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Der Sozialistische Schwanz

Untersuchung des sozialistischen Zensurmittels Erklärheft am Beispiel zweier Werke von James Joyce

Titel: Der Sozialistische Schwanz

Hausarbeit , 2008 , 17 Seiten

Autor:in: Tina Hüfner (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details


I. Einleitung

Ein totalitärer Staat zeichnet sich dadurch aus, dass er versucht, Einfluss auf alle Bereiche des Lebens seiner Bürger zu nehmen, gerade wenn es um die Bildung und die Gedankenwelt geht.
Die Deutsche Demokratische Republik war in diesem Punkt keine Ausnahme, auch wenn sie sich als sozialistischer Staat und Volksdemokratie verstand, in der das Volk regiert. Und wie lässt sich die Bildungs- und Gedankenwelt eines Staates besser kontrollieren, als über seine Literatur?
In den 45 Jahren des Bestehens der DDR war ein ganzer Apparat an Politikern, Literaturwissenschaftlern und Funktionären fast ausschließlich damit beschäftigt zu entscheiden, welche Literatur mit den Dogmen und Thesen des Sozialismus und des Marxismus/Leninismus überhaupt zu vereinbaren sind und eine Daseinsberechtigung in der Deutschen Demokratischen Republik haben, deren Devisen und Materialressourcen so begrenzt waren, dass selbst erwünschte Bücher nur selten in ausreichender Stückzahl vorhanden waren, um den Markt zu decken.
Aber kein Staat der Welt kann ohne eine höhere Bildungsschicht existieren und genau diese Bildungsschicht war es, die nach einem breiteren Spektrum an Literatur verlangte, gerade wenn es sich um Werke von bedeutenden Autoren wie Franz Kafka, die Literaten der Familie Mann oder Theodor Fontane handelte. Also musste eine Lösung gefunden werden, um wenigstens einen Teil der westdeutschen und ausländischen Literatur veröffentlichen zu können, ohne dass die Aussagen dieser Werke als nicht konform mit der sozialistischen Ideologie gewertet werden können.
Es gab verschiedene Wege, eine scheinbare Konformität zu erreichen und genau dies soll Inhalt dieser Hausarbeit sein. Ein besonderer thematischer Schwerpunkt wird dabei auf die so genannten „Erklärhefte“ gelegt, deren Struktur und Zielsetzung hier an zwei Beispielen, die als Beilage zu Werken von James Joyce erschienen waren, untersucht wird.
Diesem Schwerpunkt voran gestellt, ist ein kurzer Exkurs über die Legitimations- und Veröffentlichungsprobleme mehrerer Werke der österreichischen und westdeutschen Literatur, die schlussendlich zu der Erfindung der „Erklärhefte“ führten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

2.1. Ein allgemeiner Exkurs über die Entstehung und Geschichte der Erklärhefte

2.2. Eine kurze Biografie von James Joyce

2.3. Wolfgang Wicht – Beilage zu „Stephen der Held“ von James Joyce

2.4. Joachim Krehayn – Beilage zu „Ein Portrait des Künstlers als junger Mann“

III. Das Fazit

IV. Bibliografie

4.1. Lizenzausgaben und Kommentare

4.2. Texte und Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Zensur- und Veröffentlichungspraxis der DDR-Verlage in Bezug auf westliche Literatur, insbesondere am Beispiel der „Erklärhefte“, die Werken von James Joyce beigelegt wurden, um diese ideologisch zu legitimieren.

  • Kontrollmechanismen der DDR gegenüber westlicher Literatur
  • Die Funktion und Entstehung der sogenannten „Erklärhefte“
  • Biografische und literarische Einordnung von James Joyce
  • Vergleichende Analyse der Kommentare von Wolfgang Wicht und Joachim Krehayn
  • Spannungsfeld zwischen ideologischer Anpassung und literarischem Anspruch

Auszug aus dem Buch

2.1.) Ein allgemeiner Exkurs über die Entstehung und Geschichte der Erklärhefte

Der Sinn eines Buchkommentars, der von einem linientreuen Literaturwissenschaftler oder DDR-Autor zu einem Werk, dass nicht den Ideologien der DDR-Führung entsprach, geschrieben wurde, bestand darin, nicht konforme Inhalte und Aussagen des Werkes so umzudichten, dass der Sinn entweder den Thesen des Marxismus/Leninismus entsprach oder wenigstens nicht mehr absolut unvereinbar mit den ideologischen Inhalten war, sodass es möglich war, diese Werke in der DDR zu veröffentlichen.

