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Vom Warten im Regen, dem Sitzen am fünfzehnten Platz und abgelehnten Geschenken

Die Darstellung von Ritualen in Liutprands "Relatio de legatione Constantinopolitana"

Title: Vom Warten im Regen, dem Sitzen am fünfzehnten Platz und abgelehnten Geschenken

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Stephan Happel (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Schenkt man den Worten Liutprands Glauben, so war sein mehrmonatiger Aufenthalt am Hof des byzantinischen Kaisers Nikephoros II. Phokas ein einziges Martyrium. Schlechtes Essen, ungebührliches Verhalten des byzantinischen Kaisers, kurz um, Umstände unter denen Liutprands diplomatische Mission kaum gelingen konnte. Den Gastgeber selbst bezeichnet der Cremoneser Bischof als „eigenartige Gestalt“ und „Waldesel“. Derartige Anfeindungen ziehen sich durch alle Teile der Relatio de legatione Constantinopolitana, in der Liutprand seine Erlebnisse während der Gesandtschaftsreise vom Frühjahr 968 bis Januar 969 verarbeitet.
Die Relatio zeichnet sich dabei insbesondere durch teils detaillierte Beschreibungen ritueller Handlungen und Zeremonien aus. Auch in ihnen hat der Bischof von Cremona meist nur schlechtes über die Byzantiner und ihr Verhalten zu Berichten.
Anhand angesuchter Beispiele untersucht die vorliegende Arbeit die Darstellung bestimmter Rituale und ritueller Handlungen in der Relatio. Dabei wird drei Elemente besondere Beachtung gewidmet: Zunächst soll die Bedeutung des ersten Kontakts am Hof des Kaisers, also des Empfangs untersucht werden. Daraufhin gilt es die Übergabe der Gesandtengeschenke, zu analysieren. Abschließend steht die Darstellung des gemeinsamen Mahls im Mittelpunkt der Analyse.
In den, der Untersuchung vorangestellten Kapiteln soll einerseits eine kurze Einordnung in den historischen Kontext erfolgen. Anderseits ist eine Einführung in die Bedeutung des Rituals im Mittelalter von Nöten, um die Dimensionen von Liutprands Darstellungen verständlich zu machen.
Insgesamt stellen sich bei der Analyse der erwähnten Rituale zwei grundsätzliche Fragen: Mit welcher Absichten wurden die Rituale so abgehalten, wie sie beschrieben sind und warum schildert Liutprand sie in solcher Breite und Deutlichkeit?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand und Literatur

3. Die Gesandtschaft Liutprands im historischen Kontext

3.1 Liutprand von Cremona

3.2 Historischer Kontext der Gesandtschaft

4. Die Relatio als Quelle

5. Die Bedeutung von Ritualen

6. Rituelle Handlungen in der Relatio

6.1 Ankunft und Empfang

6.2 Die Geschenke

6.3 Das Mahl

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung ritueller Handlungen in der Relatio de legatione Constantinopolitana des Liutprand von Cremona, um zu analysieren, mit welchen Absichten der Autor seine Erlebnisse während der Gesandtschaftsreise an den byzantinischen Hof in dieser spezifischen Art und Weise schilderte.

  • Analyse ritueller Interaktionen als Spiegel diplomatischer Spannungen.
  • Untersuchung der Bedeutung von Ankunft, Empfang, Geschenkübergabe und Mahl.
  • Einordnung der Relatio in den historisch-politischen Kontext der ottonisch-byzantinischen Beziehungen.
  • Hinterfragung der subjektiven Darstellung durch Liutprand von Cremona.
  • Deutung von Ritualabweichungen als bewusste Mittel der Legitimierung einer gescheiterten Mission.

Auszug aus dem Buch

6.1 Ankunft und Empfang

Schon die Ankunft im byzantinischen Konstantinopel verlief nach Liutprands Angaben desaströs: „in strömendem Regen“ mussten die Reisenden vor den Toren warten und durften später die Stadt nicht einmal auf ihren Pferden durchqueren. Drei Tage später wurde der Gesandte schließlich zum Kaiser vorgelassen und führte ein Gespräch, das beinahe unmittelbar in einen Streit ausartete. Unterbrochen wurde das Gespräch durch einen Pfingstgottesdienst und ein anschließendes Mahl, welches im übernächsten Kapitel thematisiert werden wird.

