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Alexander Tille (1866-1912) und seine Theorie zur Hebung der menschlichen Gattung

Title: Alexander Tille (1866-1912) und seine Theorie zur Hebung der menschlichen Gattung

Seminar Paper , 2008 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Erik Gerhard (Author)

Biology - Developmental Biology

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Summary Excerpt Details

1859 erschien "On The Origin Of Species" von Charles Darwin. Dieses revolutionäre Werk des englischen Naturwissenschaftlers hatte große Auswirkungen auf alle Bereiche des menschlichen Lebens, da es in der Folge von Wissenschaftlern und Ideologen intensiv analysiert und diskutiert wurde. Eine Reihe von vor allem englischen und deutschen Theoretikern, die sog. Sozialdarwinisten, versuchten die Erkenntnisse Darwins aus der Natur auf die menschliche Gesellschaft zu übertragen. Darwin erklärte mit seiner Theorie die Entwicklung der Arten. [...] Seine Entdeckungen erschütterten die Menschen und schockierten sie zutiefst. Mit der Erklärung, gemeinsame Vorfahren mit der Tierwelt zu haben, wurde die Menschheit von der Krone der Schöpfung gestoßen. Die Existenz eines Schöpfers wurde somit in Frage gestellt und damit einhergehend geriet die gesamte göttliche Ordnung ins Wanken. [...] Was aber sollte nun das Ziel menschlichen Handelns sein, wenn nicht das Erreichen des Paradies durch ein irdisches Leben nach den christlichen Geboten? Worin lag der Sinn des Lebens, wenn nicht in einem besserem Leben nach dem Tod? Wer an die Entwicklungslehre glaubte, musste notwendigerweise eine neue Ordnung etablieren, die sich an ihren Erkenntnissen ausrichtete.
Ein besonders radikaler Vertreter der Entwicklungslehre des Menschen war der deutsche Alexander Tille (1866-1912). Auch er suchte nach einem neuen Lebensinhalt, nach neuen Zielen, nach denen der Mensch streben sollte, die im Einklang mit der Entwicklungslehre stehen mussten. Fest stand für Tille, dass sich die Entwicklungslehre nicht mit der herrschenden christlich-human-demokratischen Ethik verbinden ließ. Deshalb galt es ihm eine neue Ethik zu schaffen, eine Entwicklungsethik, die den Menschen neue Normen des Handelns vorgibt. In den 1890er Jahren war er Dozent für Germanistik in Glasgow. Seine sozialdarwinistischen Ideen schrieb er hauptsächlich in den beiden Werken „Volksdienst, von einem Sozialaristokraten“ (1893) und „Von Darwin bis Nietzsche, ein Buch Entwicklungsethik“ (1895) nieder. [...]
Im Folgenden werde ich mich mit der Ideenwelt des Alexander Tille auseinandersetzen. Ich werde untersuchen, wie dieser radikale Sozialdarwinist den uneingeschränkten Fortschritt der Menschheit möglich machen wollte, was er darunter verstand und woran seine Ziele letztendlich scheitern mussten. Beziehen werde ich mich hierfür auf seine Schaffenszeit während seiner Lehrtätigkeit in Glasgow im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ziele der Entwicklungslehre des Menschen nach Tille

3 Die natürliche Selektion als Mittel zum Ziel

4 Feindbilder

5 Die Leistungsgesellschaft als Garant des Fortschritts

6 Nationalismus und außenpolitische Vorstellungen

7 Deutsch – britischer interkultureller Austausch

8 Schluss

9 Literaturliste

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die sozialdarwinistische Gedankenwelt von Alexander Tille und analysiert, wie dieser den uneingeschränkten Fortschritt der Menschheit durch die radikale Anwendung naturwissenschaftlicher Selektionsprinzipien auf die Gesellschaft erreichen wollte.

  • Die Übertragung Darwinscher Erkenntnisse auf die menschliche Gesellschaft
  • Die Definition von Entwicklungsethik und die Ablehnung christlich-humanistischer Werte
  • Die Forderung nach einer Leistungsgesellschaft und Abschaffung des Erbkapitalismus
  • Das Konzept des Nationalismus und die Rolle des Staates im Wettbewerb der Völker
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem intellektuellen Austausch zwischen Deutschland und Großbritannien

Auszug aus dem Buch

3 Die natürliche Selektion als Mittel zum Ziel

Alexander Tille forderte den uneingeschränkten Fortschritt. Uneingeschränkt meint, dass der Mensch in das Walten der Natur nicht eingreifen darf, es höchstens unterstützen, beschleunigen darf. So versprach er sich von solchen Individuen, die die Natur zum Überleben „auswählt“, dass sie diejenigen sind, die der Menschheit den größten Fortschritt bringen. Denn laut Tille hat die Geschichte ja gezeigt, dass über die Jahrhunderte immer die Besten von der Natur zum Überleben auserwählt worden sind, die Schlechten und Schwachen hingegen gnadenlos ausgeschieden wurden. So habe sich der Mensch im Laufe der Zeit höherentwickelt. Folgerichtig war für ihn das wichtigste Kriterium zur Höherentwicklung die Aufrechterhaltung der natürlichen Auslese.

