Ein schriftlicher Unterrichtsentwurf in Mathematik für eine 2. Klasse. Die Schülerinnen und Schüler schätzen mithilfe von Merklängen verschiedene Längen.
Inhaltsverzeichnis
1 Darstellung der Unterrichtsreihe mit Einbettung der Besuchsstunde
1.1 Kompetenzerweiterung innerhalb des Unterrichtvorhabens
1.2 Reihentransparenz
2 Planung der Lerneinheit
2.1 Thema der Lerneinheit
2.2 Legitimation von Thema der Lerneinheit
2.3 Überblick über die angestrebten Kompetenzen (Lehrplanbezug und Fachprinzipien)
2.4 Fundierung der Lernaufgabe
2.5 Analyse der Lernprozesse
3 Die Lernvoraussetzungen im Hinblick auf die Kompetenzerwartungen der Stunde
3.1 Konkretes fachliches Vorwissen
3.2 Konkretes methodisches Vorwissen
3.3 Arbeits- und Sozialformen
3.4 Aspekte im Hinblick auf sprachsensiblen Unterricht
3.5 Besonderheiten einzelner Kinder
4 Didaktisch- methodische Entscheidungen (und deren Begründungen unter Berücksichtigung der Leitlinie Vielfalt
4.1 Darstellung der Unterrichtsstunde – Verlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Unterrichtsstunde ist die handlungsorientierte Entwicklung von Größenvorstellungen im Bereich Längen, wobei die Schülerinnen und Schüler lernen, verschiedene Gegenstände unter Berücksichtigung von Stützpunktvorstellungen zu schätzen und diese exakt mit normierten Messwerkzeugen zu messen.
- Entwicklung von Größenvorstellungen für Längen
- Einsatz und Gebrauch unterschiedlicher Messgeräte wie Lineal und Maßband
- Nutzung von Stützpunktvorstellungen zum Schätzen von Längen
- Verbalisierung und Reflexion mathematischer Vorgehensweisen
- Förderung der Kooperationsfähigkeit in Partnerarbeitsphasen
Auszug aus dem Buch
2.4 Fundierung der Lernaufgabe
Durch Messen und Schätzen entwickeln die SuS Größenvorstellungen für den jeweiligen Größenbereich. Schätzen bezeichnet eine Form der nicht- zählenden schnellen Anzahlerfassung. Der Unterschied zum Raten ist, dass die unbekannte Größe mit eigenen Vorstellungen einer Größe gleicher Art verglichen wird. Dazu sind Stützpunktvorstellungen notwendig. Stützpunktvorstellungen können als mentale Repräsentanten angesehen werden, die den SuS realistische und alltagstaugliche Vorstellungen zu Größen und Größenbegriffen liefern können. Sie stellen eine wesentliche Voraussetzung für das alltagstaugliche Schätzen dar (vgl. Marnos, Amelsbucher, Ostermann 2019, S. 192).
Messen hingegen ist das Vergleichen einer unbekannten mit einer bekannten (standardisierten) Größe, die als Bezugsgröße, bzw. Einheitsmaß dient. Mit entsprechenden Messgeräten wird festgestellt, wie oft die Einheit in der Größe enthalten ist. Nur durch wiederholtes selbst Messen kann ein Messverständnis aufgebaut und tragfähige Größenvorstellungen entwickelt werden (vgl. Schipper, Ebeling, Dröge 2015, S. 217).
