Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema "Länderrisikoprämien auf den Kapitalisierungszinssatz in der Unternehmensbewertung". Es werden die Forschungsfragen beantwortet, wie die Länderrisikoprämie ermittelt werden kann, ob und in welchem Rahmen sie den Kapitalisierungszinssatz beeinflusst und inwiefern das den Wert eines Unternehmens steigert oder senkt.
Um diese Fragen beantworten zu können, wurde zunächst erklärt, wieso Unternehmen überhaupt bewertet werden und welche Rolle der Kapitalisierungszinssatz dabei spielt. Dann wurde die Länderrisikoprämie als Teil des Kapitalisierungszinssatzes erläutert und dargelegt, wie diese ermittelt werden kann. Nach der theoretischen Aufarbeitung wurde der Einfluss der Länderrisikoprämie anhand einer Beispielrechnung untersucht.
Das Ergebnis der Beispielrechnung zeigte deutlich, dass bereits eine geringe Länderrisikoprämie den Kapitalisierungszinssatz signifikant verändern kann, woraus ebenfalls ein großer Einfluss auf das Resultat der Unternehmensbewertung schlussgefolgert werden konnte.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Hintergrund und Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Unternehmensbewertung und Bewertungsanlässe
2.2 Kapitalisierungszinssatz in der Unternehmensbewertung
2.2.1 Basiszinssatz
2.2.2 Risikoaufschlag
2.2.3 Wachstumsabschlag
2.3 Länderrisikoprämie als Teil des Risikoaufschlags
3 LÄNDERRISIKOPRÄMIEN
3.1 Bestimmung von Länderrisikoprämien
3.1.1 Abweichung zwischen Renditen von Staatsanleihen
3.1.2 Relative Standardabweichung der Aktienmärkte
3.1.3 Kombination
3.2 Integration in der Unternehmensbewertung
4 PRAKTISCHE ANWENDUNG
4.1 Annahmen
4.2 Berechnung
4.2.1 Unternehmenswert ohne Länderrisikoprämie
4.2.2 Unternehmenswert mit Länderrisikoprämie
4.3 Ergebnisse
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Ermittlung von Länderrisikoprämien innerhalb des Kapitalisierungszinssatzes für die Unternehmensbewertung. Das primäre Ziel ist es, den quantitativen Einfluss dieser Risikoprämie auf den Unternehmenswert durch eine theoretische Herleitung sowie eine anschließende beispielhafte Berechnung zu verdeutlichen.
- Grundlagen der Unternehmensbewertung und des Kapitalisierungszinssatzes
- Methoden zur Bestimmung von Länderrisikoprämien (nach Damodaran)
- Integration länderspezifischer Risiken in das CAPM-Modell
- Einflussanalyse anhand einer Beispielrechnung bei einem Schwellenland-Investitionsprojekt
Auszug aus dem Buch
2.3 Länderrisikoprämie als Teil des Risikoaufschlags
Wie zuvor bereits erläutert soll der Risikoaufschlag als Bestandteil des Kapitalisierungszinssatzes eine Prämie für den Kapitalgeber darstellen, der ein höheres Risiko eingeht, indem er sein Geld in Unternehmen investiert, statt risikoarme Bundesanleihen zu kaufen. Mit diesem Risikoaufschlag sollen alle mit der Investition verbundenen Risiken abgedeckt werden, die über die Risiken einer „quasi-sicheren“ Anlagemöglichkeit hinaus gehen (Metz, 2007, S. 77). Zu solchen Risiken zählen beispielsweise spezielle Unternehmerrisiken, die auf bestimmte Tätigkeiten zurückzuführen sind, wie der Ausfall von Maschinen bei produzierenden Unternehmen oder die Unfallgefahr im Baugewerbe. Darüber hinaus sind auch noch allgemeine Unternehmerrisiken zu berücksichtigen. Dabei handelt es sich um Risiken, die auf externe Einflüsse zurückzuführen sind. Solche externen Einflüsse könnten Zahlungsunfähigkeiten wichtiger Kunden, politische Veränderungen oder auch Pandemien, wie Covid-19, sein (Metz, 2007, S. 91-95). Doch neben den zuvor genannten Risiken, muss auch noch ein weiteres Risiko bei der Berechnung des Kapitalisierungszinssatz berücksichtigt werden, welches auf die unterschiedlichen geopolitischen und makroökonomischen Gegebenheiten verschiedener Länder zurückzuführen ist. Das sogenannte