„Und wen ihr nicht fliegen lehrt, den lehrt mir – schneller fallen!“ Denn „was in der Welt stiftet mehr Leid als die Torheiten der Mitleidigen?“

Dieses Zitat spiegelt sehr treffend die Haltung Tilles wider. Er ging davon aus, dass die Natur die Schlechten und Schwachen (die Untüchtigen) ausscheidet. Deshalb war es ihm ein Dorn im Auge zu sehen, wie eben diese Untüchtigen von der Gesellschaft umsorgt werden, statt sie einfach dem Walten der Natur zu überlassen. Zur Untermauerung zog Tille Goethe heran: „Siegt diese Humanität, dann, fürcht’ ich, wird endlich die Welt ein großes Hospital sein, und einer des anderen humaner Krankenwärter!“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Darwinschen Theorie ein und stellt Alexander Tille als einen radikalen Vertreter des Sozialdarwinismus vor, dessen Ziel es war, eine neue Entwicklungsethik zu begründen.

2 Ziele der Entwicklungslehre des Menschen nach Tille: Hier wird Tilles Fortschrittsbegriff definiert, der auf der Hebung der menschlichen Rasse basiert und die christlich-humanistische Ethik zugunsten einer am „Übermenschen“ orientierten Entwicklungsethik ablehnt.

3 Die natürliche Selektion als Mittel zum Ziel: Dieses Kapitel erläutert Tilles Forderung nach einem uneingeschränkten Walten der natürlichen Auslese und seine strikte Ablehnung von medizinischer Fürsorge oder Armenpflege, die er als Fortschrittsbremsen ansah.

4 Feindbilder: Hier wird Tilles tiefe Abneigung gegen Religion, Kommunismus und Sozialdemokratie untersucht, da diese Ideologien auf einer Gleichheitslehre beruhten, die er mit der naturgegebenen Verschiedenheit der Menschen für unvereinbar hielt.

5 Die Leistungsgesellschaft als Garant des Fortschritts: Dieses Kapitel thematisiert Tilles Entwurf einer „Sozialaristokratie“, in der durch absolute Chancengleichheit und Abschaffung des Erbkapitalismus allein die individuelle Tüchtigkeit über die soziale Stellung entscheidet.

6 Nationalismus und außenpolitische Vorstellungen: Hier werden Tilles expansionistische Ziele und sein Verständnis vom „Kampf um den Erdball“ dargelegt, wobei er die Expansion Deutschlands als notwendigen Prozess zur biologischen Höherentwicklung sah.

7 Deutsch – britischer interkultureller Austausch: Dieses Kapitel beschreibt Tilles Wirken in Glasgow als Dozent und Literaturvermittler und wie er versuchte, den intellektuellen Austausch zwischen den Kulturen für seine sozialdarwinistischen Ziele nutzbar zu machen.

8 Schluss: Das abschließende Kapitel kritisiert Tilles Theorie als unmenschlich und wissenschaftlich einseitig, da er die kulturelle Evolution und die zivilisatorische Errungenschaft der Milderung sozialer Not völlig ignorierte.

9 Literaturliste: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführender Literatur zur Person und den Ideen Alexander Tilles.

Schlüsselwörter

Sozialdarwinismus, Alexander Tille, Entwicklungsethik, natürliche Selektion, Tüchtigkeit, Leistungsgesellschaft, Eugenik, Nietzsche, Darwinismus, Fortschrittslehre, Rasse, Antisozialismus, Großbritannien, Kulturtransfer, Daseinskampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ideenwelt und die sozialdarwinistischen Theorien des deutschen Denkers Alexander Tille im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Übertragung biologischer Selektionsprinzipien auf die menschliche Gesellschaft, die Kritik an christlich-humanistischer Ethik sowie die Forderung nach einer Leistungsgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, wie der radikale Sozialdarwinist Alexander Tille den uneingeschränkten Fortschritt der Menschheit konzipierte und woran seine Zielsetzungen in der Praxis scheitern mussten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit verwendet eine historisch-analytische Methode, um Tilles Hauptwerke und seine Lehrtätigkeit in den Kontext der zeitgenössischen Wissenschafts- und Sozialgeschichte zu stellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit Tilles Entwicklungsethik, seiner Ablehnung sozialer Fürsorge, seinem Entwurf der Sozialaristokratie und seinem Nationalismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialdarwinismus, Entwicklungsethik, natürliche Auslese, Leistungsgesellschaft und der Einfluss von Nietzsche und Darwin auf Tilles Denken.

Warum lehnte Alexander Tille die christliche Nächstenliebe ab?

Tille betrachtete Nächstenliebe als ein Hindernis für die natürliche Auslese, da sie das Überleben der „Untüchtigen“ fördere und somit die Höherentwicklung der menschlichen Gattung verhindere.

Welche Rolle spielte die britische Gesellschaft für Tilles Denken?

Tille nutzte seine Zeit in Glasgow, um den interkulturellen Austausch zu fördern, aber auch, um die Rivalität zwischen dem deutschen Reich und Großbritannien zu analysieren und Deutschland strategisch zur Vormachtstellung zu verhelfen.

Was verstand Tille unter dem Begriff „Tüchtigkeit“?

Tille definierte Tüchtigkeit primär über physische und geistige Attribute wie Gesundheit, Stärke und Schönheit, die nach seiner Auffassung die Voraussetzung für Fortschritt im Daseinskampf waren.

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Details

Title
Alexander Tille (1866-1912) und seine Theorie zur Hebung der menschlichen Gattung
College
University of Constance  (Fachbereich Geschichte und Soziologie)
Course
PS: Sozialdarwinismus
Grade
1,7
Author
Erik Gerhard (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V146776
ISBN (Book)
9783640610464
ISBN (eBook)
9783640610563
Language
German
Tags
sozialdarwinismus darwinismus darwin entwicklungslehre natürliche Selektion Fortschritt alexander tille sozialdarwinist
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Erik Gerhard (Author), 2008, Alexander Tille (1866-1912) und seine Theorie zur Hebung der menschlichen Gattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/146776
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