Das Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie die Situation erwerbstätiger pflegender Angehöriger verbessert werden kann. Der Zweck ist es, die aktuellen Herausforderungen und Rahmenbedingungen sowie die daraus resultierenden Bedürfnisse dieser Zielgruppe zu analysieren und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung ihrer Lage zu geben.
Für immer mehr Menschen in Deutschland wird die Pflege von Angehörigen zum Teil des Alltags. Der demographische Wandel führt zu einer steigenden Zahl älterer Menschen mit alters- und krankheitsbedingten Einschränkungen, die vorübergehend oder dauerhaft Unterstützung benötigen. Eine zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen und ein höheres Renteneintrittsalter erhöhen die Relevanz der Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege. Der prognostizierte Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung wird den bestehenden Mangel an professionellen Pflegekräften verschärfen und die Notwendigkeit der Pflege durch Angehörige weiter steigern.
Einer repräsentativen Umfrage zufolge empfinden drei Viertel der erwerbstätigen Bevölkerung in Deutschland die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf als schlecht. Solche Vereinbarkeitskonflikte sind bedeutende Stressoren für erwerbstätige pflegende Angehörige. Es ist daher wichtig, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, Pflege und Beruf zu kombinieren.
Diese Arbeit untersucht, wie die Situation erwerbstätiger pflegender Angehöriger verbessert werden kann, ausgehend von den aktuellen Herausforderungen und Rahmenbedingungen und den daraus resultierenden Bedürfnissen. Nach methodischen Anmerkungen zur Literaturrecherche in Kapitel zwei werden im dritten Kapitel allgemeine Informationen zur Angehörigenpflege zusammengetragen. Kapitel vier charakterisiert die Zielgruppe der erwerbstätigen pflegenden Angehörigen, bevor im fünften Kapitel auf deren spezielle Herausforderungen und Rahmenbedingungen eingegangen wird. Das sechste Kapitel behandelt die Bedürfnisse und Bedarfe dieser Zielgruppe. Im siebten Kapitel werden die daraus resultierenden Rückschlüsse für die Entwicklung von Unterstützungsangeboten diskutiert. Das achte Kapitel fasst die Arbeit zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodisches Vorgehen
3. Problemhintergrund
4. Charakteristiken erwerbstätiger pflegender Angehöriger
5. Herausforderungen/ Rahmenbedingungen erwerbstätiger pflegender Angehöriger
6. Bedürfnisse und Bedarfe erwerbstätiger pflegender Angehöriger
7. Diskussion
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation von erwerbstätigen pflegenden Angehörigen in Deutschland, um auf Basis der identifizierten Herausforderungen und Rahmenbedingungen Ansätze für eine verbesserte Unterstützung dieser Zielgruppe abzuleiten.
- Demografischer Wandel und Zunahme der häuslichen Pflege
- Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und pflegerischer Verantwortung
- Charakterisierung der Zielgruppe und ihrer spezifischen Belastungsfaktoren
- Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Entlastung betroffener Arbeitnehmer
Auszug aus der Arbeit
3. Problemhintergrund
Um die Verbindung von Berufstätigkeit und der Pflege Angehöriger und ihre Auswirkungen näher zu beleuchten, ist es notwendig den Begriff pflegender Angehöriger zu definieren. Für diese Arbeit ist folgende Definition nach dem § 19 des SGB XI maßgeblich:
„Pflegepersonen im Sinne dieses Buches sind Personen, die nicht erwerbsmäßig einen Pflegebedürftigen […] in seiner häuslichen Umgebung pflegen.“
Pflegende Angehörige sind die Hauptleistungserbringer im Bereich der Langzeitpflege. Deren grundlegende Rolle für den Sozialstaat wird auch durch Bezeichnungen wie „das Rückgrat der sozialen Pflegeversicherung“ deutlich (Grabfelder u.a. 2022, S. 75).
