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Entwicklungszusammenarbeit unter der sozialanthropologischen Brille

Textanalyse ausgewählter Literaturbeispiele

Title: Entwicklungszusammenarbeit unter der sozialanthropologischen Brille

Seminar Paper , 2023 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jonte Ropers (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology

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Summary Excerpt Details

Anhand verschiedener Textbeispiele erörtert diese Seminararbeit die Chancen und latenten Rassismen, die in westliche Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert auf dem afrikanischen Kontinent eingeschrieben sind. Die Textanalyse wird dabei in einen Kontext mit grundsätzlichen Gedanken der Sozial- und Kulturanthropologie zu dem Wirken von westlichen Akteur*innen auf dem afrikanischen Kontinent gesetzt.
Der Terminus der sogenannten „Entwicklung“ hat nicht nur in der Anthropologie selbst eine sehrambivalente Geschichte, sondern auch auf politiktheoretischer Ebene. Unverkennbar verwoben ist das Konzept von Entwicklung mit Vorstellungen von verschiedenen Entwicklungsstufen, die ein Individuum oder ein Staat zu durchlaufen habe – konzeptuell lassen sich also viele Parallelen zum im 19. Jahrhundert aufkeimenden Sozialdarwinismus erkennen. In der Anthropologie prägte insbesondere
Franz Boas durch seinen Kulturrelativismus das Verstehen von Entwicklung nachhaltig, indem er jeder Kultur ihre eigene Geschichte und die daraus entstehende eigene Entwicklung anerkannte. Zudem sträubte er sich, eine Allgemeinkultur als Norm auszurufen und besann sich auf die Einzigartigkeit und den Wert der unterschiedlichen Kulturen auf der Welt.

Im Kontext von Entwicklungszusammenarbeit hingegen, die im Folgenden auch mit der Abkürzung EZ abgekürzt werden wird, herrscht durch die Entwicklungsarbeit betreibenden Akteur:innen aus dem globalen Norden zumeist eine eurozentrische Auffassung davon, was Entwicklung bedeutet. Daher ergibt sich auch eine Problemstellung dahingehend, welchen Benefit Entwicklungszusammenarbeit in der Lage ist zu liefern oder ob das Einmischen in lokale Kontexte im globalen Süden Konflikte und Krisen nicht befriedet, sondern sie gar befeuert, welche im Rahmen dieses Seminartagebuchs und insbesondere in der Schlussbetrachtung näher beleuchtet werden soll. Die acht Pflichttexte, die hierbei als Essenz dieses Seminartagebuchs dienen, beleuchten dabei verschiedene Perspektiven, Ideen und Konzepte rund um die Entwicklungsarbeit. So soll ein Überblick darüber geschafft werden, inwiefern EZ heutzutage noch legitimiert ist und wer ihre Nutznießer:innen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Pflichttext 1: Betrachtung und Analyse

Pflichttext 2: Betrachtung und Analyse

Pflichttext 3: Betrachtung und Analyse

Pflichttext 4: Betrachtung und Analyse

Pflichttext 5: Betrachtung und Analyse

Pflichttext 6: Betrachtung und Analyse

Pflichttext 7: Betrachtung und Analyse

Pflichttext 8: Betrachtung und Analyse

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Das Seminartagebuch verfolgt das Ziel, einen kritischen Überblick über die Komplexität und Legitimation moderner Entwicklungszusammenarbeit (EZ) zu geben, indem verschiedene anthropologische Perspektiven auf das Wirken im globalen Süden analysiert werden.

  • Kritik an eurozentrischen Entwicklungsbegriffen und Machtstrukturen
  • Die Bedeutung von lokalem Wissen und lokaler Expertise
  • Rolle und Problematik von NGOs und staatlichen Akteuren
  • Institutioneller Rassismus in der Entwicklungszusammenarbeit
  • Perspektivwechsel hin zu Partnerschaften auf Augenhöhe

Auszug aus dem Buch

Pflichttext 1: Betrachtung und Analyse

Gerd Spittler befasst sich in seinem im Jahr 1994 publizierten Text mit der grundlegenden Frage, ob Entwicklungsethnologie in der Praxis besteht, wobei er insbesondere auf die untrennbare Verwobenheit von Ethnologie und Entwicklungszusammenarbeit eingeht. Ferner wird angeführt, dass es in der Entwicklungsarbeit neben soziologischer Expertise und ökonomischer Expertise auch die Expert:innen für kulturelle Aushandlungen, qua Namen Sozial- und Kulturanthropolog:innen, braucht. Insbesondere für die Organisation und Durchführung fasst Spittler die Anthropologie als unerlässlich auf – schließlich hilft sie für das Erlangen eines tieferen Kultur- und Werteverständnisses an den Orten, an denen Entwicklungshilfe stattfindet. Spittler fordert in einem Plädoyer in seinem Text zudem, die kulturelle Diversität im globalen Süden anzuerkennen und sie wertschätzend in die Entwicklungszusammenarbeit einzubinden. Kritisch geht Spittler auch darauf ein, dass die Anthropologie nicht die Propagandistin der Moderne sei, sondern im Kern eigentlich ihre Kritikerin. Spittler sieht die Anthropologie unter anderem als Vermittler:in und Expert:in für das Lokale.