Das Warten im Regen und insbesondere den Fußmarsch erachtete Liutprand als seiner unwürdig und demütigend. Dabei scheint das lange Warten auf eine Herrscheraudienz kein Einzelfall gewesen zu sein. Rentschler stellt fest, dass Diplomaten öfter lange Wartezeiten erdulden mussten, gerade bei einem zweiten Besuch in der byzantinischen Hauptstadt. Kerngedanke dieser Praxis war es, den Diplomaten in seine Schranken zu weisen. Genügten dazu beim ersten Besuch noch die Pracht Konstantinopels und die Stadt einzureiten: die psychologische Demütigung wurde um ein Vielfaches gesteigert und der Gesandte seiner letzten Kräfte beraubt. Dass dieses Warten somit kein Bruch eines Rituals war, sondern lediglich eine Form dieses war, um den Stellenwert aufzuzeigen und ihn gleichzeitig mürbe zu machen scheint Liutprand zu entgehen. Die Erkenntnis, dass es sich bei der vermeintlichen Geringschätzung um eine typische Form der Behandlung handelte, hätte vielleicht nicht die ganze Ehrverletzung Liutprands verhindert, in aber vermutlich doch davor bewahrt, das Ereignis persönlich zu nehmen und zu einer allzu harschen Einschätzung des Kaisers und seiner Absichten zu gelangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Relatio ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Absicht und Deutung der rituellen Beschreibungen durch Liutprand.

2. Forschungsstand und Literatur: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die bisherige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Relatio und Liutprand als Diplomat.

3. Die Gesandtschaft Liutprands im historischen Kontext: Hier werden die biographischen Hintergründe des Gesandten sowie das politisch spannungsreiche Umfeld der diplomatischen Mission beleuchtet.

4. Die Relatio als Quelle: Es wird die Qualität des Textes als historisches Dokument und die Bedeutung der subjektiven Färbung für die Forschung diskutiert.

5. Die Bedeutung von Ritualen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen ritueller Handlungen im Mittelalter und deren gesellschaftliche sowie politische Funktion.

6. Rituelle Handlungen in der Relatio: Der Hauptteil analysiert konkret die drei Aspekte Ankunft, Geschenke und Mahl im Hinblick auf deren rituelle Funktion und Liutprands Darstellung.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass die Ritualbeschreibungen primär der Rechtfertigung einer gescheiterten Mission und der persönlichen Enttäuschung Liutprands dienen.

Schlüsselwörter

Liutprand von Cremona, Relatio de legatione Constantinopolitana, Mittelalter, Byzanz, Ottonen, Diplomatie, Ritualforschung, Gesandtschaft, Nikephoros II. Phokas, Konstantinopel, politische Kommunikation, Machtverhältnisse, Zeremoniell, Ritual, Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie der Diplomat Liutprand von Cremona in seinem Bericht, der Relatio, rituelle Handlungen am byzantinischen Hof beschreibt und bewertet.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die diplomatischen Beziehungen zwischen Byzanz und dem ottonischen Reich, die Bedeutung mittelalterlicher Rituale sowie die Rolle der Subjektivität in historischen Quellenschriften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, warum Liutprand diese Rituale so detailliert und kritisch schildert und welche Absicht er damit verfolgt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Analyse historischer Quellen unter Berücksichtigung des zeitgenössischen Forschungsstandes zur Ritualgeschichte, um die Darstellung Liutprands kritisch zu kontextualisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von Ankunft, Empfang, Geschenkübergabe und den Mahlzeiten, die als rituelle Interaktionen zwischen den Gesandten und dem byzantinischen Kaiser dienen.

Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Untersuchung?

Wichtige Schlagworte sind Liutprand von Cremona, Relatio, Byzanz, Mittelalter, Ritual, Diplomatische Mission und politische Kommunikation.

Warum wertet Liutprand die byzantinische Gastfreundschaft so stark ab?

Die Arbeit legt nahe, dass seine negative Schilderung weniger ein objektives Bild widerspiegelt, sondern als rhetorisches Mittel dient, um das Scheitern seiner Mission zu legitimieren.

Welche Rolle spielt der Kaiser Nikephoros II. Phokas in Liutprands Schilderung?

Der Kaiser wird als Ziel von Liutprands Spott und Hohn dargestellt, was dazu dient, den Gesandten selbst und seinen Auftraggeber, den ottonischen Kaiser, gegenüber dem byzantinischen Hof aufzuwerten.

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Details

Title
Vom Warten im Regen, dem Sitzen am fünfzehnten Platz und abgelehnten Geschenken
Subtitle
Die Darstellung von Ritualen in Liutprands "Relatio de legatione Constantinopolitana"
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
2,3
Author
Stephan Happel (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V147840
ISBN (Book)
9783640578153
ISBN (eBook)
9783640578504
Language
German
Tags
Liutprand Liudprand Gesandtschaft Gesandter Otto Nikephoros Byzanz Relatio Diplomatie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Happel (Author), 2009, Vom Warten im Regen, dem Sitzen am fünfzehnten Platz und abgelehnten Geschenken, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/147840
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