Mittelpunkt dieser hier vorliegenden Hausarbeit ist eine 13-jährige ukrainische Schülerin. Das Mädchen glänzt in der Realschule mit überdurchschnittlichen Leistungen im Deutschunterricht, sticht aber leider viel mehr durch ihre schlechten mündlichen Leistungen hervor, obwohl die Lehrkräfte hier ein viel größeres Potenzial vermuten. Demzufolge muss nun geklärt werden, welche Interessen das Mädchen aus beruflicher Sicht verfolgt und aus welchem Grund sie im Unterricht nicht mündlich mitarbeitet. Die Fragestellung für den diagnostischen Prozess ist dementsprechend folgende: „Besteht die Möglichkeit dem Mädchen zu helfen, das auffällige Verhalten abzulegen und ist es eine Möglichkeit für sie, einen Wechsel in eine andere Schulform zu erwägen, um ihre schulischen Leistungen besser fördern zu können?“
Hierfür steht die Planung einer diagnostischen Untersuchung an, inklusive einer Reflektion über sowohl Vor- als auch Nachteile und Hindernisse, die möglicherweise auftreten könnten. Es folgt die Ableitung relevanter Merkmale für den Fall und die Erstellung zu beantwortender Fragen, die für die Begutachtung von Bedeutung sind. Im praktischen Teil dieser Arbeit werden demzufolge drei Verfahren, sowie ihr Ablauf näher beleuchtet, die für die psychologische Begutachtung eine Relevanz haben.
Im Anschluss findet eine Diskussion statt. In dieser wird erklärt, welche Vor- und Nachteile und Hindernisse sich bei der Auswahl der benötigten Instrumente ergeben. Abschließend wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick gegeben. Es wir geklärt, inwieweit die Ergebnisse benutzt werden können, die sich hier ergeben haben.
Bei Unterricht handelt es sich um ein komplexes, vielschichtiges System. Hier treffen Individuen mit verschiedensten Persönlichkeiten, Bedürfnissen und Zielen aufeinander und müssen Zusammenarbeiten bzgl. eines Lerngegenstandes innerhalb eines festen Kontexts. Während der schulischen Ausbildung werden von den Teilnehmern explizit ausgezeichnete
Leistungen erwartet, da sie nur so einen guten Schulabschluss erlangen können, um so einen Beruf ihrer Wahl bzw. einen Beruf mit guter Vergütung ausüben zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Hochbegabung
2.2 Ursachen
2.3 Symptomatische Verhaltensweisen
2.4 Migrationshintergrund
2.5 Soziale Merkmale
2.6 Schlussfolgerungen
3. Verfahrensauswahl
3.1 Verhaltensbeobachtung
3.2 „Hamburger-Wechsler-Intelligenztest“ für Kinder (HAWIK)
3.3 Diagnostik von Umwelt- und Systemmerkmalen
3.4 Ablauf
4. Kritische Diskussion
4.1 Vor- und Nachteile
4.2 Mögliche Hindernisse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Leistungsproblematik einer 13-jährigen Schülerin zu analysieren, bei der trotz exzellenter schriftsprachlicher Leistungen Defizite in der mündlichen Mitarbeit bestehen. Im Rahmen einer psychologischen Begutachtung wird untersucht, ob hierbei eine Hochbegabung vorliegt oder ob das Verhalten auf ein belastendes soziales Umfeld zurückzuführen ist, um darauf aufbauend geeignete Förderansätze oder Interventionsmaßnahmen abzuleiten.
- Analyse des Phänomens Hochbegabung und dessen Ursachen
- Untersuchung von Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen
- Diagnostik mittels Verhaltensbeobachtung und Intelligenztestung (HAWIK-IV)
- Erfassung des sozialen Klassenklimas durch die LASSO-Skalen
- Evaluation von Hindernissen im diagnostischen Prozess
Auszug aus dem Buch
3.2 „Hamburger-Wechsler-Intelligenztest“ für Kinder (HAWIK)
Mithilfe des HAWIK-IV kann die sowohl die allg. Intelligenz als auch vier kognitive Fähigkeiten gemessen werden. Diese vier kognitiven Fähigkeiten können als Teilaspekte der Intelligenz verstanden werden.