Länderrisiko entsteht, vor allem bei Investitionen in Schwellenländern, durch Risiken in Bezug auf Wechselkurse, politische und wirtschaftliche Stabilität und sonstigen Unsicherheiten des jeweiligen Landes (Prengel & Puscasu, 2020). Aus diesem Grund hat sich das Vorgehen, den Risikoaufschlag um eine Länderrisikoprämie zu erweitern, in der Praxis immer weiter etabliert. Die meistens Anwendungen in der Praxis sind dabei auf eine Idee von Aswath Damodaran zurückzuführen (Kruschwitz, Löffler, & Mandl, 2011, S. 167). Damodaran (2003, S. 63f.) beschreibt die Länderrisikoprämie als Prämie auf den Risikoaufschlag für alle Risiken eines Landes, die sich nicht durch Diversifikation im selben Land minimieren lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Relevanz der Unternehmensbewertung und Fragestellung hinsichtlich des Einflusses der Länderrisikoprämie auf den Kapitalisierungszinssatz.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Darstellung der Methoden der Unternehmensbewertung, der Komponenten des Kapitalisierungszinssatzes sowie der theoretischen Einbettung der Länderrisikoprämie.
3 LÄNDERRISIKOPRÄMIEN: Erläuterung spezifischer Bestimmungsmethoden länderspezifischer Risiken und deren Integration in bestehende Bewertungskalküle wie das CAPM.
4 PRAKTISCHE ANWENDUNG: Durchführung einer beispielhaften Unternehmensbewertung unter Verwendung eines Modell-Unternehmens, um den quantitativen Effekt der Prämie isoliert darzustellen.
5 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der praktischen Herausforderungen bei der Ermittlung von Länderrisikoprämien.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Kapitalisierungszinssatz, Länderrisikoprämie, Discounted-Cash-Flow, Risikoaufschlag, Schwellenländer, CAPM, Volatilität, Marktrendite, Beta-Koeffizient, Investitionsrisiko, Unternehmenswert, Basiszinssatz, Staatsanleihen, Finanzanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Einbindung von Länderrisikoprämien als Risikokomponente im Kapitalisierungszinssatz bei der Wertermittlung von Unternehmungen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Das Spektrum reicht von den theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung und des Zinses über spezifische Methoden der Risikobewertung bis hin zur praktischen Anwendung durch eine Modellrechnung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Die Arbeit zielt darauf ab, zu beantworten, wie Länderrisikoprämien bestimmt werden können und in welchem Umfang sie den Unternehmenswert beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Neben einer umfassenden theoretischen Literaturanalyse nutzt die Arbeit das Discounted-Cash-Flow-(DCF)-Verfahren in einer praktischen Beispielrechnung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Zinssatzkomponenten, die Bestimmungsmethoden nach Damodaran und die praktische Veranschaulichung anhand eines Beispielunternehmens.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Zentrale Begriffe sind Unternehmensbewertung, Kapitalisierungszinssatz, Länderrisikoprämie, DCF-Verfahren und CAPM.
Wie groß war der im Beispiel berechnete Einfluss der Länderrisikoprämie auf den Unternehmenswert?
In der durchgeführten Beispielrechnung führte die Einbeziehung der Länderrisikoprämie zu einer Senkung des Unternehmenswertes um beachtliche 775.654,84 EUR, was 15 % des ursprünglichen Wertes entsprach.
Welche konkrete Berechnungsmethode wurde im Praxisbeispiel für die Länderrisikoprämie gewählt?
Es wurde die Methode der relativen Standardabweichung der Aktienmärkte (Kapitel 3.1.2) unter Verwendung des MSCI World und des MSCI Emerging Markets für die Berechnung genutzt.
- Quote paper
- Jan Eßer (Author), 2023, Länderrisikoprämien auf den Kapitalisierungszinssatz in der Unternehmensbewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1466401