Aktuelle Diskurse in der Anthropologiewelt bindet Spittler ebenso in seinen Text ein. So erörtert er auch die Frage, inwiefern die praktische Entwicklungsethnologie auch als eine Form von Neokolonialismus verstanden werden kann. Für eine möglichst höhe Erfolgsquote der geld- und arbeitsintensiven EZ appelliert Gerd Spittler zudem für den Einbezug der lokalen Bevölkerung in die jeweiligen Entwicklungsprogramme, sodass die Akzeptanz der Entwicklungsmaßnahmen gesteigert werden kann. Zu berücksichtigen ist zudem, dass der Text im Zuge der „Völkerkunde Tagung 1991“ entstand. Somit kann als Publikum direkt auch die Anthropologie verstanden werden. Insofern wirkt Spittlers Schlussappell in seinem Text insofern nochmal nachdrücklich, als dass auch die Kritik an vergangener Entwicklungszusammenarbeit stark durchklingt. Umso klarer wird jedoch, dass eine Entwicklungsethnologie auf Augenhöhe gefordert wird. Im Subtext der Zeilen in Spittlers Text klingt klar durch, dass Spittler dies als Faustformel für erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit und gegenwärtig größtes Defizit durch die hegemoniale Ignoranz des Westens ausgemacht hat.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik und Ambivalenz des Begriffs Entwicklung sowie Zielsetzung der Analyse der acht Pflichttexte.

Pflichttext 1: Betrachtung und Analyse: Analyse von Spittlers Plädoyer für eine Entwicklungsethnologie, die kulturelle Diversität anerkennt und lokale Akteure einbindet.

Pflichttext 2: Betrachtung und Analyse: Kritische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der interkulturellen Zusammenarbeit und der mangelnden Vorbereitung von Experten im Feld.

Pflichttext 3: Betrachtung und Analyse: Untersuchung von Fergusons Kritik an der Ignoranz gegenüber politischen und historischen Kontexten, illustriert am Beispiel Lesotho.

Pflichttext 4: Betrachtung und Analyse: Kritische Betrachtung des Humanitarismus und der damit verbundenen Machtdisparitäten durch Fassin.

Pflichttext 5: Betrachtung und Analyse: Auseinandersetzung mit den Grenzen humanitären Handelns im Kontext globaler Fluchtbewegungen und staatlicher Grenzpolitik.

Pflichttext 6: Betrachtung und Analyse: Analyse der Rolle von NGOs im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und der Abhängigkeit von Spenderregimes.

Pflichttext 7: Betrachtung und Analyse: Erörterung von institutionellem Rassismus und hegemonialen Strukturen innerhalb der Entwicklungszusammenarbeit.

Pflichttext 8: Betrachtung und Analyse: Darstellung von Escobars Vision einer Post-Development-Ära und dem Appell zur Dekolonisierung von Diskursen.

Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Betrachtung der Machtungleichgewichte und Forderung nach einer praxisnahen, lokal orientierten und auf Augenhöhe stattfindenden Entwicklungsarbeit.

Schlüsselwörter

Entwicklungszusammenarbeit, Sozialanthropologie, Post-Development, Lokales Wissen, Machtstrukturen, Eurozentrismus, Institutioneller Rassismus, NGOs, Humanitarismus, Dekolonisierung, Akzeptanz, Expertise, Globaler Süden, Kulturrelativismus, Selbstkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Das Werk ist ein Seminartagebuch, das sich kritisch mit der Theorie und Praxis der Entwicklungszusammenarbeit auseinandersetzt, basierend auf acht ausgewählten wissenschaftlichen Fachbeiträgen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit beleuchtet Themen wie eurozentrische Vorurteilsperspektiven, die Problematik von Machtstrukturen, die Rolle von NGOs, institutionellen Rassismus und die Bedeutung lokaler Epistemologien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Wirken der Entwicklungszusammenarbeit im globalen Süden zu erhalten und Wege zu einer nachhaltigeren, partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Literaturreflexion und qualitativen Analyse, wobei jeder Pflichttext einzeln betrachtet und zu den eigenen Lernerfahrungen sowie seminarübergreifenden Kontexten in Beziehung gesetzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgen detaillierte Analysen und Reflexionen zu acht Pflichttexten, die verschiedene anthropologische Perspektiven auf Entwicklungsprozesse, Akteure und systemische Fehler thematisieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Entwicklungszusammenarbeit, Machtstrukturen, institutioneller Rassismus, lokales Wissen und Post-Development.

Wie bewerten die Autoren die Rolle von westlichen Experten?

Die Texte kritisieren oft eine mangelhafte interkulturelle Vorbereitung der Experten, deren räumliche Isolation vor Ort sowie eine verbreitete Ignoranz gegenüber lokalem historischem und kulturellem Wissen.

Welche besondere Schlussfolgerung zieht der Autor für die Praxis?

Der Autor fordert eine radikale Abkehr von hegemonialen Vorstellungen und betont, dass echte Entwicklung nur durch einen respektvollen Austausch mit lokalen Experten und die Anerkennung national-lokaler Strategien erfolgreich sein kann.

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Details

Title
Entwicklungszusammenarbeit unter der sozialanthropologischen Brille
Subtitle
Textanalyse ausgewählter Literaturbeispiele
College
University of Bayreuth  (Lehrstuhl für Sozialanthropologie)
Course
Einführung in die Entwicklungsanthropologie
Grade
1,0
Author
Jonte Ropers (Author)
Publication Year
2023
Pages
18
Catalog Number
V1466984
ISBN (eBook)
9783389023266
ISBN (Book)
9783389023273
Language
German
Tags
Ethnologie Entwicklungszusammenarbeit Globaler Süden Diplomatie Sozialwissenschaften Eurozentrismus Afrikapolitik lokale Bevölkerung Epistemologie Anthropologie Regional Globaler Norden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonte Ropers (Author), 2023, Entwicklungszusammenarbeit unter der sozialanthropologischen Brille, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1466984
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