In dieser Arbeit wird der Zusammenhang der langen LDP-Hegeminie mit dem Wahlsystem analysiert und untersucht, ob durch die Änderungen ein Schlag gegen diese Hegemonie gelungen ist bzw. zu erwarten ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Wahlsysteme
1.2 Technische Ausgestaltung von Wahlsystemen
2. Die Reform
2.1 Warum war eine Reform notwendig?
2.2 Veränderungen
3. Greifen die Reformen?
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Auswirkungen der Wahlsystemreform in Japan von 1994 auf das dortige Parteiensystem. Das primäre Ziel der Untersuchung ist es, zu prüfen, ob die mit der Reform verbundenen Erwartungen – insbesondere die Etablierung eines Zweiparteiensystems und die Reduzierung von Korruption und Personenorientierung – erfüllt wurden.
- Grundlagen und Funktionsweisen von Wahlsystemen
- Ursachen und Notwendigkeit der Reform von 1994
- Die Umgestaltung zum Grabenwahlsystem
- Analyse der Wahlergebnisse von 1996 bis 2005
- Bewertung der strukturellen Veränderungen im Parteiensystem
Auszug aus dem Buch
2.1 Warum war eine Reform notwendig?
Bei der Aufzählung von Gründen für eine Reform des japanischen Wahlsystems beginne ich im Jahr 1988. Damals erschütterte der Recruit-Cosmos-Skandal die Führungsebene der Regierungspartei LDP. Dies war der größte Fall von Korruption in der japanischen Nachkriegsgeschichte. Der Premierminister Takeshita wollte den Ansehensverlust mit der Ankündigung von umfangreichen Reformen Einhalt gebieten. Die Regierung setzte dabei auf der einen Seite auf eine externe Expertenkommission, sowie einen innerparteilichen Rat-Ausschuss auf der anderen Seite. Beide Gremien kamen zu dem Entschluss, dass das politische System Japans unmittelbar mit Korruption, personenbezogenen Wahlkämpfen und Faktionalismus verknüpft war. Die erste Frage lautet nun: Was hat der Faktionalismus mit personenbezogenen Wahlkämpfen und Korruption zu tun? Bzw. Welche Rolle spielt dabei das Wahlsystem? Die Antwort lautet: Unter dem vorherrschenden Wahlsystem, der Mehrheitswahl in Mehrpersonenwahlkreisen traten oftmals gleich mehrere Kandidaten der LDP an. Da diese häufig unterschiedlichen parteiinternen Machtgruppen, also Faktionen angehörten, förderte das Wahlsystem die Faktionsbildung. Die unterschiedlichen Faktionen beeinträchtigten die Entscheidungsfähigkeit des Regierungschefs.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Wahlsystem und legt den theoretischen Rahmen sowie die Zielsetzung der Arbeit fest.
2. Die Reform: Hier werden die Ursachen für die Reformbedürftigkeit sowie die konkreten technischen Änderungen am Wahlsystem, wie der Übergang zum Grabenwahlsystem, detailliert beschrieben.
3. Greifen die Reformen?: Dieses Kapitel untersucht empirisch anhand der Wahlergebnisse zwischen 1996 und 2005, ob die Reformziele bezüglich Parteiensystem, Korruption und Stimmgewichtung erreicht wurden.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Reformerwartungen weitgehend unerfüllt geblieben sind.
Schlüsselwörter
Japan, Wahlsystemreform, Parteiensystem, LDP, DPJ, Grabenwahlsystem, Mehrheitswahl, Verhältniswahl, Korruption, Faktionalismus, Wahlkreis, Wahlbeteiligung, Unterhauswahl, Regierungsmehrheit, Politikreform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen der Wahlsystemreform des Jahres 1994 in Japan auf die Struktur des dortigen Parteiensystems.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen der Zusammenhang zwischen Wahlsystem, Korruption, Faktionalismus und die Frage nach der Entstehung eines stabilen Zweiparteiensystems.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit hinterfragt, ob die 1994 eingeleiteten Reformen ihr Ziel erreichten, die Hegemonie der LDP zu brechen und eine moderne, parteienorientierte Politik zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die auf einer theoretischen Definition von Wahlsystemen basiert und diese mit den tatsächlichen Wahlergebnissen der Jahre 1996 bis 2005 kontrastiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Reformnotwendigkeit, die Erläuterung der technischen Systemänderungen und eine kritische Überprüfung der Auswirkungen dieser Maßnahmen auf das Parteiengefüge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie japanische Wahlsystemreform, Grabenwahlsystem, LDP-Dominanz, Korruptionsbekämpfung und Parteienwettbewerb charakterisiert.
Warum war laut der Arbeit eine Reform des Wahlsystems überhaupt notwendig?
Die Reform wurde durch massive Korruptionsskandale, die ungleiche Stimmgewichtung zwischen Stadt und Land sowie den schädlichen Einfluss innerparteilicher Faktionen ausgelöst.
Hat sich die erhoffte Zweiparteienlandschaft in Japan durch die Reform entwickelt?
Nein, das Fazit der Arbeit ist, dass die LDP trotz der Reform weiterhin das Parteiensystem beherrscht und kein stabiles Zweiparteiensystem auf Augenhöhe entstanden ist.
- Quote paper
- Christopher Kuhlisch (Author), 2009, Wie hat die Wahlsystemreform in Japan 1994 das Parteiensystem beeinflusst?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/147062