Zu Beginn der Durchführung dieser Art von Zensur wurden die Erzählkommentare noch in das Werk mit eingebunden, was aber zu einer Vielzahl von Problemen führte, denn dieser Kommentar musste vom Autor des Werkes oder, falls er bereits verstorben war, von seinem Bevollmächtigten abgesegnet werden. Häufig gestaltete sich dies sehr schwierig und langwierig und verzögerte den Veröffentlichungsprozess bzw. machte ihn unmöglich.

Dies führte 1965 zu der Idee, dass ein Erzählkommentar, der nicht fest in das Werk eingebunden wird, sondern sich nur als Broschüre in dem Buch befindet, urheberrechtlich einen eigenständigen Text darstellt und somit nicht mehr vom Lizenzgeber abgesegnet werden muss. Außerdem war es nun möglich, ohne diese Beilage, die Werke auch in der BRD zu veröffentlichen und somit die Devisensituation zu verbessern.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Rolle der Literaturkontrolle in der DDR und führt in die Thematik der „Erklärhefte“ als Zensurinstrument ein.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Erklärhefte, die Biografie von James Joyce sowie spezifische Beilagen von Wolfgang Wicht und Joachim Krehayn.

III. Das Fazit: Das Fazit stellt fest, dass trotz inhaltlicher Unterschiede beide Autoren das Ziel verfolgten, Werke von James Joyce für die DDR-Kulturpolitik nutzbar zu machen.

IV. Bibliografie: Die Bibliografie listet alle verwendeten Lizenzausgaben, Kommentare sowie die wissenschaftliche Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

DDR, Literaturzensur, James Joyce, Erklärhefte, Sozialistischer Realismus, Ideologie, Literaturwissenschaft, West-Literatur, Wolfgang Wicht, Joachim Krehayn, Stephen der Held, Ein Portrait des Künstlers als junger Mann, Kulturpolitik, Publizistik, Devisenbeschaffung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die DDR-Verlage westliche Literatur – am Beispiel von James Joyce – trotz ideologischer Vorbehalte durch begleitende Kommentierungen (Erklärhefte) veröffentlichbar machten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Zensurpraxis der DDR, die Rolle von Literatur als politisches Kontrollinstrument sowie die literaturwissenschaftliche Interpretation von Joyce-Werken unter sozialistischen Maßstäben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Strategien der Lektoren und Autoren aufzudecken, mit denen sie „nicht konforme“ Werke durch ideologische Uminterpretationen für den DDR-Markt legitimierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse der vorliegenden Beilagen von Wolfgang Wicht und Joachim Krehayn und ergänzt diese durch Kontextualisierung im Rahmen der DDR-Verlagsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung der Erklärhefte, einer Biografie von Joyce sowie einer detaillierten Auseinandersetzung mit zwei spezifischen Beilagen zu Joyce-Romanen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie DDR, Literaturzensur, James Joyce, Erklärhefte, Ideologie und Kulturpolitik charakterisiert.

Warum war James Joyce für die DDR-Führung ein schwieriger Autor?

Joyce galt als Repräsentant „dekadenter Verfallsliteratur“ des spätbürgerlichen Zeitalters und seine Texte waren nach offizieller Lesart schwer mit den Dogmen des Marxismus-Leninismus zu vereinbaren.

Welche Rolle spielt die Biografie von James Joyce in den Erklärheften?

Die Biografien werden genutzt, um Joyce entweder als einen „künstlerischen Revolutionär“ (Wicht) oder als Beispiel für die notwendige Abwendung vom „Ausbeuterstaat“ (Krehayn) zu stilisieren und so seine Werke zu rechtfertigen.

Wurden diese Erklärhefte von den Lesern in der DDR wahrgenommen?

Recherchen der Autorin unter ehemaligen DDR-Bürgern ergaben, dass die explizite Publikationspraxis der Erklärheftbeilage den befragten Personen weitgehend unbekannt war.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Sozialistische Schwanz
Untertitel
Untersuchung des sozialistischen Zensurmittels Erklärheft am Beispiel zweier Werke von James Joyce
Hochschule
Universität Rostock
Autor
Tina Hüfner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V146291
ISBN (eBook)
9783640549962
ISBN (Buch)
9783640552276
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialistische Schwanz Untersuchung Zensurmittels Erklärheft Beispiel Werke James Joyce
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tina Hüfner (Autor:in), 2008, Der Sozialistische Schwanz, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/146291
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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