Nührenbörger hebt beim Aufbau eines soliden Messverständnisses drei Kernideen besonders hervor: Die Auswahl der Einheit, das Vervielfachen von und Zerlegen in Einheiten und das Zählen der Anzahl an Einheiten und Untereinheiten. Aus diesen Kernideen ist abzuleiten, dass aufgrund der unterschiedlichen Messgenauigkeit der Messgeräte, zunächst ein passendes Messgerät ausgewählt werden muss (vgl. 2004, S. 39). Hierzu ist wiederum das Schätzen von besonderer Bedeutung. Größenvorstellungen aufzubauen, bedeutet auch, dass SuS lernen, die Auswahl ihrer geschätzten Längen begründen zu können, indem sie Stützpunktvorstellungen nutzen oder mit eigenen Körpermaßen vergleichen (vgl. Schipper, Ebeling, Dröge 2015, S. 217). Stützpunktvorstellungen sollten möglichst aus dem bekannten Umfeld der Kinder stammen, damit diese sich einprägen und für das Schätzen genutzt werden können. Indem sie SuS sich selbst Stützpunktvorstellungen für die Maßeinheiten Meter und Zentimeter überlegen und dies anschließend mit entsprechenden Messgeräten überprüfen, kann dies abgesichert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Darstellung der Unterrichtsreihe mit Einbettung der Besuchsstunde: Dieses Kapitel erläutert die fachlichen Kompetenzerweiterungen und die curriculare Einbettung der Unterrichtseinheit in das Thema "Größen und Messen".
2 Planung der Lerneinheit: Hier werden das Thema, die Legitimation des Unterrichtsinhalts sowie die zentralen Lernziele und die fachdidaktische Fundierung der Lernaufgaben dargelegt.
3 Die Lernvoraussetzungen im Hinblick auf die Kompetenzerwartungen der Stunde: Dieses Kapitel analysiert das fachliche und methodische Vorwissen der SuS sowie die Aspekte der Differenzierung und Inklusion.
4 Didaktisch- methodische Entscheidungen (und deren Begründungen unter Berücksichtigung der Leitlinie Vielfalt: Hier werden die didaktischen Entscheidungen zur Unterrichtsgestaltung sowie der detaillierte Verlaufsplan der Stunde präsentiert.
Schlüsselwörter
Größenvorstellungen, Längen, Schätzen, Messen, Stützpunktvorstellungen, Mathematikunterricht, Grundschule, Messgeräte, Handlungsorientierung, Kompetenzerwartungen, Körpermaße, Einheiten, Zentimeter, Meter, Lernprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung und methodischen Gestaltung einer Mathematikstunde in einer 2. Klasse zum Thema "Messen und Schätzen von Längen".
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtsreihe?
Die Reihe fokussiert sich auf das Themenfeld "Größen und Messen", insbesondere auf die Entwicklung von Größenvorstellungen bei Kindern im Grundschulalter.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, Längen anhand von Stützpunktvorstellungen realistisch zu schätzen und diese anschließend mittels geeigneter Messwerkzeuge korrekt zu bestimmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Unterrichtsstunde verwendet?
Es kommt ein handlungsorientierter Ansatz zum Einsatz, bei dem die Kinder durch aktives Messen und Vergleichen eigene Größenvorstellungen (Größenwissen) aufbauen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung der Lernaufgabe als auch die Analyse der Lernprozesse und Voraussetzungen der Kinder für die Durchführung der Stunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Deskriptoren umfassen Größenvorstellungen, Schätzen, Messen, Stützpunktvorstellungen und Handlungsorientierung im Mathematikunterricht.
Welche Bedeutung haben Stützpunktvorstellungen in diesem Konzept?
Stützpunktvorstellungen dienen den Kindern als mentale Ankerpunkte, um eine intuitive Vorstellung für Längen (wie z.B. 1 Meter oder 1 Zentimeter) zu entwickeln und diese auf unbekannte Objekte anzuwenden.
Warum wird in dieser Stunde explizit das "Schätzen vor dem Messen" empfohlen?
Das Schätzen ist eine essenzielle Vorläuferkompetenz, die dazu anregt, sich intensiv mit der Größe auseinanderzusetzen, bevor das standardisierte Messverfahren zur Überprüfung herangezogen wird.
Wie trägt der Verlaufsplan zur Inklusion heterogener Lerngruppen bei?
Durch den Einsatz von Tippkarten und gezielter Partnerarbeit wird sichergestellt, dass sowohl leistungsschwächere als auch leistungsstärkere Kinder individuell unterstützt und herausgefordert werden.
- Arbeit zitieren
- Elena Rosellen (Autor:in), 2022, Eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe zum Messen und Schätzen von Längen (2. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1473346