Schulisches Lernen lässt sich schon lange nicht mehr auf Frontalunterricht und Auswendiglernen beschränken. Eine Vielzahl von didaktischen Konzepten wurde in den vergangenen Jahren entwickelt und diese teilweise auch wieder verworfen. Mit dem Konzept der Handlungsorientierung, das in dieser Arbeit präsentiert wird, stelle ich eine sehr aktuelle Didaktik vor. Dabei geht es darum, Schule nicht nur als Ort des Lernens, sondern auch der Erfahrungen zu verstehen.
In einem ersten Teil stelle ich die Theorie des Handlungsorientierten Unterrichts dar. Dabei sollen sowohl der Bedarf einer solchen Didaktik aber vor allem die Möglichkeiten für den Unterricht dargestellt werden.
Im zweiten Teil der Arbeit präsentiere ich eine praktische Unterrichtseinheit, die von mir in einem Universitätsseminar durchgeführt wurde. Hier geht es um die Anwendung des Konzeptes Handlungsorientierung in einem Rollenspiel. Neben der Darstellung werden von mir auch konkrete Erfahrungen in der Anwendung wiedergegeben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil I –Theorie
1. Notwendigkeit von Handlungsorientierung
2. Gesellschaftlicher Kontext
3. Die Forderung
4. Erfahren und Handeln
5. Der Handlungsbegriff
6. Zusammenfassung
Teil II –Anwendung
1. Theorie eines handlungsorientierten Rollenspiels
2. Unterrichtseinheit
2.1 Die Ausgangslage
2.2 Die Lerngruppe
2.3 Rollen- und Aufgabenverteilung
2.4 Das Ziel
2.5 Die Durchführung
2.6 Die Reflexionsphase
2.7 Das Ergebnis
Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das didaktische Konzept der Handlungsorientierung und prüft dessen praktische Anwendbarkeit im schulischen Kontext mittels eines Rollenspiels, um die Kompetenzentwicklung von Lernenden im Bereich des Konfliktmanagements zu analysieren.
- Theoretische Begründung der Notwendigkeit von Handlungsorientierung
- Analyse des gesellschaftlichen Kontextes und des Handlungsbegriffs nach Wöll
- Integration des Erfahrungslernens nach Dewey und kommunikativen Handelns nach Habermas
- Praktische Erprobung eines handlungsorientierten Rollenspiels im universitären Rahmen
- Reflexion über Gelingensbedingungen und Grenzen des Konzepts im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
2. Gesellschaftlicher Kontext
Um dieser Frage nachzugehen, bedarf es einem Blick auf die aktuelle gesellschaftliche Situation in Deutschland. Gerhard Wöll proklamiert einen steigenden Wahrnehmungsverlust von Wirklichkeit bei jungen Menschen. Als Ursache hierfür sieht er die zunehmende Medialisierung vor allem durch Fernseh- und Internetmedien sowie eine Verinselung von Lebensräumen. Beide Aussagen werden im Folgenden geklärt.
Fernsehen und Internet lösen bei übermäßiger Inanspruchnahme einen Kontaktverlust des Menschen zu seiner reellen Lebensumwelt aus. Unter Umwelt muss zum Einen die soziale und gesellschaftliche Umwelt, zum Anderen die Natur und in ihr stattfindende biologische und produktionsbedingte Prozesse verstanden werden. Fernseh- und Internetmedien schaffen eine virtuelle Umwelt, in der das Subjekt eine Eigentätigkeit im Sinne von aktiver Einflussnahme auf die konkrete Wirklichkeit weitgehend verliert. Hierdurch entstehen zwei Probleme, die jedoch eng miteinander verknüpft sind.
Erstens. Durch den hohen Grad an Realitätsverlust fehlt es dem Subjekt an geeigneten Interpretationsrahmen, die eine kritische Auseinadersetzung mit den Medieninhalten ermöglichen würden. Solche Rahmen können jedoch nur durch eine aktive Verbindung des Subjekts mit seiner reellen Lebensumwelt entstehen, welche die Basis für den Vergleich der Medieninhalte mit der Realität bildet.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Konzepts der Handlungsorientierung als didaktischer Ansatz, der Schule nicht nur als Lernort, sondern als Feld für reale Erfahrungen versteht.
Teil I –Theorie: Theoretische Herleitung der Notwendigkeit handlungsorientierten Unterrichts unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Bedingungen und der Entwicklung eines spezifischen Handlungsbegriffs.
Teil II –Anwendung: Praktische Umsetzung und Reflexion eines Rollenspiels in einem Hochschulseminar zur Untersuchung von Handlungskompetenz in Konfliktsituationen.
Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Praxistauglichkeit des Konzepts und kritische Hinterfragung der schulischen Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Handlungsorientierung, Erfahrungslernen, handelndes Lernen, Rollenspiel, gesellschaftlicher Kontext, Kompetenzentwicklung, Medienkompetenz, Konfliktlösung, Identitätsbildung, interaktionistisches Rollenspiel, Schulisches Lernen, Didaktik, Reflexionsphase, Handlungskompetenz, Selbstbestimmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem didaktischen Ansatz der Handlungsorientierung und dessen Ziel, Schule als Ort für konkrete Handlungserfahrungen zu etablieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des handlungsorientierten Unterrichts durch Gerhard Wöll und die praktische Erprobung durch ein interaktionistisches Rollenspiel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erforschung, wie Lernende durch gezielte Handlungsprozesse ihre Kompetenzen im Konfliktmanagement ausbauen und reflektieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die praktische Analyse verwendet?
Es wurde eine praktische Unterrichtseinheit in Form eines Rollenspiels durchgeführt, gefolgt von einer strukturierten Reflexionsphase unter Einbeziehung von Teilnehmerbeobachtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begründung auf Basis von Dewey und Habermas sowie einen anwendungsorientierten Teil, in dem ein Rollenspiel geplant, durchgeführt und analysiert wird.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Handlungsorientierung, Erfahrungslernen, Handlungsbegriff, Rollenspiel, soziale Interaktion und Reflexion.
Warum wird im Rollenspiel die "Rolle des Lehrers" kritisch betrachtet?
Die Analyse zeigt, dass der Akteur in der Rolle des Lehrers Schwierigkeiten hatte, vom autoritären Verhalten Abstand zu nehmen, was typische Barrieren für handlungsorientierten Unterricht verdeutlicht.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des schulischen Rahmens?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Wölls Forderung, den schulischen Rahmen beizubehalten, angesichts der notwendigen Zeitressourcen für Vor- und Nachbereitung kritisch zu hinterfragen ist.
- Quote paper
- Till Eckermann (Author), 2009, Handlungsorientierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/148277