klavierspielerin“ und deren Auswirkungen auf die betroffenen Kinder.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind Machtstrukturen innerhalb der Familie, psychische und physische Gewalt, der Verlust der persönlichen Autonomie sowie Identitätsdeformation durch elterliche Kontrolle.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie sich parentale Machtausübung auf die Identität der Protagonisten auswirkt und welche Gemeinsamkeiten sich trotz unterschiedlicher literarischer Ansätze zwischen der Vater-Sohn- und der Mutter-Tochter-Beziehung finden lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die durch sozialwissenschaftliche Konzepte von Macht sowie psychoanalytische Ansätze gestützt wird.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst die beiden Werke einzeln hinsichtlich ihrer spezifischen Figurenkonstellationen, um diese anschließend systematisch gegenüberzustellen.

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit zeichnet sich durch eine tiefgehende Untersuchung der emotionalen und strukturellen Abhängigkeiten aus, die zur Zerstörung der kindlichen Autonomie durch die Eltern führen.

Wie unterscheidet sich die Machtausübung bei Kafka und Jelinek ?

Während der Vater bei Kafka eher durch direkte physische Gewalt und finanzielle Restriktionen dominiert, setzt Jelineks Figur Irene Kohut auf psychische Manipulation, emotionale Erpressung und voyeuristische Kontrolle.

Gibt es einen gemeinsamen Nenner der traumatisierten Figuren?

Ja, sowohl Gregor Samsa als auch Erika Kohut sind in einem dysfunktionalen System gefangen, in dem sie als Projektionsflächen der Eltern fungieren und letztlich an der Unmöglichkeit einer echten Emanzipation scheitern.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Parentale Repression in Elfriede Jelineks "Die Klavierspielerin" und in Franz Kafkas "Die Verwandlung"
Untertitel
Ein Vergleich
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1.7
Autor
Marvin Schmitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
18
Katalognummer
V1493056
ISBN (eBook)
9783389050125
ISBN (Buch)
9783389050132
Sprache
Deutsch
Schlagworte
parentale repression elfriede jelineks klavierspielerin franz kafkas verwandlung vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marvin Schmitz (Autor:in), 2024, Parentale Repression in Elfriede Jelineks "Die Klavierspielerin" und in Franz Kafkas "Die Verwandlung", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1493056
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Leseprobe aus  18  Seiten
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