Geeignet ist dieses Verfahren für Individuen im Alter von 6;0 bis 16;11 und umfasst eine Intelligenzspannbreite von 40 bis 160. Damit eignet sich dieser als diagnostisches Verfahren zur Ermittlung von Minder- und Hochbegabung.
Zusammengesetzt ist der HAWIK-IV aus 15 Untertests. Zehn sog. „Standardtests“ von diesen, dienen der Berechnung des IQs bzw. des Gesamtwertes, wo hingegen die restlichen fünf „Zusatztests“ genutzt werden, um wenn nötig, zusätzliche Inhalte erfassen zu können. Alle Resultate der Untertests, werden zu vier Indexwerten und einem Gesamtwert zusammengezählt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Problematik einer leistungsstarken Schülerin mit mündlichen Defiziten sowie die Definition der Forschungsfrage für den psychologischen Begutachtungsprozess.
2. Theoretischer Hintergrund: Erörterung der Grundlagen von Hochbegabung, deren Ursachen, soziale Rahmenbedingungen (wie Migrationshintergrund) und die daraus resultierenden symptomatischen Verhaltensweisen.
3. Verfahrensauswahl: Darstellung der ausgewählten diagnostischen Instrumente (Verhaltensbeobachtung, HAWIK-IV, LASSO) sowie deren geplanter Ablauf zur Identifikation von Hochbegabung und Umwelteinflüssen.
4. Kritische Diskussion: Reflexion der gewählten diagnostischen Verfahren hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile sowie Analyse potenzieller Fehlerquellen und Hindernisse im Begutachtungsprozess.
5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der diagnostischen Ergebnisse und Ableitung notwendiger Interventionen zur Förderung der Schülerin und Verbesserung ihres schulischen sowie sozialen Umfeldes.
Schlüsselwörter
Psychologische Diagnostik, Hochbegabung, Begutachtung, Schulerfolg, HAWIK-IV, Verhaltensbeobachtung, Diagnostik, soziale Integration, Klassenklima, LASSO, Leistungsexzellenz, Talentförderung, Bildungsgerechtigkeit, Intelligenzdiagnostik, Underachiever
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Begutachtung einer 13-jährigen Schülerin, die disprankante Leistungen zwischen schriftlicher Exzellenz und mündlicher Verweigerung zeigt, um eine mögliche Hochbegabung oder soziale Ursachen zu klären.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Ursachenforschung von Hochbegabung, die Identifikation von Verhaltensauffälligkeiten, die Durchführung von Intelligenztests sowie die Analyse von Klassenklima und sozialen Integrationsfaktoren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob die Schülerin aufgrund ihrer Begabung besonders gefördert werden muss oder ob ihr Verhalten auf ein negatives Klassenklima zurückzuführen ist, um ihr gezielt durch eine veränderte Schulform oder Unterstützung zu helfen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Zur Untersuchung dienen als Methoden die offene Verhaltensbeobachtung durch Lehrkräfte, standardisierte Intelligenztestungen nach dem HAWIK-IV-Verfahren sowie die Erhebung des Klassenklimas mittels der Landauer Skalen zum Sozialklima (LASSO).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Ansätze zur Begabung als auch der praktische diagnostische Ablauf detailliert dargelegt, gefolgt von einer kritischen Diskussion der Vor- und Nachteile der eingesetzten Testinstrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Psychologische Diagnostik, Hochbegabung, HAWIK-IV, Schulerfolg, Klassenklima und Förderung.
Welche Rolle spielt die Methode der Verhaltensbeobachtung für den Fall?
Sie ermöglicht es, das natürliche Verhalten der Schülerin in ihrem gewohnten Umfeld ohne den störenden Einfluss eines externen Psychologen zu dokumentieren, um erste Anhaltspunkte für eine Hochbegabung zu sammeln.
Warum wird trotz guter schriftlicher Leistungen eine Begutachtung durchgeführt?
Die auffällige Diskrepanz zu den schlechten mündlichen Leistungen deutet auf ein Potenzial hin, das bisher nicht vollständig ausgeschöpft wird, weshalb eine objektive Diagnose notwendig ist, um die Ursachen für das ausbleibende Engagement zu ergründen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2023, Psychologische Diagnostik am Fallbeispiel einer Verhaltensauffälligen Schülerin. Hintergrund, Verfahrensauswahl und kritische Diskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1472213