Von insgesamt 4,1 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden 2,1 Millionen (52 %) durch Angehörige zuhause versorgt. Außerdem werden knapp eine Million pflegebedürftige Personen zusammen mit ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten oder allein durch solche Dienstleister versorgt (vgl. Statistisches Bundesamt 2020, S. 18). In der Anfangsphase der Covid-19-Pandemie übernahmen vorübergehend noch mehr Personen die Pflege Angehöriger (vgl. Erlich, Kelle & Büning 2022, S. 10). Fünf Jahre zuvor, im Jahr 2015, waren es 2,9 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland, wovon 48 Prozent allein durch Angehörige versorgt wurden (vgl. Nowossadeck 2018, S. 5).
Hier wird sichtbar, dass nicht nur die Anzahl pflegebedürftiger Personen und somit der Pflegebedarf steigen, sondern auch der prozentuale Anteil der Personen, die ausschließlich durch Angehörige versorgt werden. Pflegende Angehörige haben hierzulande auch eine bedeutende Rolle bei der Gesundheitsversorgung (vgl. Bischofberger & Jähnke 2015, S. 130).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein und formuliert das Ziel der Untersuchung.
2. Methodisches Vorgehen: Hier wird das systematische Vorgehen der Literaturrecherche beschrieben, einschließlich der verwendeten Datenbanken und Suchstrategien.
3. Problemhintergrund: Dieses Kapitel definiert den Begriff der pflegenden Angehörigen und verdeutlicht deren zentrale volkswirtschaftliche Rolle sowie die zunehmende Betroffenheit der erwerbstätigen Bevölkerung.
4. Charakteristiken erwerbstätiger pflegender Angehöriger: Hier werden sozioökonomische Merkmale wie Alter, Geschlecht, Beschäftigungsumfang und Wohnsituation der Zielgruppe analysiert.
5. Herausforderungen/ Rahmenbedingungen erwerbstätiger pflegender Angehöriger: Dieses Kapitel beleuchtet die Belastungsfaktoren durch Vereinbarkeitskonflikte und erläutert die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen.
6. Bedürfnisse und Bedarfe erwerbstätiger pflegender Angehöriger: Der Fokus liegt hier auf den Wünschen der Betroffenen hinsichtlich flexibler Arbeitsmodelle und unterstützender Dienstleistungen.
7. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse und leitet notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation und zur Entlastung der Zielgruppe ab.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und unterstreicht die Notwendigkeit eines umfassenden Maßnahmenpakets.
Schlüsselwörter
Pflegende Angehörige, Vereinbarkeit, Berufstätigkeit, Pflegebedürftigkeit, häusliche Pflege, Stressfaktoren, Arbeitszeitmodelle, Entlastungsangebote, demografischer Wandel, Sozialgesetzbuch, Arbeitsrecht, Pflegeversicherung, informelle Pflege, Gesundheitsmanagement, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit widmet sich der Situation von erwerbstätigen Personen, die gleichzeitig pflegebedürftige Angehörige betreuen, und analysiert die dabei entstehenden Konfliktfelder.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die demografische Entwicklung, die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Identifikation von Unterstützungsbedarfen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ausgehend von aktuellen Herausforderungen und Bedarfen, Konzepte und Lösungsansätze zu identifizieren, die die Situation pflegender Erwerbstätiger verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche unter Nutzung digitaler Datenbanken wie PubMed sowie relevanter Fachliteratur und Studien durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme zu den Charakteristiken der Zielgruppe, eine Analyse der Belastungssituation, die Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen sowie eine Diskussion über Unterstützungsbedarfe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, die Belastungsforschung, das häusliche Pflegesetting und die Entwicklung zielgruppenspezifischer Begleitungsangebote.
Wie wirkt sich die Erwerbstätigkeit auf die Pflege aus?
Die Arbeit identifiziert Zeitmangel, hohe Stresslevel und finanzielle Einbußen als Hauptbelastungen, weist aber auch darauf hin, dass die Arbeit selbst als Ablenkung positiv wirken kann.
Welche rolle spielen Unternehmen bei der Unterstützung?
Unternehmen werden als Akteure gesehen, die durch flexible Arbeitszeitmodelle, Heimarbeit und ein unterstützendes soziales Klima einen entscheidenden Beitrag zur Entlastung leisten können.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Zielgruppenspezifische Versorgungsansätze. Herausforderungen und Bedürfnisse erwerbstätiger pflegender Angehöriger, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1478426